afslachten Vb. 1. ‘(vorzeitig, plötzlich) schlachten’ 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 9, Wb-Be – wie willt use Gäuse alle op’n Mal affslacht’n HA-Bee. – 2. ‘einen ausgedienten Kahn demontieren und verschrotten’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 108 (STE-Bit), 4: Wb-Ak 9 – Unsen Kn hammor nich vorkft, dr is abjeschlacht. a.a.O. 9.
Lautf.: af(f)slachten, -slacht’n HA-Bee Oh; [aflad] Elbschifferspr. 108 (STE-Bit); fschlachten Wb-Nharz 6; abschlacht’n Wb-Ak 9; [aplatn] Wb-Be.
afslgen Vb. 1a. ‘abhauen, abschlagen, herunterschlagen’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 9 – Nötte afsln HA-Oh; Schlk m das Brt ab! Wb-Ak 9. – 1b. ‘den oberen Teil eines Baumes, die Baumspitze abhauen’, bes. von Weiden,  köppen, 3: JE1-Pre. – 2. ‘einen Teil eines Raumes abteilen, abtrennen’ – for de Jense anne Bucht abschln 4: Wb-Ak 9. – 3. ‘Hopfen von der Darre bringen’ 2: Wb-Altm* 48. – 4. ‘Haschen spielen’,  krgen, auch ‘jmdn. abschlagen’, bes. beim Haschespiel, 2: GA-Pe, STE-Hä, JE1-Prö Zie, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 9. – 5. ‘im Preis sinken’ 2: Wb-Altm 253, 3: Wb-Nharz 6 – ’t Kaorn iss affslaon Wb-Altm 253. – 6. ‘ablehnen, verweigern’ 1: Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), 2: Wb-Altm* 48, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – hei kann siene Fru nij gut watt affslag’n HA-Bee; ... “Vetter Keil, laßt mich doch mitfahr’n!” un weile keen’n Menschen was abschlan konne, nichema de Weiweßen, na, denn nahmpese ämnt mit; ... Wäschke 61915,14. – 7. in der Verbdg.: et/sn Wter afslgen ‘Wasser lassen, urinieren’,  pissen, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 6.
Lautf.: affslag’n HA-Bee; af(f)sla(h)n, -sln vereinz. w elbostf.; afslo’gn Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die); affslaon Wb-Altm 253, Wb-Altm* 48, GA-Pe; [afln] WO-Zi; afschlaon, [afln] vereinz. Altm.; -schlo(o)n JE1-Pre Pro; -schloan JE1-Zi; fschln Wb-Nharz 6; abslahn Rauch 1929,13; -schlan Wäschke 61915,14; -schln Wb-Ak 9; [apln] Wb-Be.
afsmeckig Adj., von Speisen und Getränken: 1. ‘fade im Geschmack’ 2: Mda-Ar 25, 3: Wb-We 4. – 2. ‘Beigeschmack habend’, auch ‘schlecht schmeckend’ 2: Wb-Altm 122, 3: vereinz. w elbostf. – ... de Melk is ja all ‘n betten affsmeckij, awer suur is se noch nij HA-Bee.
Lautf.: af(f)smeckig, -ich, -ij vereinz. w elbostf.; -schmeckig, -kk- Wb-Altm 122, Wb-We 4; [afmki] Mda-Ar 25; fschmekkich Wb-Nharz 7.
afsmren Vb. 1. ‘mit Fett versehen, abschmieren’ 3: HA-Bee Oh – ne’ Maschne, n’ Auto afsmern HA-Oh. – 2. ‘ausschimpfen, schelten’ 3: HA-Bee.
Lautf.: afsmern HA-Oh; affsmär’n HA-Bee.
afsmten Vb. 2: Wb-Altm 197, ZE-Roß, 3: vereinz. HA, Wb-Nharz 7, Id-Quea 144, 4: Wb-Ak 10, Wb-Be. 1a. ‘etw. in der Höhe Befindliches mit einem Stein o.ä. abwerfen, herunterwerfen’ – du sast nich ümmer de Appels affsmiten, se möt erst riipe weern HA-Bee. – 1b. ‘zu Boden werfen, herabfallen lassen’ – de Beme smt all dat Lef af HA-Oh; ’s Frd hat’n abjeschmissen Wb-Ak 10. – 2. ‘jmdn. abwerfen’, beim Ballspiel – du most in’t Mal, hei hat dick awwesmetten! HA-Bee. – 3. ‘Gewinn, Nutzen einbringen’ – det schmeißt wat ab ZE-Roß.
