Hucke f. 1. ‘Rücken, Nacken, Schulter’, vorw. in Rda., 2: STE-Ho, JE2-Gü Scho, ZE-Jü Kö Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 72, Wb-Be, DE-Ca – ik harr dät Kind up de Hucke JE2-Scho; op de Hucke sitten Sprw-Börde; Rda.: einen de Hucke full sln ‘jmdn. verprügeln’ HA-Oh; ’n de Hucke vull len ‘jmdn. anlügen’ Wb-Ak 72; ’n te Hucke vull schtrchn dass., Wb-Be; Huk uptrecken ‘jmdn. übervorteilen’ STE-Ho. – 2. dass. wie  Huckekpe, 4: DE-Ca. – 3. ‘kleiner Haufen, Bündel von etw.’, auch ‘auf dem Rücken getragene Last’ 2: ZE-Dor Göd Nu, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha, Wb-Ak 72, DE-So – eine Hucke Rees DE-So; ne Hucke Riesig QUE-St; Denn jungen a vele Wiewer ins Holz un holten manniche Tare zwa oder dra Hucken. BA-Ha. – 4. ‘eine große Menge, sehr viel’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Be, Mda-Fuhne 111 (verstr. anhalt.) – ne ganze Hucke full HA-Oh; anne Hugge Ginnor DE-Ca.
Lautf.: Hucke, [huk]; außerdem: Huk STE-Ho; [hug] Mda-Fuhne 111 (verstr. anhalt.).
Kloppe f. 1. ‘Schläge,  Prgel’ 2: GA-Wal, STE-Tan, WO-Be, vereinz. s JE2, JE1-Scha Try, ZE-Jü, 3: vereinz. mittleres/s elbostf., 4: CA-Do, Wb-Ak 91, Wb-Be. – 2. ‘Holzteil des Dreschflegels, der auf das Getreide schlägt’ 1: SA-Rist.
Lautf.: Klop(p)e; außerdem: Klop SA-Rist.
Köthen ON – NeckN: Kuhköthen 2: ZE-Jü, 4: BE-Il Wa.  Lindenblütler.
Kuntsch m. 1. ‘kastrierter Eber’,  Kempswn, 3: Vk-Ask 185. – 2. ‘junges männl. Schwein’ 2: Vk-Anhaltb 7 (ZE-Jü Klie), 4: a.a.O. 7 (DE-Ka Rie).
Lautf.: Kunsch, kunsch. – Etym.: zu Kunz (mit Wandel ts > t), einer Kurzform des RN Konrad, vgl. Eichler 1965,75.
1Lke f. 1. ‘der tote Körper, Leichnam’ verbr. – wi hebbet ne Like in’n Huse Wb-We 82; de Lke hemm se ht bejrun JE2-Scho; ne B’n is anne Leiche anjetrem’m. Wb-Ak 104; Rda.: blaß wie ane Leiche ‘blass, kränklich’, von der Gesichtsfarbe, Vk-Anhalta 62; w ne lke tsein dass., Wb-Nharz 117; de ganze Woche krank un den Sönndag doch keine Like von einem Simulanten, Wb-We 82. – Brauch: Nach Eintritt des Todes wurde die L. von einem Verwandten (Vk-Harz 6/7,61) oder der Leichenfrau (Vk-Anhalta 177) gewaschen und angezogen. Männer wurden mit einem schwarzen Anzug, Frauen mit einem schwarzen Kleid bekleidet. Bis zum Begräbnis bahrte man den mit einem weißen Laken bedeckten Toten im Haus auf. Als Unterlage diente meist Stroh, der Kopf ruhte auf einem mit Spitzen besetzten Kissen. Im Sommer bedeckte man das Gesicht mit einem Essiglappen (Vk-Altm 266) oder den ganzen Körper mit Rasenschollen (Vk-Anhalta 179), um eine schnelle Verwesung zu verhindern. Während der Aufbahrung brannte zu jeder Seite des Sarges eine Kerze. Bevor der Sarg geschlossen wurde, traten die Angehörigen heran, um vom Verstorbenen Abschied zu nehmen. Vgl. Vk-Altm 