Kampfer m. 1. PflN ‘Sauerampfer’,  Serblatt, 3: HA-Alv Dö Ost.  Srer Kamper. – 2. ‘Mittel zum Einreiben gegen Rheumatismus’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Be.
Lautf.: Kampfer; außerdem: Kamfert HA-Oh; Nbff.: Kamfritt HA-Alv; Kamfritz HA-Dö.
Kantor m. 1. ‘Lehrer auf dem Dorf’, früher spielte der K. auch die Orgel in der Kirche und leitete den Kirchenchor, von daher wurde die Bezeichnung auf den Lehrer übertragen, verbr. – de lüttje un de grete Kanter ‘Lehrer der Ober- und der Unterklassen’ HA-Oh; der jroße Kanter ‘der alte Lehrer’, der kleene Kanter ‘der junge Lehrer’ Spr-Anhalt 172; ik fätelle oldtsch metn Kanta ‘ich spreche plattdeutsch mit dem Lehrer’ JE2-Scho; dai Kanda schpaet rg ‘der K. spielt Orgel’ SA-Dä; Rda.: hei dampet wi en Kanter ‘er raucht viel’ WE-Dee; vor’n Kanter her sn ‘vorlaut sein’ Id-Eilsa 70; Hei singet ümmer vor’n Kanter her. dass., Sprw-Harzvorle 143; … wei spräket sau, wie wei schriewet un wie uns de Kanter dat elehrt hat. Wedde 1938,59; hei hat en Kanter und an Paster kofft von einem Pferdekauf gesagt, bei dem ein besseres und ein billigeres Pferd zugleich gekauft werden, WA-Re; for’n Kanter ‘ne Wost tweimal um’n Hals und dreimal in’n Hals sagte man, wenn dem Kantor nach dem Schlachten eine Wurst geschenkt wurde, Sprw-Harzvorlg 252; Kinderreim:Harr Kanter, Harr Kanter, wat is den dat,
in min Buk da krawelt wat.
Sprw-Börde;
Wenn eck mal sollt Herr Kanter sien,
Eck künnte meck nich halen,
Nöhm flugs den Stock, schlög drop un drin.
Firmenich
1854,140 (Harzv.);
Abzählreim:Kantor mit ‘nen Bessenstehl
haut de Kinder allteveel,
allteveel is’ ungesund,
der Kantor is’ ‘en Schweinehund!
HA-Alv.
Köster Lrer Schlmeister; scherzh.: Arschpauker Arschtrommler rsklopper Blaugerber Kesselpauker Pauker Trommler. – 2. ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: STE-KlSchwa, 4: KÖ-Wei.
Lautf.: Kantor; außerdem: Kanter, [kantr] verbr.; Kantä, [kant] vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm., JE2-KlWu; [kanta] verstr. s Altm., JE2-Scho; Kander, [kand] SA-Dä, OST-Na Wal, STE-GrMö; [gandr] verstr. BE, DE-Ca.
1Kapelle f. ‘kleineres Gebäude für Andacht und Gottesdienst auf dem Friedhof’ 3: HA-Alv, 4: Wb-Ak 84, Wb-Be – Erst in neuerer Zeit werden die Toten von der K. aus beerdigt, früher begann die Beerdigung im Trauerhaus. Wb-Ak 84; Abzählreim:In einer Kapelle,
Da lagen drei Bälle,
Wie sahen sie aus? – rund.
HA-Alv.
1Kter m. 1. ‘männl. Katze’ allg. – d Koata hett uns wärra d Worscht uppefrd’n JE2-Scho; se Kter fenget fel Mse HA-Oh; Rda.: se well nahn Kater ‘die Katze ist brünstig’ HA-Wa; de wart’n kter nich klemmen ‘er wird keinen Erfolg haben, nichts erreichen’ Wb-Nharz 93; d is dor schwardse Gdor drinne ‘das Feuer im Ofen ist ausgegangen’ BE-Dro; Rätsel: Süht ut wie ne Katte, hat’n Kopp wie ne Katte, hat’n Schwanz wie ne Katte un is doch keine Katte – Kater. Chr-Em 438; Abzählreim:Et war ‘en Kater,
der makt Theater,
Da kümmt de Vater mit de Bicke,
und haut den Kater ins Genicke.
