Flkenbm m. dass. wie  Flbm 1., 2: SA-Sal, 3: GA-Nie.
Lautf.: Fulkenbaum SA-Sal; Fulekenboom GA-Nie.
glatt Adj. 1. verstr. – a. ‘ohne Unebenheiten’ – strke de Decke glatt HA-Oh; Rasch kämmten see sick glatt dätt Hoar ... Francke 1904,44; Verbdg.: glatt vull ‘randvoll’, vom Eimer Wasser,  schrvull, WO-He. – b. ‘rutschig, glitschig’ – De Kacheln warn je man ooch zu jlatt. Krause 1964,46; Rda.: ... un glatt un blank wie’n Oal. Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie). – c. ‘übermäßig höflich und dabei unaufrichtig, heuchlerisch’ – Rda.: glatt schwatzen ‘anderen nach dem Mund  rden’ STE-Bir; kann glatte Wöre maken Sprw-Börde; er ist glatt wie an Pfennig Vk-Anhalta 63. – 2. ‘sauber, ordentlich, nett’, bes. von Mädchen, auch ‘hübsch, ansehnlich’ 1/2/3: verstr. nd. – sek glatt maken Wb-We 40; Rda.: Drn, du bist so glatt, du kannst vör’n Köst’r un Prest’r staon. Wb-Altm 262. – 3. ‘ohne Komplikationen oder Schwierigkeiten’ verstr. – Zus.: Awwer so jlatt jink das niche ... Heese 21919,13; ick sae dich, det jeht janz jlatt ZE-Roß; Sprw.: opp’n ruhen (rauen) Maandag folget ne glatte Woche HA-No; alle Dage glatt hat selten wat GA-Nie. – 4. ‘glattweg, kurzerhand’ vereinz. – et is glatt vörbie Id-Altm.
Lautf.: glatt, j-; außerdem: jlt Mda-Sti 9; in flekt. Formen: -dd- SA-Dä, vereinz. Altm., Chr-Em 429.
Grashopser m. TiN ‘Heuschrecke’,  Heuprd, 3: GA-Nie, QUE-GrSchie, 4: CA-Ak, BE-Scha.
Lautf.: Grashopser, J-; außerdem: -hupser GA-Nie.
Harmnk f., n. ‘Ziehharmonika’,  Treckebdel, 2: vereinz. SA, WO-Sa, JE2-Red Zo, ZE-Nu Ro, 3: GA-Nie, OSCH-Krop, WA-Re, BA-Re, BE-He, 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Harmonika; außerdem: [harmnk] CA-Ak, KÖ-Kle; Harmonekao WO-Sa, [harmnek] Wb-Be; [harmnig] vereinz. BE; Haamonika SA-Bad NFe Pa; Nbf.: Harmonie GA-Nie. – Gram.: n. belegt OSCH-Krop, BE-Gier. Zus.: Hand-.
1Hn n. 1. TiN ‘Haushuhn’, bes. das weibl. Tier, vgl. Henne, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. nthür., verbr. BE – hättn Hoh n Ei läggt SA-Rist; dei Huiner rupn (mausern sich) SA-Hö; … wat de Häünder gackerten un de Aanten snatterten. Rauch 1929,11f.; Rda.: mid de Hoinern tau Bedde gn ‘zeitig schlafen gehen’ Wb-We 48; Mit d’ Hön’r to Wm gaon dass., Wb-Altm 84; d kratzet kein Haun darn ‘das interessiert niemanden’ HA-Oh; Wi hämm’ noch ‘n Hönk’n to plück’n ‘wir haben noch eine Angelegenheit zu klären’ Wb-Altm 84; wi het noch en Hineken mit’n ander te ruppm dass., Wb-We* 215; hei is immer furt wie en schwart Hauhn QUE-West; vorbistert wie de Häunder ‘verstört, verwirrt’ Sprw-Börde; Häuneken, wutte