frösteln Vb. ‘unter den Gefrierpunkt sinken’, von der Temperatur, vgl. 1frsen, frösten, auch ‘leicht überfrieren’, von Wasserflächen oder vom Boden,  werhösseken, 2: JE2-Schö Wa, 3: BE-He, 4: vereinz. w BE – es had a bisschen jefresdeld BE-Al.
Lautf., Gram.: frösseln JE2-Schö Wa; [jfresdld] Part. Prät. vereinz. w BE.
Glatteiskuchen m. ‘Blechkuchen mit Mandeln und Zuckerguss’ 4: Wb-Ak 79, BE-Al.
Lautf.: Jlatteiskchen, [jladaisgn].
Gnatzkopp m. 1. ‘Mensch mit schorfigem Ausschlag, Grind auf dem Kopf’ 3: Wb-We 41, 4: Wb-Be. – 2. Schimpfwort – a. ‘garstiges, ungezogenes, weinerliches, quengeliges Kind’ 3: Sprw-Börde, CA-Salz. – b. ‘mürrischer, verdrießlicher, nörgeliger Mensch’, auch ‘eigensinniger, starrköpfiger Mensch’,  Dickkopp, 2: JE2-Scho, 3: vereinz. w elbostf., 4: BE-Al – dät isn olln Jnatskopp, d mkelt wa alles JE2-Scho. – c. dass. wie  1Gnatterkopp 1., 3: HA-Oh, BE-Gü, 4: Wb-Be. – d. ‘beißwütiges Pferd’ 2: JE1-Zi. – e. dass. wie  Gnatzfinke, 3: Wb-We 41, Id-Quea 155.
Lautf.: Gnatzkopp, J-, [jnatskop]; außerdem: [jnadsgob] BE-Al; Nbf.: Natzkopp, [natskop] Wb-Be, BE-Gü.
Gottesacker m. ‘Friedhof’,  Kerkhoff, 2: JE1-Gö, vereinz. n ZE, verstr. s ZE, 3: vereinz. WA, BLA-Ta, verstr. sö elbostf., 4: verstr. nthür., verbr. anhalt. – dor ld uffen Joddsaggor BE-Al; ... uf n Jottsacker vor ihr Jrab ... Wäschke 61920,42; dor Joddsaggor is bai uns ne Grche DE-Ca; Hinder den thum an der stadtmauren liget der gottesacker ... Amt Coswig 1566, Landreg-Anhalt 3,38.
Lautf.: Gottesacker, J- vereinz. ZE, WA-Tha Wa, vereinz. sö elbostf. anhalt.; sonst: Gotts-, Jotts- (anhalt.: [jodsagr]).
1hlen Vb. 1. ‘etw. oder jmdn. herbeibringen, herbeischaffen’ verbr. – n’ Dokter hlen HA-Oh; ick rönne rasch hen un hoale Neiwersch Muttern Heimatkalender-Je1927,117 (JE2-Vie); hle mich jlai m ne Flasche Bor BE-Al; en kint halen von der Tätigkeit der Hebamme, Wb-Nharz 67. – 2. ‘etw. oder jmdn. wegschaffen’ verbr. – se könn’t nich haol’n von Menschen oder Tieren, denen eine zu schwere Last aufgeladen ist, Wb-Altm* 55; Rda.: b dne is nich fel te hlen ‘er besitzt wenig’ HA-Oh; dik schall dai Daika (der Teufel) haon Fluch, SA-Dä; hoal die de Schla (der Schlag) dass., Bauernwelt-Ze. – 3. ‘stehlen’,  klauenhaite nacht hanse unse Eppel jehlt 4: CA-Ak. – 4. in der Verbdg.: er holt’s tief ‘er stöhnt’,  stnen, 4: DE-Re.
Lautf.: hlen verbr. elbostf.; [hl] Id-Eilsa 66; ha(a)l’n, hal’n WA-GrGe We, WE-Be, BLA-Ha, QUE-Di; hoalen OSCH-Har; haoln, hoaln, [hln] SA-Altm Bon, Wb-Altm 77, Wb-Altm* 55, Hausfr-Altm 1925,54, JE2-Scho; haoll Mda-Ro, [h] Nd-Börde § 48; h(a)ll Mda-nwJe1a 51 (JE2-HSe, verstr. nw JE1); [hn] SA-Die; [haon] SA-Dä; hol’n, [hln] JE2-Mi, Wb-Be; [h] CA-Ak, hll Mda-nwJe1a 51 (JE1-Wol); hollnVk-Ask 375. – Gram.: holg Imp. Sg. verbr. anhalt. Zuss.: zu 1.: hen-, hr-, in-; zu 2.: wer-; sonstiges: in-, wer-.
