Grtenott f. PflN ‘Walnuss’, auch die Frucht, 2: ZE-Nu.
Lautf.: Grotenehet.
Hger m. TiN 1. ‘Eichelhäher’ 1: verbr. nwaltm., 2: Wb-Altm 73, SA-Stei, WO-Col, ZE-Nu, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. nthür., vereinz. anhalt. – hei is man w saun hjert ‘er ist dünn und hager’ Wb-Nharz 73.  shger Drillheister Eckernhger Eckernvgel Eckerrwer Eichelhäher khger kheister kler Holtker Holthger Holtheister Holtschrge Holtschrer Krtschmann Schreier Schreihals Verräter. – 2. ‘ Elster’ 3: GA-Kli.
Lautf.: Häger verstr. nwaltm., OSCH-Ba, vereinz. sö elbostf.; Heger verstr. HA; Hg’r Wb-Altm 73; Hägert SA-Ch Wa, QUE-West, BLA-Wie; Haäger SA-HDo; Häigert SA-Schm; Häge SA-Dre We; Häher ZE-Nu, verstr. elbostf., CA-Ak; häer WE-Velt, QUE-Su; Häjer, [hjr] HA-Alv, vereinz. OSCH, WA-Egg, verstr. Nharz., Wb-Be; [hjr] BA-Ha; hejert HA-Iv; Häjert, hjert, [hjrt] Nd-Börde § 125, vereinz. sw elbostf., BA-Gü; Hägger GA-Nie, HA-No So; Hegger GA-Eick, WO-Gu, HA-Bre Um; Heggert GA-Ge Kli Sie, HA-Hi Schw Sü, WE-Gö Ri Sta; Heeggert GA-Hö; Häjjer HA-Mo; Hejjer HA-Bee Ost; Hejjert Wb-Holz 103, HA-Erx; Hechert HA-Som; hecht Wb-Nharz 73 (BLA-Hü); hjer Mda-Sti 28; Häker SA-GrChü Rie; Heker OST-Fle; Äker SA-Rie; Eker SA-Ben, GA-Kä Rö. Zus.: zu 1.: Holt-.
Halfspänner m. ‘Bauer, Landwirt’ 2: GA-Ack, ZE-Nu, 3: verstr. elbostf. – H. bezeichnete urspr. den Bauern, der zwei bis vier Pferde besaß, während in der Börde das volle Gespann sechs Pferde umfasste (Wb-Holzl 99). Er stand dem Vollspänner in Status und Lebenshaltung kaum nach, auch er konnte die höchsten dörflichen Ämter bekleiden. Heiraten zwischen beiden Gruppen waren üblich (Bauer-Börde 298). – Summa summarum aller undertanen im gantzen gerichte Gropzigk seindt 194 hauswirte, wie folgen, als 28 ackerleute, 12 halbspenner, 154 kodtsesser. Amt Gröbzig ca. 1570, Landreg-Anhalt 1,350.
Lautf.: Half-, Halbspänner; außerdem: Halfspänder Wb-Holzl 99, HA-Oh, Id-Eilsa 66, OSCH-Schw, WE-Ro; halfschpender Wb-Nharz 67.
1Hmer m. 1. ‘Werkzeug zum Klopfen oder Schlagen, bestehend aus einem (Metall-)Klotz und einem hölzernen Stiel’ verbr.; spez. ‘Werkzeug zum Dengeln der Sense’,  Kloppehmer, 2: CALV-Je, 3: WO-HWa, WE-Dan, 4: verstr. anhalt. – 2. ‘ca. 50 cm langes und ca. 15 cm breites, dickes Stück Holz, das zwecks Bekanntgabe von Einladungen und Verlautbarungen im Ort herumgereicht wird’ – Brauch: Der H., dem eine Mitteilung angeheftet sein konnte, wurde an die Tür des Nachbarn geschlagen und hingeworfen, der Nachbar verfuhr in gleicher Weise, bis der H. wieder beim Schulzen anlangte. Der H. war örtlich noch bis 1945 in Gebrauch. 2: Vk-Anhalta 53 (ZE-Nu Pü), Brauch-Anhalt 113 (ZE-Bor), 4: Vk-Anhalta 53 (KÖ-Zeh), Mda-Fuhne 13 (DE-Ca) – haide jing dor Hammor rum, haddorn  jelsen Mda-Fuhne* § 11 (DE-Ca).  TZ: Klapper Knüppel Kle. – 3. im Rätsel vom Schlaf:Ick ging noh de Koamer
doa begegnet mäi Hans Hoamer
Hans Hoamer, de kreeg mäi doa doal so sacht,
dat ick nich wärrer an wat dacht.
2: Bewohner-Altm 2,171.
– 4. NeckN für den ON Meinsdorf – zu Fingsten machmer na n Hammer 2: ZE-Roß.
