Bm m. 1. ‘Baum, Holzgewächs mit festem Stamm’ verbr. – de Beeme wachsn in de Hehe DE-Vo; ... stunn’n dei beiden Mäkens jeder hinder’n dicken Boom ... Rauch 1929,130; ... da strahlen alle Gesichter vor Freuden wie an’n Wiehnachtsabend, wenn de Lichter an’n Bome (Weihnachtsbaum) brennt. Wedde 1938,11; Rda.: stf w sau’n bm BLA-Brau; dat geit in keinen hollijen Bom ‘das ist nicht zu glauben’ Sprw-Börde; dat geit in keinen hlen bm ‘das hat nachteilige Folgen für die Gesundheit’ Wb-Nharz 31; n’ Bem op beide Schuldern drn ‘es beiden Seiten recht machen’ HA-Oh; Dr kann  kne Bme mr ausreißen. ‘Er kann aufgrund seines Alters nicht mehr viel bewerkstelligen.’ Wb-Ak 38; Sprw.: An alen Boom vorflanzt mer nich. Wäschke 41910,148; kein Bm fallt op den rsten Slag ‘viele Aufgaben sind nur mit Ausdauer zu lösen’ Wb-We 20; Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich licht. ‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76; et is noch kein Bem in’n Himmel e’wussen HA-Oh; use harrgott sorget daforr, dat de Bööme nich in’n Himmel wasst HA-No; An allen Beemen findste keine Rinne. Vk-Harz 3,58; wenn einer up’m Boom stiggt, hatte upper Eere nist mehr te seuken wenn jmd. völlig verarmt ist, WE-Oster; Bauernregel: Sind in’n Maidag de Böm non nich grön, ick löw, du krist keen’n Weiten to sehn. Bewohner-Altm 1,349. – Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem B. ADVk Kt. 74 (Nharz., anhalt.). Möbel aus vom Wind umgeworfenen B. knarren in windigen Nächten. Bewohner-Altm 2,282. – 2. ‘Balken’, in versch. Funktionen, bes. als Teil von Geräten, vereinz. – Bm budsen ‘das nötige Leinenzeug am Mast anbringen’ Elbschifferspr. 379 (CA-Ak). – 3. ‘Stiel an Geräten’, bes. an der Sense,  Seißenbm, verstr. – 4. in der Verbdg.: Bom schlan ‘Purzelbaum schlagen’,  Kobolz, 3: WE-Kö.
Lautf., Gram.: Boom, [bm] vereinz. w nwaltm., verstr. ö nwaltm. w SA (außer nwaltm.) ö Rand von SA, GA-Klö, verstr. ö Rand von GA, verbr. ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf. anhalt.; [pm] Wb-Be; Bem, Bom vereinz. w elbostf.; Boam OST-Ze, GA-Si, STE-Po, JE2-Mö; Boum, [boum] SA-Rist, verstr. w Altm., vereinz. sw OST, OST-Ost, DE-Or; Boaum vereinz. w Altm.; Baum SA-HLa Se, verbr. SA (außer nwaltm.), OST-Flee Meß, verbr. nö GA, STE-Döl Po, vereinz. nthür.; paum Mda-Sti 31; [bm] BA-Ha; Baam vereinz. QUE, BA-Gü; Beom, [beom] verbr. nwaltm.; Buem, bem vereinz. nw WE, Mda-Ro; Buom OSCH-Di, WE-Sta; Pl.: Bö(ö)me, [böm] verstr. sö Altm. JE2 n JE1 w elbostf. (außer sw); Bö(ö)m SA-Net Rist, verstr. ö Altm. (außer sö); Beme, Böm HA-Oh, Id-Eilsa 53; Beme, Bme, [bm] Siedler-Je § 100 (mittleres/s JE1), ZE-Roß, verstr. s elbostf. anhalt.; Bäum, Boim SA-Ri, vereinz. mittlere Altm.; paime Mda-Sti 31; bieme Mda-Ro.
Bratenrock m. ‘Gehrock’, wurde früher zu festlichen Anlässen getragen, 3: HA-Ack, 4: Wb-Be, DE-Vo.
