Krndmen m. ‘Stand, Haufen von Getreidegarben’ 2: Lautdenkmal 1937 (ZE-Buk), 3: Wb-Holzl 125, BA-Rie.
Lautf.: Koorndiemen BA-Rie; Korendim’m Wb-Holzl 125; Kornedi’m Lautdenkmal 1937 (ZE-Buk).
krmen Vb. dass., 2: WO-Sa, JE1-Ziep, 3: verstr. w elbostf., Id-Queb 7, QUE-West, BA-Rie, 4: Wb-Ak 98 – … un dei Mareik (Meerrettich) datau, dat einen de Ogen da na trahnen oder sau schön in de Näse kriemt … Rauch 1925,5.
Lautf.: kri(e)men; außerdem: kr’m, [kr] HA-KlBa, Id-Eilsa 74, OSCH-Wu, Wb-Ak 98; kräimen WE-Ost.
1Krse f. 1. ‘Halskrause, gekräuselter Kragen’, vgl. Krulle, Krsedulle, 3: Wb-Holzl 128, Id-Eilsa 75, Wb-Nharz 109, 4: Wb-Be. – 2. ‘Falte in einem Kleidungsstück’,  Flde, 3: Wb-Nharz 108. – 3a. ‘Gedärm, Eingeweide’,  Kaldne, auch ‘Fett am Gedärm des Schweins’ 3: Wb-Holzl 128, Wb-Nharz 109, 4: Wb-Be. – 3b. ‘Blättermagen des Rindes’,  Bldermgen, 3: BA-Rie.
Lautf.: Kruse, krse; außerdem: Krüse Id-Eilsa 75; krse (2.) Wb-Nharz 108; [krauze] Wb-Be.
Kgelbock m., nur in der Verbdg.: Kulebock scheiten ‘Purzelbaum schlagen’,  Kobolz, 3: BA-Rie.
Leddersple f. dass. wie  Leddersprte, 2: verstr. mittleres/s mbrdb., 3: JE1-Ca, BA-Rie, 4: BA-Schie.
Lautf.: Letterspale BA-Rie Schie; Leder- JE1-Ca Prö, ZE-Nu Ro; -spoahle, -spohle verstr. mittleres/s mbrdb.; Leterspaohle JE1-Flö.
Lichterbaum m. ‘Weihnachtsbaum’ 2: ADVk Kt. 38 (Einzelbelege JE1 ZE), Vk-Anhaltb 21 (verstr. ZE), 3: ADVk Kt. 38 (Einzelbelege HA OSCH), Vk-Anhaltb 21 (BA-Rie), 4: Vk-Anhaltb 21 (verstr. anhalt.).
Lkenblker m. 1. ‘großsprecherischer Mensch, Angeber’,  Grtsnte, 3: Spr-Harzb 15. – 2. Pl. NeckN für die Bewohner von Quedlinburg, 3: BA-Rie. – 3. ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: JE1-Da Mö, 3: OSCH-Ba.
Mlquappe f. dass., 2: JE1-Kü Re, 3: GA-Bö, QUE-Kö, BA-Rie, 4: BE-Plö Ra.
Lautf.: Mulquappe GA-Bö, QUE-Kö, BA-Rie; Maul- JE1-Kü Re, BE-Plö; [maulgwab] BE-Ra.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.
Neiersche f. dass. wie  Neisterin, 3: vereinz. n elbostf., verstr. OSCH WE BLA, QUE-Di Su West, BA-Rie.
Lautf.: Nei(h)ersche vereinz. n elbostf., verstr. OSCH WE, BLA-Ben Hü, QUE-West, BA-Rie; Nei(h)rsche OSCH-Di, WE-Be, QUE-Su; Neigersche WE-Elb, BLA-Rü; Neijersche WE-Kö, BLA-Brau Tr, neijersche Wb-Nharz 133; Na(h)ersche WE-Lü Si, QUE-Di; Na(h)rsche WE-Asp Sta; Nahjersche BLA-So. Zus.: Hs-.