Lautf.: Hmer, Hamer, [hmr] vereinz. w/sw elbostf.; Hoamer Bewohner-Altm 2,171, Haomer Wb-Altm 77, WO-Be, [hmr] Dialektgeogr-Elbe/Saale 106 (Börde), QUE-Di; [h(a) mr] Mda-nwJe1a 51 (w JE1); [haom] SA-Dä; [hm] SA-Rist, CALV-Je, WO-HWa; Hammer ZE-Roß, verbr. anhalt., [hamr] Dialektgeogr-Elbe/Saale 106 (s JE1 ZE anhalt.), Mda-nwJe1a 51 (verstr. JE1), BLA-Brau; [hamr] Mda-Fuhne 13 (DE-Ca); [hamr] Mda-Ze (verstr. ZE); hmer Mda-Sti 13; Hommer BE-Dro. – Gram.: Pl.: Hamers Rauch 1929,121; hmersch Wb-Nharz 68; Hammer Wb-Ak 64. Zuss.: zu 1.: Hand-, Hr-, Holt-, Kloppe-, Klt-, Mrer-.
Harmnk f., n. ‘Ziehharmonika’,  Treckebdel, 2: vereinz. SA, WO-Sa, JE2-Red Zo, ZE-Nu Ro, 3: GA-Nie, OSCH-Krop, WA-Re, BA-Re, BE-He, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Harmonika; außerdem: [harmnk] CA-Ak, KÖ-Kle; Harmonekao WO-Sa, [harmnek] Wb-Be; [harmnig] vereinz. BE; Haamonika SA-Bad NFe Pa; Nbf.: Harmonie GA-Nie. – Gram.: n. belegt OSCH-Krop, BE-Gier. Zus.: Hand-.
h Personalpron. 3. Pers. Sg. m. 1. allg. – h tochte fan n Drp nt änna JE2-Scho; sin’n Treckehund harre hä vört Dörp utespannt JE2-Gü; … singen warte wo nich kennen, hä is je an pischen heesch (heiser). Wäschke 71913,27; bringet’e ‘t denn her? HA-Oh; datt schall h wol laot’n, auch datt schall’r wol laot’n Wb-Altm 167; … rait ml ‘n Rtknecht mit ne vor sik op’n Pre t. Tiedge 1954,39; darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo; d sast äm nich schtt’n JE2-Scho; ik will’ ne mal frn HA-Oh. – 2. Anrede für sozial tiefer stehende und fremde Personen, slt., früher auch höfliche Anrede für ältere Menschen, 3: Wb-Nharz 73. – 3. subst. ‘Ehemann’ 2: ZE-Nu.
Lautf.: he vereinz. ö nwaltm., verbr. Altm., vereinz. JE2 s JE1 ZE, BLA-Sti; verstr. s JE2 JE1, ZE-Kö Mü, vereinz. anhalt. (veralt.); heä JE1-Ge; hei, hai verbr. nwaltm., OST-Des Meß, JE1-Prö, allg. s GA HA OSCH WA WE BLA, QUE-Di, CA-Fe; häi, hei, he-i SA-Stö, verstr. sö OST ö STE, WO-Ri, verstr. w JE2, JE2-Ba Bö; heai SA-Ho; heu STE-Sta; enklitisch meist ‘e oder völlige Assimilation; [r] vereinz. JE1, verstr. s ZE, OSCH-He, WA-Dom, verstr. QUE BA CA anhalt.; enklitisch ‘r, auch vereinz. Altm. – Gram.: Dat., Akk.: em, en Mda-Ze (verstr. ZE); äm Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa) (nur Dat. belegt), JE2-Scho; hem, [m] SA-Ku (nur Dat. belegt); mm, jmm, jümm, jm Wb-Altm 46; öne Tiedge 1954,39 (nur Dat. belegt); ene, ne HA-Oh; [en] Id-Eilsa 81; üöne OSCH-Di (nur Dat. belegt); ne, ne Wb-Nharz 73; ne, ene BLA-Brau; [en], [n] QUE-Di; ne HA-Bo; nur Akk. belegt: ‘n Wb-Altm 46, HA-Oh; Mda-Ze (verstr. ZE); ‘ne, ‘n Id-Eilsa 80; een, öön, öne, ‘ne Wb-Holzl 82 und 144; m,  SA-Dä.
huppeln Vb. ‘springen, hüpfen’,  hopsen, 2: HA-Sa, ZE-Nu, 3: GA-Ge, WO-Eich, Wb-Holzl 108, Id-Quea 159, QUE-Ga.