HA-Alv;
Spiel: “Kuter Miau” – “Wat wißte denne?” – “Butterpamme met Käse!” – “Hasch dich eene, denn haste eene!” wird auf dem Leiterwagen gespielt, vgl. Katte 2b., ZE-Roß. – Volksgl.: Ein dreifarbiger K. bringt Glück ins Haus. CA-Ak. In der Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird, sitzt der K. Ackerbau-Anhalt 269 (ZE-Kö). Beim Mähen dieser Garbe wird daher gerufen: “Der Kuter kommt rut!”Vk-Anhaltb 47 (ZE-Kö). Wer sie bindet, muss den Kuter hucken. a.a.O. 47 (verbr. ZE). – 2. ‘Garbe, die bei der Getreideernte zuletzt geschnitten wird’, (vgl. 1.), 2: Ackerbau-Anhalt 358 (ZE-Kö Mühl). – 3. ‘dunkle Wetterwolke’, vorw. in der Verbdg.: swarter Kter 1: SA-Bom, 2: verstr. Altm., JE1-Zie, 3: WO-GrAm, JE1-Ra, HA-Hi.
Lautf.: Kat(e)r, kt(e)r; außerdem: Kade(r) SA-Gla Ost, OST-Deu Gen; [gdr] Mda-Fuhne* § 321 (verstr. KÖ, DE-Lin); Koater, Kaoter, [ktr] verstr. nwaltm. nbrdb. n JE1 elbostf., vereinz. omd.; [ktr] ZE-Kö, DE-Els; [kt(r)], [kt] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Koata, [kt] Mda-Ost 47 (OST-Gla), STE-Hü, verstr. s Altm., JE2-Scho; Koade(r), Kaode(r), [kdr], [kd] verbr. nwaltm. Altm.; [gdr] verbr. BE, Mda-Fuhne* § 321 (verbr. KÖ w DE); Koter SA-Dan Han, verstr. nbrdb., JE1-Buck Gü Scha, ZE-Stre, QUE-Di West, KÖ-Grö, Kote JE2-Kli; Kode(r) SA-Schm, verstr. nbrdb.; Koada SA-Rie, OST-Pol; [kdo] SA-Rist; [kdr] SA-Die; Kouter OST-We; Kauder SA-Ro; [kaot] SA-Dä; [kaod] verstr. n/w nwaltm.; [kaor] SA-Da Hen; Nbff.: Kut(e)r, [kt()r] verbr. s JE1, allg. ZE, vereinz. sö elbostf. w anhalt., verstr. ö anhalt., [ktr] ZE-Kö; Kuoter JE1-Pa; [gdr] BE-He, Mda-Fuhne 146 (vereinz. BE KÖ w DE, verbr. ö DE). – Etym.: die u-Formen sind wohl auf ndl. Siedler zurückzuführen:  für  auch in südbrabantischen Mundarten, vgl. Spr-Elbe/Saale 166; im Anhalt. vorw. auf die ältere Generation beschränkt. Zuss.: zu 1.: Mumme-, Mummel-, Mse-, Nacht-, Nickel-; sonstiges: Kratz-, Mädchens-.
Keller m. ‘unterstes, teilweise oder ganz unter der Erde liegendes Geschoss eines Hauses’ verbr. – dai Kella is tau muffich SA-Dä; de Kartuffeln lijjet in’n Kelder HA-Oh; Abzählreim: in einem Keller da stand ein Teller, was lag darauf? HA-Alv. – In den z.T. recht kleinen K. wurden Vorräte für den Winter in dort aufgestellten Regalen gelagert. Essen-nwAltm 17, WA-Neu. Urspr. nur vom Hof aus zugänglich, wurde später durch eine Falltür oder eine Treppe eine direkte Verbindung zum Wohnhaus geschaffen. Heimatgesch-Bad 23, Vk-Anhalta 11. In Gegenden mit hohem Grundwasserstand lag der K. direkt unter einer um einige Stufen erhöhten Kammer. Vk-Altm 120.
