anbinden Vb. 1. ‘durch Binden befestigen, festbinden’ 1: Matthies 1912,12 (SA-Fa), 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... , wo de Kiehe un Ochs’n anjebun’n wär’n konnt’n. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); Rda.: hier is los, wat nich annebunnen is scherzh. Antwort auf die Frage, was los sei, Sprw-Börde; kort annebun’n sien ‘barsch, abweisend sein’ Wb-Holzl 125; ‘n Bhren anbinnen ‘Schulden machen’ Id-Altm. – 2. Schifferspr. – a. ‘den Kahn wegen schlechter Auftragslage festmachen’ 2: Elbschifferspr. 367 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 367 (CA-Ak). – b. ‘zum Segeln benötigtes Leinenzeug am Mast anbringen’ 2: a.a.O. 379 (JE2-Mi). – c. in der Verbdg.: kort anbinden ‘den kleinen Kahn dicht hinter dem Fahrzeug schwimmen lassen’ 2: a.a.O. 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa). – 3. ‘an jmds. Arm ein Band, einen Strauß o.ä. befestigen’ 2: Vk-Anhalta 277 (ZE-Li Na), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Brauch: Wird einem Geburtstagskind ein Strauß angebunden, kann es sich mittels einer Spende lösen. Wb-Nharz 11. Betritt ein Fremder oder ein Besucher das Erntefeld, wird ihm ein Strohseil, ein Band oder ein Ährenbüschel umgebunden. Gleiches widerfährt den Angehörigen der Gutsherrschaft, wenn sie das erste Mal nach Erntebeginn auf das Feld kommen. Durch eine Geldzahlung kann sich der Betroffene lösen. vereinz anhalt. – Reim:Ich habe hören ein Vögelchen singen,
Ich soll den gnädigen Herrn anbingen,
Nicht zu dicht und nicht zu fest,
Er wird sich lösen auf’s allerbest.
Vk-Anhalta 277 (KÖ-Wu).
– 4. ‘Streit anfangen, Unfrieden stiften’ 3: Wb-We 6, Wb-Nharz 11, 4: Wb-Ak 17 – Bink mit dn nich n! a.a.O. 17.
Lautf., Gram.: binde an 1. Sg. Präs. Vk-Anhalta 277 (BA-Bad); bind’ an Imp. Sg. Matthies 1912,12 (SA-Fa); anbinnen Id-Altm, vereinz. w elbostf.; -binn’n, [anbi] Rauch 1929,102, Elbschifferspr. 367, 379 und 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); am- Spr-Maa 435; anjebun’n Part. Prät. Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze); annebunnen Part. Prät. Sprw-Börde; -bun’n, [anbu] Part. Prät. JE2-Scho, Wb-Holzl 125, an ‘ebunn Part. Prät. Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); anbunn Part. Prät. Francke 1904,31; nbin’n Wb-Nharz 11; nbin-n QUE-Di; [npi] Wb-Be; anbingen Vk-Anhalta 277 (ZE-Li Na, KÖ-Wu), Wirth 1928,85 (KÖ-Ost); anjebungen Part. Prät. Wäschke 61915,86; nbingen Wb-Ak 17.
anbringen Vb. 1. ‘herbeibringen, mitbringen’ 2: Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), 3: HA-Oh, Wb-Nharz 11, 4: Wb-Ak 17, Wb-Be – Die brachte där denn ooch uffen Papptellor an ... Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze). – 2. ‘etw. an einer best. Stelle befestigen’ 2: Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – 3. ‘mit etw. in Berührung bringen’ – d most d nischt heites nbringen 3: Wb-Nharz 11. – 4. ‘etw. preisgeben, verraten’ 3: Wb-We* 199, Wb-Nharz 11. – 5a. ‘etw. abgenommen bekommen’, auch ‘verkaufen, absetzen’ 2: Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), 3: Wb-Nharz 11, Id-Quea 158 – De hede hebbe ek vorkofft, den flass will ek schon noch nbringen. a.a.O. 158; “Ick häbb’s nich anbringen können.” – “Un nu wist’s woll uns Deenstdeern schenken, hä?” Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.). – 5b. ‘jmdm. irgendwo eine Anstellung verschaffen’ – hei hat snen Snen gt anebracht 3: HA-Oh. – 5c. ‘gut verheiraten’ 3: vereinz. elbostf. – hat sin Mäken gut annebrocht Sprw-Börde. – 6. Part. Prät. ‘der Situation angemesssen, passend’ 3: Spr-Asch 30, 4: Wb-Ak 17 – ... is janz un jar nich ahnjebracht ... Spr-Asch 30.
