indennen Vb. 1. ‘sich (mit Schlamm oder Mist) beschmutzen’ 2: STE-Ho. – 2. ‘hart, fest werden’, vom Erdboden – dee Eer is indennt 2: GA-Ga.
inpacken Vb. 1. ‘verpacken, in ein Behältnis packen’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – 2. refl. dass. wie  inmummeln, 2: GA-Ga Ip, JE2-Scho, 3: OSCH-Grö. – 3. ‘aufgeben, nachgeben’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, Wb-We 57, Wb-Nharz 87, CA-Fö – met die paar Trimpe in de Hand kannst de man inpackn ZE-Roß.
Ksedolch m. ‘schlechtes, stumpfes (Taschen-)Messer’, abw.,  Pk(s), 2: GA-Ga, vereinz. mbrdb., 3: verstr. elbostf.
Lautf.: Käsedolch; außerdem: Kese- ZE-Gö Ser
Kaufmich m. 1. dass., 2: ZE-Roß, 3: Vk-Ask 381, 4: Wb-Be. – 2. ‘Kaufmannslehrling, Gehilfe des Kaufmanns’, scherzh.,  Ldenswengel, 2: ADVk Nr. 238d (SA-Re, GA-Ga), ZE-Roß, 3: ADVk Nr. 238d (WA-Un, WE-Da), 4: Wb-Ak 94.
Lautf.: Kfmich.
kken Vb. 1. ‘gucken, schauen’ 1/2/3: allg. nd. (außer mittleres/s elbostf., dort vereinz. neben  kucken) – dat is doch seo naiwlich (nebelig), dat’n nich fan n’n Hius nao anna kkng kann SA-Dä; Rda.: He kiekt as’n Mus ut’n Dunk Hede (aus einem Bündel Werg). ‘Er guckt verständnislos, verblüfft.’ Spr-Altm 82; de mokt n pa Ogn, as wennt Uhl ut n Heedunk kickt dass., STE-GrMö; Daomit kann’r nich wt ümmher kik’n. ‘Er hat sehr beschränkte finanzielle Möglichkeiten.’ Wb-Altm 278; kiekt nich wieder wie de Nese reckt ‘er hat einen beschränkten Gesichtskreis’ Sprw-Börde; He hat to deep int Glas keken. ‘Er ist betrunken.’ Bewohner-Altm 2,129; kke mal an!Ausruf der Verwunderung, HA-Oh; he lett sien Kieken ‘er stirbt’ GA-Ga; Sprw.: wecker dod is, lett sien Kieken ‘wer gestorben ist, wird von der Familie vergessen’ SA-Die; Kiek, eh’r de köffst. Spr-Altm 77. – 2. in der Verbdg.: klar Kiek ‘dünner Kaffee’,  Plurre, 2: GA-Wer.
Lautf.: kken, kieken, [kk]. – Gram.: Zu sw. Flexion tritt st. gebildetes kken Part. Prät. verstr. nbrdb., [kakn] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1), [jekak] ZE-Kö, zusätzlich auch sw. kkte 1./3. Sg. Prät. verstr. nbrdb.; kken 3. Pl. Prät. Rauch 1929,155. Zuss.: zu 1.: hen-, hinderdorch-, in-, n-.
Klint m. 1. ‘Anhöhe, kleiner Hügel’,  Barg, 3: OSCH-De, Wb-We 67, Id-Queb 4 – hei wont opp’n klinte. Id-Queb 4. – 2. in FlN, 3: GA-Ga, verstr. s elbostf. – Kattenklint Wb-Nharz 294; Der Klint BE-He; daneben als FlN wüster Ortschaften und in Urkunden belegt – dat hus up dem Klinthe zu Wernigerode 1388, UB Wernigerode 165.
Etym.: K. steht im Zush. mit dän./schwed. klint in den Bed. ‘steiles Meeresufer, Abhang, Hügel’, zur Bed. und Verbr. vgl. auch Bischoff, K.: Klint im Deutschen. In: Festschrift für G. Cordes. Bd. 2: Sprachwissenschaft. Neumünster 1976,20ff.
Klobenwalde NeckN für den ON Klötze, 1: SA-Ta, 2: SA-Im Kö, GA-Ga Wen.
Lautf.: Klobenwalde SA-Im, GA-Ga Wen; Klopen- SA-Ta; Globen- SA-Kö.