Lautf.: Keller, [kelr]; außerdem: [kel] SA-Dä, JE2-Scho; [gelr] Mda-Fuhne 102 (s anhalt.); Kel’ler, [kér], [ker] verstr. JE1 ZE, Wb-Ak 86, Wb-Be; [ger] Mda-Fuhne 102 (n anhalt.); Kelder verstr. s JE2, verbr. elbostf.; käldr Mda-Ohre 334 (GA-Rä); köldr BLA-Be; kaldr Mda-Sti 45. Zuss.: s-, Kohlen-, Milch-, Obst-.
Klautschbr m. ‘jmd., der anderen (versehentlich) auf die Füße tritt’ 3: HA-Alv.
Klawr n. ‘Tasteninstrument mit senkrecht zur Tastatur gespannten Saiten’ vereinz. – Abzählreim:1 – 4.
Vor en Schmid seine Thür
Saßen drei Weiber
Mit goldene Kleider,
Spielten Klavier,
1 – 4.
Lieder-Ma Nr. 535 (CA-Egg).
Auf einem Klavier,
da steht ein Glas Bier,
wer daraus trinkt, der stinkt.
HA-Alv.
Zus.: Hand-.
1Koch m. 1. wie Standardspr., 3: WO-Gu, HA-Alv No, 4: Wb-Be, Wäschke 61920,66 – Rda.: da wett keinder, wär Koch un wär Köllnär is HA-No. – 2. ‘ein Kessel voll’ 4: Wb-Be. 2Koch(-)  auch Kke(-).
kpen Vb. 1. ‘kaufen’ verbr. – ik heff mik Gaoan (Garn) kofft SA-Dä; hee will n’ Scheer köpen OST-Me; … ok Semmeln gaf et doa tue köp’n. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); dor had sich a naies Rd jegfd BE-Sa; Rda.: den mötten wei uns mal köpen ‘den müssen wir mal zur Rede stellen’ CA-Fö; Dät is as wenn ‘n Haow’r von d’ Gös köp’n deit ‘die Ware ist zu teuer’ Wb-Altm* 72; wer ne kennt, keft ne nich ‘wer ihn genau kennt, traut ihm nicht’ Sprw-Börde. – 2. ‘stehlen’,  klauen – a. in der Verbdg.: kpen, wenn keiner in’n Lden is 2: STE-Scho, 3: HA-Alv Bar. – b. in der Verbdg.: umsüss/billig kpen 3: WO-Ma, WA-Un. – c. in der Verbdg.: englisch kpen 2: JE2-Neu, ZE-Ro, 4: vereinz. KÖ DE. – 3a. in der Verbdg.: sich einen kaufen ‘sich betrinken’ 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 94. – 3b. in der Verbdg.: sik nen gekofft hebben ‘betrunken sein’,  dn, 1: SA-Han, 2: OST-Bö, GA-Ho, STE-Ka, ZE-Ra, 3: WO-HWa, HA-Schw, WE-Heu, 4: CA-Ak.