Lautf., Gram.: anbringen Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.), HA-Oh; n- vereinz. s elbostf.; brachte an 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze); anjebracht Part. Prät. a.a.O. 1962,89 (ZE-Ze); annebrocht Part. Prät. Sprw-Börde; ahnjebracht Part. Prät. Spr-Asch 30; n- Part. Prät. Wb-Ak 17; nbrengen a.a.O. 17; [nprin] Wb-Be.
anders Adv. 1: Ehlies 1960b 298, 2: verstr. Altm., Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: vereinz. anhalt. 1. allg. ‘verschieden, auf andere Art und Weise’ – det is je janz annerscht, wie’t där jesat hat ZE-Roß; det maken alle Liere ännersch ZE-Gri; Felix machte des andorsch. Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); dat kann ick nich andersch maken Sprw-Börde; Awer vorr fufzig, sechzig Jahern, da war de Fastelabend jo doch noch en betchen anderscht nah oelder Mode feuert. Vk-Harz 8,30; Rda.: kein hr breit andersch ‘überhaupt nicht anders’ Wb-Nharz 70; et wert anners, awerst nich beter Wb-We 7; Hier is et anders wie bi Zanders. Chr-Em 430. – 2. spez. – a. ‘besser’ – Dät müt änders wer’n ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo. – b. in der Rda.: dt is nnst mät ä ‘sie ist schwanger’ STE-Schi.
Lautf.: and(e)rs vereinz. n elbostf., OSCH-Di; anderst vereinz. w elbostf.; andersch Sprw-Börde, Wb-Nharz 11 und 70, Richter o.J. 5; anderscht Sprw-Börde, Gesch-Un 45, Vk-Harz 8,30, Wb-Nharz 11, Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa); andorsch Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); anners Id-Altm, Wb-We 7; annerst, [anrst] Ehlies 1960b 298, Schwerin 1859,33, vereinz. n Altm., QUE-Di; [ar] Mda-Ze (ZE-Gro Roß); annerscht ZE-Roß, Wäschke 41919,116; [art] Wb-Be; an’nersch(t) Wb-Ak 22; [anrd] DE-Ca; änders Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); änners Lautdenkmal 1937 (OST-Schön); ännerst, aennerst Hausfr-Altm 1925,55 (Kredel), Mda-Ar 53 f. (OST-Ar); nnerst Volksspr-Altm 91; ännersch ZE-Gri; [endr] ZE-Göd; [er] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); nnst STE-Schi. – Etym.: Die ä-, e-Formen im Brdb. sind wie bei  ander infolge der ndl. Siedlung als Vokalerhöhung aus der mouillierten Aussprache der Konsonanten der Gruppe -nd- zu interpretieren, vgl. Teuchert 21972,390.
anfangen Vb. verstr. 1a. ‘beginnen, seinen Anfang nehmen’ – dät fängt an to trippeln JE2-Scho; Buten vor’n Dörp, wo d’ Wischen anfangen, liet d’ Watermöll. Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Als nu de Klocken an te lü’n fungen, ... Rauch 1929,66; ... ibb’rall waar’sch jerappelte voll, schonn ähr d’r Maarcht ebb’rhaupt anfang’n daat ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Sprw.: Wat anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen. Chr-Em 429. – 1b. ‘mit etw. beginnen, etw. in Angriff nehmen’ – De meerscht’n fingen denn an mit de Bessenbin’nerei. Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü); fangt er denn nu balle an? ZE-Roß; ... denn könnt wi woll nächste Woche mit Meihen ahnfängen! Lindauc o.J. 8; ... se konnen sek nich einigen, wer anfängen sall. Wedde 1938,26; hei het et tau dum nefongen Wb-Nharz 12; Dr hat njefangen ‘der hat einen Streit, eine Prügelei begonnen’ Wb-Ak 17; Rda.: et drop nfengen ‘es auf etw. absehen, anlegen’ Wb-Nharz 12; He fangt völ an und endigt wenig. Spr-Altm 77; Sprw.: anfengen is lichter w ophern HA-Oh; wenn dai Poch (Frosch) Eogng kricht, denn fangt  