Lautf., Gram.: af(f)smit(e)n, -smt(e)n Wb-Altm 197, vereinz. HA; smite af 1. Sg. Präs. Id-Quea 144; fschmten Wb-Nharz 7; abschmeißen Wb-Ak 10; schmeißt ab 3. Sg. Präs. ZE-Roß; [apmaisn] Wb-Be.
afsnden Vb. 1. ‘durch Schneiden abtrennen, abschneiden’ 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, JE1-Zi, 3: verstr. elbostf., 4: Vk-Anhaltb 76 (BA-Sip), vereinz. anhalt. – schneile mich m anne Bemme ab DE-Ca; Dei Seisse glisse man sau dorcht dichte Wieschengras, un sung un klung, wenn se de Koornhalme afsnien mußte. Rauch 1929,10; Rda.: da kannste dik en Stücke von afschnieden ‘daran kannst du dir ein Beispiel nehmen’ CA-Fö; Sprw.: wer seck de Näse afsnitt, de verschüppt (verunstaltet) seck sin Gesichte ‘wer schlecht über jmdn. aus der eigenen Familie spricht, schadet sich selbst’ OSCH-Schw. – 2. ‘den Weg abkürzen’ 3: Lindauc o.J. 28, HA-Oh, 4: Wb-Ak 10 – Jk dn Wch lank, denn schnittste anne janze Ecke ab. a.a.O. 10. – 3. ‘etw. verhindern, vereiteln’, auch ‘jmdm. etw. vorenthalten, entziehen’ 3: HA-Bee Oh – sne mick nich dat Wert af HA-Oh; jüt mal mien Beirglass rijtij vull un sniet nich de Hälfte af! HA-Bee.
Lautf., Gram.: Inf.: awsnied’n Pohlmann 1905,60; afsnen HA-Oh; af(f)snien, -snie’n, aw- vereinz. n/w elbostf. (außer sw); -snäijn OST-Ho; af(f)schnied(e)n, -schnd’n Matthies 1912,27 (SA-Dre), Firmenich 1854,131 (STE-Ste), Spr-Maa 431 (JE1-Ran), CA-Fö; af(f)schnieen, -schnen JE1-Zi, Spr-Maa 431 (WO-Ol); afschnien Sprw-Börde, awschnien SA-Dam; -schni’n SA-Dre; fschnn Wb-Nharz 2; abschnei’n Wb-Ak 10; [apnai] Wb-Be; 1. Sg. Präs.: schneid ab Vk-Anhaltb 76 (BA-Sip); 3. Sg. Präs.: afsnitt vereinz. Altm., OSCH-Schw; affschnitt, [afnit] SA-Dä, Spr-Maa 436 (WO-An); schnitt af Vk-Harz 3,63 (QUE-Tha); schnadet ab Spr-Asch 38; 1. Pl. Präs.: sniet aff Lindauc o.J. 28; 3. Sg. Prät.: snitt af/aw Lieder-Ma Nr. 352 (WE-Ha), WE-Wa; snett aw WE-Dar; schnet - WA-Un; snt - WE-Zi; snait af/aw vereinz. w elbostf. (außer s WE); snait aaf OSCH-Ba; sneit aof Lieder-Ma Nr. 351 (WE-Ro); 1. Pl. Prät.: snädden aff Hbl-Ohre 1929 Nr. 10/Wöhlbier (HA-Eim); Imp. Sg.: sniet aff HA-Bee; sne af HA-Oh; schniet - BLA-Ben; snitt - Vk-Harz 3,63 (WE-Schau); schnitt – Vk-Harz 3,63 (QUE-Que); schnidd aff Matthies 1912,27 (STE-Na); [nail ab] DE-Ca; Part. Prät.: affesnetten Held 1963,103; [afni] JE2-Scho; [fschnedn] QUE-Di; abjeschnittn Krause 1964,61.
afspenstig Adj. ‘abtrünnig, untreu’, vorw. in Verbdg. mit mken, 2: Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), 3: vereinz. w elbostf. – Rda.: hei hat ne de Brt afspenstig emket ‘er hat ihm die Braut weggenommen’ HA-Oh; ein’n wat affspännstij maken ‘jmdm. eine Sache verleiden’ HA-Bee.
Lautf.: afspenstig HA-Oh, affspännstij HA-Bee; afspenßig Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); fschpenstich Wb-Nharz 7.
afsplen Vb. ‘Garn von einer Spule wickeln’ 1: SA-Rist, 3: HA-Bee.
Lautf.: [afspl] SA-Rist; affspaul’n HA-Bee.
afstarwen Vb. 2: Bewohner-Altm 2,318, Zauber-Ma 93 (GA-Mie), ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 11, Wb-Be. 1a. ‘sterben’,  starwen – Rda.: hei hlt w wenn ne einder afestrben is HA-Oh. – 1b. ‘(allmählich) aufhören zu leben, absterben’ – dä Boom is affestorben HA-Bee; De Kartoffel’l sin abjestorre’m, mor ken’n se langen. ‘Das Kartoffelkraut ist vertrocknet, wir können die Kartoffeln ernten.’ Wb-Ak 11. – 2. ‘gefühllos, taub werden’, von Körperteilen – mich sinn meine Finger janz abjestorm ZE-Roß.
Lautf., Gram.: afstarben HA-Oh; affschtarben Sprw-Börde; affestorben Part. Prät. HA-Bee; stärw’n aw 3. Pl. Präs. Bewohner-Altm 2,318; stärbm aff 3. Pl. Präs. Zauber-Ma 93 (GA-Mie); fschtarben Wb-Nharz 2; abstarre’m Wb-Ak 11; abjestorm Part. Prät. ZE-Roß; [aptar] Wb-Be.
afstemmen Vb. ‘etw. mit einem Stemmeisen oder Meißel und Hammer abschlagen’ 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Ak 11.
Lautf.: afstemmen HA-Oh; -stemm’m HA-Bee; abstem’m Wb-Ak 11.