1leddern Vb. 1. ‘schnell über brüchig gewordenes und sich biegendes Eis laufen’,  buchten, 2: ZE-Cos, 3: JE1-Gü, 4: Wb-Ak 106. – 2. ‘jmdn. beim Wurfspiel mit dem Ball treffen’ 3: Id-Queb 8. – 3. ‘abblättern, zerfallen’ 3: Id-Eilsa 75. – 4. ‘unter großer Anstrengung einen Wagen durch tiefen Schmutz ziehen’ – ek moste hellesch laddern 3: Wb-Nharz 113.
Lautf.: leddern Id-Queb 8, Wb-Ak 106; läddern Id-Eilsa 75; lessern [-z-] Wb-Ak 106; [lerrn], [lelrn] CA-Ak; loddern (1.) JE1-Gü, ZE-Cos; laddern Id-Eilsa 75 (3.), Wb-Nharz (4.). Zus.: zu 3.: hinledern.
Mme f. 1. Verwandtschaftsbezeichnung, z.T. veralt. – a. ‘Tante’ 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Holzl 143, 4: Wb-Be – Sprw.: Mus un Mohm’! Katt frätt s’ bei’. ‘Der Tod macht keinen Unterschied.’ Bewohner-Altm 1,351; Reim: wat forrtellen fonn de Mume Rellen Wb-Holzl 143. – b. ‘Mutter’ 2: Wb-Altm 139, Beiträge-Altm 1,147, 3: Wb-We 88. – c. ‘Großmutter’,  Grtmudder, 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 124, QUE-Su – de Muhme hätt eren Enkel obn Schot QUE-Su; Reim: de rinne (Brotrinde) hrt’n (gehört dem) kinne, de kraume hrt’r maume Wb-Nharz 124. – 2a. ‘ältere Frau’, auch allg. ‘Frau’, bes. in der Anrede, 2: Beiträge-Altm 1,147, JE2-Scho, 3: Id-Eilsa 78, WA-Ste, 4: vereinz. anhalt. – de olle Mme Schultn’n het hte Jebatsdach JE2-Scho; Mme Bom’m km inne Schummerstun’ne immer rewwer un vorzlte was. Wb-Ak 113; Ich bin de Miehme Wewern von Peilendorf, Fritze Wewern seine Frau. Wäschke 61920,21; Kinderreim:Mieme Piepersche, Mieme Piepersche
keep mick ein Kleed, Kleed, Kleed, Kleed.
Ausdeutung des
Rufs der Lerche, WA-Ste.
– 2b. in der Verbdg.: Mme Sse ‘träge, langsame Frau’,  Trntte, 2: ZE-Roß, 3: Id-Eilsa 79, Wäschke 71913,43 – Mensch, bist du ne Mumesuse, da kann je eener auswachsen dorrweile ZE-Roß; Tanzreim: Mummesuse, leckeduse, hast anne Parn’ (Birne) in deine Ficke (Tasche), lankse doch mant eema raus. Wäschke 71913,43. – 3. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: Vk-Anhaltb 47 (ZE-Cos), 3: a.a.O. 46 (BE-Gü) – Volksgl.: Das Wogen des Getreides im Wind wird als Wiegebewegung der M. (BE-Gü) oder als Ausstreuung von Sand durch die M. (ZE-Cos) gedeutet. Vk-Anhaltb 47.
Lautf.: [mm] JE2-Scho; Mohm’ Bewohner-Altm 1,351; Mm Wb-Altm 139; Moehne Id-Altm; Mn Wb-Altm 139, Möhn Beiträge-Altm 1,147; Maume, maume Sprw-Börde, Id-Eilsa 78, Wb-Nharz 124; Meune Wb-We 88; Mu(h)me, mme Vk-Anhaltb 47 (ZE-Cos), Wb-Holzl 143, vereinz. s elbostf., Wb-Be; Mühmken Dim. Beiträge-Altm 1,146; Miehme, Mme WA-Ste, vereinz. anhalt., mme Wb-Nharz 124 (QUE-Asch); Verbdg.: Mume Suse Id-Eilsa 79, Mumesuse ZE-Roß; Mummesuse Wäschke 71913,43. Zuss.: zu 2.: Kindermuhme, Lgen-, Nölmuhme; zu 3.: Krn-.
