Gemeinekasse f. dass. wie  Gemeindekasse, 3: Wb-Nharz 59, 4: DE-Els.
Lautf.: jemeinekasse Wb-Nharz 59; [jmnkas] DE-Els.
Gewende n. ‘der Rand eines Ackerstücks, auf dem beim Pflügen gewendet wird und der zuletzt quer zu den übrigen Furchen gepflügt wird’,  Anwend(e), 2: ZE-Kö Rie, 4: verbr. anhalt. (außer ö DE) – es Jewenge is jans schb jeworrn DE-Els.
Lautf.: Jewende ZE-Rie, BE-Os, vereinz. mittleres anhalt.; -wenne vereinz. w/mittleres anhalt.; -wenge, [jwe] verbr. anhalt. (außer ö DE); -wänne BE-Meh; [jwnt] ZE-Kö; Jewänge KÖ-Grö Preu, DE-Que.
Guck-über-die-Tür ‘in Stücke geschnittener, gekochter Weißkohl’ 4: Mda-Fuhne 162 (DE-Els).
Lautf.: [gg ewr de dr].
1hacken Vb. 1. ‘mit einem scharfen Gegenstand auf etw. einschlagen, um es zu zerkleinern’ verstr. – Holt hack’n Wb-Altm 72; nu ma de Ziwweln här un denn … de Ziwwelwurscht recht fein jehackt Alt-Cöthen 76; Rda: man kann Holt op ene hacken ‘er ist geduldig, lässt alles mit sich geschehen’ Wb-We 44; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No. – 2a. ‘den Ackerboden mit der Hacke auflockern, von Unkraut befreien’ verbr. – Jetreide, R’m, Kartoffel’l hacken Wb-Ak 64; in Jrden miss mor m haggen DE-Ca; Rda.: um’n Busch hacken ‘den Kartoffelacker hacken’ WA-Ost; öbbern Kopp hacken dass., WO-Gu; ut Krut hacken dass., CA-GrRo. – 2b. in der Verbdg.: gut hacken ‘Kartoffeln anhäufeln’,  anplgen, 4: Wb-Ak 64, DE-Els. – 3. ‘mit dem Schnabel heftig schlagen’ 3: HA-Oh, vereinz. s elbostf., 4: Wb-Ak 63 – de Klucke hacket de Kken HA-Oh; de Hin’ner hacken sich Wb-Ak 63. – 4. ‘jmdn. fortwährend zurechtweisen, ungerecht behandeln’ – op einen hakken 3: Wb-Nharz 67. – 5. refl. ‘gut zu spalten sein’ – das fichtene Hols hackt sich jt 4: Wb-Ak 64.
Zuss.: zu 1.: in-, ls-; zu 2a.: n-; sonstiges: hen-.
Häcksel m., n. ‘klein gehacktes Grünfutter oder Stroh’, als Viehfutter, verbr. – Häcksel schnai’n DE-Els. – Brauch: Denjenigen Mädchen, die nicht jungfräulich in die Ehe gingen, wurde der Kirchweg mit H. bestreut, Hochzeit-Altm 27, Vk-Anhaltb 39. Man rief auch dem Hochzeitszug nach:Häcksel, Häcksel, Schandenkraut,
Unglück ist mir angetraut.
Vk-Ask 131.
Auch in der Neujahrsnacht streuten die Burschen den nicht mehr für unschuldig geltenden Mädchen H. vor die Tür oder das Fenster (Wb-Nharz 74), während er in der Pfingstnacht den noch jungfräulichen Mädchen vor das Haus gestreut wurde (Rauch 1929,28f.). Der in den  Twölften gestohlene H. galt als bes. zuträglich für das Vieh, die Bauern versuchten den Diebstahl durch im H. versteckte Sensen zu verhindern, BrauchwAltm 11 (SA-Dre).  Hackels Häckerling Häckling Khäcksel.
Lautf.: Häcksel, Hecksel verbr.; [hgsl], [hegsl] verstr. anhalt.; Häcksüll SA-Zier; Häcksill SA-Altm; Hecks’l Wb-Altm 79; Häksl JE2-KlWu; Häcksa SA-Han; Hächsel OST-Ren Rö, HA-KlSa, OSCH-Nie; Hässel HA-Scha; Häecksel SA-Bu, OST-Wal, STE-Osth; Häeggsel OST-Ga; Häesel STE-Kl-Schwa; Heäcksel OST-See; HackselSA-Vi; Hacks’l SA-Rie; Haacksel OST-Bre; Hachsel OST-Klei; Haecksel verstr. nbrdb., BLA-Brau; Haäcksel OST-Hi Sto; Haicksel OST-Gla; Hoäcksel GA-KloNeu. – Gram.: n. belegt SA-KlGa Pa, OST-Flee, WO-We, ZE-Na Steu, CA-Bru Ca, BE-La, DE-Je. Zus.: K-.
hankeln Vb. ‘sich auf Zehenspitzen stellen, um grö- ßer zu werden’ 4: DE-Els.
Lautf.: [hak].
