horstig Adj. ‘trocken, unfruchtbar’, vom Acker, 4: BE-Al.
Lautf.: [hordi].
hulpsen Vb. ‘Schluckauf haben’ 4: BE-Al.
Lautf.: [hulbsn].
Hundetache f. 1. ‘Hündin’, abw.,  Tache, 4: BE-Al. – 2. dass. wie  Hunderacker, 2: ZE-Brä Roß, 3: CA-Ba.
Lautf.: Hunnetache; außerdem: [hunda] BE-Al.
1Ht f. 1. ‘Gewebeschichten, die die Oberfläche des menschlichen und tierischen Körpers umschließen’ vereinz. – ik heff m än jants’n Fltsch’n Ht afferd’n JE2-Scho; Rda.: bet op de Hd nt ‘völlig durchnässt’ Wb-We 54; met ht un hren ‘völlig, restlos’ Wb-Nharz 84; ut der Hd fören ‘wütend werden’ Wb-We 54; t heilder ht kommen ‘unerwartet, ohne erkennbare Ursache eintreten’ Wb-Nharz 84; mit heilder Hut dervon kommen ‘etw. ohne schlimmere Folgen überstehen’ Sprw-Börde; De kann nich in heel’ Hut lew’n. ‘Er ist streitsüchtig, neigt zu Tätlichkeiten.’ Bewohner-Altm 1,341; in keinder gden ht schtekken ‘nicht gesund sein’ Wb-Nharz 84; hei henget man noch knappe in der Hd ‘er ist sehr abgemagert’ Wb-We 54; is nischt wie Hut un Knocken dass., Sprw-Börde; Sprw.: Du müst dn Ht sülwst to Marcht draogn, un so dr verköp’n ass’t gaon will. Wb-Altm 275; in andre Hü’e is guud Raime sni’en Wb-Holzl 107; Rätsel: ‘t hat noin Hü’e un bitt alle Lü’e – die Zwiebel, Wb-Holzl 107. – 2. ‘Haut, die das Bauchfett des Schweins umschließt’,  Flse, 4: BE-Nie Sa Scha. – 3. ‘Schale der Wurst’,  Worstpelle, 2: GA-Vi, 4: BE-Am. – 4a. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: OST-Schö, GA-Bo, WO-Col, JE1-Scha, 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhaltb 10 (BA-Ha), vereinz. anhalt. – 4b. ‘Fettschicht auf ungekochter Milch’,  Sne, 3: BE-Gü, 4: BE-Al Dro.
Lautf.: Ht, [ht], Hdvereinz. nd., Mda-Sti 19, Vk-Anhaltb 10 (BA-Ha); Haut, [haut] OST-Schö, WO-Col, JE1-Ra Scha, OSCH-Em, BLA-Ta, BA-Ali, vereinz. nö CA, verstr. anhalt. Zuss.: zu 1.: K-; zu 2.: Lsen-; zu 4a.: Melk-.
jählingen Adv. 1. ‘gierig, hastig’, bes. beim Essen, 2: ZE-Hu Roß, 3: BE-Gü, 4: Wb-Ak 77, BE-Al, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca), DE-Lau – machd nich s jellejen BE-Al; Iß nich s jellejen, ‘s jt mr nin Wb-Ak 77; Rda.: man nich so jeljen! Beschwichtigung, ZE-Roß. – 2. ‘plötzlich’ 3: Mda-Ro, 4: BE-Al, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca).
Lautf.: [jeljn] ZE-Hu Roß, DE-Lau; jellejen Wb-Ak 77, [jeljn] BE-Al, Mda-Fuhne 28 (DE-Ca); jäljn Mda-Ro; gelgen BE-Gü.
Kakgänschen n. PflN 1. ‘Anemone’ 3: BE-Gü. – 2. ‘Rittersporn’ 4: BE-Al. – 3. ‘Hohler Lerchensporn’ 4: Vk-Anhalta 74 (BE).
Lautf.: Kakgänschen; außerdem: [ggjensn] BE-Al.