an tu wuppm’m (wippen) ‘wer etw. sicher zu haben glaubt, wird übermütig’ SA-Dä; wer Geld un Got denkt to erlang’n, mütt allererst bi’t Mul anfang’n Warnung vor übermäßiger Genusssucht, Sprw-Börde. – 2a. ‘machen, tun’ – wat fenget hei nu an? HA-Oh; wat sal ek met dn bengel nfengen? Wb-Nharz 12. – 2b. in der Verbdg. mit nichts: ‘mit jmdm./etw. nichts anfangen können’ – ... doch kunne ick mit dei Dinger nist anfängen! Rauch 1929,44; mit dik is nist antefengen HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: anfang(e)n, [anfan] Pohlmann 1905 ff.,120, Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.), JE1-Stei, verstr. ZE, Sprw-Börde, WE-Dee; aanfang’n DE-De; aonfangen, n- vereinz. s CA; oonfag Mda-Ro; anfängen, -faengen vereinz. n/w elbostf.; -fengen HA-Oh, Id-Eilsa 48; amfeng’n Spr-Maa 436 (WO-Ol); ahnfängen, nfngen Lindauc o.J. 8, Wb-We* 199; aonfängen CA-Ho Löb; nfengen Wb-Nharz 12; 3. Sg. Präs.: fängt an, [fät an] JE2-Ba Scho, CA-Fö, anfängt Chr-Em 429; fenget an Spr-Maa 436 (vereinz. n/ö elbostf.), anfenget Wäschke 61915,41; fenkt n Wb-Nharz 12; fangt an, [fat an] SA-Bre Dä, Spr-Altm 77, vereinz. mbrdb.; 1./3. Pl. Präs.: fangen an Richter o.J. 6; [fas an] mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. n. SA-Dä; 3. Sg. Prät.: fung an Hagen 1957,328, Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), vereinz. elbostf. (außer sö); funk - HA-Ost, Wäschke 61920,91; - ahn Vk-Harz 8,30; - n Wb-Ak 17; fong an vereinz. w elbostf.; fing -, anfing JE2-Gü, JE1-Pre, Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), Gesch-Un 43; 3. Pl. Prät.: anfungen Rauch 1929,66, fungen an Hbl-Ohre 1928 Nr. 1/ Wöhlbier (HA-Eim); - ahn Lindauc o.J. 15; fingen an Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü), anfingen Heese 21919,101; Part. Prät.: anjefangen Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze), Heimatkalender-Be 1936,154; annefung’n Spr-Maa 436 (vereinz. n/ö elbostf.); -fongen HA-Oh; ne- Wb-Nharz 12; annefänget Hbl-Ohre 1928 Nr. 27/Wöhlbier (HA-Eim); -fangt JE1-Bü.
anfren Vb. 1. dass. wie  anfren 1., 3: Wb-We* 199. – 2. dass. wie  anfren 2.... äwer doa kamm groade unse Onkel Busse met vier Päere aneführt ... 2: Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie). – 3. dass. wie  anfren 3., 3: HA-Oh. – 4. dass. wie  anfauchen 2.wat fäuherste mik denn sau n? 3: CA-Fö. – 5. ‘leiten, anführen’ 3: Wb-Nharz 12, 4: Wb-Ak 18 – S an Strollech, dr hat de janze Ban’ne njefrt. a.a.O. 18. – 6. ‘necken,  foppen, zum Narren halten’, auch ‘betrügen, täuschen’,  bedrgen, 1: Ehlies 1960a 79, Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: ZE-Ze, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 142, Wb-Ak 18 – “Dei verflixte Kräuger ... nu hädd hei di ollich anföhrt!” Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); Neckreim: njefrt mit Leschpapr, morrejen kimmt der Un’neroffzr! rufen die Kinder nach einer gelungenen Täuschung, Wb-Ak 18.
Lautf., Gram: anföhren Ehlies 1960a 79; -föhrt Part. Prät. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); -feuern HA-Oh; -fürn Id-Eilsa 48; -fern HA-Oh; angeführt Part. Prät. ZE-Ze; ane- Part. Prät. Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); nfrn Mda-Sti 142; nfoiern Wb-We* 199; fäuherste n mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. 2. Sg. Präs. CA-Fö; nfeuren Wb-Nharz 12; neführt Part. Prät. vereinz. nö QUE; nfr’n Wb-Ak 18.
