Linnewwerspinne f. TiN ‘Weberknecht’,  Schsterspinne, 3: GA-Wal.
Lautf.: Lienewäberspinne.
1Lse f., vorw. im Pl. 1. ‘Haut, die das Bauchfett des Schweins umschließt’,  Flse, 2: vereinz. nö Altm., verbr. JE2 n/ö JE1 ö ZE, 3: GA-Wal, WE-Is, BE-He. – 2. ‘Bauchfett des Schweins’,  Flme, 2: OST-GrAu, verstr. JE2 n/ö JE1, JE1-Walt, verstr. ö ZE, 3: GA-Wal, OSCH-Emm, CA-Löd, 4: CA-Ak – fanne Lsen münn w de Flsen (Haut) aftreckng JE2-Scho. – 3. ‘Mettwurst, bei der die Füllmenge in einen Beutel gestopft ist, der aus der dünnen Haut des Bauchfetts des Schweins genäht wird’,  Flsenworst, 2: STE-Arne, JE2-Ba Red, JE1-HLo, verstr. ZE.
Lautf., Gram.: Sg.: Liese, [lz] STE-Arne, verstr. ö mbrdb., BE-He; Pl.: Lies(e)n, [lz()n] vereinz. nö Altm., verbr. JE2 n/ö JE1, JE1-Walt, verbr. ö ZE, GA-Wal, OSCH-Emm, WE-Is, CA-Ak Löd; Lisen JE2-Ba; Lis’n JE1-Grü, Liäsen JE2-Kno, JE1-Zi. – Etym.: zu mndl. liese, liesse, liesche ‘dünne Haut’, vgl. Spr-Elbe/Saale 159, Teuchert 21972,330f. Zus.: zu 3.: Mickel-.
Lf n. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 3: GA-Wal, HA-Sie, WA-See.
Lautf.: Lööf GA-Wal, WA-See; Leef HA-Sie.
lpsch Adj. 1a. ‘brünstig’, von der Hündin, verbr. – de Tache (Hündin) is lööpsch GA-Wal.  Adj.: bolzig ht hitzig ranzig welpsch; Vb.: bolzen jgen lpen ranzen reien. – 1b. ‘brünstig’, von der Katze,  bolzen, 2: vereinz. JE1, ZE-Kö, 3: verstr. mittleres/s elbostf., 4: vereinz. omd. –1c. ‘brünstig’, von der Sau,  brümmsch, 4: Wb-Be. – 2. ‘geschlechtliche Befriedigung suchend’, vom Menschen, 2: ZE-Roß, 3: Sprw-Börde, 4: Spr-Anhalt 170 – Rda.: leepsch wie ne Pudelpetze Sprw-Börde.
Lautf.: lö(ö)psch, [lp]; außerdem: lö(ö)bsch verstr. Altm. JE2 JE1, ZE-Gö, verstr. nw/w elbostf.; lepsch SA-Dan, HA-Oh, [lep] Id-Eilsa 77; löebsch WE-Ro; lö-öpsch STE-Steg; [loup] CALV-Je; leepsch, [lpsch] verbr. mittleres/s mbrdb., verstr. nö elbostf., verbr. ö/s elbostf., CA-Chö; le(e)bsch, [lb] JE1-Ist, verstr. ZE, WO-GrRo Wo, OSCH-Grö, verstr. s elbostf.; [lepsch] QUE-Di; läupsch, leupsch vereinz. GA, STE-Ho, QUE-GrSchie; läubsch OST-Spä, GA-La; laöbsch GA-Ro; leipsch QUE-Tha; löppsch GA-Schw, WA-Re; loifich Wb-Holzl 136; läufsch, leufsch, [loif] SA-Bee, GA-Rö Wiep, JE1-Try, HA-Bad, BA-Ba, BE-KlSchie; leifsch, [laif] verstr. nthür., BE-Fr; [lf] vereinz. w BE; löfisch OST-Ucht; löfsch GA-Ga, CA-Kü; löösch BE-KlMü; [lfi] ZE-Roß; leefsch, [lf] JE1-Flö, verstr. ZE, CA-Ca, BE-Gü, verbr. anhalt.; lewsch STE-Stei; lesch CA-Su.
sterwter n. ‘Wasser, das zu Ostern aus einem fließenden Gewässer geschöpft wird’ verstr. – Doch du wist doch nich etwa losgahn un Osterwater halen? Rauch 1929,22. – Brauch: Das Schöpfen des O. aus einem fließenden Gewässer geschieht (bes. durch Mädchen) in der Nacht zum Ostersonntag vor Sonnenaufgang (verstr.), spez. zwischen 23 und 24 Uhr (Brauch-Ma 262 – GA-Fle, Vk-Harz 8,43, Ackerbau-Anhalt 303), um Mitternacht (Brauch-wAltm 34 – GA-Fle Mie, Id-Queb 14, verstr. anhalt.), zwischen 0 und 1 Uhr (Wb-Nharz 142) oder bei Sonnenaufgang (Vk-Altm 226, BrauchwAltm 34 – GA-Wen, Brauch-Ma 262 – GA-Grau). Das O. sollte mit dem Strom (Gesch-Ro 108, Vk-Harz 8,43, Wb-Be), in anderen Orten gegen den Strom (BrauchwAltm 35, Wb-Ak 123, Vk-Anhalta 224) geschöpft werden. Es gilt überall ein striktes Schweigegebot. Verschiedentlich lauern die Burschen den Mädchen auf, um sie zum Sprechen zu bringen. – Volksgl.: Das in Flaschen aufbewahrte O. bleibt das ganze Jahr hindurch frisch. Als Schönheitsmittel erhält es die Haut gesund und hilft gegen Warzen oder Sommersprossen. Es wird gegen Augenentzündungen und zur Stärkung der Sehkraft verwendet. verstr. Die heilende Wirkung entfaltet sich auch bei Krämpfen (Brauch-Ma 262 – GA-Mie) oder bei Fieber (Brauch-wAltm 35 – GA-Wal). Das Vieh wird mit O. getränkt, um Seuchen zu vermeiden (verstr.) oder zum Schutz gegen Ungeziefer damit besprengt (Brauch-Rie 747, Vk-Anhalta 224 – ZE-Lu Rie). Das Besprengen der Wohnstube hält Flöhe fern (Vk-Anhalta 224) und verhütet das Schimmeln von Brot (Brauch-Ma 262 – GA-Mie). Die jungen Mädchen sehen beim Schöpfen das Bild ihres zukünftigen Mannes. BrauchwAltm 35, Rauch 1929,22.
Lautf.: Osterwater Rauch 1929,22, Wb-Nharz 142, Wb-We 97; -wasser, [strwasr] ZE-Roß, CA-Ca, verstr. anhalt.; [stawta] JE2-Scho.