266ff., Vk-Harz 6/7,61ff., Vk-Anhalta 179ff. – Volksgl.: Ist eine L. im Haus, werden die Uhren angehalten (Vk-Harz 6/7,62) und die Spiegel im Sterbezimmer verhängt oder entfernt, da es sonst einen weiteren Todesfall in der Familie gibt. Vk-Anhalta 175 (ZE-Jü). Aus demselben Grund soll der L. kein Kranz auf die Brust gelegt werden. Vk-Anhalta 175 (KÖ-Pro). Damit die Seele des Verstorbenen nicht im Haus bleibt, werden Fenster geöffnet (Vk-Altm 266) und die Stühle, auf denen der Sarg stand, umgekippt (Vk-Anhalta 183). Beim Heraustragen ist darauf zu achten, dass die L. das Haus mit den Füßen nach vorn verlässt, um eine Wiederkehr des Toten zu verhindern. Deshalb wird auch ein Eimer Wasser hinter der L. ausgegossen und der Torweg gleich geschlossen. Vk-Altm 268, Vk-Anhalta 183. – 2. ‘Begräbnis’, einschließlich der dabei üblichen Feierlichkeiten,  Begrfnis, auch ‘Leichenzug’ 2: vereinz. w Altm., verstr. ö Altm. n JE2 mbrdb., 3: vereinz. elbostf., aber verstr. n CA, 4: verstr. anhalt. – to Liek goahn STE-Tan; er hat ne scheene Leiche jehatt CA-Ca.
Lautf., Gram.: Like verstr. JE2, verbr. JE1, verstr. ZE, verbr. elbostf.; Li(e)k verbr. nwaltm. nbrdb.; Lieche, [l] verstr. ZE, Mda-Sti 17; lch n. Mda-Sti 17; Leiche, [lai] vereinz. n nd., verstr. s nd., verbr. omd.
Mlbre f. 1. ‘Frucht des Weißdorns’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verbr. Altm. JE2 n/mittleres JE1, ZE-Jü Stre, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BA-Ha Sil, vereinz. w anhalt. – d Kinna tn’n d Mlban w d Fweln(Vögel) JE2-Scho.  Affenbrot 1Bre Brtbren Brtjen Drnbre Hgebutte Hgedrn Hgewpe Hankeln Heckenbre Himmelsbrt Hungerbrt Johannisbrt Knterling Lsebutte Mlerbrt Mandelbrt Marderbrt Mehlfässchen Mehlpfeifchen Mehlwiepchen Mlbrt Mlbutte Melkbrtjen Mlptjen Möllerbren Möllerbrt Mutterbrot 1Smaltbre Smaltbrtjen Vgelbre Wpke(n) Wittdrnbre. – 2. PflN ‘Rote Johannisbeere’, auch die Frucht,  Johannisbre, 3: Wb-Nharz 125. – 3. PflN ‘Eberesche’, auch die Frucht,  Vgelbre, 2: JE1-Scha.
Lautf., Gram.: Me(h)lbe(e)re SA-Bee, OST-Kru, GA-Ga, WO-Col Me, JE2-Alt HSe, ZE-Jü, vereinz. n/sö elbostf., BA-Ha; -beer SA-Lu, vereinz. ö Altm.; -beer(e)n Pl. SA-Ch, verstr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Gra Scha, ZE-Stre, HA-Bre Eim, BA-Sil; -bäre STE-Bis Grie, JE2-Sy; -bär(e)n Pl. vereinz. ö STE, JE2-Mü, JE1-Nie; -bäern Pl. SA-Brie; -biern Pl. CA-Su; Mä(h) lbe(e)re QUE-Na Su, CA-Atz Sa, mlbre Wb-Nharz 125; Mä(h)lbeer SA-Rie, GA-Sta, JE2-Wa; -beern Pl. SA-Die, JE2-Gü, WA-La Ste, BE-Dro; -bä(ä)r SA-Schm, STE-Neu, Mälbr Wb-Altm 131; -bär(e)n Pl. vereinz. Altm., JE2-Nkli, [mlbrn] Pl. Mda-nwJe1b 75 (JE2-HSe, JE1-Ih Pa Rie); [mlbrn] Pl. vereinz. BE; [-ban] Pl. JE2-Scho; Mälbäan Pl. STE-Schi; Malbäre JE2-Ki; [maibaean] Pl. SA-Dä.