1Kle f. 1. ‘Vertiefung im Gelände, Grube’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., Siedler-Je § 265 (JE2 JE1), JE2-Nka Scho, JE1-Rie, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – Rda.: in de Kule trn ‘hinken’ OSCH-Osch. – 2. ‘Grabloch’ 1: SA-Dä, 2: Id-Altm, Wb-Altm 120, JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf. – Rda.: dat ward ook balle ne Kuhle vull ‘er stirbt bald’ HA-No. – 3. ‘Jauchengrube, Jauchenpfütze’,  Jauchenpütte, 2: Matthies 1903,23, JE1-Buck. – 4. ‘Teich, Wasserloch’,  Dk, 2: verstr. nö Altm., GA-Vo, JE2-Fe Wul, 3: GA-Brei Wa, CA-El, BE-He, 4: KÖ-Wo. – 5. ‘mit Stroh und Erde (dachförmig) abgedeckte Erdgrube zum Überwintern von Hackfrüchten’ 2: vereinz. sw Altm., 3: vereinz. w elbostf. – 6. ‘Delle im Bett’, auch ‘Bett’,  Bedde, 3: Wb-Holzl 129, HA-Bee – hai mott sine Kule hem’m ‘er muss in seinem Bett schlafen’ Wb-Holzl 129. – 7. ‘Grübchen im Gesicht’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: Id-Queb 3 – Sprw.: Külken in d’ Backen hät’n Schelm in’n Nacken; Külken in’t Kinn, hät’n krusen Sinn. Bewohner-Altm 1,347.
Lautf.: Kule, [kl] verstr. s Altm., Siedler-Je § 265 (JE2 JE1), JE2-Fe Nka Scho, JE1-Rie, verstr. elbostf. omd.; Ku(h)l, [kl] SA-Zie, verstr. n/mittlere Altm., JE2-Wul, JE1-Buck; [gl] BE-He, KÖ-Wo; [kuo] SA-Ku Pü; [kiuo] SA-HDo Hö Wü; [kiu] vereinz. nwaltm.; Kaule WE-Is Rho; Dim.: Külk(e)n vereinz. Altm.; kleken Id-Queb 3. Zuss.: zu 1.: Ks-, Lm-, Margel-, Modder-; zu 3.: Jauchen-, Mess-, Mische-, Modder-; zu 4.: Nt-; zu 5.: Kartuffel-, Massen-; sonstiges: Hart-, Kamm-.
mken Vb. 1. ‘tätig sein, etw. tun, unternehmen’ verbr. – det maken alle Liere ännersch ZE-Gri; Eck kan et nich machn Spr-Asch 19; dat warrt glks e’mket HA-Oh; ick wett nich, watt’er t mken sall HA-Oh; d is nischt b te mken Wb-Nharz 122; S was macht mor nich! Wb-Ak 108; No, wat makeste denn awer ok! Ausruf, wenn jmd. gestolpert ist oder einen Schaden angerichtet hat, Sprw-Harzvorlg 264; Rda.: mket anderst! secht Beksmann ‘es ist nun einmal so’ Mda-Weg 106. – 2a. ‘etw. herstellen, verfertigen’ verbr. – Körw moaken STE-Hü; … ik moake mei ne Piepe … ZE-Nu; Kannste mich m anne Scharze (Schürze) machen? Wb-Ak 108. – 2b. ‘etw. hervorbringen, erzeugen’ verbr. – Feier machen Wb-Ak 108; Rda.: Make kan’n Summs nich ‘lass dein Gerede’ Spr-Asch 19. – 2c. ‘seine große Notdurft verrichten’,  schten, verstr. – dat Kind hat eben wat e’ mket HA-Oh. – 2d. ‘ein Kind zeugen’ vereinz. – hei hat’t ‘n Kind e’mket HA-Oh. – 2e. ‘sprechen, erzählen’ – platt moakn 2: Mda-Ze (verstr. ZE). – 3a. ‘etw. bearbeiten, für einen bestimmten Verwendungszweck herrichten’ verbr. – Jrs machen Wb-Ak 109; Sejl moken ‘Strohseile zum Garbenbinden vorbereiten’ WA-Neu; s Bedde machen CA-Ak; Haß (heiß) Wasser maken Spr-Asch 19; sich de Hre machen CA-Ak; de Holthauersch kunten sich nah’n Feierahnd noch ne Karre full Holt vör sich moken JE2-Gü; Unsen Acker machte Kselr. Wb-Ak 108. – 3b. ‘Speisen und Getränke zubereiten’ vereinz. – was machemor denn haide ds Midd? CA-Ak. – 3c. ‘hinzugeben’ verbr. – moag en bißchen Kümmel an Wittkohl OST-Na; Mir machen kne Semmel’l inne Lewwerworscht. Wb-Ak 108. – 3d. in