1Ml n. 1. ‘der Nahrungsaufnahme dienende Mund- öffnung mancher Tiere’ vereinz. – dl het än klain Ml JE2-Scho. – 2. ‘Mund des Menschen’, z.T. abw., verbr. – keine Täne in Mule QUE-Wed; sik’t Ml afwischen HA-Oh; Rda.: holt dien Ml ‘schweig’ HA-Bee; et ml tau’n rse hlen ‘schweigen’ Wb-Nharz 129; et Mul schtoppen ‘jmdn. zum Schweigen bringen’ Sprw-Börde; H günn’t n dat Ml nich. ‘Er ist nicht in der Stimmung, jmdn. anzusprechen.’ Wb-Altm 141; D kannst woll’s Maul nich ufmachen? Wb-Ak 111; n Mul vull vorrtellen ‘einen Schwatz machen’ Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); rede dich man keene Fusseln ant Mul ‘rede nicht so viel’ ZE-Mü; Dat Mul geiht är as’n Lämmerstart. ‘Sie ist eine Schwätzerin.’ Spr-Altm 15; de schleit sick jo met’t Mul ümt Uhren (Ohren) dass., OST-Möl; nahn Mule kauen ‘anderen nach dem Mund  rden’ OSCH-Dee; tot Mul rähn dass., JE2-Gü; nahn Muule sawwern dass. WE-Da; einen wat in’t ml schmren ‘einen Sachverhalt verständlich darlegen’ Wb-Nharz 129; et Mul vull nehmen ‘wichtig tun, prahlen’ Sprw-Börde; sek det Ml verbrennen ‘sich durch unbedachtes Reden schaden’ Wb-We 90; ek neme kein Bld vrt Ml ‘ich sage offen meine Meinung’ Wb-We 90; hei hat’t Ml op de rechte Stelle ‘er ist schlagfertig’ HA-Oh; hei makt sich en fettes Mul ‘er ist sehr auf sich bedacht’ Sprw-Börde; da sparre hei Ml un Näse op ‘da staunte er sehr’ Wb-We 90; dat Muul stellen ‘lesen lernen’ Wb-Holzl 143; ‘s Maul wischen ‘nichts abbekommen, leer ausgehen’ Wb-Ak 111; et jift wat uffs Maul Androhung von Prügel, Spr-Asch 17; ainen ‘t Muul weterich maken ‘Verlangen bei jmdm. hervorrufen’ Wb-Holzl 143; et löppet mek in’n Mule rum ‘mir fällt es gleich wieder ein’ WE-Dee; H st t, ass wenn’r ämm t’t Ml kraopen wr. ‘Er sieht ihm (dem Vater) sehr ähnlich.’ Wb-Altm 206; Sprw.: Wenn’r dät oll Mul nich har, soll’r dät oll Nöälen woll laoten. gegen übermäßiges Selbstlob und Prahlerei, Bewohner-Altm 1,351; wer Geld un Got denkt to erlang’n, mütt allererst bi’t Mul anfang’n Warnung vor übermäßiger Genusssucht, Sprw-Börde.  TZ: Klappe Labbe Lke Mlwark Mund Mundwark. – 3. Dim. ‘Kuss’ 4: Mda-Sti 40.
Lautf., Gram.: Mu(u)l, Ml verbr. nd., verstr. nthür.; [ml] f. Mda-nwJe1a 40 (JE2-HSe); Mua SA-Han Ro; mlechen Dim. Mda-Sti 40; [miu] SA-Dä; Moul WE-Oster; Maul ZE-Roß, Spr-Asch 17, verstr. anhalt. Zuss.: zu 1.: Lwen-; zu 2.: Kibbeken-, Klatsch-, Läster-, Lecker-, Lgen-.
Ntharke f. ‘die große Harke, mit der das auf dem Stoppelfeld liegen gebliebene lose Getreide zusammengeschleppt wird’,  Sstarwe, 2: ZE-Mü.
n verbr. 1. Adv. ‘jetzt’ – jao, dat is jo nu all lang her OST-Schön; de Ärnde is nau balle vorbei ZE-Mü; Sei junk nun schwinne hen … Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); und nune werd erscht mol richtig studiert BA-Ha; Rda.: kein nun un kein nischt ‘gar nichts’ Wb-Nharz 136. – 2. Pt. – a. satzeinleitend – nu, du besöchst mi doch? bekräftigend, Wb-Altm 148; n freilich kannste mitkom’m zustimmend, Wb-Ak 121; Nu, dat geit wol. zögerndes Einverständnis, Wb-Altm 148. – b. Ausdruck der Ungeduld – kommst de denn nu met? ZE-Roß; “Na was soll ich denn nu schreimn?” Wäschke 61920,62. – 3. Interj. – a. bes. in Verbdg. mit n oder an Ausruf beim Versteckspiel, der den Beginn des Suchens signalisiert, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – b. Ausruf zur Beruhigung kleiner Kinder, 3: HA-Oh.
Lautf.: nu, [n]; außerdem: [niu] SA-Ch Dä; nau vereinz. w ZE; noau ZE-Gri; nou WE-Abb; nun, nn verstr. Nharz.; nune BA-Ha; nunne Wb-We* 228; nune Mda-Sti 182.
Ossenjunge m. dass. wie  Ossenknecht, 2: MdanwJe1b 71 (JE1-HZi), JE1-Wo, ZE-Mü, 3: vereinz. elbostf.
Lautf., Gram.: Ossenjunge; außerdem: Ossnjung Vk-Ask 299; [osnjus] Pl. Mda-nwJe1b 71 (JE1-HZi).