Lautf.: Bratenrock HA-Ack, DE-Vo; [prtnrok] Wb-Be.
1Brk m. 3: vereinz. n elbostf., 4: vereinz. omd. 1. ‘Knochen- oder Eingeweidebruch’ – ich hawwe mich an Pruch jeh’m Wb-Be. – Volksgl.: Ein B. vergeht, indem man das mit Wolle umwickelte Ei eines schwarzen Huhns in den Schornstein hängt und verrotten lässt. Vk-Anhalta 286 f. (DE-Wö). Um den B. eines Kindes zu heilen, spaltet man einen Eichenbaum, um dann das Kind hindurchzustecken. Sobald der Baum wieder zusammengewachsen ist, ist auch der B. geheilt. Zauber-Ma 94 (WO-Ir), Vk-Anhalta 287 (DE-Vo). – 2. ‘Zahlenbruch’ – ... da keem mer inne Brüche, un die hedde inne Schule no nich jehatt. Wäschke 61915,91. – 3. ‘Steinbruch‘. – 4. ‘etw. Minderwertiges’ – Was de d jekft hast, is Bruch. Wb-Ak 41.
Lautf., Gram.: Brauk HA-Eil; Bruch Beiträge-Nd 75 (WO-HWa), Wb-Ak 41; Brüche Pl. Wäschke 61915,91; pruch, [pru] Mda-Sti 7, Wb-Be.
dp Adj. 1. verbr. – a. ‘von vergleichsweise beträchtlicher Ausdehnung senkrecht nach unten’ – dat Waoda is daip SA-Dä; der Bach is breet un tief DE-Vo; Schacht’t dä deipen Löckere wedder ut ... Klaus 1936,8; de Fer (Furche) is to daip SA-Die; In ’n deeb’n Sneei woat’t he bi düstrer Nacht ... Matthies 1903,3; du most woll ümmer dorch den deipsten Drecke dorch? HA-Bee; Rda.: hat to deep in’t Glas keken ‘ist betrunken’ OST-Kau; Sprw.: Wer hoch stiggt, fällt deip. Vk-Harz 3,58. – b. ‘eine bestimmte Ausdehnung senkrecht nach unten aufweisend’, einer Maßangabe nachgestellt – mr w hunner Faut daip Tiedge 1954,39 (HA-Ost). – c. ‘vertieft, nicht flach’ – n’ deipen Tellder HA-Oh. – 2. ‘sich in geringer Höhe befindend, niedrig’,  nedderig, 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. w elbostf. – dai Fogg flücht daip SA-Dä. – 3. ‘weit innen’ vereinz. – ..., darumme fung se öhr Nachtgebet ok ut deipen Harten an: ... Rauch 1929,97. – 4. ‘intensiv, stark vorhanden’ vereinz. – hat’n deipen Schlap Sprw-Börde; Mitten deipen Süfzer puste se öhre Lampe ut, ... Rauch 1929,97.
Lautf., Gram.: deep, [dp] vereinz. ö nwaltm., verbr. nbrdb. wJE1, Vk-Ask 373; deeb’n sw. m. Dat. Sg. Matthies 1903,3; tf Mda-Sti 34; [däip] verbr. nwaltm.; deip, daip, [daep], [daip] vereinz. nwaltm., verbr. elbostf. (außer w JE1); deipen st. n. Dat. Sg./sw. m. Dat. Sg. Rauch 1929,97; deipen gem. Dekl. m. Akk. Sg. Sprw-Börde; deipen sw. n. Akk. Pl. Klaus 1936,8; deipsten Superl. sw. m.Akk. Sg. HA-Bee; teip BA-Op; [dp] QUE-Di; [dp] Mda-Ma 63 (ZE-Dor); [dp] verbr. mbrdb.; dief, [df] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.; tief, [tf] QUE-GrSchie, vereinz. anhalt.
Distelhacke f. ‘Gerät zum Herausstechen von Disteln aus dem Erdboden’ 4: DE-Vo.
Lautf.: Deistelhacke.