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.
kloppen Vb. 1a. ‘klopfen, schlagen, hämmern’ 2: Wb-Altm 106, Spr-Altm 79, ZE-Roß, 3: vereinz. HA OSCH, Wb-We 67, Wb-Nharz 100, QUE-Di, 4: vereinz. omd. – an Nl inne Wand klopp’m Wb-Ak 91; hei het al umme dreije klopt Wecken durch Klopfen, Wb-Nharz 100; Rda.: hei is med den Dummbüdel ekloppet ‘er ist dumm, nicht bei Verstand’ Wb-We 67; Upp’n Busch klopp’n ‘jmdm. Informationen entlocken’ Wb-Altm 106. – 1b. ‘die Sense dengeln, durch Hämmern schärfen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. mittleres SA, vereinz. OST, verbr. mittlere/s Altm. JE2 mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: BLA-Sti, QUE-Frie, vereinz. BA, verbr. ö CA BE, KÖ-Bie Cör, vereinz. DE – haste nau schon de Sese jekloppt? ZE-Steu. – Brauch: In der Feierabendzeit sa- ßen die Mäher auf der Straße vor den Haustüren und klopften ihre Sensen. Die Sense wurde auf einen Amboss gelegt und die Schneide langsam weiterrückend mit einem Hammer solange geklopft, bis sie haarscharf war. HA-Ack.  denneken hmern 1hren. – 1c. ‘durch wiederholte Schläge Bast von einem Weidenzweig zur Fertigung einer Flöte lösen’, dabei wurden Bastlösereime gesungen oder gesprochen, 1: Matthies 1912,7 (SA-Fa), 2: vereinz. Altm. (außer GA), verstr. mbrdb., 3: vereinz. nw elbostf., verstr. sö elbostf., 4: verstr. nthür., vereinz. anhalt. – Bastlösereim:Klopp, klopp Stoak’n
will’n Fleit moak’n.
All Wied’n goahn aff,
un du geihst ouk aff.
Matthies 1912,7 (SA-Fa).
1
d. ‘Getreide dreschen’,  dörschen, 4: BE-Neu. – 1e. ‘Steine mit dem Hammer zerkleinern’, bes. solche, die zur Instandhaltung der Chausseen dienten, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 100. – 2. refl. ‘sich  balgen, prügeln’ 1: SA-Bee, 2: Wb-Altm* 78, SA-Pre, GA-Ga Ro, STE-Ta, JE2-Me Schar, vereinz. mbrdb., 3: vereinz. n elbostf. w JE1, Wb-We 67, WE-Be, Wb-Nharz 100, 4: vereinz. w anhalt. – se hebben sek hellesch eklopt Wb-Nharz 100. – 3. ‘kaufen’ 3: Id-Queb 4.
Lautf., Gram.: klopp(e)n; außerdem: klopp’m, kloppm SA-Brie, GA-Lo, JE2-GrWud, JE1-Wo, QUE-Di, CA-Atz, Wb-Ak 91, KÖ-Kör, DE-Ra; [klop] GA-Sche, JE2-Scho, JE1-Re, Wb-Be, DE-Els; klopp Imp. Sg. Matthies 1912,7f. (SA-Fa NFe, STE-Hü), OST-Sa, STE-Ho Schä, BE-Nie; kloppe Imp. Sg. GA-Fe, WO-An, verstr. mbrdb., vereinz. nw elbostf., verstr. sw elbostf., vereinz. omd.; gekloppt Part. Prät. JE2-Schar; [klpm] Siedler-Je § 252, HA-Uep; klobb(e)n SA-Mel, STE-Han Sto, WO-Ri; klobm, [klob] SA-Dä Rist, CA-Ak; [glob] verbr. BE, Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); klopfen OST-Möl Ucht, STE-Schä, WO-Ro, JE2-Alt Ge, vereinz. JE1, ZE-Ra, CA-Schw; klopfe Imp. Sg. BA-Neu Sip, KÖ-Ma; [glub] veralt. Mda-Fuhne 16 (DE-Ca). Zus.: zu 1a.: in-.
Knubben m. ‘verwachsener Holzklotz, der schwer zu spalten ist’,  Knorren, 2: Id-Altm, OST-Ost, GA-Ga, WO-Loi Sa, JE2-Kam KlWu Par, 3: HA-Hu, WE-La.
Lautf.: Knubb(e)n Id-Altm, OST-Ost, GA-Ga, WO-Sa, HA-Hu, WE-La; [knb] JE2-Par; Knuppen JE2-Kam; [knm] JE2-KlWu; Knobben WO-Loi. Zus.: Holt-.