Hand f. 1. ‘unterer Teil des Armes zum Halten, Greifen und Tasten’ verbr. – de linke, rechte Hant HA-Oh; Das Haus stt d jlei linkerhand. Wb-Ak 106; d hest dne Hänne nich ondlich ewascht JE2-Scho; anne Hand vull Wb-Ak 65; ne Hant hoch, breit, lank, deip HA-Oh; w Hand un Dau’m hk soll der Speck bei einem guten Schwein sein, Wb-Ak 65; Rda.: med Hennen un Lennen (Lenden) ‘mit Hand und Fuß’ Wb-We 46; Hann un Föt tohop leggen ‘unablässig um etw. bitten’ JE2-Ku; kann nich mit de Hand in’n Sack kommen ‘er ist unzuverlässig beim Bezahlen’ Sprw-Börde; nich rein Hand hoalen ‘stehlen’ STE-Gra; de Hand opholen ‘etw. haben wollen’ Sprw-Börde; hei hat n’ pen Hant ‘er ist freigebig, großzügig’ HA-Oh; ter hant sn ‘zur Verfügung stehen’ Wb-Nharz 69; tar Hand gahn ‘helfen’, auch ‘rechts gehen (vom eingespannten Pferd)’, vgl. Handprd, Id-Eilsa 66; op der Hand gn ‘links gehen (vom eingespannten Pferd)’ Wb-We 46; sek op sine eigene Hand setten ‘sich selbst schädigen’ Wb-We 46; et kan einen ml wat op de hant stten ‘es kann einem ein Unglück zustoßen’ Wb-Nharz 69; Wat umme de Hand de nehm’n heb’n ‘Beschäftigung haben’ Sprw-Harzvorld 399; Da hat’n nist in de Hand de nehm’n ‘müßig, untätig sein müssen’ Sprw-Harzvorld 399; en dch fr der hant hebben ‘den Tag vor sich haben’ Wb-Nharz 69; dek wart de glwe wol noch in de hant kommen ‘du wirst es noch glauben’ Wb-Nharz 69; ‘s wr s finster, mor kunne kne Hand vor en sn. Wb-Ak 65; dor gann nich rwden, dor had dsworl Henne ‘er ist ungeschickt’ BE-Al; Hand van’n Sack, is Hawer in ‘Hände weg, das ist mein Eigentum!’ Bewohner-Altm 1,338; ‘t kömmt up’n Hand vull Noten nich an ‘es wird nicht ganz genau genommen’ Bewohner-Altm 1,337; Hänne bekikken jift Arjer Sprw-Börde; Sprw.: ne Hand wescht de an’nere. Wb-Ak 65; Rein Hand geit dörcht ganz Land. Wb-Altm* 73; Wenn ‘e de Hand in’ Sacke hat, kummt’t op ne Handvull nich an Sprw-Harzvorld 374; Vöäl Hänn’ moak’n bald ‘n Enn’ un leere Schötteln. Spr-Altm 50; Rätsel:Hänget anne Wand,
Wie ‘ne dohije
(tote) Hand. – der Handschuh, Lieder-Ma Nr.
507 (WO-Ol).
– 2. in der Verbdg.: en leiwen Gott siene HännePflN ‘Hornklee’ 3: Vk-Harz 3,51.
Lautf., Gram.: Pl.: Hänne, [hen]; außerdem: [hen] SA-Dä; Hänn’ Spr-Altm 50; Hänge, hänge Mda-Ro, Bauernwelt-Ze, ZE-Roß, Serimunt 1930 Nr. 82, Wäschke 71913,3; henge Mda-Sti 9, BA-Ha, [he] Mda-Fuhne* § 258,4 (vereinz. KÖ) (veralt.). Zuss.: zu 1.: Hinder-, Jesushändchen, Johannis-, Kindes-, wer-, werhändken.
herumstörlen Vb. dass. wie  herummooren 2.dr gann was rumschdarl’l 4: BE-Al.