Dorpstrte f. ‘durch ein Dorf führende Straße’ 1: SA-Rist, 2: vereinz. ö nbrdb., Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke61920,27, DE-Vo – Dat Water flot vom Barge dahl alles in de Dörpstrate rinder ... Wedde 1938,74.
Lautf.: Dorpstrate, -strte vereinz. elbostf.; -strote Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); Dorfstraße, -schtraße Wäschke 61920,27, DE-Vo; Dörpstrate Wedde 1938,74; -strote JE2-Gü; -stroat, -strt Kredel 1927,11, OST-Dü; -stroate Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie); Derpstroht SA-Rist.
Dreckswn n. dass. wie  Dreckfinke, spez. auch dass. wie  Dreckhmel, 2: JE1-Dan Kö, ZE-Roß Wei, 3: vereinz. n elbostf., verstr. s elbostf., 4: vereinz. nthür., verstr. w anhalt., DE-Vo.
Lautf.: Dreckswien vereinz. nw elbostf.; -schwien JE1-Bie, WO-Drei, OSCH-KlQue, verstr. s elbostf. (außer CA, dort nur CA-Gli), vereinz. nthür.; [trekwain] Wb-Be; Dreckschwan Spr-Asch 16; sonst: -schwein.
ke f. PflN ‘Eiche’ verstr. – disse Eeche is kleen DE-Vo; dai Aek mütt iutköt (ausgeästet) wrn SA-Dä; Rda.: et sind wecke ut de fulle Aike von kerngesunden Menschen gesagt, Wb-Holzl 36 und 57; Bauernregel: wenn’t ewer de klen eiken dendert (donnert), dat jift kein gdes jesselnjr (Gänsejahr) Wb-Nharz 49; Abzählreim: Esche, Eike, Beuken, du most seuken WE-Be. -Volksgl.: Wer ein hohes Alter erreichen will, soll in die Wurzel einer E. bohren, den Saft ausziehen und löffelweise trinken. Danach ist die E. zu fällen. Vk-Anhalta 289.
Lautf., Gram.: Eeke, [k] verstr. sw JE1 ZE, Dialekt-Ma 12 (CA-We); k, [k] Wb-Altm 45, Mda-Ar 36; Eike, Aike, [aik], [aek] SA-Jeg, WO-Mahl Ucht, JE2-Scho, Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd), verstr. elbostf.; Eiken Pl. vereinz. Altm., JE2-Gü, Vk-Harz 3,79; Ei(c)k, [aik], [aek] vereinz. nwaltm., verstr. Altm.; [ak] Mda-Ar 36; [äik()] Siedler-Je § 92 (JE2, n/mittleres JE1); [ik], [ek] GA-We, STE-Gro; E(e)che, [] ZE-Roß, verstr. anhalt.; k QUE-Di; Aiche, aiche QUE-GrSchie, Mda-Sti 30.
Else f. dass. wie  Eller (Kt.), 2: verbr. brdb. (außer w/mittleres SA, dort vereinz.), 3: verstr. w JE1, vereinz. ö elbostf., 4: CA-Chö, DE-Vo – inne Elsen sünd vle Krinesta JE2-Scho; Un nu gung et in vullen Rönn’ Mit Knüppeln noah de Elsen hen. Bornemann 41827,80.
Lautf., Gram.: Else, [elz]; außerdem: Elsen Pl. verstr.; Dat./ Akk. Pl. Bornemann 41827,80; Els’, Els verstr. Altm.; Älse JE1-Wol; [ls] Brugge 1944,45 (Anmerkung 73 – GA-Miest). – Etym.: ndl. Siedlerwort zu gleichbed. mndl. else, vgl. Teuchert 21972,211 ff. und Bischoff 1938,202.
