despert Adj. 1. ‘verzweifelt, hoffnungslos’ 3: HA-Ack, Wb-We 28. – 2. ‘müde, apathisch’ 3: Wb-Holzl 75.
Lautf.: desperaat Wb-Holzl 75; dispert Wb-We 28; tisperat HA-Ack.
drschken Vb. 1. dass. wie  drschkeln 1., 3: HA-Ack, CA-Fö. – 2. dass. wie  drschkeln 4., 2: Wb-Altm 226, 3: Wb-We 30 und 31, 4: Mda-Sti 137.
Lautf.: trischken HA-Ack, trischaok’n Wb-Altm 226; drischacken CA-Fö; trischak’n Mda-Sti 137; draschken Wb-We 30 und 31; traschaok’n Wb-Altm 226; trschaken Mda-Sti 137.
Eckernknacker m. TiN ‘Eichhörnchen’,  1ker, 3: HA-Ack.
fr Präp. verbr. 1a. zur Bezeichnung der Bestimmung, des Zwecks, Ziels – forr ne Maaltied Wb-Holzl 88; dat is ne hse for’n aldch Wb-Nharz 212; Wville Blech han se denn forre Hochzeit jebacken? Wb-Ak 37; tr Schtock is forr mich jerde s hantlich Wb-Be. – 1b. ‘als Mittel gegen’ – Hunnefet is gut for de Swinsucht Sprw-Börde; stawta is jt f schlimme en JE2-Scho; Rda.: Wat god is för de Hitt, is ook god för de Küll. spöttische Bemerkung zu jmdm., der im Sommer zu warme Kleidung trägt, Bewohner-Altm 1,339; Dat helpt för de Müüs, see de Buur un steek sien Schüün an. Berufe-Altm 251. – 1c. zur Bezeichnung der Zuordnung, Zugehörigkeit, Hinwendung – Vorr de Wöchnerin jabs von de Napperschlate (Nachbarleuten) de Wochensuppe. Spr-Asch 22; Na freilich, mot denn ok for de Musiker einer spendiert werden ... Gesch-Un 44; ... blouß föer dean’n Snierermeister müßt he noch dean’n Kaustrick köäub’n. Matthies 1903,2; Rda.: dat is vör d Katt ‘das ist vergeblich, wertlos’ STE-Wi. – 2. zur Bezeichnung der Meinung, des Urteils über etw., jmdn. – ... hat se mich forn Jschpenst jeholl’. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze). – 3. zur Bezeichnung des Ersatzes ‘statt, anstelle’ – ek sal for mnen fder ... underschrben Wb-Nharz 212. – 4. zur Bezeichnung der Gegenleistung, des Gegenwerts – Immer wenniger vorr’t Geld! Lindaub o.J. 5; ick beie dick veel Geld for’t Hus CA-Fö; ... de Handelslüe un Opköpers het’ en Dalder for’n Zentnär ebo’en ... Wedde 1938,79; ... vor ummesüß hemm’n se dick nich den Jökelnamen „Brutjochen“ an e hänget. Rauch 1929,72; Rda.: for nischt un wedder nischt Wb-Ak 60; Teuf (Warte), dat is for de Karre vull Heu sagt jmd., der sich gerächt hat, Sprw-Harzvorle 143. – 5. zur Bezeichnung des Zeitpunktes, der Dauer – forsch rschte ‘vorläufig’ Wb-Ak 60; ... ick äwer verkroop mi för ne Wiele hinder’n Diemen ... Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie). – 6a. ‘als’ – hei deint vor Knecht HA-Ack. – 6b. ‘wie’ – hei laach forr doot Wb-Holzl 88. – 6c. ‘zu’ – se-in fr einen ‘zu jmdm. sagen’ Wb-Nharz 212; Rda.: forn Narren holen Sprw-Börde. – 7. in Verbdg. mit einem Adj. oder Pron. – fäör dull ‘sehr’ Wb-Altm 49; forr mientwejen ‘meinetwegen’ Wb-Holzl 88; fr mek (dass.) kanste hengn Wb-Nharz 212. – 8. in Verbdg. mit wat, bes. in Fragesätzen und Ausrufen zur Bezeichnung der Art, Beschaffenheit – was hasd d de uff’n rm forr a Huggel? DE-Ca; Watt forr ne dumme Fra! Klaus 1936,1; watt dat Minsch väör Geld hat! Wb-Altm 138. – 9. in Verbdg. mit zwei gleichen Subst. zur Bezeichnung einer ununterbrochenen Abfolge – so jing Jr for Jr hen ZE-Buk; Dag för Dag mußten wei früher naoh Feld ... Ehlies 1960b 297; Rda.: Mann för Mann ’n Vagel, un Köster ’n Bookfink ‘der Küster wird bevorzugt’ STE-Do.