Hs n. 1. ‘Wohnhaus, Bauernhaus’ verstr. – jk man an br Haus waider CA-Ak; brink mik dne nich in’t Hs! HA-Oh; wille n hs Scheuchruf für Hunde, Wb-Nharz 84; in de rne allne dehs blm ‘in der Erntezeit das Haus hüten’ ZE-Gri; Rda.: Dr is all an pr Jr zu Hause. ‘Er ist nicht mehr berufstätig, ist nicht mehr als Schiffer auf dem Kahn.’ Wb-Ak 67; fon Hus ut ‘ursprünglich’ Sprw-Börde; fall nich t dat hs ‘werde nicht ausfällig’ Vk-Ask 156; et Hus inlopen ‘aufdringlich werden’ Sprw-Börde; d kömp jlk met de Dre int Hs ‘er ist sehr direkt’ JE2-Scho; Hs un Hoff vorspen HA-Oh; hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare Einfälle’ WE-Be; Ick b mn Hs ass ‘t mi gefällt. ‘Es muss so geschehen, wie ich es will.’ Wb-Altm 277; hei is t den Hüseken ‘er ist äußerst erregt, freudig bewegt’ Wb-We 56; Sprw.: an ole Hüser un Wiwer gifft et immer wat to flikken Wb-We 56; et hs forlrt nischt ‘im Haus kann man nichts verlieren’ Wb-Nharz 84; Kinderreim:Ick goah noah Hus,
broa’ mi ‘n Mus,
smiet s’ öäwer ‘t Dack,
fang s’ in ‘n Sack,
sett s’ upp ‘n Disch,
denn wead s’ ‘n Fisch.
. von Kindern bei der Verabschiedung nach dem Spiel
gesprochen, Matthies 1912,31 (SA-NFe).
– Brauch: Inschriften in lat., nd. und hd. Sprache waren insbesondere an den Balken von Fachwerkhäusern üblich (vgl. u.a. Vk-Harz 3,61, Vk-Anhalta 9).Wo Gott dat Hues nicht buet,
so arbeiten vorgebens de daran buen
. Vk-Harz 3,62 (WE-
Oster);
Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück
in deinen Wohnungen
. Vk-Anhalta 9 (ZE-Ze).
– 2. dass. wie  Hsflr, 2: verstr. mittlere/ö Altm., JE1-Walt, ZE-Ro, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – in Hs WO-HWa; vör’n int Hs OST-Gen; Jehtmer da nin, denn kimmetmer ierscht ins Haus, un von da jlei vorne linksch, da is de Jastschtowwe … Wäschke 61920,49; ‘s Sunn’md, ich muß’s Haus noch ufwischen. Wb-Ak 67. – 3. Dim. oder in der Verbdg.: dat kleine Hs ‘Toilette’,  Aftritt, 2: SA-La, OST-Lin, JE2-Red Ste, 3: Wb-Holzl 109, verstr. Harzv. Nharz. – Op’t Hüseken gahn Sprw-Harzvorld 382. – 4. Dim. ‘Gehäuse, Kasten’ 3: Wb-Holzl 107 (HA-Eil). – 5. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 1: SA-Wa, 2: SA-Stap, GA-Miest, WO-Zie, JE1-Stei, ZE-Nu, 3: CA-Pö.
Lautf.: Hs, Hus, [hs] vereinz. ö nwaltm., verstr. brdb. elbostf. nthür.; [hius] verstr. nwaltm.; [hüus] SA-Pe Wa; hus Mda-Sti 36; Haus, [haus] WO-Zie (5.), ZE-Roß, BA-Fro, CA-Pö, verstr. anhalt.; Dim. (3.): Hüseken Wb-Holzl 109, verstr. OSCH, Sprw-Harzvorld 382, verstr. WE; Hieseken OSCH-Crot; Huiseken WE-Ost Rho; Höseken WE-Weh; Häuschen JE2-Red, WE-Elb, BLA-Bö Hü; (4.): Hoiseken Wb-Holzl 107 (HA-Eil). Zuss.: zu 1.: Hrden-, Hochtts-, Hder-, Hner-, Jden-, K hrds-, Khder-, Ln-, Lken-, Lust-, Nwers-, Oldendls-; zu 3.: Kack-; zu 4.: Hr-, Hunk-, Kaffeehaus, Krn-, Knken-.
1le f., m. TiN 1. ‘Blutegel’ 2: Wb-Altm 89, Rda-Altm 260, JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – d ln sen sich fest anne Bne JE2-Scho; Rda.: hai süppt wi ne Ile ‘er trinkt übermäßig’ Wb-Holzl 109 (HA-Eil). – 2. ‘Leberegel’ 3: Wb-Holzl 109, Id-Quea 159. – 3. ‘Viehbremse’,  Bremse, 2: ZE-Nu.
Lautf., Gram.: Ile, [l] f.; außerdem: ilen Pl. Id-Quea 159; Il f.(?) Wb-Altm 89; Egel m. ZE-Nu; [jl] m. HA-Oh, Wb-Be.
svgel m. TiN ‘Eisvogel’ 2: ZE-Nu.
Lautf.: sfl.