allerletzt Adj. wie Standardspr., 3: vereinz. w elbostf. – subst.: ich war de Erste un Lieschen war de Ihlderletzte HA-Bee.
Lautf.: illerletzte Wb-We 55; i(h)lderletzt(e) vereinz. w elbostf. (außer sw); mit doppelter Verstärkung des Grundwortes: allerillerletzte Wb-We 55; alderihlder- HA-Bee.
allwen Adv. 2: Wb-Altm 3, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 124. 1. Ausruf der Zustimmung – hei konne ja de Dör tau maken, denn war sin Farken nich uterücket! – alläben! HA-Bee. – 2. Zusammenfassung, Bekräftigung einer zuvor getroffenen Aussage – dat isset jo alläben Sprw-Harzvorlg 264; nu sast du’t alleben daun Wb-We 5.
Lautf.: alleben Sprw-Börde, Wb-We 5; alb’m Spr-Maa 433 (WO-Ol); alläben, -äb’n, -ëben Wb-Altm 3, HA-Bee, Wb-Holzl 53 (WA-KlWa), vereinz. sw elbostf.; -ëbent Wb-Nharz 9; llbn Mda-Sti 124.
Amouren Pl. ‘Angewohnheiten, Gepflogenheiten’ 3: HA-Bee, Wb-Holzl 54 (HA-Eil) – wat dee forr Amören het? a.a.O. 54 (HA-Eil).
Lautf.: Amören Wb-Holzl 54 (HA-Eil); Amörijen HA-Bee. – Etym.: wohl zu frz. amour ‘geliebter Gegenstand, Steckenpferd, Liebhaberei’, vgl. HWb-Frz 40.
1an verbr. I. Präp. – 1. räumlich – a. (mit Dativ – wie auch nachfolgend mit Bezug zur Standardspr.) zur Bezeichnung des Ortes/zur Angabe der Lage, der Nähe, der Berührung – de Jawwel schdd ne Dre DE-Ca; dai Msk sitt an Fensta SA-Dä; doa stund ant Morjenenge ene Windmelle ZE-Ste; An’n Krüzdamm keem w’ tosamm un vödrewen uns de Tiet ... Hausfr-Altm 1927,43 (STE-Ber); d hängt dät schne Bild anne Wand JE2-Schö; Un nu kukt man vons Ziwwelputzen odder vons Riebenlangen jaornich mehr uff, wenn son Zuch aon eenen längrattert. Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Sprw.: ter Horricher ne Want hrt saine jene Schant Wb-Be. – b. (mit Akk.) zur Bezeichnung der Richtung ‘in Berührung kommen’ – n de re fallen Wb-Nharz 10; ... , der nahmpse hok un naeltese omn an’n Jewwel (Giebel). Wäschke 61915,63; n Land jn Schifferspr., Wb-Ak 16; Db km’n se an’n Seelschen See. Tiedge 1954,39 (HA-Ost). – c. in räumlich übertr. Wendungen – das Mchen schummelt sich n dn Bengel rn ‘das Mädchen schmeichelt sich bei dem Jungen ein’ CA-Ak; an daene is kein gdes Hr ‘er taugt nichts’ BLA-Brau; dr is ne Bne ‘er arbeitet bei der Bahn’ CA-Ak; Rda.: Das jt ’n ne Nr’n. ‘Das erregt einen sehr.’ Wb-Ak 121; hei sittr bis an de Ohren inne ‘er hat sehr viel zu tun; er hat viele Schulden’ Wb-We 6; n tn hawwich main Mtchen jeklt ‘an ihm habe ich meinen Zorn ausgelassen’ Wb-Be; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119. – 2. zeitlich – a. (mit Dativ) zu einem best. Zeitpunkt – n hellicht’n T Wb-Ak 68; wat is et n der tt? ‘wie spät ist es?’ Wb-Nharz 10. – b. (mit Akk.) mit der Präp. bet bis zu einem best. Zeitpunkt – ... un wie die Kossäten dunnemals alle, hadde seine Arweet von friehmorjens bes an’n schpäten Amnt. Wäschke 41920,45. – 3. in festen Wendungen, in Verbdg. mit best. Vb. – Das lt n dich ... Wb-Ak 16; et is an däm! da vorlat dick op! HA-Bee; Rda.: et an sek hebben ‘eine best. Gewohnheit haben’ Wb-Nharz 10. – II. Adv. – 1. ‘eingeschaltet, angezündet’ – Ist’t Fr all an? Wb-Altm 4; hest’n all Fa an up’m Farait (Feuerherd)? JE2-Scho; s’ Licht is n Wb-Ak 16. – 2. zeitlich, mit der Präp. vonVon der Tied aan, wu de Minschen in’n kleinen Städten aanfungen, seck der Aarbäd tau schämen ... Firmenich 1854,138 (BA-Ba). – 3. als Kurzform von  dran ‘daran’ – du bist an ‘du bist an der Reihe’ Wb-We 6; hei wil an dn Kp nich n ‘er ist nicht geneigt zu kaufen’ Wb-Nharz 10; da is kein Selt anne HA-Oh; he kann’t nich an warn ‘er kann sich nicht daran gewöhnen’ Wb-Altm 4; an dänn Jungng is kne Hülpe an ‘er begreift schwer, lernt schlecht’ JE2-Scho.