n 1. Zahladj. verbr., stets betont. – a. in der Zahlenfolge ‘eins’, vgl. 1nsDe Tormuhr harre all eine slahn, ... Rauch 1929,71; ainen Meter in’ne Dickde Wb-Holzl 75; Rda.: Dat geit n, tw, dr ‘... schnell, rasch’ Wb-Altm 46; Abzählreim: ene, dene, deck un du bist weg HA-Va; Eene, deene, Duhmmstrick! Siebn Kattn schlaon sick ... Lieder-Ma Nr. 562 (WO-Be). – b. das Einzelne, auch Besondere betonend – adj.: D han blß n Mchen. Wb-Ak 52; t n Schtje han sechtsn Jr’m JE2-Scho; Rda.: von hunnert Morjen en Klt von sehr weitläufiger Verwandtschaft gesagt, WO-Gu; dor sedsd alles uff ne Grde DE-Ca; der Mann, der die Vaterschaft bestreitet, weil er nur einmal mit der Mutter des Kindes verkehrt hat, sagt: Upp n Hau fällt kn Bm. Wb-Altm* 73; Sprw.: Wenn väöl Hön’r in n Nest legg’n, helpt ’t sick bald. ‘Wenn man aus mehreren Erwerbsmöglichkeiten Einkünfte bezieht, wird man reich.’ Wb-Altm 263; subst.: dat grn is alles in eins ‘... ist verheddert’ Wb-Nharz 49; d sidst je d s in ne ‘allein, in Gedanken versunken’ CA-Ak; Rda.: sin ein un alles ‘seine ganze Freude’ Sprw-Börde; wedder eins noch keins ‘gar nichts’ a.a.O.; hat eenen weg von einem geistig beschränkten Menschen gesagt, Vk-Anhaltc 102; ’t is mi allns ns ‘... egal’ Wb-Altm 46. – c. eine Zusammengehörigkeit oder Übereinstimmung (zweier Größen) betonend – et is eine Nesse ‘es ist überall nass’ Sprw-Börde; se sünt wär eins ‘einig’ Id-Eilsa 59; Rda.: dat is ein afmken Wb-Nharz 49; tr Junke is tich n un tassellewe Kallwer w ter le Wb-Be. – d. in Verbdg. mit der Präp. in (und dem Adv. weg) die ununterbrochene Fortdauer einer Handlung, eines Geschehens oder Vorgangs bezeichnend – et gurscht in ene wech ‘es regnet fortwährend stark’ WE-Lan; ... se ruppten in einen wegg ... Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); na, du blaffst ja hüte wedder in eins wech HA-Bee; in eins hen ‘ohne Unterbrechung’ Sprw-Börde. – 2. Indefinitpron. verstr. – a. ‘jemand, irgendeine(r)’, auch generalisierend ‘unsereiner, man’ – da kümmt ainder Wb-Holzl 57; einen in die Fresse haun HA-Alv; t machst je ’n jants koppschai Wb-Be; d hunt wil einen bten Wb-Nharz 50; einder wett gar nich, wo en anfangen sall mit Arbeiten WE-Dee; Rda.: n schlk awwer ner lank hin! Ausruf des Erstaunens, CA-Ak; D bist mich awwer ner ‘... ein ganz Besonderer’ Wb-Ak 52; Wenn eener dumm wart, warte ’s zuerscht in’ Koppe. Vk-Anhaltc 103; de will ainen wat forrtellen ‘... etw. weismachen’ Wb-Holzl 57; d warrt’n nich klauk t HA-Oh; dat konne ne et harze afschtten ‘das konnte einen sehr betrüben’ Wb-Nharz 7; sau kann’n sick in’n Menschen toischen HA-Eil; Sprw.: Wat einder daun kann, ward twei nich su’r. ‘Das Verteilen von Arbeit auf mehrere Personen verspricht Schonung’ Sprw-Harzvorld 399; wat ein sülwest daun kann, dat werd nich sau erket Wb-We 34; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Wenn’n schimmelt Brot itt, find’t’n Geld. Schwerin 1859,43; Rätsel:Hinner uns Hus un Nowers Hus
plögt ener,
plögt on Koller un Schor,
plögt doch ’n grod For
(Furche).Moll (Maulwurf). Hausfr-
Altm 1929,79 (SA-Sal).