fräten, sau kleie WE-Oster; Krank as ‘n Hauhn, mag gern äten un nist dauhn. SA-Die; Sprw.: Höner bringen Fndschopp (weil sie im Garten des Nachbarn Schaden anrichten) Wb-Altm 278; Oll Kö’ gew’n Melk, jung Hünner gew’n Eier. Bewohner-Altm 1,345; et kratzt kein Hauhn ummsiss ‘wer eine Anstrengung unternimmt, denkt auch an den eigenen Vorteil’ Sprw-Börde; Op’n krank Haun hacket se alle rum Sprw-Harzvorld 374; en klauk Haun leggt ook mal in’n Brennettel ‘jeder macht einmal Fehler, irrt einmal’ HA-No; klg Hner läng k in Neddel un verbren’n sik n sch dass., GA-Da; de klauken Häuner verlegget de Eier k dass., Wb-We 48; en blind Haun findt k ein Krn a.a.O. 48; en Haun leggt dörch ‘n Kropp un ‘en Kauh melkt dörch de Stroote HA-No; Wenn väöl Hön’r in n Nest legg’n, helpt ‘t sick bald. ‘Wenn man aus mehreren Erwerbsmöglichkeiten Einkünfte bezieht, wird man reich.’ Wb-Altm 263; In nei’ Nester leg’n de Hünner gärn. ‘Neue Geschäfte und Einrichtungen werden zunächst stark besucht.’ Bewohner-Altm 1,340; Rätsel: En Hauhn kann eher en Scheppel Haber fräten as en Perd. Glöbest du dat? – ein Huhn frisst kein Pferd, Chr-Em 439; Neckvers: In Emerslä (Eimersleben) un Wormesdörp (Wormsdorf) tret se öre Häunder alleene. (dort lässt man keine Mädchen nach auswärts heiraten) HA-Ost; Abzählreim:Et saat en Heuniken ob de Kriwwe,
Tellte siene sieben Ringe.
Dit Spann, dat Spann,
Wu man oppe gahn kann,
Mit Löppeln un mit Kellen.
Brave Junggesellen.
Tif, taf, af
. Lieder-Ma Nr. 632 (BA-Ali);
Kinderlied:Putt, putt, putt, mn häuneken,
Wat deist’ up unsen hoff?
Du plükkst mek alle bläumeken,
Du mkst et gar tau groff.
Id-Quea 157;
Kinderreim:En Haun un en Hahn,
de Preddigt geiht an.
Enne Kauh un en Kalf,
de Preddigt is half.
Ne Katte un ne Mus,
de Preddigt is ut.
Chr-Em 437;
Scherzreim:Mkens, d fleutjet, un Heunder, d kreit –
am besten, wenn man se’n Kopp ummedreit
. HA-Oh;
Wetterregel: wenn sick de Häuner lusen, giwt et ander WäderBA-GrAls. – Volksgl.: Ein krähendes H. gilt als Ankündigung eines Todesfalls (Vk-Altm 266). Au- ßerdem kündigt es schlechtes Wetter (DE-GrKü), das Verenden eines Stücks Vieh auf dem Gehöft (ZE-Mühl) oder allg. Unglück an (ZE-Kö). Vk-Anhalta 29. Um das Unheil verkündende Krähen zu vermeiden, hackt man dem H. den Kopf ab. Vk-Anhalta 172 (CA-Zu). Das H. bringt die Ostereier. ADVk Kt. 32 (Einzelbelege Altm. JE1 ZE WE BLA). – 2. Dim. TiN ‘Marienkäfer’,  Marenkwer – a. in der Verbdg.: Heinecken-Steinecken 3: HA-Wed. – b. in der Verbdg.: liebe Gott sien Häuneken 3: GA-Nie. – 3. Dim. ‘ Kind’, Kosename, 3: Id-Quea 157.
