africhten Vb. ‘abrichten, dressieren’ 3: HA-Bee Oh, Wb-Nharz 2, 4: Wb-Be – den Hund moste africhten HA-Oh.
Lautf.: af(f)richt(e)n HA-Bee Oh; frichten Wb-Nharz 2; [apritn] Wb-Be.
afrwen Vb. 1. ‘Schmutz durch sorgfältiges Reiben entfernen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 8, Wb-Be – Reib doch m de Reds-chen ab! Wb-Ak 8. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 2: OST-Bi Los, GA-Rö, 3: HA-Bee Ost.
Lautf., Gram.: af(f)rwen OST-Bi Los; afrben HA-Oh; awwereb’n Part. Prät. HA-Bee; afriem’m HA-Ost; frben Wb-Nharz 2; abriewen GA-Rö; -rei’m Wb-Ak 8; [aprai] Wb-Be.
afrücken Vb. 2: Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. w anhalt. 1. ‘wegschieben, abrücken’ – wie willt mal dat Schrank affrücken HA-Bee. – 2a. ‘abmarschieren, abrücken’ – de Soldten rücket hte af HA-Oh; De Viesensche Spritze, die erscht in de Schüne rin’espritzt harre, rückte nu aff, weil von Siegels Gehöfte nüscht mehr tu redden war; ... Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie). – 2b. ‘(heimlich) weggehen, sich entfernen’ – Ricke ab! Wb-Ak 8. – 3. ‘sich von jmdm. lossagen, distanzieren’ – von den slechten Minschen wollewe afrücken HA-Oh.
Lautf., Gram.: af(f)rücken HA-Bee Oh; rückte aff 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); fricken Wb-Nharz 2; abrick(e)n ZE-Roß, Wb-Ak 8; -jerickt Part. Prät. Spr-Asch 25, Heimatkalender-Be 1936,164; [aprikn] Wb-Be.
afrüffeln Vb. ‘ausschimpfen, schelten’ 3: HA-Bee, Wb-Nharz 2.
Lautf.: afrüffeln HA-Bee; friffeln Wb-Nharz 2.
afschrammen Vb. 1. (refl.) ‘durch Schrammen beschädigen’, bes. dass. wie  afschinden 2a., 2: Wb-Altm* 69, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 10, Wb-Be – de Haut is en betchen abjeschrammt Spr-Asch 43; Rda.: ’t hät noch äw’n so affschrammt ‘es ist gerade noch glimpflich abgegangen’ Wb-Altm* 69. – 2. dass. wie  2 afschren, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – schramme ap! a.a.O. – 3. ‘sterben’, auch in versch. Verbdg.,  starwen, 1: SA-Roh, 2: verstr. brdb. (außer ZE), ZE-Roß, 3: verbr. n/mittleres elbostf., WE-Alt, 4: Wb-Ak 10 – he wörd auk woll bald afschrammen OST-Sa; de ohle Pastoor is ja nu ohk awweschrammt HA-Bee.
Lautf., Gram.: Inf.: afschramm(e)n, aw- verstr. Altm., JE2-Bö HSe, JE1-Sche, vereinz. elbostf.; affschramm, -schram’m, aw- vereinz. ö Altm., GA-Wef, Wb-Holzl 52; fschrammen Wb-Nharz 7, Id-Quea 141; of- CA-Bie; ab- WO-Mahl Zi, JE1-Bu Bü; -schramm, -schram’m ZE-Roß, Wb-Ak 10; [apra] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: schrammt af(f) verstr. nbrdb., vereinz. s JE1 elbostf.; schrammet - GA-Wal, WO-Och, OSCH-Schl; schrammt aaf OSCH-He; schrammt ab JE2-Ki, vereinz. n CA; Imp. Sg.: [rame ap] Wb-Be; Part. Prät.: affeschrammt WO-Schr, vereinz. n elbostf.; awwe- HA-Bee; affeschrammet HA-Oh, OSCH-Di, WA-Ble; af(f)schrammt vereinz. Altm.; abjeschrammt Spr-Asch 43; abbe- JE1-Dan.
afschrpen Vb. 1. ‘durch Schaben entfernen, abschaben, abkratzen’ 1: SA-Dä, 3: vereinz. elbostf. – den Block (Holzblock zum Fleischzerkleinern) affschraap’n HA-Bee. – 2. ‘rasieren’ 2: Id-Altm, 3: HA-Bee – He lett sik den Bort afschrpen. Id-Altm. – 3. ‘die Rinde eines Zweiges abschälen’,  afschellen, 2: vereinz. mittlere Altm., JE2-Schön.