Kamm m. 1. ‘Gerät zum Glätten, Ordnen und Feststecken des Haars’ verbr. – Rda.: wer einen Kamm schern ‘unberechtigt gleich behandeln’ HA-Oh; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung, liederliche Wirtschaft’ ZE-Roß; Rätsel: H hurtget mi, h purtget mi, h maoket mi so blank. Wb-Altm 272;T’ wer eml n Mann,
de harre einen Kamm,
den smeit’e in de Elwe,
da warent ganze twölwe. – 11+1
HA-Oh;
Das Rätsel basiert auf dem Sprachspiel mit der Klanggleichheit von Elbe und elf im Nd. – Männer trugen noch im 19. Jh. einen halbrunden Hornkamm am Hinterkopf, der das glatt nach hinten gekämmte Haar straff hielt. Tracht-ProvSachs 193 (STE). – Volksgl.: Bis in die Mitte des 19. Jh. (z.T. noch bis zur Jh.-wende) wurde der K., mit dem der Tote gekämmt wurde, mit ins Grab gegeben. – 2. ‘roter, gezackter, fleischiger Auswuchs auf dem Kopf von Hühnervögeln’ 2: SA-Rie, ZE-Ze, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: tich schwillt woll ter Kamm ‘du wirst wohl übermütig’ Wb-Be; dat möchtek mal in’n Kamm biten derb, von Männern gebraucht, wenn sie ein Mädchen begehrenswert finden, Sprw-Börde; einen op’n kam bten/schpukken ‘sich heftig wehren, jmdm. arg zusetzen’ Wb-Nharz 92; ik keme dik gliks op’n Kamm! Drohung, HA-Oh. – 3. ‘Mähnenpartie des Pferdes (und des Rindes)’, z.T. einschließlich des Widerristes, auch ‘Mähne’ 1: SA-Se, 2: Wb-Altm* 59, OST-Kre, 3: JE1-Me, verbr. w elbostf., BA-Ge, 4: BLA-Sti, BE-Al, DE-Que.
Lautf.: Kamm; außerdem: kammp Vk-Ask 379. Zuss.: zu 1.: Hrn-, Lse-, Nt-; zu 2.: Hnen-; sonstiges: Knirr-, Knr-, Knurr-, K-.
Kesselloch n. 1. ‘großes Loch im Feuerherd oder in der Waschküche, in dem der Kessel steht’ 4: Wb-Ak 87, Wb-Be, Wäschke 41919,106. – 2. Kinderspiel, bei dem ein Messer so geworfen werden muss, dass es im Erdboden stecken bleibt, vgl. MesserstechenGesselloch schbl’l 4: BE-Al.
Lautf.: Kesselloch Wb-Ak 87, Wäschke 41919,106; [késo] Wb-Be; [gézllo] BE-Al.
Knackrse f. PflN ‘Klatschmohn’,  Klatschmn, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Schie, verstr. ö BE KÖ, DE-Lau – ich hawe a Schdraus Gnagrsen BE-Al; Rda.: hei siet ut wi ne Knackrause Wb-Holzl 122 (WA-KlWa). – Volksgl.: Die K. sind die Blutstropfen der Kinder, die der  Kornengel 1.ins Korn gezogen hat. Vk-Anhaltb 48.
Lautf., Gram.: KnackroseWO-GrAm, Vk-Anhalta 78, vereinz. s BA, verstr. CA, BE-KlMü, DE-Lau; [gnagrz] verstr. ö BE; KnackrosenPl. Vk-Anhaltb 48, KÖ-Grö Wö; -rause WO-HWa Ir, Wb-Holzl 122 (WA-KlWa), Vk-Harz 3,50, Wb-Nharz 101, QUE-Di Ga; [knkrauze] Beiträge-Nd 64 (WO-HWa); Nbff.: Knackerose veralt. KÖ-Pro; Knacker- KÖ-Wei.
Knacks m. 1. ‘knackendes Geräusch’ 3: HA-Oh, Spr-Asch 44, 4: Mda-Sti 160, Wb-Ak 92, Mda-Fuhne 12 (DE-Ca) – Et jift dann … anen klanen Knacks. Spr-Asch 44. – 2a. ‘ Sprung in Glas oder irdenen Gefäßen’, auch von Eiern oder Holz, 2: STE-Kre, JE2-Ba, vereinz. ö ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 160, Wb-Be, BE-Al Kl-Schie, Mda-Fuhne 12 (DE-Ca) – dat Glas hatn Knacks WO-El. – 2b. ‘seelischer oder körperlicher Schaden, Gebrechen’ 2: Wb-Altm 108, Beiträge-Altm 1,344, STE-Wa, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 92, Wb-Be, Wäschke 41910,149 – hei hett en knacks weg Id-Queb 4.
Lautf.: Knacks, Knak(k)s, Knax; außerdem: [gnags] BE-Al Kl-Schie, Mda-Fuhne 12 (DE-Ca); knks Mda-Sti 160.