hch Adj., Adv. verstr. 1. ‘von beträchtlicher Höhe, Ausdehnung in vertikaler Richtung’ – De Mauer is sre hk. Wb-Ak 70; dor Bm is hg, das Haus is noch hgor DE-Ca; Hüüt un morn is Faßlm, sau hauch sallt de Flass wassen. scherzh. Wunsch für eine gute Ernte, der von den Burschen beim Heischegang zur Fastnacht ausgebracht wird, wobei sie mit der Hand eine übertriebene Höhe anzeigen, Brauch-wAltm 26 (SA-Dä Jeeb); Rda.: de Himmel ward hooch ‘die Wolken steigen’ Wb-Holzl 105. –2a. ‘in beträchtlicher Entfernung vom Erdboden’ – ümmer högger ropp Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); Sprw.: Wer nich hoch stigt, kann nich deip dal fallen. WO-Gu. – 2b. ‘in relativ großer Höhe’ – Rda.: et hat nich hoch eläen ‘es wurde gestohlen’ WA-Schw; de nse hch drn ‘stolz, überheblich dahergehen’ Wb-Nharz 80. – 3. ‘eine bestimmte Höhe (Tiefe) aufweisend’ – Da liet datt Getreide sau twei Hänne hoch. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); Mit de Wiele steg dat Water ümmer noch höjjer … Wedde 1938,74; h genug ‘ausreichende Wassertiefe’ Elbschifferspr. 395 (STE-Bit, CA-Ak). – 4. ‘auf, empor, hinauf, herauf’, meist in Verbzuss. – d Blauwippschtrt (Bachstelze) flt hch un dl JE2-Scho; hoch! ‘steh auf!’ ZE-Roß; hoch! op! Ruf beim gemeinsamen Heben, Wb-We 52. – 5. ‘zeitlich weit fortgeschritten’ – wu hoch is et? ‘wie spät ist es?’ HA-Erx; et is höjjeste Tt! HA-Oh. – 6. ‘eine große Summe beinhaltend’ – he Pacht HA-Oh. – 7. nur Kompar. ‘übernatürlich’ – ne höggere Macht WO-Dru. – 8. ‘ärgerlich, zornig’,  fuchtigdor is hg BE-Al. – 9. ‘lebhaft, turbulent’ – hch hrgn Wb-Nharz 80.
Lautf.: hch, [h] verstr. ö nwaltm. ö Altm., JE2-Scho, verstr. JE1 ZE elbostf., Mda-Sti 151, BA-Sil; [hch] QUE-Di; hk verstr. anhalt.; hg BLA-Brau, CA-Su, BE-Al, Mda-Fuhne 20 (DE-Ca); [h] Elbschifferspr. 395 (STE-Bit, CA-Ak); [hou] CALV-Uth Zo; hech Mda-Weg 98; hauch SA-Rist, BrauchwAltm 26 (SA-Dä), verbr. w Altm.; huoch OSCH-Di; [he] Mda-Ro; [heo] verstr. nwaltm. – Gram.: Kompar.: höjer STE-Wi; höjjer Wb-Holzl 105, HA-Oh, Id-Eilsa 68, Wedde 1938,74; höger Wb-Altm 83, Bewohner-Altm 1,348; högger Wb-Altm 83, Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), WO-Dru; [hr] ZE-Roß, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1); [hjr] ZE-Roß, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1 nö CA); [hjr] verstr. ZE; hejer Wb-Nharz 80, BLA-Brau; hecher Wb-Nharz 80, Mda-Sti 151; [hr] BA-Ha; [hegr] QUE-Di; [hgr] Mda-Fuhne 20 (DE-Ca); hker Wb-Ak 70; hejr Mda-Ro; Superl.: de höjjeste Wb-Holzl 105, HA-Bee Oh; hejeste Wb-Nharz 80; [hst] Mda-Ze (ZE-Roß); [an hstn] ZE-Roß; an hechste BLA-Brau, hechste Mda-Sti 151; [hst] verstr. ZE. Zuss.: zu 1.: hs-, manns-; zu 2.: himmel-.
Holtappel m. PflN ‘wilder Apfel’, auch die Frucht, 1: SA-Die, 2: SA-GrGe, WO-Col, JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: BLA-All, BA-Ha, Wb-Ak 71, verstr. BE, DE-Ca – uff dn Bm wagsen Holsebbel BE-Al; an d Holtäppeln bit’n sich de Tn’n t JE2-Scho.  Appelbm Holtappelbm Höltjer Höltke(n) Höltkenbm Wildappel Wildappelbm Wildling.
Lautf., Gram.: Holtappel, [holtapl]; außerdem: [holtepl] Pl. WO-Mei, HA-NHa; [htabo] SA-Die; [holtsapl] Wb-Be, Holzappel BLA-All, BA-Ha; Hols- Wb-Ak 71; [holsabl] verstr. BE; [-eb] Pl. DE-Ca; höltj Appel Wb-We 53.
hopsen Vb. ‘springen, hüpfen’ 1: verbr. nö nwaltm., 2: verbr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 118, verbr. s CA BE KÖ, vereinz. DE – or hobsd ewworn Jr’m BE-Al; Rda.: hei geiht hopsen ‘er stirbt’ OSCH-Ad.  hampeln hinkeln hinken hippeln hoppeln hoppen hukkeln 1hucken hucksen humpeln hunkeln hunkseln huppeln huppen hupsen springen wuppen wupsen.
Lautf.: hop(p)sen, [hopsn]; außerdem: [hopsn]OST-Vie, Wb-Be; hopzen HA-Oh, Wb-Nharz 82; [hobsn] verstr. BE.