Lautf., Gram.: af(f)schra(a)p(e)n, -schrpen HA-Bee Oh, Id-Eilsa 47; -schroap(e)n, -schrpen Id-Altm, vereinz. mittlere Altm.; affschroap’m Spr-Maa 431 (GA-Grau, WO-Ol); -schroabn JE2-Schön; afschropen STE-Tan; [raopt af] 3. Sg. Präs. SA-Dä; fschrpen Wb-Nharz 7; abschrapen Spr-Asch 34.
afschern Vb. 1. ‘abscheuern, durch Scheuern säubern’ 2: Elbschifferspr. 372 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 3: HA-Bee Oh, Wb-Nharz 2, 4: Elbschifferspr. 372 (CA-Ak), Wb-Ak 9 – den Disch afschern HA-Oh. – 2a. dass. wie  afschubbeln, 4: Wb-Ak 9. – 2b. ‘durch Scheuern verletzen’ – Ich hawwe mich’n Knechel abjescheiert. 4: a.a.O. 9.
Lautf.: afschern HA-Oh; -schür’n HA-Bee; [afr] Elbschifferspr. 372 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); fschren Wb-Nharz 2; abscheiern, [abairn] Wb-Ak 9, Elbschifferspr. 372 (CA-Ak).
afschlich Adj. 1. ‘ekelhaft, widerwärtig’ 3: HA-Oh, Spr-Asch 34 – t’ hat n’ afscheulichen Gesmack HA-Oh. – 2. ‘sehr, überaus, stark’,  bannig, 3: HA-Bee Oh – dat jifft’n abscheulijen Gallop! HA-Bee.
Lautf.: afschlich HA-Oh; abscheulij HA-Bee; -schalich Spr-Asch 34.
afschwen Vb. 1. ‘wegschieben, abrücken’ 3: Wb-Nharz 7, 4: Wb-Ak 9. – 2. ‘Lästiges, Unangenehmes von sich schieben, abwehren’, auch missliebige Personen, 3: vereinz. n/mittleres elbostf. – de swaarste Arbeit schüfft hei sick aff HA-Bee; hei schof ne af Sprw-Börde. – 3. ‘weggehen, sich entfernen’ 3: vereinz. w elbostf. – Un denn schoben de beiden ... Schaulfrünne aff ... Lindauc o.J. 21. – 4. dass. wie  afschurren 2., 2: JE2-Tu.
Lautf., Gram.: schüfft aff 3. Sg. Präs. HA-Bee; af(f)schuben, -schben HA-Oh, Sprw-Börde; schoben aff 3. Pl. Prät. Lindauc o.J. 21; fschben Wb-Nharz 7; schiebt ab 3. Sg. Präs. JE2-Tu; abschau’m Wb-Ak 9.
afsetten Vb. 1. ‘abnehmen, herunternehmen’ 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Setze m de Mitze ab, d bist doch kn Bauer! Wb-Ak 10. – 2. ‘etw. Schweres (vorübergehend) auf den Boden stellen, abstellen’ 3: HA-Oh, Sprw-Börde, 4: Wb-Ak 10 – de Kiepe afsetten Sprw-Börde. – 3. refl. ‘sich niederschlagen, ablagern’ 2: ZE-Ste, 3: HA-Bee – laat sick dat Räjenwater erst mal ‘n bettchen affsett’n a.a.O. – 4. ‘jmdn. aus seiner Stellung entfernen, entlassen’ 2: Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie), 3: HA-Oh, Wb-Nharz 7 – ... un wenn dät noch moal vörkieme, dänn würre her davör sorgen, dät her affeset’t würre, ... Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie). – 5. ‘(viel) verkaufen, absetzen’ 3: Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/ Wöhlbier (HA-Eim), HA-Oh – hei will orntlich watt vorrköpen unn affsetten Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim). – 6. ‘hervorbringen, ausbilden’, von Knollen und Früchten – Bei sonne Hitze ken’n de Kartoffel’l jrnich absetzen. 4: Wb-Ak 10. – 7. ‘entwöhnen, einem Jungtier allmählich die Muttermilch entziehen’ 1: SA-Dä Han, verstr. ö nwaltm., 2: verstr. ö SA, vereinz. übrige Altm. JE2, verstr. n JE1, 3: verstr. mittleres/s elbostf. (außer WE CA), 4: verstr. anhalt. – w münn dät Kalf afsettn’n JE2-Scho; mrjen worn de Schwaine abjesedsd BE-Gü.  afspnen afwennen spne spnen wennen. – 8. ‘abweichen, abdrängen’, von Wasser, dessen Strömung durch Buhnen abgelenkt weit in den Fluss hinein reicht, Schifferspr., 2: Elbschifferspr 407 (WO-Ro).
Lautf., Gram.: af(f)sett(e)n, [afzetn]; außerdem: [afzet] JE2-Scho; affesett, -set’t, [afzet] Part. Prät. Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie), Mda-nwJe1b 77 (JE2-HSe, verstr. n JE1), JE1-Pre; affsett Part. Prät. SA-GrGe; -sedden WA-See, [afzedn] SA-Ku; [-zed] SA-Dä, Elbschifferspr 407 (WO-Ro); aafsetten, f-, [fzetn] vereinz. s elbostf. (außer WE); [fztn] QUE-He; absetzen, [abzetsn] vereinz. anhalt.; [-zedsn] BE-Gü He, verstr. w anhalt., DE-Or; [apzetsn] Wb-Be.