ms-ms Lockruf für Katzen, 2: Wb-Altm 138, GA-Da, JE2-Scho, ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: vereinz. omd.
Lautf.: ms ms JE2-Scho, ZE-Roß, Wb-Ak 114; ms Wb-Altm 138; mse-mse HA-Oh; mtz-mtz Wb-Ak 114; Miez, Miez Vk-Anhalta 32; mz Mda-Sti 177, [mts] Wb-Be; [mds mds] GA-Da.
Mtworm m. TiN ‘ Milbe’, bes. ‘Mehlmilbe’ 2: GA-Da.
Lautf.: [mdvrm].
2Mr m. 1. ‘dunkelhäutiger Mensch’ 2: Wb-Altm 139, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 23, Wb-Be – Rda.: t sst je aus w sonn Mr ‘du bist sehr schmutzig’ Wb-Be. – 2a. Name für ein schwarzes Pferd, 2: GA-Da. – 2b. Name für einen (schwarzen) Hund, in Rda. wohl auch mit Bezug auf den Teufel, 3: vereinz. elbostf. – dne brinkt (schit) mr wat ‘er bekommt nichts, geht leer aus’ Wb-Nharz 128; Wenne dadermet nich tufriedn bist, denn her darmit, denn soll deck der Mohr anbläken. dass., Spr-Asch 38; Dik sall Mohr wat fleutjen. dass., Chr-Em 431.
Lautf.: Moor, Mr; außerdem: More vereinz. w elbostf.; Mer HA-Oh, Mr WE-Wa.
Mügge f. 1. TiN ‘Mücke’, in versch. Arten vorkommend, verbr. – anne Migge had mich jeschdochen DE-Ca; Um mick rum summt Fleigen un Müggen. Hbl-Ohre 1928 Nr. 1/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: diu maokst ja fan’n Mück an Elefant ‘du übertreibst maßlos’ SA-Dä; de Minschen kamen wie Müggen un Men (Maden) ‘die Menschen erschienen sehr zahlreich’ Wb-We 90; Bauernregel/Wetterregel: de Müjjen danzet, ‘t jifft gt Wer HA-Oh; wenn de mikken danzen, jift et ble rn Wb-Nharz 127; spöäln im Winder d Müggng, mütt d Br Noadfurrer krgng ‘Mücken im Winter deuten auf einen schlechten Ertrag bei Futterpflanzen’ GA-Da. – 2. in der Rda.: de Müggen pissen/seichen ‘fein regnen’,  musseln, 1: SA-Fa Ty, 2: OST-Sa, JE2-Kam, 3: verstr. HA, BLA-Ta, BE-Gü, 4: BE-Grö.
Lautf., Gram.: Mügge, [müg] SA-Ah Roh, vereinz. s Altm., JE2-Fe Schön Zo, vereinz. w elbostf., CA-Bie; Mügg SA-Die, vereinz. Altm.; Mügg(e)n Pl. SA-HDo, vereinz. Altm., GA-Brei, Hbl-Ohre 1928 Nr. 1/Wöhlbier (HA-Eim), verstr. WE; [müg] Pl. GA-Da; [mü] JE2-Scho; Müjje, [müj] JE2-Ro Scho, verstr. w elbostf.; Müjjen Pl. HA-Oh Schw; Müche OST-Sa, STE-Döl, JE2-Mö; Müch, [mü] verbr. nwaltm. w Altm. (außer sw); Müch(e)n Pl. vereinz. SA, OST-Thie; [mü] MdanwJe1a 42 (JE1-Dre GrLüb The); Mücke, [mük] OST-Katt, vereinz. s Altm., Mda-nwJe1a 42 (verstr. nw JE1), vereinz. elbostf. omd.; Mück, [mük] vereinz. nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; Mücken Pl. SA-Ty, OST-Gen Sa, JE2-Kam, ZE-Nu, HA-Uep War, vereinz. s elbostf. BE; [mj] Siedler-Je § 76a (JE2, n JE1); [mk] a.a.O. § 76a (JE2, n JE1); Migge, [mig] WE-Is Ri, QUE-Di, verstr. anhalt.; Miggen Pl. Wb-We 88, [mign] Pl. BE-Gü; [mj] Siedler-Je § 76a (mittleres/s JE1); Micke, [mik] verstr. mittleres/s JE1, Mda-Ze (verstr. ZE), WO-Gli Zie, verstr. s/ö elbostf., BLA-Sti, verstr. w anhalt.; Micken, [mikn] Pl. Mda-sJe1 9 (verstr. s JE1), WO-Mei, HA-Alv, verstr. s/ö elbostf., BLA-Sti; [mk] WA-Neu; [m] Dialekt-Ma 10 (vereinz. sw JE1, CA-El). Zus.: sonstiges: Müllermücke.
Mulle f. TiN ‘Katze’, Ruf- oder Kosename, auch Lockruf für Katzen, 2: GA-Da.
Mlsr n. ‘Ausschlag, Entzündung am Mund’, bes. in den Mundwinkeln,  Kibbeke(n), 2: GA-Da.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.
msig Adj., nur in der Rda.: sik msig mken ‘übermütig, frech, unverschämt werden’ 2: Wb-Altm 142, Id-Altm, GA-Da, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 180, Wb-Be – Rda.: make dek jo nich musich ‘werde nicht frech’ Spr-Harza 220.
Lautf.: musig Wb-Altm 142, Id-Altm, Wb-We 87, Id-Queb 12, msig Mda-Sti 180; [mzik] GA-Da; musich verstr. elbostf.; mausig Wb-We 87; [mauzi] ZE-Roß, Wb-Be.
Mutte f. 1. TiN ‘Motte’ 2: GA-Da, Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 180, Vk-Anhalta 272, Wb-Be – Rda.: du kriste Motten Ausruf der Verwunderung, ZE-Roß; mutten hebben ‘trotzig sein’ Id-Queb 12; grte mutten hebben ‘prahlen, eingebildet sein’ Wb-Nharz 130; Mutten maken ‘Umstände, Schwierigkeiten bereiten’ Wb-We 92; dat du de Mutten (Tuberkulose) krist ‘möge es dir schlecht ergehen’ Wb-We* 228; Reim:Niet Tüg te haalen, wie jesejjt,
Slütt se et Kleederschrank nu op.
Mott sick vorrfehren
(erschrecken) a’r nich slecht –
Ne Mutte flüjjt se an en Kopp.
Gorges 1938,73.
– Kleidermotten werden bekämpft, indem man Kienholz oder am Johannistag gepflückte Blätter des Nussbaums in die Schränke legt. Vk-Anhalta 272. – 2. ‘sonderbarer, eigenwilliger Mensch’,  Krauter, auch ‘leichtfertiger, oberflächlicher Mensch’,  LuftikusDu bist eine Motte. 4: Vk-Anhalta 272.
Lautf., Gram.: Mutte, mutte, [mute] verstr. elbostf., Mda-Sti 180, Wb-Be; [mut] GA-Da; Mutten Pl. vereinz. s elbostf.; Motte, [mot] verstr. ZE, WE-He Zi, QUE-GrSchie, Vk-Anhalta 272, Wb-Be; Motten Pl. Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie).
Mze f. ‘Katze’, Ruf- oder Kosename, 2: GA-Da.