Anger m. 1a. ‘Wiese, Weide’, spez. ‘gehegte Viehweide’,  2Koppel, war urspr. ein gemeinschaftlich als Weide genutztes Flurstück der Dorfgemarkung, vorw. in Ortsnähe, slt. im oder unmittelbar am Dorf gelegen, 1: SA-Böd Die, 2: vereinz. w Altm., Siedler-Je § 285, 353 und Kt. 16a (vereinz. s JE2 w JE1), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 18, Wb-Be – Ein anger, der Gemeine Anger genandt, liget an der Elben, den braucht ein jeder in der gemeine und hat darauf mit seinem viehe die triefte ... Stadt Coswig 1566, Landreg-Anhalt 3,32. – 1b. ‘sumpfiges Wiesen- und Weideland’,  2Brk, auch ‘sumpfiges Ackerland’ 2: JE1-Mö, 3: WA-Alt Do, CA-Egg. – 2. ‘Dorfplatz’ 1: SA-Fa, 2: vereinz. ö Altm., JE2-Sa, vereinz. mittleres/s JE1, ZE-Ste, Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), 3: HA-Ma, verstr. ö elbostf., vereinz. s elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – Uffn Platz ... wat m’r heite ’n Ang’r nenn’n duht, daa schtan’n denn imm’r ne’ janze Reihe Schankßelte un Bud’n ... Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze). – 3. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 3: WO-He. – 4. FlN, in FlN vorw. als Grundwort: Baueranger, Schrote-, Schützen-, Lämmer- u.a. (vgl. Burghardt 1967,270), auch als Straßenname, 2: vereinz. mittlere Altm. n GA ö STE n WO w JE2, verstr. JE1 w ZE, ZE-Klie, 3: verbr. elbostf. (außer sw), 4: BA-Ha, verstr. anhalt. – Schmett un Stellmoaker woahnten bede uppen Anger ZE-Ste.
Etym.: ahd. (8. Jh.)/as. angar gehen zurück auf germ. *angra- ‘ungepflügtes, wildgrünes Grasland’, dazu gehört wohl anord. -angr (vermutlich ‘Bucht’) in ON, sonst anord. eng ‘Wiese’ aus gleichbed. germ. *angj. Ein Anschluss an idg. Wurzel *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’ ist denkbar. Der A. wäre dann eigentlich ‘ein der Flusskrümmung folgender Grasstreifen’, vgl. Pfeifer 1989,51 f., Kluge 242002,44.
Anger m. 1a. ‘Wiese, Weide’, spez. ‘gehegte Viehweide’,  2Koppel, war urspr. ein gemeinschaftlich als Weide genutztes Flurstück der Dorfgemarkung, vorw. in Ortsnähe, slt. im oder unmittelbar am Dorf gelegen, 1: SA-Böd Die, 2: vereinz. w Altm., Siedler-Je § 285, 353 und Kt. 16a (vereinz. s JE2 w JE1), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 18, Wb-Be – Ein anger, der Gemeine Anger genandt, liget an der Elben, den braucht ein jeder in der gemeine und hat darauf mit seinem viehe die triefte ... Stadt Coswig 1566, Landreg-Anhalt 3,32. – 1b. ‘sumpfiges Wiesen- und Weideland’,  2Brk, auch ‘sumpfiges Ackerland’ 2: JE1-Mö, 3: WA-Alt Do, CA-Egg. – 2. ‘Dorfplatz’ 1: SA-Fa, 2: vereinz. ö Altm., JE2-Sa, vereinz. mittleres/s JE1, ZE-Ste, Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), 3: HA-Ma, verstr. ö elbostf., vereinz. s elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – Uffn Platz ... wat m’r heite ’n Ang’r nenn’n duht, daa schtan’n denn imm’r ne’ janze Reihe Schankßelte un Bud’n ... Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze). – 3. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 3: WO-He. – 4. FlN, in FlN vorw. als Grundwort: Baueranger, Schrote-, Schützen-, Lämmer- u.a. (vgl. Burghardt 1967,270), auch als Straßenname, 2: vereinz. mittlere Altm. n GA ö STE n WO w JE2, verstr. JE1 w ZE, ZE-Klie, 3: verbr. elbostf. (außer sw), 4: BA-Ha, verstr. anhalt. – Schmett un Stellmoaker woahnten bede uppen Anger ZE-Ste.