Lautf.: fö(ö)r, fäör, v-, [f(r)] verstr. nwaltm., verbr. Altm. JE2; föer Matthies 1903,2; fer SA-HLa; fäär, [f(r)] vereinz. nwaltm., STE-Je, JE2-Scho Schön; für JE2-Ste Vie, JE1-We Zie; fr ZE-Wö; fr (z.T. neben forr) vereinz. sw elbostf.; vor, for (wohl vorw. Langvokal) OST-Pe, STE-Ri, vereinz. sö Altm. s JE2, verstr. w JE1, JE1-Mö; fuor OSCH-Di; fer(r) ZE-Na, QUE-GrSchie, BA-Neu Sip; for(r), vor(r), [for] verbr. ZE elbostf. anhalt.; unbetont: [f()r] Mda-Ze (verstr. ZE).
Fudderkumm(e) m., f. dass. wie  Fudderkasten, 2: vereinz. JE2, verstr. JE1, 3: WO-Da, HA-Ack Bee – d Furrakumb’m schtait in Preschtall JE2-Scho.
Lautf., Gram.: Fudderkumm, [fudrkum] m. Mda-nwJe1b 68 (JE2-HSe, verstr. n JE1), JE1-Rie; -kumpt m. JE1-Gö Ma; [furakumb] m. JE2-Scho; Futterkumme f. WO-Da, HA-Ack Bee; -kumpen m. JE2-De.
Giffel f. 1. vgl. Gaffel 1. – a. ‘Astgabel, gabelförmiges Holz’ 3: HA-Ack, vereinz. OSCH, QUE-Di. – b. ‘gabelförmiges Holz als Stütze’, bes. für Obstbaumzweige, die Wäscheleine oder die Wagendeichsel,  1Micke, 3: verbr. OSCH, vereinz. n/ö WE. – c. ‘der gespreizte Teil des Stiels der großen Harke’ 4: BE-Dro. – d. ‘Bremsklotz’ 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa). – 2. vgl. Gaffel 2. – a. ‘langes, hölzernes, zweizinkiges Gerät zum Aufschütten und Umwenden des Strohs beim Dreschen’ 3: Wb-Holzl 112 (WA-KlWa), vereinz. s elbostf. – b. ‘hölzernes, zweizinkiges Gerät zum Aufhängen und Abnehmen von Würsten’ 3: vereinz. OSCH. – c. ‘Holzgabel zum Trocknen des gesponnenen Garns’ 3: OSCH-Har.
Lautf.: Giffel, J-, [jifl] vereinz. elbostf., BE-Dro; -e verstr. OSCH, Wb-Holzl 112 (WA-KlWa), WE-Asp Is; Gibbel Vk-Anhalta 19 (BE-GrMü); [jüfl] Id-Eilsa 66; Güffele, J- vereinz. OSCH, WE-Sa; [jüfl] Id-Eilsa 66. – Gram.: m. belegt BE-Dro.
gt Adj. verbr. 1a. ‘den Zwecken genügend, zufrieden stellend, einwandfrei’ – w hem’m k jjen Acka JE2-Scho; dat is’n g Pert HA-Oh; ... Kohlzupp ... un de wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns. EssennwAltm 91 (SA-Han); De Geschichte ... hät ville Lüede guet gefalln ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde; schn gt abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-Nharz 66; Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We 44; lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee; Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste). – 1b. ‘tüchtig, den Aufgaben gewachsen’ – ... un weilse anne jude Hausfrau war, da dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter wern solle ... Wäschke 41919,28; Sprw.: Wat’n goden Vaogel is, de but’n god Nest. Spr-Altm 83. – 1c. ‘wirksam, nützlich, hilfreich’ – dat is gt fr’n hausten Wb-Nharz 66; Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimatkalender-Be 1936,155; Sprw.: Wat een god don kann, dät werd twee ook nich to vöäl. Bewohner-Altm 1,330. – 1d. ‘passend, geeignet, günstig’ – jder Wind ‘günstiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi). – 1e. ‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes. Anlässen vorbehalten’ –Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
– 2a. ‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’ – he hat goe Doch (Tage) GA-Si; enes guin Dages JE2-Gü; jumorjen Gruß, Wb-Ak 82; guen Dag Gruß, HA-Ack; wenn et Wäder guut is HA-Neu; düsse Tüffel schmeckt jt JE2-Scho; ... Stund mei sön witten Schlips ok good ... Francke 1904,8; hei hat’t ganz gt HA-Oh; Warsch bis dahin jut jejangn ... Krause 1964,22; Is doch gaud, Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘angenehme Tage verleben’ Spr-Asch 19. – 2b. ‘gesund, wohl’ – hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel; ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66; dat wart balle wer gt ‘es heilt bald’ HA-Oh; ... sau lange wie miene Mutter na nich wedder jut iss ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost). – 3. ‘mühelos, einfach, bequem’ – Rda.: de hat gt köären (reden) HA-Oh; dat kannste woll nich gut behaupten CA-Fö. – 4a. ‘viel, reichlich, umfangreich’, auch ‘ertragreich’ – en gt deil ‘eine gehörige Menge’ Wb-Nharz 66; die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö; got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-Döl; Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab. Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze). – 4b. ‘mindestens, bestimmt so viel’ – dat is ne g Stunne wt henne HA-Oh; ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen änder ... führn künnten ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt. Wb-Ak 82. – 4c. ‘sehr, überaus, stark’,  bannigen gden hausten hebben Wb-Nharz 66. – 5. ‘anständig, charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch ‘gütig’ – ’n gun Minschen Id-Eilsa 66; hei is’n guen Jungen OSCH-Har; dor had ne jle Frau DE-Ca; wist k gd dn? ‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67; Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um etw. machen’ Wb-Nharz 66; Sprw.: All tu juut is liederlich JE1-Dan; alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz 66. – 6a. ‘freundlich, wohlmeinend’ – n’ gt Wert jbn HA-Oh; Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19; hei hat woll en guden Willen datau, kann et awer nich schaffen Sprw-Börde. – 6b. ‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewogen’ – en’n gd sn Wb-We 44; sek nich gt sn ‘verfeindet sein’ Wb-Nharz 66; Wedder met’n ander jut sin ‘sich wieder vertragen’ Spr-Asch 19; ... sek mit unsen Harregott gut de stellen wett ... Wedde 1938,8; Rda.: in’n Gen utkemen HA-Oh.