– b. das Einzelne, Besondere betonend, bes. in der Verbdg. mit ander (mit semantischer Nähe zu 1b.) – das aine Gind is glain ... BE-Sa; D ne Ostern hat’s m tichtich jeschneiet. Wb-Ak 52; ümmer einder nahn andern! HA-Bee; Un der eene, der mit de Vaodermördersch bis ebber de Ohren ... Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Sprw.: ’n sn Deod is annan sn Breot SA-Dä; den einen sien Uhl is den andern sin Nachtigall HA-Va; sau geit et in der Welt, d’ ene hat den Büdel, de andre dat Geld Wb-We 23; De een is doch vör’n ännern. ‘Begabung und Geschicklichkeit sind bei den Menschen verschieden ausgeprägt.’ Bewohner-Altm 1,330. – c. in verkürzten Sätzen für das subst. Objekt stehend – einen nemen ‘Alkohol trinken’ HA-Oh; ’n lßen ‘einen Darmwind entweichen lassen’ Wb-Ak 52; sek eins singen Wb-Nharz 49; du krichst ene anne Bramme Androhung von Prügel, JE1-Go; Was hat’e denn for ne jeheirt? Wb-Ak 52. – 3. unbest. Art. verbr. – a. in normaler Sprechhaltung stets unbetont – a Barrich KÖ-Pi; en Glas Behr SA-Jeg; ‘n Hp’n Ld’ Wb-Altm 84; d ld a Abbel DE-Ca; de junge Frau hat ane beese Krankheet DE-Vo; “Was denn vor an Vorein?” Wäschke 61915,121; d Hirsch het wa än Jewaih JE2-Scho; Rda.: en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; d st t w en schmlet Handk ‘er sieht dünn aus’ JE2-Scho; hei liggt (lügt) sau harte wie en Pert leppt QUE-West; hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare Einfälle’ WE-Be; Dat könnt ene sure Kreike (Pflaumensorte) weren ‘das könnte für jmdn. ungünstig werden’ Wb-We 74; Sprw.: op en Heger kumt en Feger ‘auf einen sparsamen Hauswirt folgt oft ein Verschwender’ Wb-We 48; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; Bauernregel: Lichtmessen hell und klar, jibt an jutet Flachsjahr Spr-Asch 49; Rätsel: wann is de Voß en Voß? – wenn er allein ist, scherzh. Ausnutzung der lautlichen Übereinstimmung mit dem Zahladj., OST-Ker. – b. betont, in gefühlsbetonter Rede verstärkend – Das is an Wetter! Wb-Ak 50; ein Jeld hat das jekost ‘viel Geld ...’ a.a.O. 51. – c. vor Zahlwörtern und Mengenangaben die Gültigkeit einer Aussage einschränkend ‘etwa, ungefähr’ – ein veir Wochen her Wb-We 34; Vorr’n drittig Johren, ... Lindaua o.J. 63; an Sticker dreie Wb-Ak 16; wi willn noch n acht Daog töw’n (warten) Wb-Altm 258.
Lautf., Gram.: 1. Zahladj., in der Zahlenfolge: een, n verbr. nwaltm., Wb-Altm 46, SA-Kun, vereinz. n GA, verbr. ö Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1, ZE-Bur, WA-So, Wb-Ak 52; eene, ne vereinz. sö Altm., HA-Sa, verstr. mittleres/s JE2, JE1-Wo, vereinz. w JE1, HA-Bre NHa, OSCH-KlQue, QUE-Frie, CA-Mi; ejn SA-Jee; än SA-Ne; eän GA-Mie; aein GA-Pe; äin OST-Klä, verstr. mittlere Altm.; ein, eyn, ain SA-Bre Dam, verbr. w Altm., verstr. w OST, vereinz. w STE, JE2-Za, verstr. w elbostf., QUE-Su; eine, aine WO-Me, verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., vereinz. nthür.; ane, ne WE-Lü, Vk-Ask 161, BA-Schie; enne ZE-Dor, enn SA-Die, STE-Grä; in Abzählreimen, abweichend vom sonstigen