Lautf.: Sg.: Hohn, Hn, [hn] verbr. Altm., JE1-Ca; [hn] OST-GrRo; [h] SA-Rist; hun Mda-Sti 33; Haun, Hauhn, [haun] verbr. nwaltm. elbostf. (außer w JE1); [haon] WO-HWa, HA-Hi NHa; [haun] SA-Pü; Häuneken Dim. GA-Nie; Heinecken Dim. HA-Wed; Huhn, [hn] vereinz. nthür., verbr. BE. – Gram.: Pl. (vgl. auch die formal zugehörigen Formen unter Henne): Hö(h)ner, [hnr] vereinz. ö nwaltm., verbr. Altm.; [hn] verstr. Altm. (außer sw); [hn] SA-Rist, vereinz. s Altm.; Höhne SA-Ben, STE-Da, [hn] Mda-Ar 37; Häöner OST-Werb; [hin] SA-Pü; [höin] SA-Zie; Höiner SA-Mel; Hehner OST-Pe, WO-Je Sa, QUE-Su, BA-Ba; Hehnder BA-Bad Rie; Honder WA-Schl; Huiner SA-Hö Ho Ty; [huin] verbr. n nwaltm.; [huin] SA-Dä; Huihnaer SA-Lag; Häuner, Heuner, Hoiner SA-Han, verstr. ö nwaltm., SA-GrGe, verbr. elbostf.; [hoen] WO-HWa, HA-Hi NHa; [hoin] SA-Ah Jü; Häunere OSCH-Ott, BLA-Be, Heunere WE-Rho; Häunder, Heunder, Hoinder verstr. elbostf.; Hoindere verstr. w WE; HainerHA-Va, HeinerCALV-Calv, WO-Me, verstr. n CA; [hainr] WA-Bey So; Heinder WO-Da, HA-Hi Neu; [haunr] WA-Be KlGe; Haunder WA-See, WE-Alt Da, QUE-Nei PrBör Schn; Haner BA-Rie; Hinner BA-Ha, KÖ-Ra; [hinr] verbr. BE; [hir] verbr. ö BE (mittlere Generation); Hinder vereinz. nthür.; Hünner Bewohner-Altm 1,340, STE-KlSchwa Osth Tan, BA-Neu; Hühner SA-Win, vereinz. OST, BA-Ra, BE-Neu We; Hihner QUE-GrSchie, CA-GrRo Sta, BE-Grö; Hien’der CA-Ca. Zuss.: zu 1.: Klwitt-, Kluck-, Klt-, Krp-, Legge-, Lk-, Noll-.
hunkeln Vb. 1. ‘hüpfen’,  hopsen, 3: GA-Nie. – 2. ‘hinken’,  humpeln, 3: HA-Bee.
hpig Adj. 1. ‘oft, häufig’ 2: Wb-Altm 87, STE-Wa. – 2. in der Verbdg.: hpig vull dass. wie  hpenig, 1: SA-Pe, 2: OST-Kru, vereinz. STE, WO-Col, JE2-Ki, 3: GA-Nie, Wb-Holzl 109, OSCH-Be, vereinz. WE, Wb-Nharz 79.
Lautf.: hpig, hüpich; außerdem: hübich STE-Steg; hpich Wb-We* 216, Wb-Nharz 79; Nbf.: [hpli] OST-Kru, STE-Schi; hüblich SA-Pe, STE-Sta.
2Junge m. 1. ‘Kind männl. Geschlechts’ verbr. – das is a richor (richtiger) Junge DE-Ca; Rda.: Dat is en dummen Jungen sien Brauder. ‘Er ist dumm.’ Wb-Holzl 36; Junge, Junge!Ausruf der Verwunderung, des Erstaunens, CA-Ak; Sprw.: Jung’s sind Jung’s Bewohner-Altm 1,341.  TZ: Hsenmatz Hsenschter Kwer Kgel Knabe Knirps 1Kter. – 2. ‘Sohn’ 2: Wb-Altm 78, Spr-Altm 14, JE2-Gü, 3: Rauch 1929,7, Wb-Holzl 114, HA-Oh No, OSCH-Di, 4: Wb-Ak 82, DE-Ca – Fritze Müldern sn Junge HA-Oh; Unse Junge word stern komformrt. Wb-Ak 82.; Sprw.: Giwt Gott Jung’ns, so giwt hei ok Böcksen (Hosen). Spr-Altm 14. – 3a. ‘Lehrling’ 1: Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), 2: Wb-Altm 93, 4: KÖ-GrPa. – 3b. ‘Schiffsjunge’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 337 (JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 337 (CA-Ak), Wb-Ak 82. – 4. ‘ Kleinknecht’ 1: SA-Pe, 2: verstr. n Altm., JE1-Scha, 3: verstr. n elbostf., CA-Löd, 4: CA-Ak – Kinderreim:Junge drief, Junge drief,
Slaah’n Witt’n oppt Lief,
Slaah’n nich int Oegelken,
Verdeinst dick kein gut Löhnek’n!
