inkappeln Vb. dass. wie  inhten, 2: GA-Mie.
Jrlinger m. PflN Apfelsorte, 2: Spr-Maa 440 (GA-Mie).
Lautf.: jöärling’r.
Jeggau ON – Neckreim:In Jeggau giww’t Kalopp, Kalopp,
de ganze Woch Kartüffelsupp.
Sönndags giww’t bloß eenmoal Fleesch,
Knoaken is dat allermeest.
2: GA-Mie.
weiteres  Sichau.
Johannisdag m. dass. wie  Johann, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Rda.: so lang as de Johannisdag ‘sehr lang’ Bewohner-Altm 2,123; Gesang der Kinder beim Tanz um die mit der  Johanniskrne geschmückte Tanne:Tripp, trapp, Kesenapp
Hiete is Johannijesdag
Vk-Harz 8,65;
Gesang der jungen Leute, die am J. zum Beerenpflücken in den Wald ziehen:Johannisdag int Feld.
Denn goam’we joa noan Wald,
Plück’n uns de Hann’sbasem bald.
Denn goawe joa noan Busch,
Denn gaiht’at in de Kusch.
Brauch-Ma 273f. (GA-Mie).
juchten Vb. 1. ‘schnell über brüchig gewordenes und sich biegendes Eis laufen’,  buchten, 2: GA-Mie, ZE-Stre Ro, 3: WA-Ble West. – 2. ‘die Eisdecke, unter der sich kein Wasser befindet, durch gleichmäßiges Schwingen zum Einbrechen bringen’, üblich unter Jugendlichen, 2: ZE-Roß.
Kalf n. 1a. ‘Jungtier des Rindes’ allg. – d Schelln jeffste d Kälwa JE2-Scho; n’ Kalf afwnen ‘ein K. der Mutter entwöhnen’ HA-Oh; dass.: wai hemm dat Kf afsett SA-Dä; Kindern, die bei Anbruch der Dunkelheit nicht vom Spielen zurück ins Haus kommen wollen, ruft man zu: das dreibeinige Kalb kommtVk-Anhaltb 49 (ZE-Pü, DE-Que); Rda.: sau dumm wn Kalf Wb-We 61; hei mket n (Augen) w en gestken Kallef WE-Be; von einem Grobian sagt man: mäncher wädd glik as en johrig Kalw geboren OST-Möl; et Kalf in de gen schln ‘die Wahrheit schonungslos (und ohne Umschweife) sagen und dadurch jmdn. beleidigen’ Wb-Nharz 91; Sprw.: hat de Dwel de Kau hlt, kann’e dat Kalf ek noch krn HA-Oh; et Kalf art na’n Ossen Sprw-Börde; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; bi Kälwer un lüttje Kinder mott’n de Maate wetten ‘Erwachsene dürfen von Kindern (und Jungtieren) nichts erwarten, was über deren Verständnis und Leistungsfähigkeit hinausgeht.’ HA-No. – Brauch und Volksgl.: Wennt Kalf in de eerste Melk blök’n deht, wart’et nich graut. Abergl-Ma 234 (GA-Mie); Kälber müssen dienstags oder donnerstags (an den Fleischtagen) abgesetzt werden. Wenn man viele weibl. Kälber bekommen will, muss die Frau des Bauern bei der ersten Fuhre Getreide das Tor selbst und ohne zu sprechen öffnen (KÖ-Dro), oder man muss die Nachgeburt der Kuh unter einem Apfelbaum vergraben (ZE-Rie). Vk-Anhalta 23.  Moses 2. – 1b. in der Verbdg.: Kälfken kumm Lockruf für Kälber,  Mtsche, 1: SA-Mel Ta, 3: verstr. w elbostf. – 2. ‘dummer, alberner Mensch’,  Dussel, auch Schelte für jmdn., der sich albern benimmt, meist auf ältere Mädchen bezogen, 2: verstr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak – bist’n Kalf Wb-Altm 94; elt Kalf! HA-Oh. – 3. in der Verbdg.: Kleenes Kälbchen TiN ‘Marienkä- fer’,  Marenkwer, 2: Vk-Anhaltb 68 (ZE-Se). – 4. ‘weiße Luftblase im Eis gefrorener Wasserflächen’ 3: OSCH-An.