Gebrauch: eene, ne Wb-Altm** 48, vereinz. ö/s Altm. elbostf., BE-Me, KÖ-Pro; een GA-Rä; Eneke Dim. Lieder-Ma Nr. 571 (vereinz. n elbostf.); Eeneken Dim. a.a.O. 589 (BA-GrAls); Eenichen Dim. a.a.O. 589 (DE-Je); enne vereinz. n/mittleres elbostf., Lieder-Ma Nr. 584 (DE); 2. Zahladj., Indefinitpron., Artikel (in betonter Stellung): st. (attr. und allein stehend): Nom. Sg. m., n.: een, n vereinz. nwaltm., Wb-Altm 46 und 263, Spr-Altm 75, SA-Rie, vereinz. OST n/mittleres JE2, verstr. mbrdb., WO-Gu, CA-Salz, verstr. anhalt.; ein, eyn, ain SA-Rie, verstr. elbostf., Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); n Vk-Ask 137 (QUE-Scha); Dat./Akk. Sg. m.: enen, eenen Wb-Altm 46, vereinz. ö/s Altm., Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), JE1-Mo, vereinz. anhalt.; een’n, n’n, ’n, [], [e] SA-Dä, Wb-Altm 46 (nur Zahladj.), Bewohner-Altm 1,334, vereinz. anhalt.; een, n SA-Ty, SA-Stap, OST-Ho Möl, JE2-Schö, JE1-Gö, ZE-Roß, KÖ-Grö; äin STE-Ho; einen, ainen verstr. elbostf.; ei’n HA-Alv, WA-GrGe, CA-Fö, BA-Ha; ohne Flexionsendung (z.B. in der Verbdg.: in e.): ene, ne WE-Lan, Wb-Nharz 7 und 49, CA-Ak; een, n Wb-Altm 16 und 46, Wb-Alm* 7, Spr-Altm 82; Dat. Sg. n. wie Dat./Akk. m.; Akk. Sg. n. wie Nom. Sg. m., n.; Nom./Akk. Sg. f. und als Stellvertreter eines Subst.: eene, ne vereinz. s Altm., verstr. mbrdb., JE1-Me, Vk-Harz 8,49, vereinz. sö elbostf., verstr. anhalt.; een vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; eine, aine verstr. elbostf., Mda-Sti 30, Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); ein SA-Bre, verstr. w Altm.; ahne, ne Vk-Ask 374, Spr-Asch 17, BA-Neu Sip; Dat. Sg. f. wie Nom./Akk. Sg. f.; außerdem: unflektiert: n JE2-Scho; sw.: Nom. Sg. alle Genera: ene, ne Wb-We 23, verstr. anhalt.; een Bewohner-Altm 1,330, Pohlmann 1905,33; eine, [ain] vereinz. elbostf., BE-Sa; Dat. (Akk.) Sg. f.: e(e)ne JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), vereinz. anhalt.; eine Wedde 1938,20; 3. Artikel in unbetonter Stellung: en(n) m./n. vereinz. w Altm., OST-Ker Le, vereinz. ö JE2, verstr. elbostf.; enne f. JE1-Kä, ZE-Dor, vereinz. elbostf., BA-Sip, Krause 1964,60; [] m./n. SA-Ko; än, [n] m./n. SA-Ab HDo, JE2-Scho; an(n), [an] m./n. SA-Bon Dä, Spr-Asch 49, Mda-Ro, verbr. anhalt.; an(n)e f. verstr. sö elbostf. omd.; a m./n. verbr. anhalt.; sonst vorw. enklitisch: ’n m./n., nwaltm., n nbrdb. auch f. (nicht eindeutig von der Kurzform für  1man zu trennen); ne, ’ne f.; ’n Pl.; 4. als Stellvertreter eines Subst. bzw. für ein logisch zu ergänzendes Subst.: m.: eener, ner verstr. Altm., JE2 JE1, ZE-Roß, vereinz. anhalt.; eender JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); einer vereinz. HA OSCH, WE-Rho; einder, ainder verstr. elbostf., Mda-Sti 30; aaner QUE-Di; ander Mda-Weg 85; Akk. Sg. vgl. st. Akk. Sg. m.; n.: eens, ns Wb-Altm 46, Sprw-Börde, vereinz. anhalt.; eins, ainsz vereinz. elbostf., Mda-Sti 30; f.: wie st. f. Nom. Sg.; unflektiert (vor allem verallgemeinernd ‘man’): een, n vereinz. Altm.; ein vereinz. elbostf.