Knäckerchen n., Dim. 1. ‘kleines Feuer’ 2: ZE-Roß, 3: BE-Gü, 4: Wb-Be, BE-Grö, DE-Kle. – 2. in der Verbdg.: ein Knäckerchen machen ‘heizen, tüchtig einheizen’,  inbten, 4: BA-Ha.
Lautf.: Knäckerchen BA-Ha, BE-Gü Grö; Kneckerchen DE-Kle, [knekrn] ZE-Roß; [knekrn] Wb-Be.
Knte f. ‘Peitsche’ 4: Wb-Be, Wäschke 41910,120, DE-Kle – Rda.: tr schtt unner te Knte ‘er hat nichts zu bestimmen’ Wb-Be.
2Lke f. 1. ‘Pfütze, kleine Ansammlung von Flüssigkeit’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-We 78, 4: vereinz. anhalt. – der Hund hat wedder ne Lache in de Kiche jemacht ZE-Roß. – 2. ‘stehendes Gewässer, Tümpel, Seitenarm eines Flusses’,  Dk, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – 3. ‘feuchte Niederung, sumpfiges Wiesen- und Weideland, Sumpf’,  Brk, 2: Wb-Altm 124, verbr. JE2 JE1, 3: Wb-Holzl 132, 4: DE-Kle; 2. und 3.häufig in FlN, vgl. Stud-Elbostf 45f. – by der lutteken Lake (bei Heudeber) 1467, UB Kloster Ilsenburg 2,333; II stucke op der Bernelake (bei Jerchel) Urkunde 1488, Cod. dipl. Brdb. 1.5,471.
Lautf.: Lke verbr. JE2 JE1, vereinz. elbostf.; [lk] JE2-Scho, vereinz. elbostf.; Laok Wb-Altm 124; [lak] Mda-nwJe1b 71 (JE2-HSe, verstr. nw JE1); Lache, [lax] ZE-Roß, verbr. anhalt. Zuss.: zu 1.: Jauchenlache, Mess-.
Mehlfässchen n. 1. ‘Frucht des Weißdorns’,  Mlbre, 4: Mda-Fuhne 15 (DE-Ca). – 2. ‘Frucht der Hekkenrose’,  Hgebutte, 4: DE-Kle.
Lautf.: Mehlfäßchen DE-Kle; [mlfesn] Mda-Fuhne 15 (DE-Ca).
Messinlegger m. ‘spez. Form des Vorschneiders am Pflug zum Einlegen des Mistes in die Furche’ 3: OSCH-Ro, 4: DE-Kle.
Lautf.: Meßinleer OSCH-Ro; Mistinläer DE-Kle.
1Micke f. 1. ‘Astgabel, gabelförmiges Holz’ 2: Wb-Altm* 63, ZE-Rie, 3: Wb-We 88, CA-Fö GrRo KlRo, 4: Wb-Ak 113, CA-Lö Su, Mda-Fuhne 140 (ö anhalt.). – 2. gabelförmiges Holz als Stütze, 2: JE2-Scho, Mda-sJe1 34 (verbr. s JE1), vereinz. ZE, 3: Mda-sJe1 34 (verstr. w JE1).  Gaffel Giffel Holtmicke Knagge(n) Stwel Steife Stfel Stünze Stütte. – a. ‘Stütze für Obstbaumzweige’, auch ‘Stock zum Anbinden von Pflanzenteilen’ 2: verstr. sö Altm., JE2-Ku Scho, verstr. mittleres/s JE2, vereinz. JE1 ZE, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: DE-Kle Vo – unna d fulle Bme k’m k Mickng JE2-Scho.  Baumstabel Bmmicke Bmstange Bmstfel Bmstünze Bmstütte Gaffel Giffel ftmicke Splant(e) Stwel Steife Stfel Strwel Stünze Stütte. – b. ‘Stütze für die Wäscheleine’ 2: verstr. sö Altm., verbr. JE2, verstr. JE1 ZE, 3: verstr. n elbostf., vereinz. ö elbostf., 4: Mda-Fuhne 141 (nö anhalt.) – ne Micke understellen HA-Oh.  Gaffel Giffel Spl(e) Splant(e) Stwel Steife Stfel Strwel Stünze Stütte Tgmicke Tgstünze Tgstütte Wäschemikke Wäschespl Wäschestwel Wäschestfel Wäschestünze Wäschestütte Zeugstabel Zeugsteife. – c. ‘Stütze der Wagendeichsel’ 2: verstr. sö Altm., verbr. JE2, verstr. JE1 ZE, 3: verstr. n/ö elbostf., vereinz. WE QUE, 4: vereinz. s CA.  Dßelmicke Dßelsplant Dßelstütte Gaffel 1Hippe Schrick Stangenmicke Stangenschrick Stangenstfel Stangenstünze Stwel Steife Stünze Stütte Wgengiffel Wgenmicke Wgenschrick Wagenstabel Wagensteife Wgenstünze Wgensttze Wgenstütte. – d. ‘Stütze für den Sensenstiel beim Dengeln’ 4: Mda-Fuhne 141 (nö anhalt.). – e. ‘Stütze für den  Mlenstrt’ 3: Wb-Holzl 141. – 3. ‘Katapultgabel’ 3: Kbl-Nd 1930,44 (Börde), CA-Fö. – 4. ‘Gabel am Bootsende als Halt für den Staken’ 2: JE2-Scho. – 5. ‘am unteren Ende des Köchermastes angebrachte, 2,5 m lange, aufrichtbare Stange mit gabelförmigem Ende, durch das das  Vorstag läuft’, erleichtert das Aufrichten des Mastes, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 207 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 207 (CA-Ak). – 6. ‘aus einem Stock mit gabelförmigem Ende bestehendes Gerät zum Eisangeln’, die Angelschnur, an deren Ende sich der Haken befindet, wird um die Gabel gewickelt – met de Micke wänn k im Winda Hekte upt s fangng 2: JE2-Scho. – 7. ‘ca 15 cm langer, an beiden Enden zugespitzter Stock’, Spielgerät, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 113 – Micke spl’l Ein im Mal stehender Spieler schlägt die M. mit einem Stock ins Gelände. Der Mitspieler ist bestrebt, sie wieder ins Mal zu werfen. Ein Verteidiger versucht, dies zu verhindern, indem er sie mit einem Stock aus der Luft zurückschlägt. Liegt die M. bereits auf dem Boden, schlägt er zunächst auf eines der spitzen Enden, so dass sie wieder hochspringt, um sie dann möglichst weit ins Gelände zu schlagen. Wb-Ak 113.