Etym.: ahd. (8. Jh.)/as. angar gehen zurück auf germ. *angra- ‘ungepflügtes, wildgrünes Grasland’, dazu gehört wohl anord. -angr (vermutlich ‘Bucht’) in ON, sonst anord. eng ‘Wiese’ aus gleichbed. germ. *angj. Ein Anschluss an idg. Wurzel *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’ ist denkbar. Der A. wäre dann eigentlich ‘ein der Flusskrümmung folgender Grasstreifen’, vgl. Pfeifer 1989,51 f., Kluge 242002,44.
ankucken Vb. (refl.) ‘(sich) jmdn./etw. angucken, anschauen’, vgl. ankken, 2: JE1-Flö, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), 3: HA-Bad Ma, verstr. mittleres/s elbostf., 4: verstr. anhalt. – nu kucke dik dat mal an HA-Ma; “Harr Doktor, kucken Se mich an, watt is dett?” “Na”, saare där, “des word woll inne Backfeife sinn.” Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); Et gaw in Sleddenstidde (ON Schlanstedt) blot ein’n Minschen, de von de Siete an’ekucket word, ... Wedde 1938,62; Ich will mich des Schwein m nkken. Wb-Ak 21.
Lautf., Gram.: Inf.: ankucken BLA-Brau; [nkukn] Wb-Be; [-gugn] BE-Nie; nkken Wb-Ak 21; [ngg] DE-Ca; 3. Sg. Präs.: kuckt an Vk-Anhalta 62; kuhkt - Richter o.J. 23; 3. Sg. Prät.: kukte - Wäschke 61915,4, kuhkte - Heese 21919,10; 3. Pl. Prät.: kukten an Heimatkalender-Be 1936,154; Imp. Sg.: kuck an JE1-Flö; kucke - HA-Bad Ma, verstr. mittleres elbostf., vereinz. s elbostf., CA-Tra, KÖ-Pö Re; - aan/ahn/n vereinz. mittleres elbostf., WE-Alt Re, verstr. ö BLA w QUE, CA-Kü Löb; - a(a)ne/ne verstr. s OSCH n WE, WA-Wo; -oan/aon/n WE-Schie, CA-Bru Zu; - ohne OSCH-Eil; kuke oan vereinz. s CA; Imp. Pl.: kucken an Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); Part. Prät.: an’ekucket Wedde 1938,62; -jekuhkt Krause 1964,12.
anrpen Vb. 2: Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf. (außer sö), 4: Wb-Be. 1. ‘durch Rufen jmdn. auf sich aufmerksam machen, jmds. Namen laut rufen’ – Hei reip mick all von wieten an: ... Rauch 1929,37. – 2. ‘mit jmdm. telefonisch Kontakt aufnehmen’ – ik will ’ne ml anraupen HA-Oh.
Lautf., Gram.: anrp’m Spr-Maa 438 (JE1-Ran); -raupen HA-Oh; reip an 3. Sg. Prät. Rauch 1929,37; anraup’m Spr-Maa 438 (GA-Oeb, WO-Ol); nraupen Wb-Nharz 10; nraupm QUE-Di; anjerufen Part. Prät. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze); [nrfn] Wb-Be.
ansmren Vb. 1a. ‘(versehentlich) beschmutzen’ 2: Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), 3: Wb-Nharz 15, 4: Wb-Ak 23 – ... konne’s ... jarkeenor weitor jewäsen sinn, wie där där’n Harrn Derektor mät Mostrich anjeschmiert hadde. Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze). – 1b. ‘achtlos irgendwo etw. anmalen oder anschreiben und dadurch verunstalten’ – Wr hat denn d all wedder was njeschmrt? 4: Wb-Ak 23. – 2. ‘betrügen, täuschen, übervorteilen’,  bedrgen, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 23, Wäschke 61915,41 – ... da haste dich o wo mit anschmiern laßn, ... a.a.O. 41. – 3. refl dass. wie  ansmsen 2., 2: Id-Altm, OST-Ze, 3: CA-Ca, 4: Vk-Anhaltc 110.
Lautf., Gram.: ansmren HA-Oh; -schme(e)ren Id-Altm, OST-Ze, Wb-We 8; [anmn] Mda-Ar 44; anjeschmert Part. Prät. Spr-Asch 43; an smeert Part. Prät. Pohlmann 1905,31; -smär(e)n Wb-Altm 6, HA-Bee; -esmärt Part. Prät. Klaus 1936,46; nschmë- ren Wb-Nharz 15; anschmier(e)n CA-Ca, Wäschke 61915,41; -schmiert 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltc 110; -jeschmiert Part. Prät. Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze); nschmr’n Wb-Ak 23.