abwimmeln Vb. ‘jmdn. kurz und unfreundlich abfertigen, abweisen’ – sonne Leite muß man kortsch abwimmeln 2: ZE-Roß.
2acheln Vb. 1. ‘viel und schnell essen’ 2: Wb-Altm 253, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: verstr. BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca) – dor gann awwor hachel’l BE-Gü. – 2. ‘wenig, ohne Appetit essen’ 4: BE-Ad. – 3. ‘fressen’, vom Pferd, euphem., 4: BE-Fr.
Lautf.: acheln Wb-Altm 253, vereinz. elbostf.; [a] BE-Gier; [aln]; [ax] BE-Fr; Nbf.: [ha] ZE-Roß, verstr. BE, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca).
Acker m. ‘zum Anbau von Nutzpflanzen bestimmte Bodenfläche, Feld’ verstr. – Furrer (Futter) ... wäßt upm Acker SA-Rist; de Acker liet in de Grund JE2-Bö; scheere dich von Acker! ZE-Roß; Wecke Buern, de saun hundert Morgen oder noch mehr harren, verpachten öhren meisten Acker an de Fabrieke ... Wedde 1938,46; Rda.: Dee Krahen waren noch swarrter wie dee Acker. Hbl-Ohre 1925 Nr. 1/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf.: Ack(e)r, [ak()r]; außerdem: [aka] JE2-Scho, [ak] SA-Rist; [ak] vereinz. nwaltm., OST-Bi; [akr], [agr] verstr. anhalt.; Ackere vereinz. OSCH WE; cker Mda-Sti 2 und 13.
Advokt m. 1. ‘Rechtsanwalt’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... wi willn Afkoat’n üm sön Ursach nich fett moaken. Firmenich 1854,124 (OST-Hav); Rda.: “sech mick man de reine Werheit, dat Lein (Lügen) will ick woll mken”, seggt de Affkte HA-Oh; dat is en halwer afkte ‘das ist ein kluger Mensch’ Wb-Nharz 4; er hat ane Schwarte wie an Affkate ‘er ist dickfellig, unempfindlich’ Spr-Anhalt 175; Sprw.: Advokaten und Wagenräder möt’n beid’ smert werd’n. Spr-Altm 87; De Wawer sin wie de Afkaten, mal woll’n se sau, mal woll’n se sau. Spr-Asch 35; Reim:Juristen, beese Christen,
Affkaten, Deiwelsbraten.
Spr-Anhalt 175.
– 2. ‘(neugieriger) Mensch, der alles ergründen will’ 3: CA-Fö, 4: Wb-Ak 13.
Lautf., Gram.: Advokat WO-Ma; -en Pl. Spr-Altm 87, Vk-Anhalta 82; Afka(a)t, Av- vereinz. Altm.; Af(f)kat(h)e, -kte, -k’t verstr. elbostf., Vk-Anhaltc 88; Affkaten Pl. Bewohner-Altm 2,22; Af(f)katenAkk. Sg. Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), Sprw-Börde, Spr-Asch 35; Af(f)kaot, af-, Av- SA-Dä, Wb-Altm 2, Bewohner-Altm 1,320; Afkte, [afkt] ZE-Roß, Wb-Ak 13, Wb-Be; Avkaoten Pl. Bewohner-Altm 1,320; Afkoat’n Akk. Sg. Firmenich 1854,124 (OST-Hav), Avkaot’n Akk. Sg. Lieder-Ma Nr. 797 (WA-Eg); Awkt STE-KlMö; Nbf.: Affkater CA-Fö.
afarbeiden Vb. 1. ‘eine Schuld(-summe) durch Arbeit nach und nach abtragen’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, BLA-Brau, 4: Wb-Ak 1 – d kannst dne Schulden afarbein HA-Oh; Jeld wille forsch Mistfr’n nich han, ich soll das inne r’n (Ernte) abarwt’n. Wb-Ak 1; Rda.: na, junge Frau, det kann ick je bei Sie abarweetn sexuelle Anspielung, ZE-Roß. – 2. refl. dass. wie  afäschern, 2: SA-Sa, 4: Wäschke 61915,24 – Die Fleescherjeselln hadden je sich siehre mit die unvorninftje Kreaturn abjearweett, denn son Bulle hat je sein’n Kopp vor sich ... a.a.O. 1915,24.
Lautf., Gram.: afarbeiden BLA-Brau; -arbein HA-Oh; abarweetn, -wt’n ZE-Roß, Wb-Ak 1; Part. Prät.: affarbeit SA-Sa; abjearweett Wäschke 61915,24.
afbacken Vb. 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 1. 1. ‘backen’ – ’n Kuchen schau’m (schieben) un abbacken Wb-Ak 1. – 2. ‘Brot schlecht backen, so dass sich die Rinde von der Krume löst’, vorw. im Part. Prät. ‘mit abgelöster Rinde’ – de bekker het et brt febakt Wb-Nharz 2; dat Brt is aber afebacken, Rinne un Kraume is j ganz for sik BLA-Brau.
Lautf., Gram.: af(f)backen vereinz. w/sw elbostf.; fbakken Wb-Nharz 2; abbacken Wb-Ak 1; Part. Prät.: afjebacktes attr. st. n. Nom. Sg. Sprw-Börde; [afbakt] WO-Col Zie, JE2-Scho, vereinz. n elbostf.; awwebackt HA-Bee; awebacket Id-Eilsa 46; affbackt, [afbakt] verbr. nwaltm., verstr. Altm.; afebacken BLA-Brau; afbacken HA-Oh; [afbak] OST-Ko; fbakken Wb-Nharz 2; abjebacken ZE-Roß, Wb-Ak 1.
afbren Vb. ‘Beeren von den Stielen pflücken, abstreifen’,  afnmen, 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 1.