Lautf., Gram.: go(o)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. w JE1; gout Matthies 1912,25 (SA-Fa), vereinz. nw WE; jut Mda-Sti 33; gaut, -d, [gaut] verbr. nwaltm.; gu(u)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. s SA s OST ö GA, verstr. STE n WO, vereinz. mittleres JE2, verbr. mbrdb. elbostf. omd.; guet verstr. mbrdb.; in flekt. Formen: m. Akk. Sg.: goden Id-Altm, Spr-Altm 83; goon, gn vereinz. Altm.; [jjn] JE2-Scho; [jijn] Elbschifferspr. 437 (STE-Bit, JE2-Pa); [jn] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [gau] SA-Dä; guden, gden Sprw-Börde, Wb-Nharz 66; guhen HA-Bo; gu’en, gen verstr. elbostf.; guun, ju’n QUE-Di, Krause 1964,15; [jijn] Elbschifferspr. 437 (WO-Ro); guin (Gen. Sg.) JE2-Gü; juten Spr-Asch 19; f. Nom./Akk. Sg. und st. Nom./Akk. Pl.: goot, joot, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. (außer s Rand); gode, jode Spr-Altm 14, STE-Ost, WO-Ucht; goe, joe, [j] vereinz. OST, STE-GrSchwa Po, vereinz. sw Altm.; [j] MdanwJe1a 48 (JE1-HWa Lo); go’ Sprw-Altma 22; [jj] OST-Dü Hi, vereinz. nö STE, JE2-Scho; [gi], [ji] SA-Vie, verstr. nö Altm., STE-Ber, WO-Mahl; gaut verstr. nwaltm.; [gau] SA-Da; gaue SA-Net; gude, jude vereinz. s elbostf., Wäschke 41919,28; guhe STE-Ba; gue, jue, [g], [j] OST-Ein, CALV-Uth, vereinz. elbostf.; gu, ju HA-Oh, Id-Eilsa 66; [gt], [jt] GA-Bo, vereinz. n WO; [jj] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); juije Dialekt-Nd 12 (WO-An); [j] Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); [jl] DE-Ca; [jud] Mda-Ze (ZE-Roß); [jur] a.a.O. (ZE-Reu Stre); [jul] a.a.O. (ZE-Gro); Kürze bes. in Grußformeln: [judn] m. Akk. Sg. DE-Ca; gun(n), jun(n) m. Akk. Sg. vereinz. elbostf., Wb-Ak 82; judde f. Akk. Sg. Wäschke71913,61; Kompar.  2bet, bter; Superl.  best.
Halfpund n. 1. ‘gefülltes großes Schnapsglas’, die Menge, in der üblicherweise Branntwein ausgeschenkt wurde, 1: verstr. nwaltm., 2: Wb-Altm 164, 3: HA-Ack Bee, 4: BE-Scha. – 2. ‘Schnaps’,  Sluck, 1: SA-Han.
Lautf.: Halfpund Wb-Altm 164, HA-Bee; half Pund HA-Ack; halw Pund SA-Ab Bon; Hafpund SA-Han Pü; [halws fund] BE-Scha.
Handelsfr f. ‘Händlerin’ 3: HA-Ack, 4: Wb-Be.
Lautf.: Handelsfrue HA-Ack; [halsfraue] Wb-Be.
Handelsmann m. ‘Händler’ 3: HA-Ack Oh, Wb-Nharz 68, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Handelsmann; außerdem: [halsman] Wb-Be.