der Rda.: Make deck nischt opn Schlips ‘bekleckere dich nicht’ 3: Spr-Asch 19. – 3e. ‘anziehen’ – Herr Lehre, kann mr uns in’n Tornanzuch machn 3: Spr-Asch 19. – 4a. ‘bewirken, verursachen, hervorrufen’ verbr. – Drsch (Mühe, Arbeit), Spß machen Wb-Ak 109; Ummestenne mken HA-Oh; Stank maken Spr-Asch 19; Sprw.: ten mket Spss, Frten noch mer HA-Oh. – 4b. ‘in einen bestimmten Zustand versetzen’ verbr. – wach, warm machen Wb-Ak 108; sich schmuck machen ‘sich herausputzen’ CA-Ak; w hem’m Molthp’m (Maulwurfshügel) jlatt emokt JE2-Scho; du kannst einen vorrückt mken HA-Oh; diu hat uns doch raen kateosk (ärgerlich, wü- tend) maokt SA-Dä. – 5. ‘sich in bestimmter Weise verhalten, gebärden’ verstr. – Rda.: an Jesichte machen ‘das Gesicht in besonderer Weise verziehen’ CA-Ak; de mokt n pa Ogn ‘er staunt sehr’ STE-GrMö. – 6. ‘sich in einer Entwicklung, einem bestimmten Zustand befinden’ – a. ‘sich in positiver Weise entwickeln’ verbr. – et mkt sek Wb-Nharz 122; t macht sich Wb-Be. – b. ‘ein bestimmtes Befinden haben’ verbr. – wat mkste ‘wie geht es dir’ Wb-Nharz 122; … wat moakt Dien Wief? Albrecht 21822 2,3; was machsde denn immer noch? CA-Ak; mahkt gut Abschiedsgruß, QUE-Di. – c. in Rda. euphem. vom Sterben,  starwen, verstr. – alle machen ‘sterben’ Serimunt 1930 Nr. 82; de moakt nich mehr lang ‘er stirbt bald’ GA-Vo. – d. ‘eine bestimmte Eigenschaft, Beschaffenheit besitzen’ verstr. – de Weg moket an Berje ne Böje (Kurve) WE-Heu. – 7. in der Verbdg.: sik t nichts wat mken – a. nur mit variabler Angabe der Pers. im Nom. ‘gleichgültig bleiben, sich nicht beeinflussen lassen’ verstr. – b. mit variabler Angabe der Person im Nom. sowie des betreffenden Objekts im Dat. ‘etw., jmdn. nicht schätzen, nicht mögen’ verstr. – t rsbr make ek mek nischt Wb-Nharz 122. – 8. ‘gehen, fahren, reisen, sich irgendwohin begeben’ verbr. – mir machn hr langk Wb-Be; du moksd tem Ploien(Pflügen) SA-Die; morjen machmer na Zarwest ZE-Roß; Mr machen mit de Bne n Machdeborch. Wb-Ak 108; Wir machen uns jleich ibern Marcht weck zu Hause. Spr-Asch 19; upn Kn mken ‘sich von Land wieder auf den Kahn begeben’, Schifferspr., Elbschifferspr. 347 (WO-Ro); Rda.: op de Sock’n maken ‘sich auf den Weg machen’ Spr-Asch 19. – 9. ‘eilen, sich beeilen’ verbr. – mke doche Id-Eilsa 77; swinne mken HA-Oh; fiks mkng STE-Buch; Ich muß machen, daß ich n de Ellewe komme, der Damper hat all jetutt. Wb-Ak 108; Rda.: Trab machen ‘sich beeilen’ a.a.O. 108; Vers: Makt, makt, et wörd kolt! Ausdeutung des Krächzens der Krähe, WO-Schn. – 10. in der Verbdg.: (sik) wat mken ‘etw. heimlich entnehmen, beiseite schaffen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 351 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 351 (CA-Ak), Wb-Ak 108. – 11. in der Verbdg.: Mach sachte ‘vorderer, ungefalteter Teil des Frauenrocks’, wird von der Schürze bedeckt, 2: Wb-Altm 130. – 12. in der Verbdg.: Maok di lustig, frölich upp un trurig daol ‘Mittel zur Erregung der Brunst bei Tieren’ 2: Wb-Altm 134. – 13. Part. Prät. – a. ‘wohlhabend, angesehen’ 3: vereinz. elbostf. – dat is’n jemachter Mann HA-Oh. – b. ‘verloren’ – kr ek dek, denn biste jemacht 3: Wb-Nharz 58.