Hwer m. 1. PflN ‘Hafer’ allg. – d Hwa is schlecht uppejn JE2-Scho; hle m Hawwor forr de Fre DE-Ca; Rda.: den stikt der Hawer ‘er ist übermütig’ Sprw-Börde; Stickt di de Haow’r? tf man, de Zg wat di bleck’n. Wb-Altm 78; et jift lanken Hawer ‘es gibt Schläge’ Sprw-Börde; Dät is, as wenn’n Hawer van de Gans köpen deit. ‘Das ist zu teuer.’ Bewohner-Altm 1,338; hir iss gt Haow’r sein wird gesagt, wenn in einer Gesellschaft plötzlich Schweigen aufkommt, Wb-Altm 78; Sprw.: dat Prd, dat den Hawern verdeint hat, kriggt ne nich Wb-We 48; De Pär trecken nich, äöwer de Hawer. Bewohner-Altm 1,354. – 2. PflN ‘Windhafer’,  Wildhwer, auch in der Verbdg.: wilder Hwer, der Name erstreckt sich z.T. auch auf andere Unkrautgräser, 2: SA-Rie, JE2-Gü Schl Ve, JE1-Rie, 3: vereinz. elbostf., 4: DE-Els Or. – 3. in der Verbdg.: Polnisch Haower Mittel gegen Kopfläuse,  Hwerstoff, 2: Wb-Altm 135.
Lautf.: Hawer, hwer Bewohner-Altm 1,338, JE1-Rie, verstr. elbostf.; Haw’r Spr-Altm 78 und 81; [hwa] JE2-Scho; Hoaw(e)r, Haow(e)r, [hwr] vereinz. Altm., Dialekt-Ma 10 (vereinz. w JE1), OSCH-Har, QUE-Di; Haober JE1-Ca; [hvr] QUE-Hau; Hower OST-Möl, JE1-Gü; [hv] SA-Rist; [haow] SA-Dä; [hv] Mda-Ar 23; [haur] Mda-nwJe1a 45 (JE1-Ih The); [hoa] JE2-Scho; [hr] vereinz. s JE2; Hawwer, [hawr] verstr. w JE1 ZE, HA-War, QUE-GrSchie, Wb-Ak 67, Wb-Be; Habber Ldk-Anhalt 2,54 (BE-GrMü), Richter o.J. 53; [hawr] ZE-Kö, QUE-Hau, BE-Gü, DE-Ca Els Or; Hawr Mda-Ro; hwer Mda-Sti 48; Hawere Id-Eilsa 67; hbere OSCH-Di; Hwern HA-Oh, Hawern Id-Eilsa 67; Hbern OSCH-Di, Wb-We* 211; Hafer Spr-Anhalt 167.
2Hecke f. 1. ‘Brut von Vögeln oder Wurf von kleinen Säugetieren’, auch ‘Schar, größere Anzahl von Kindern’,  Korps, 3: Wb-Holzl 103, 4: Wb-Be, DE-Els Or – de rschte Hecke Jense DE-Els; ne ganze Hecke Wb-Holzl 103. – 2. ‘Anlage zur Vogelzucht, Vogelkä- fig’ 2: Wb-Altm 78, 3: HA-Oh, Wb-We 49, BLA-Brau, 4: Wb-Be. – 3. in der Rda.: in der hekke ln ‘Zeit, in der die Kartoffeln Knollen ansetzen’ 3: Wb-Nharz 74.
Lautf.: Hecke; außerdem: Heck Wb-Altm 78.
henknlen Vb. dass., 2: Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), 4: Wb-Be, DE-Els – Ich knielde mi nu so recht ord’ntlich hen … Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie).
Lautf., Gram.: [hinknln] Wb-Be; [-kn] DE-Els; knielde hen 1. Sg. Prät. Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie).
1hissen Vb. ‘hetzen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-HSe Mi Wa, verstr. JE1, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 151, verstr. BE, vereinz. KÖ, DE-Els Or Ro – ‘n Hund hissen HA-Oh; Un op einmal hisse hei Pascha’n: “Pascha, faß, faß!” Lindauc o.J. 49; hiß! Hetzruf für Hunde, Wb-We 52; Rda.: met allen hunnen gehisst ‘raffiniert, durchtrieben’ Id-Quea 158; hei let sek nich hissen un nich locken ‘er lässt sich weder von Ermahnungen noch von Drohungen beeinflussen’ Id-Eilsa 68.  anferschen anhissen anhussen hussen jgen jochen pechtern pkern targen schüchern schüchtern uphissen.
Lautf.: hissen, [hisn] verstr. nwaltm. n Altm., GA-Bo Le, CALV-Uth Zo, JE1-Rie, vereinz. w JE1, verstr. elbostf.; [hizn] vereinz. n nwaltm. OST; hitzen, [hitsn] vereinz. ö Altm., JE2-HSe Mi Wa, verstr. nw JE1, OSCH-He Ro, WA-KlWa See, QUE-Hau He Scha, Mda-Sti 151; hetzen JE1-Pre, verstr. s JE1; [hetsn] SA-Kal, WO-Zi, Wb-Be; [hedsn] verstr. BE, vereinz. KÖ, DE-Els Or Ro.