Lautf.: afbern HA-Oh; abbeern, -brn ZE-Roß, Wb-Ak 1.
afbrennen Vb. 1a. ‘anzünden und abbrennen lassen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 1, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa) – ... uffn Barch, wos Osterfeier immer abjebrennt wurde ... a.a.O. 64 (CA-Sa). – 1b. ‘durch Brand zerstört werden, niederbrennen’, auch ‘durch Brand geschädigt werden, Hab und Gut verlieren’ verstr. – ... un wenn nich gliks Spritzen doa sind, dänn brennen de olle Strohgebäuden reihlang af. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); acht Hüser un Schüh’n sind affebrennt JE2-Gü; D ken’n mich ld tn, d bren’n n all’s dritte M ab. Wb-Ak 1; Sprw.: twei ml umme trecken is sau gt w einml afbrennen HA-Oh. – 2. ‘zum Entfernen der Borsten das geschlachtete Schwein mit kochendem Wasser übergie- ßen’ 3: HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: af(ge)brannt sn ‘kein Geld mehr haben’, auch allg. ‘über etw. nicht mehr verfügen’ 2: Wb-Altm 206, Bewohner-Altm 1,320, ZE-Roß, 3: HA-Oh, Wb-We 2, 4: Wb-Ak 1 – Ick bin ganz affbrennt Wb-Altm 206; Ich hawwe kn bißchen Ml ins Haus, ich bin jans abjebrennt. Wb-Ak 1.
Lautf., Gram.: afbrennen HA-Oh, Wb-We 2; brennen af 3. Pl. Präs. Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Abbrennen subst. Richter o.J. 85; abbren’n Wb-Ak 1; [appre] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: brennt af BLA-Rü; 3. Sg. Prät.: abbrennte Richter o.J. 6; Part. Prät.: affebrennt JE2-Gü, WO-El, Wb-Holzl 51; awe- HA-Wa; [afbränt] JE2-Scho; affbrennt, [afbrent] SA-Dä, Wb-Altm 206; afbrännt Bewohner-Altm 1,320, OST-Werb; afgebrannt, -je- STE-Bin, vereinz. elbostf.; af(f)e- SA-Schm, JE1-The, vereinz. elbostf.; awe- JE1-Try, vereinz. elbostf.; af- OST-Sa; abjebrennt ZE-Roß, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); -gebrannt, -je- ZE-Nu Stre, OSCH-Schl, BLA-So; [abjbrand] verstr. w BE.
afdämpen Vb. ‘die Kehle zudrücken, erwürgen, ersticken’, auch ‘die Luft zum Atmen nehmen’, von zu großer Wärme, stickiger Luft oder zu enger Kleidung,  sticken, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n Altm., vereinz. mittlere Altm., JE2-De Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Osse had sick balle afedämpet HA-Oh; d hett m annepackt, d hett m bn afedemmt JE2-Scho; die Hitze hier in de Stuwwe, die dämpt mich balle ab ZE-Roß.
Lautf., Gram.: af(f)dämp(e)n, aw- SA-Ty Wa, verstr. n Altm., GA-Al Kak, vereinz. elbostf.; dämpt aff 3. Sg. Präs. SA-Ra; afdämt Part. Prät. OST-Lin; affdämbm SA-Dä; af(f)demp(e)n, aw- SA-Ah HLa, vereinz. n/mittlere Altm., JE2-De, vereinz. elbostf.; dempst af 2. Sg. Präs. Spr-Asch 42; [afdemp] SA-Dä; [-dempt] Part. Prät. JE2-Scho; fdempen Wb-Nharz 2; [fdemp] Id-Eilsa 46; [fdempm] QUE-Di; afdempft Part. Prät. SA-Jeg; abdämpen OST-Ar, CA-Sta, KÖ-Kö; -dämpm ZE-Roß; [abdemb] Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); [aptempen] Wb-Be; abdemmen JE2-De, HA-NHa; Nbf.: affdimpen WE-Oster.
afdämpen Vb. ‘die Kehle zudrücken, erwürgen, ersticken’, auch ‘die Luft zum Atmen nehmen’, von zu großer Wärme, stickiger Luft oder zu enger Kleidung,  sticken, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. n Altm., vereinz. mittlere Altm., JE2-De Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – de Osse had sick balle afedämpet HA-Oh; d hett m annepackt, d hett m bn afedemmt JE2-Scho; die Hitze hier in de Stuwwe, die dämpt mich balle ab ZE-Roß.
Lautf., Gram.: af(f)dämp(e)n, aw- SA-Ty Wa, verstr. n Altm., GA-Al Kak, vereinz. elbostf.; dämpt aff 3. Sg. Präs. SA-Ra; afdämt Part. Prät. OST-Lin; affdämbm SA-Dä; af(f)demp(e)n, aw- SA-Ah HLa, vereinz. n/mittlere Altm., JE2-De, vereinz. elbostf.; dempst af 2. Sg. Präs. Spr-Asch 42; [afdemp] SA-Dä; [-dempt] Part. Prät. JE2-Scho; fdempen Wb-Nharz 2; [fdemp] Id-Eilsa 46; [fdempm] QUE-Di; afdempft Part. Prät. SA-Jeg; abdämpen OST-Ar, CA-Sta, KÖ-Kö; -dämpm ZE-Roß; [abdemb] Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); [aptempen] Wb-Be; abdemmen JE2-De, HA-NHa; Nbf.: affdimpen WE-Oster.