Lautf., Gram.: Micke, [mik]; außerdem: Mick, [mik] Wb-Altm* 63, verstr. ö GA mittleres STE, JE2-Ku Reh; Micken Pl. GA-Wo, STE-La; [mig] Mda-Fuhne 141 (ö anhalt.); Mücke, [mük] STE-Grie, vereinz. ö/s JE1, verstr. ZE, vereinz. n elbostf., WA-HDo, WE-Ri, CA-KlRo. – Etym.: Siedlerwort aus dem ndl.-rhein.-westf. Raum, vgl. Teuchert 21972,242f. Zuss.: zu 1.: Hde-, Kachelwen-, Kke-; zu 2.: Holt-; zu 2a.: ft-; zu 7.: Kreis-, Loch-.
muckschig Adj. dass. wie  mucksch, 4: DE-Kle.
1Mudder f. 1a. ‘Frau, die ein oder mehrere Kinder geboren hat’, bes. im Verhältnis zu ihrem Kind, allg. – mne Mudder HA-Oh; ‘ne fremme Mutter ‘Stiefmutter’ Wb-We 92; Murra kp m ne Tüte Boms (Bonbons) JE2-Scho; Von de Diewesgrund hät uns Vals Mutter in Viesen männigmoal in de Schummeringe gruselige Geschichten vertellt. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); van orem vader unde van orer mutter 1484, StB-Neuhaldenslebend47. – Volksgl.: wer sne Mudder sleit, dne wasset de Hand t’n Grwe HA-Oh. – 1b. ‘Ehefrau, Frau des Hausherren’, auch Anrede für Frauen, 2: vereinz. Altm., 4: Wb-Be – wi jts tenn, Mutter Mattsn? Wb-Be; mohrn Ohmt gohn wie to Sängerball, da wätt ollig en affpädt (getanzt) mätt Muddern OST-Los. – 2. ‘Großmutter’,  Grtmudder, 3: HA-Scha, QUE-Co, CA-Ca, 4: DE-Kle. – 3a. in der Verbdg.: Mutter, Mutter darf ich ein Spiel, 2: OST-GrBa. – 3b. in der Verbdg.: Mutter, in Keller brummt et ein Spiel, 3: QUE-Di. – 4. ‘Hebamme’, scherzh.,  Hfamme – a. in der Verbdg.: Mudder Grpsch 2: verstr. OST, GA-KlEn, STE-Beel Bül, WO-Sa, JE2-Scha, JE1-Bü, 3: HA-NHa Uep, OSCH-Grö. – b. in der Verbdg.: Griepschens Mutter 2: GA-Qua. – c. in der Verbdg.: Mudder Grp 1: SA-Ku, 2: SA-Ben, OST-Ca Spä Zie. – d. in der Verbdg.: Mutter Storch 2: JE2-Wa. – 5. ‘Gebärmutter der Frau’, auch ‘Scheide der Frau’,  Mse, 3: HA-Bee Oh, Wb-Nharz 130 – de Mudder is nich in Ornung HA-Oh. – 6. ‘(für die Zucht geeignetes) weibl. Schaf’ 3: WE-Ro. – 7. ‘Schraubenmutter’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 130, 4: CA-Ak.
Lautf.: Mudder; außerdem: Mudda, [mud], [mud] SA-Dä, vereinz. s Altm., JE2-Scho; [mud] verstr. nwaltm. Altm.; [md] Mda-Ar 37; [mudr] Mda-Fuhne* § 255 (verbr. anhalt.); [mura] JE2-Scho; [mur] SA-Da Rie; Mutt(e)r, [mut() r] vereinz. nd., verstr. omd.; [mut] STE-Buch Steg, WO-HWa Zi; [mut] WO-Zie; Modder SA-Ah, GA-KlEn; Moder, Mohger Id-Altm. Zuss.: zu 1a.: Hochzeitsmutter, Mit-; zu 2.: Klsmudders, Ölder-, Öldern-; zu 4.: Kinder-; sonstiges: Kornmutter, Lausemutter, l-.
Mlhappen m. ‘mundgerechte Menge eines (festen) Nahrungsmittels, Bissen’ 3: Wb-Holzl 143, 4: DE-Kle – ick harre noch kainen Muulhappen enomen Wb-Holzl 143.
Lautf.: Muulhappen Wb-Holzl 143; Maul- DE-Kle.
Nachmäher m. ‘der letzte Mäher der Reihe’ 4: DE-Kle.
Lautf.: Nahmäjor.