Lautf., Gram.: köp(e)n, köp’n SA-Rist, verstr. Altm., Heimatkalender-Ma 1930,61 und 81 (JE2-Vie), ADVk Nr. 8 (JE1-Scho), verstr. n elbostf., Wb-We 63, CA-Fö; [kp] Mda-Ar 38; [kpm] Siedler-Je § 100 und § 140b; kepen HA-Oh; [kep] Id-Eilsa 73; köäub’n Matthies 1903,2 (SA-NFe); [kibm] GA-Da; koipn OST-Gla; [koip] SA-Dä; koof(e)n, kf(e)n, [kf()n] ZE-Ro Roß, vereinz. anhalt.; [gfn] Mda-Fuhne 88 (verstr. anhalt.); kepen, kpen vereinz. n/mittleres elbostf., Wb-Nharz 95, BLA-Brau; keep’m, kpm Siedler-Je § 100 und § 140b, verstr. JE1 ZE, Lautdenkmal 1937 (HA-Neu), Vk-Ask 127 und 373, verstr. CA; [kp] Nd-Börde § 46 (WO-Schn), BLA-Be; [kepm] QUE-Di; küöpen OSCH-Di; kaufen Mda-Sti 31, KÖ-Ost, DE-Wö; 1. Sg. Präs.: köpe Wb-Holzl 125; köp Wb-Altm 113; kfe Wb-Ak 94; kpe OSCH-Har, Wb-Nharz 95; 2. Sg. Präs.: köffst Wb-Altm 113, HA-Ost, OSCH-De Har; [kfst] Mda-Ze (ZE-Roß); koffst Wb-Holzl 125, OSCH-Ba, verstr. WE; [kepst] Dialekt-Ma 7 (verstr. JE1, CA-Gli), verstr. ZE; kfst Wb-Ak 94; kefst Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1 CA), Wb-Nharz 95; kaifst Mda-Sti 31; 3. Sg. Präs.: köppt Bewohner-Altm 1,341 und 345; köfft HA-Bee; [kft] Mda-Ze (ZE-Roß); kof(f)t Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü), Wb-Holzl 125, HA-Oh, OSCH-Har; [gfd] DE-Ca; [kept] Mda-Ze (vereinz. ZE); keft Sprw-Börde, Wb-Nharz 95; kaift Mda-Sti 31; 1./3. Pl. Präs.: kööpt Wb-Holzl 125; kpen Wb-Nharz 95; kpt OSCH-Har; 1./3. Sg. Prät.: koffte, kofte Wb-Holzl 125, Wb-Nharz 95; kofft Wb-Altm 113; 1./3. Sg. Konjunk. Prät.: köffte Wb-Holzl 125; 1./3. Pl. Konjunk. Prät.: köfften a.a.O. 125; Part. Prät.: eköp(p)t WO-Ma, JE1-Gö; jeköft QUE-GrSchie; eköfft JE2-HSe, JE1-Mö, CA-Pö; köf(f)t Wb-Altm 113, verstr. mittlere/ö Altm.; gekooft, -kft JE2-HBe, vereinz. ZE, QUE-GrSchie, verstr. CA; jeko(o)ft, [jekft] STE-Ta, JE1-Lob, verstr. ZE CA; [jgfd] verstr. BE; kooft BA-Fro; [ekpt] HA-Uep; gekofft JE2-Gü, JE1-Grä Mo Ro, verstr. ZE, vereinz. HA WA, WE-El, BE-KlMü; jekofft, [jekoft] verstr. ZE, HA-Hu, QUE-Que, CA-Bru We; ekof(f)t, [koft] GA-Ev, verstr. n WO mittleres/s JE2 JE1 elbostf.; [gofd] BE-He; kof(f)t, [koft] verstr. nwaltm. Altm. JE2, GA-Hö, JE1-Stei, Hbl-Ohre 1935 Nr. 5/ Becker (HA-Bee), HA-Wa, WA-See, QUE-Na Su, verstr. BA; jekeept ZE-Rie; gekeppt ZE-Dor; jekaf(f)t BA-Ha, CA-KlRo; gekauft JE2-Neu, ZE-HLe, BE-Mi Sil; jekauft vereinz. BE; ekauft WO-Col; Imp. Sg.: kööp, [kp] JE2-Scho, Wb-Holzl 125; keep, kp, [kp] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, verstr. nö CA), WA-Ste, Wb-Nharz 95; [kep] QUE-Di; Imp. Pl.: kööp(e)t Wb-Holzl 125; [kpt] Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1 nö CA); kpet Wb-Nharz 95; [kept] QUE-Di; [kept] Dialekt-Ma 8 (verstr. JE1, ZE-Dor Göd, CA-Gli). Zuss.: zu 1.,2.: in-.
Koppbezug m. ‘Kissenbezug’,  Bre, 3: HA-Alv, QUE-Tha West.
Lautf.: Koppbezug QUE-West; Kopf- HA-Alv, QUE-Tha.