Nacht f. 1. ‘Tageszeit zwischen dem späten Abend und der Morgendämmerung’ verstr. – et Nachts ‘in der Nacht’ HA-No; b nachte dass., Wb-Nharz 131; Bi Nachten goah’k dao mien Lew’dag nich we’r vöärbi. Pohlmann 1905ff.,116; Vor Nacht isse jekom’m. Wb-Ak 118; lest’n Nacht waiat tau dsta (dunkel) SA-Dä; dao will ik east Nacht iwa schlaop’m SA-Dä; g Nacht Grußformel vor dem Schlafengehen, QUE-Di; Rda.: b nacht un newel ‘ganz heimlich’ Wb-Nharz 131; de Fawrke geit Dch un Nacht HA-Oh; sik de Nacht umme de ern sln ‘wegen etw. nachts nicht zum Schlafen kommen’ HA-Oh; Sprw.: de Nacht is keines Minschen Fründ Wb-We 91; Inne Nacht sin alle Katzen jrau. Wb-Ak 118. – 2. ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften – a. in der Verbdg.: de hilligen twölf Nächte 1: SA-Dö, 2: SA-GrAp, STE-Sche, JE2-Par, Vk-Anhaltb 25 (ZE-Cos Stra), ZE-Reu, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Gü, vereinz. anhalt. – b. in der Verbdg.: de hilligen Nächte 2: OST-Bi, GA-Wet, STE-Ei Kre, JE2-Bre See Wu, JE1-Ih Mö, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Vk-Anhaltb 25 (BE-Il). – c. in der Verbdg.: de twölf Nächte 2: STE-Go Ost, ZE-Bur, 3: WE-Mi, QUE-Ga. – d. in der Verbdg.: die zwölf rauhen Nächte4: Vk-Anhaltb 25 (BE-Fr). – e. in der Verbdg.: die langen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il, DE-Mei). – f. in der Verbdg.: die geheimen Nächte 4: a.a.O. 25 (BE-Il). – g. in der Verbdg.: de witten Nächte 3: WE-Schie. – h. in der Verbdg.: de grulichen Nächte 3: BE-KlMü. – 3. in der Verbdg.: fre Nacht ‘Nacht vor Pfingsten’ 1: BrauchwAltm 59f. (vereinz. nwaltm.), 2: a.a.O. 59f. (vereinz. SA, verstr. GA, STE-Bu Kö), 3: vereinz. n elbostf. – Brauch: In dieser N. ist es den jungen Männern erlaubt, Schabernack zu treiben. So werden z.B. Ackerwagen auseinandergenommen und auf den Dächern wieder zusammengebaut oder das Vieh der Bauern vertauscht. Die Burschen haben bei ihrem Rundgang sogar das Recht zu stehlen, weshalb die Bauern Geld oder Naturalien bereitlegen. Beim Abhalten eines Dorfgerichts werden Personen, bes. die Mädchen des Ortes, getadelt oder verspottet. Brauch-wAltm 59f. – 4. in der Verbdg.: de kolden Nächte ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen, 2: JE1-Grü, 3: HA-Sie.
Lautf., Gram.: Nacht, [nat]; außerdem: ncht Mda-Sti 13; Pl.: Nächte verstr. nd. (außer nwaltm. und n/mittlere Altm.), BA-Gü Ha, verstr. anhalt.; Nächt SA-Dö, vereinz. n/mittlere Altm.; Nechte HA-Oh, nechte Wb-Nharz 131; [ned] BE-He Wa; nachte Wb-Nharz 131, Mda-Sti 13. Zuss.: zu 1.: Johannis-, Matthias-, Midder-.
1nsen Vb. 1. ‘niesen’ vereinz. – Volksgl.: Einmal Niesen schit wat, zweemal Niesen bedit wat. Sprw-Börde. Niest man mehrmals morgens auf nüchternen Magen, erfährt man an diesem Tag etw. Neues. Sprw-Börde, CA-Lö, Vk-Anhalta 338 (KÖ-Tre). Es kann auch bedeuten, dass sich Besuch einstellt (ZE-Cos) oder dass man ein Geschenk erhält. (BA-Fro). Vk-Anhalta 338. Niest jmd. am Sonntagmorgen, stirbt bald eine nahe stehende Person. Abergl-Altm 26. – 2. dass. wie  2 nseln, 1: SA-HLa, 2: STE-Osth, JE1-Grä.
Lautf.: niesen [-z-]; außerdem: nß(e)n, [ns()n] OST-Ko, ZE-Roß, Wb-Ak 121, Wb-Be; nissen SA-HLa. – Gram.: nus st. 3. Sg. Prät. DE-Ro.