Lautf.: mak(e)n, [mk()n] SA-Max, JE2-NeuWa, vereinz. mbrdb., verbr. elbostf.; maok(e)n, [mk()n] verstr. nbrdb., vereinz. mbrdb., CA-Atz Bru Gli, [mkn] CALV-Uth Zo, WO-HWa, WA-Neu; [mk] JE2-Schö, [mk] verstr. s nwaltm., verbr. Altm., Siedler-Je § 137a; [maok] verstr. n nwaltm.; moken STE-Schl, JE2-Gü; [makn] verstr. ZE; [mak] ZE-Kö; macken HA-Iv; mach(e)n, [ma()n] ZE-Roß, Spr-Asch 19, Mda-Ro, verbr. anhalt.; mchen Mda-Sti 2. – Gram.: 3. Sg. Präs.: maakt, [mkt] verstr. HA, OSCH-Grö, WA-Sche West, vereinz. s elbostf.; makt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ist Kürze zu vermuten) SA-Darn GrGe, OST-KlBeu, GA-Le, CALV-Calv, JE2-Cab, JE1-Ziep, verstr. elbostf.; magkt BLA-Hü, BA-Ra; magt OSCH-Dee; magd WA-Do; maket GA-Oeb, HA-Oh, OSCH-Ad, Sprw-Harzvorlf 22, verstr. WE, BLA-Rü; mak WE-Schie; mäkt WO-Zie; moakt, [mkt] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Fi Tu, verstr. w JE1, WO-Je, vereinz. HA, OSCH-Pa, vereinz. WA, QUE-Di Ga Hau, verstr. nö CA; moakt SA-Ah, vereinz. Altm.; maogt OST-Na, OSCH-Crot; moaket WE-Ost; mk OST-De; mookt SA-Han Lie, OST-Hi Ost, HA-NHa, moockt WO-Gli; mokt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ZE ist Kürze zu vermuten) SA-Le, verstr. Altm. JE2, JE1-Mö We, verstr. ZE, OSCH-Nie, QUE-Schn, CA-Sta; mogt (bes. bei Belegen aus JE2 JE1 ist Kürze zu vermuten) vereinz. SA GA, JE2-De, JE1-Wa, HA-Bar, WA-Schl; moket WE-Heu; mackt GA-Schw, JE2-Neu Schön; [mkt] JE2-KlWu Par Schön; mockt, [mokt] OST-Sto Ze, verstr. JE2, verbr. JE1, verstr. ZE; mock JE2-Ba; möckt STE-Ost Ta, WO-Ro, JE2-Kam Schön; mökt STE-Bir, WO-We, JE2-Bö; macht, [maxt] vereinz. brdb. elbostf., verstr. omd.; [maxd] vereinz. anhalt.; mcht BA-Sip. Zuss.: zu 1.: hen-, mit-, n-; zu 2c.: hen-, in-; zu 2e.: heruntermachen; zu 3.: in-; zu 4b.: heranmachen, ls-, nedder-; zu 8.: hen-, hinaufmachen, hineinmachen, ls-, mit-; zu 9.: hen-; sonstiges: lucker-.
Mkensspler m. dass. wie  Mkenjle, 2: OST-Ho, GA-Vo, STE-KlSchwa, WO-Wo Zie, JE1-Kö, 3: verstr. elbostf., 4: BE-Ad.