Lautf.: Kalf, Kalw; außerdem: [kf] verbr. nwaltm.; Kävken Dim. SA-Mel; Kallef, [kalf] Mda-nwJe1a 41 (JE1-HZi Pa), verstr. ZE elbostf.; Kälveken Dim. verstr. w elbostf.; Kalb vereinz. ZE anhalt.; Kälbken Dim. SA-Ta; [galb] Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); Kal(l)eb Id-Eilsa 70 (2.), Wb-Ak 83, DE-Lau; [kálp] ZE-Roß, Wb-Be; [klep] Mda-Sti 46. Zuss.: zu 1.: Hirsch-, K-, Ktz-, Mastkalb, Mtsche-, Ossen-; zu 3.: Marienkalb, Mle-, Mondkälbchen, Mtsche-, Mkälfken.
Kant(en) m. 1. ‘Anfangs- und Endstück des Brotes’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – dai Kand’n schmeckt am besd’n SA-Dä; en Gandn ess ich DE-Ca; Rda.: Dät schafft Känt, wenn Grotmutter luter Krum’ ät. gebraucht, wenn eine Unternehmung großen Gewinn einbringt, Bewohner-Altm 1,347. – Volksgl.: Der K. eines frisch anzuschneidenden Brotes darf nicht an Arme verschenkt werden, sonst gibt man auch den Segen aus dem Haus. Deshalb schneidet man den K. ab und gibt das nächste Stück. Abergl-Ma 233f. (GA-Mie, WO-Ir).  Brtkant(en) Brtknst Kanft Kippelkante Knaggel Knagge(n) Knwel Knst Ranft; Anfangsstück: Kusskanten Kussknst Lacheknst; Endstück: Knurrkant Knurrknst Schrknst Wneknst; die wichtigsten Synonyme s. Kt. – 2. dass. wie  Kante 5., 2: Id-Altm, Volksspr-Altm 91, Mda-Ze (verstr. ZE).
Lautf.: Kant vereinz. s Altm., verbr. mbrdb., verstr. n anhalt.; [gand] Mda-Fuhne 241 (verbr. anhalt.); Känt Bewohner-Altm 1,347, OST-Har, JE2-Alt Ge, JE1-Ih; Kanten verbr. nwaltm. Altm., vereinz. JE2 JE1, verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; [kand] SA-Dä Rist, JE2-Scho; [gandn] verstr. anhalt.; Känt(e)n verbr. n nbrdb.; Dim.: Käntchen JE2-Bö, [gendn] verstr. n BE. – Etym.: wie Kante zu mndl. cant < afrz. cant ‘Ecke’, das seinerseits gall. Ursprungs ist, vgl. Kluge 231995,423., Teuchert 21972,287f. Zuss.: zu 1.: Kippelkante, Knurrkant, Kuss-.
Kartuffelsuppe f. ‘Kartoffelsuppe’ 2: GA-Mie, 3: HA-Oh, Mda-Weg 101, Wb-Nharz 93, 4: Vk-Anhalta 43, Wb-Be – Kartuffelnzupp, Kartuffelnzupp, de ganze Woche Kartuffelnzupp! HA-Oh.
Lautf.: Kartuffelnsuppe Wb-Nharz 43; -zuppe HA-Oh; Kartüffelsupp GA-Mie; [kartóflzupe] Wb-Be; Kartoffelsupp (im Vers) Mda-Weg 101, Vk-Anhalta 43.
Kattenkopp m. 1a. ‘verwachsener Holzklotz, der schwer zu spalten ist’,  Knorren, 2: GA-Mie, STE-Osth, JE2-Alt. – 1b. ‘Holzklotz, der zu Brennholz zerkleinert wird’,  Klotz, 4: DE-Ho. – 2. PflN ‘Grasnelke’ 4: DE-Retz. – 3. PflN minderwertige, zum Kochen geeignete Birnensorte, 3: Wb-We 15, 4: Wb-Be.
Lautf.: Kattenkopp; außerdem: Katzen- DE-Ho; [kátsnkop] Wb-Be; [gadsngob] DE-Retz.
klauern Vb. dass. wie  klattern, 1: SA-Ah, 2: GA-Mie, 3: verstr. n elbostf. (außer GA) – Zus.: Wetst du wat, da klauern wie mal hoch un seihn mal tau, wat dei vor Eier hat. Rauch 1929,56.
Lautf., Gram.: klauern 1. Pl. Präs. Rauch 1929,56; klauert 3. Sg. Präs. GA-Mie, WO-Drux, vereinz. HA; klauat 3. Sg. Präs. SA-Ah; klauerte 3. Sg. Prät. HA-Erx KlSa; klaure 3. Sg. Prät. HA-Bel; eklauert Part. Prät. HA-GrSa. – Etym.: wohl Kontamination von  klauen und klettern.