Hrplse f. PflN ‘ Klette’ 2: GA-Ro Si.
Lautf.: Hoarplüse.
Hwerquappen Pl. ‘Rispen des Hafers’,  Wappe, 2: GA-Ro, WO-Li, 3: HA-Wo, OSCH-Da, WA-Ste West, WE-Sa.
Lautf.: Hawerquappen WA-Ste, WE-Sa; -quappm GA-Ro; -quabben HA-Wo; Haberquappen WA-West; -kwapm OSCH-Da; Hoaferquappen WO-Li.
Hessbn n. ‘gepökeltes und gekochtes Schweinebein’,  sbn, 1: SA-Ro, 2: GA-Ro, CALV-Lö, JE1-Gö.
hinder Präp. 1. ‘auf der Rückseite, der abgewandten Seite von etw.’ verbr. – dor schdd hinnorsch Haus BE-Ra; Hin’ner Kr’n (Kühren) lt Ledderitz (Lödderitz). Wb-Ak 70; Rda.: hindern’n Berge wnt k Le Warnung vor Engstirnigkeit und Egozentrik, Wb-We 52. – 2. die räumliche oder zeitliche Aufeinanderfolge bezeichnend, verbr. – hinnern Ploag gahn GA-Ro; de Hund satt hinnern Hosen her STE-Hä; Rda.: wich un schta jait hinnan Plch de Ba JE2-Scho.
Lautf.: hinder verstr. s JE2 JE1, ZE-Bi Bur Mö, verbr. elbostf.; hinner vereinz. nwaltm., verstr. Altm. n JE2, vereinz. mbrdb. elbostf., verstr. nö CA, vereinz. anhalt.; hin’ner Wb-Ak 70; [hinr] verstr. ö BE; [hin] verbr. nwaltm. n Altm.; [hin] OST-Kru, verstr. s Altm., [hina] JE2-Scho; [hin] SA-Dä; [hin] Mda-Ar 27; hinger verbr. nö ZE ö nthür. anhalt.; hinter QUE-Tha West, vereinz. CA.
Höltjer m. dass. wie  Höltke(n) 1a., 2: GA-Ro.
Lautf.: Höltcher.
Hottendorf ON – Von H. wird erzählt, dass über dem Tisch ein Hering hänge, an den man beim Abendessen mit der Pellkartoffel stoße; wenn er aufgebraucht sei, würde die Kartoffel in Richtung des noch hängenden Stricks gehalten. 2: STE-Ho; Neckvers: Hottendörp is Hottendörp, Jung schwieg still. 2: GA-KloNeu; Regnet es mehrere Tage, so sagt man: Jetzt geit’t uns so wiet Hottendörpschen, de hemm dree Doag gar keen Wäder hat. 2: GA-KloNeu; Neckreim:In Hottendorp un Jävenitz
do häm de Lüe sei Läwe nichts.
In Elsebeck un Beerenbrok
do äten de Lü blos Speck un Brot
. 2: GA-Ro.
weiteres  Trüstedt.
Ipse ON, in dem Neckreim:In Ips un Zips (Ziepel) is Landwehrfest,
un keener is Saldote west.
2: GA-Ro.
kl Adj. 1. ‘kahl’ verbr. – kaole Strunk SA-Die; koal sind de Böhm OST-Lo; kaolet Feld ‘leeres Feld’ SA-Die; hat en kaoln Kopp GA-Ro; d Jänsekkng sünd noch s kl unnan Bk JE2-Scho. – 2. ‘ klein’, vgl. Kle, 2: vereinz. n WO w JE1 ZE, 3: verbr. ö elbostf., 4: vereinz. s CA, verbr. BE, DE-Lau – der kaole Junge CA-Eick; ‘n kaoles Mächen CA-Salz; der kle Gustav BE-KlMü; kahle Enten ‘junge Enten’ WA-So; kahles Ei WA-So; an kaohles Perd BE-GrMü; der kaole Bom ‘der kleine Baum’; dat kaole Hus CA-Eick. – 3. ‘armselig’ 1: SA-Ty.
Lautf.: kahl, kl verstr. elbostf., Mda-Sti 16; sonst: kl; außerdem: [gl] verbr. BE; [kal] Mda-Ze (verstr. ZE), [kal] MdasJe1 18 (JE1-Pe Ra).
Kterstg m. ‘enger Gang zwischen Häusern und Gehöften’,  Gatze, 2: vereinz. nbrdb. – Rda.: auf dem Katersteig sien ‘brünstig sein’, von der Katze, JE2-Alt. – Brauch: In der Pfingstnacht wurde nicht nur Spreu vor die Tür von Mädchen gestreut, die sich im letzten Jahr unbeliebt gemacht hatten, sondern auch der K., der Weg vom Bräutigam zur heimlichen Braut, damit gekennzeichnet. Brauch-wAltm 58 (GA-Ro, CALV-Zo).
Lautf.: Katerstieg Brauch-wAltm 58 (GA-Ro, CALV-Zo); -steig JE2-Alt; Koaterstieg vereinz. nbrdb.
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.