Lautf.: Mäkensspe(e)ler GA-Bö Rä, HA-AHa, WE-Heu; -schpeeler CA-Bru; Mäkenspe(e)ler vereinz. elbostf.; -schpeler WE-El; Mäkenspäler GA-Vo, WO-El Zie, QUE-St; -spöler STE-KlSchwa; -speöler OST-Ho; Mekensspeeler WO-HWa; Mekenspäler JE1-Kö; Mädchenspieler HA-Vö; -speler WO-Wo; [mnblr] BE-Ad.
Modderptzker m. dass. wie  Modderptz(e) 1a., 2: GA-Vo, 4: CA-Sa.
Lautf.: Modderpiezker GA-Vo; -pietschker CA-Sa.
nlen Vb. 1. ‘ trdeln, zögerlich sein, langsam handeln’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 181 – nöle nich sau Id-Queb 13. – 2. ‘langsam sprechen’, auch ‘langweilig und monoton reden’, vgl. lern, 1m-ren, verstr. – 3. ‘schwatzen, Nichtiges reden’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., verstr. JE2, JE1-Zie, ZE-Roß, 3: vereinz. n/mittleres elbostf. – d nlte jo wat tosam’m JE2-Scho; Rda.: er kann einen katoolsch nöhlen ‘er redet unaufhörlich’ GA-Vo; Sprw.: wat jung is, dat speelt jern, wat olt is, dat nölt jern Sprw-Börde.  babbeln bseln blabbern brasseln br(t)schen dagsacken dwern drken drnen dummkauen dummkren fseln gnaulen hselren henschwatzen herumkollatschken kkeln kauen klappen klatschen klnen kltern knatschen knauscheln 1köddern klen Kolltsche kolltschen 2kren nasseln pldern prtjeln prtjen prtjern prlen quackeln quackern quaddeln quaddern quasseln quatschen qusen sabbeln sabbern schwatzen slabbern snacken snaulen sprken subbern swabbeln ttern vertellen. – 4. ‘unverständlich, undeutlich sprechen’,  1nusseln, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., 3: WO-GrRo. – 5. ‘in weinerlichem Ton sprechen’,  jammern, 2: ZE-Gri We, 3: JE1-Me, HA-All Alv, 4: vereinz. anhalt. – 6a. ‘leise vor sich hin weinen’,  wnen, 2: JE1-Go, 4: vereinz. w BE. – 6b. ‘(laut und heftig) weinen’,  wnen, 2: JE1-Walt Wo, verstr. ZE, 3: HA-Bee – watt haste denn ümmer te nöl’n? HA-Bee.
Lautf.: nö(h)l(e)n SA-Bre Mel, verstr. Altm. JE2 n/w elbostf., DE-Grie; [nl] JE2-Scho; nöhl JE1-Zie; nöeln SA-GrGe; [nel] Id-Eilsa 81; nöan SA-Gla Han; [non] SA-Ah Pü; nöeul’n OST-Kru; nölln WA-HDo; nöäl(e)n, [nln] SA-Zie, verbr. Altm., HA-Oh; [nl] Mda-Ar 30; [n] verstr. s Altm., HA-NHa; [nn] SA-Jü; [non] SA-Ku; näuan SA-Hö; [noin] SA-Ch Wü; [noion] SA-Die Ev GrGe; naian SA-Dre; [nen] vereinz. nw nwaltm.; [nain] SA-Dä; [neon] SA-Hö; nähl(e)n, [nln] SA-Bee, WO-Her Me, HA-NHa, JE1-Gü Me, ZE-We, verstr. anhalt.; n’l, [n] ZE-Roß, WO-HWa, Wb-Ak 118, vereinz. w BE; näeln GA-Wiep; [naln] Mda-sJe1 31 (verbr. s JE1); neelen, nlen vereinz. Nharz.; nl’n Mda-Sti 181; nohl(e)n (5., 6b.) JE1-Walt, verstr. ZE; [n] (6b.) ZE-Roß; nollen JE1-Go (6a.) Wo (6b.); nuln (6b.) ZE-Ste; Nbf.: nüödeln OSCH-Di (DWB 7,878 verweist auf enge Beziehung zwischen nölen und nd. nötelen).