Lieder-Ma Nr. 756 (HA-
Um).
– 5. ‘Unter’, Spielkarte, 3: HA-Oh, 4: BE-Grö. – 6. in der Verbdg.: bunter Junge ‘mit grünem Laub geschmückte Gestalt beim Pfingstumzug’,  Pingsten, 1: SA-Bre, 2: verstr. SA – Brauch: Urspr. wurde der Hirte, der am ersten Pfingsttag zuletzt mit seiner Herde auf der Weide erschien, von den übrigen Hirten mit Feldblumen und Grün geschmückt und abends beim Heimtrieb von Hof zu Hof geführt:Wir bringen enen bunten Jungen int Huus,
wer em sehn will, de kom heruut.
De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Un hödden wi uns noch eher bedacht,
so hödden wi em noch bätter gemakt.
Söß Eier, söß Dreier, ‘n Stück Speck,
so gahn wi gliks wedder weg!
Brauch-wAltm 73.
– 7. in der Verbdg.: rder/rtjackiger Junge ‘Hausgeist’ 2: vereinz. OST, Kuhn 1843 Nr. 43 (JE2-Fe), JE2-Sa Schön, 3: Bewohner-Altm 2,293 (GA-Nie), Abergl-Ma 243 (WO-Ir, HA-Sü) – Volksgl.: Der rde J. rumort im Haus und richtet kleinere Schäden an. Kuhn 1843 Nr. 43 (JE2-Fe), Abergl-Ma 243 (HA-Sü). Er bringt häufig auch Glück und Geld und muss gefüttert werden. Wird er jedoch vertrieben, bringt er Unglück. JE2-Sa.
Lautf.: Junge, [ju] verstr. s Altm. JE2 JE1 ZE elbostf. omd.; Jung, [ju] verstr. nwaltm. Altm. (außer s), vereinz. n JE2; [u] SA-Dä El Hö; Junke Wb-We 60. – Gram.: Pl.: Jungens, [juns] ZE-Roß, vereinz. elbostf. anhalt.; Jung’ns Spr-Altm 14; [jus] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; [us] SA-Hö; [ju] SA-Ah; [u] SA-El. Zuss.: zu 1.: Mkens-, Mords-; zu 3a.: Lr-; zu 4.: Hde-, Hoff- , Kälwer-, Khrden-, K-, Kler-, Lämmer-, Ossen-; zu 5.: Klein-, Krz-; sonstiges: Hunde-, Kse-, Kgel-, K-, Läute-, Lp-, Lse-.
kakedtzen Vb. dass. wie  kkeln 1., 2: WO-Loi, JE2-Ni, verbr. mbrdb., 3: GA-Nie, WO-El, Mda-nwJe1b 68 (JE1-HWa Nie), WE-Is Lan, vereinz. n CA, 4: vereinz. s CA.
Lautf.: [kakdtsn], kackedatzen, -daazen; außerdem: kakadatzen JE1-Nie; gacke- JE1-Ho, vereinz. ZE; [kakdtsn], kackedätzen, -deezen ZE-Eich Roß, vereinz. CA; Nbff.: kakkerdazen JE1-Sche; kadtsn Mda-nwJe1b 68 (JE1-HWa Nie); klackedeetzen JE1-Schor.
Kdenblme f. PflN ‘Löwenzahn’,  Kblme, 1: verstr. nwaltm., 2: JE2-Gü Mö, JE1-Pa, HA-Sa, 3: GA-Nie, WO-Ba, JE1-Plö, Wb-Holzl 117, verstr. HA, OSCH-De, CA-Atz, 4: CA-Lö.
Lautf., Gram.: [kblaum] SA-Ch Die Jü; [kin-] SA-El Fa Hi; [ki-] SA-Da Gie; Keddenblome HA-Sa; -blaume Wb-Holzl 117, verstr. HA; Ken’nblaum’n Pl. HA-Schw; Keddenblume HA-Ost; Kettenblome JE1-Plö; -blaume JE2-Gü, HA-Wed, OSCH-De, CA-Atz Lö; -blume JE2-Mö, JE1-Pa, GA-Nie, WO-Ba.