Lautf.: die Verteilung von Kurz- und Langvokal s. Kt.; Präp.: an(n); außerdem: aan, ahn, n vereinz. HA (Hötenslebener Winkel), verstr. sw elbostf. (außer w WE), WA-Wel, Mda-Sti 16; aon, oahn, n Mda-Sti 2, verstr. n CA anhalt. (außer ö DE – dort vereinz. und z.T. veralt.), Mda-Fuhne 43 f. (vereinz. sö DE); mit Enklise des nachfolgenden Art. Dat./Akk. Sg.: m.: an’n; außerdem: ahn’n, aan’n, [] HA-War, WA-We, CA-Ak; f.: anne, [an]; außerdem: ahne, ne Wb-We* 199, Serimunt 1929 Nr. 46; ne, [n] Wb-Ak 16, CA-Ak; n.: ant, an’t verstr. nd. (außer s elbostf.); Adv.: an Wb-Altm 4, JE2-Scho, Wb-We 6 (II. 3.); anne (II. 3.) HA-Oh; aan, n vereinz. w elbostf. (außer w WE), Mda-Sti 3; ane, [n] vereinz. sw elbostf. (außer w WE), Mda-Sti 3, 13 und 16; n Wb-Ak 16.
anrst Adv. ‘zuerst’ – ick bin anersten annekohm’m 3: HA-Bee.
angn Vb. 1a. ‘jmdn./etw. angreifen’ 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 19, Wb-Be – Dr Bulle junk de Leite n! Wb-Ak 19. – 1b. ‘gegen etw. vorgehen, Einspruch erheben’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 19 – d moste ggen angn! HA-Oh. – 2. in der Verbdg.: ’n Hoff, ’t Hus angaon ‘den Hof, das Haus als Eigentum übernehmen’ 2: Wb-Altm* 48, Wb-Altm** 40. – 3. ‘ergreifen, überkommen’, bes. von Empfindungen, 3: vereinz. elbostf. – mek geit de grl n ‘mich erfasst Grauen’ Wb-Nharz 12; Rda.: dat is ne scheene annejahn ‘der Entschluss kostete ihn viel Überwindung’ Sprw-Börde. – 4. ‘sich jmdm./etw. nähern’ – gch nich sau n n dat prt n 3: Wb-Nharz 12. – 5a. in der Verbdg.: wr is denn d negn? ‘wer hat davon gekostet, genascht?’ 3: a.a.O. 12. – 5b. in der Verbdg.: d g ek nich medde n ‘daran beteilige ich mich nicht’ 3: Wb-Nharz 12. – 6. ‘gehen, treiben’, von Hefeteig,  upgn, 1: SA-Pü, 2: verstr. ö SA w OST n GA, STE-Kö, 3: GA-Ge – de Deig is schöne annegahn a.a.O. – 7. dass. wie  anflen, 2: Wb-Altm* 48, Wb-Altm** 40, 3: verstr. w elbostf., QUE-Su, 4: vereinz. w omd. – de Wost is ja all ’n bettgen annegahn, datt ruk’(rieche) ick HA-Bee. – 8. ‘anfangen, beginnen’ 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 61915,113 – de Schaule is all annegahn HA-Bee; ... “Fennand, wenn der Wind nich balle angeiht, dänn hewwe ick för di bei Da’e ok noch Arbeit, ...” Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); Rda.: “Wi willen’t sachte anjahn laten.” Firmenich o.J. 157 (WA-Ost). – 9. ‘zu brennen anfangen’ – t’ Fer is anegn 3: HA-Oh. – 10. ‘möglich, zulässig, vertretbar sein’ 2: vereinz. Altm., 3: Lieder-Ma Nr. 769 (WO-Ol), HA-Oh, 4: Wb-Ak 19, Wb-Be – Rda.: J d’t geit wol noch so an. Id-Altm; Das kann doch nich njn! Wb-Ak 19. – 11. ‘betreffen, jmds. Sache sein’ 2: vereinz. nbrdb., ZE-Roß, 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... die’s doch ‘s meeste anjunk, die schtann’n an’s Howethor un kukten, ... Wäschke 61915,112; Er mischte sich in vill Sachn rin, die ’n eejntlich nischt anjehn tatn. Krause 1964,80; det jeht dich jarnischt an! ZE-Roß. – 12. ‘sich anziehen lassen’, von Kleidungsstücken, 2: Wb-Altm* 48, Wb-Altm** 40, 3: HA-Bee, 4: Wb-Ak 19 – De Scho geit nich an. Wb-Altm** 40. – 13. ‘anwachsen, Wurzeln schlagen’ 3: Sprw-Börde, Wb-Nharz 12 – de Planten sind anegahn Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: Inf.: anga(h)n, -gn, -jahn vereinz. w/mittleres elbostf.; -gao(h)n, -ghn vereinz. Altm.; -gen Wb-We 6; ngn Wb-Nharz 12; njn Wb-Ak 19; anjehn, [anjn] ZE-Roß, Krause 1964,80; njn, [njn] Wb-Ak 19, Wb-Be; 3. Sg. Präs.: angei(h)t, gei(h)t an, [jait an] SA-Dä, vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. n/w elbostf.; -n Wb-Nharz 12; jeht an ZE-Roß, vereinz. anhalt.; 3. Pl. Präs.: gaohn an Bewohner-Altm 1,324; 3. Sg. Prät.: anjunk Wäschke 61915,61 und 112; junk n Wb-Ak 19; 3. Sg. Konjunk. Prät.: günge an Rauch 1929,86; Part. Prät.: an(n)egaan, -gahn vereinz. elbostf.; angan QUE-Su; -go(h)n, -goahn, -gan, -jao(he)n SA-Pü, verstr. Altm.; -jao OST-Schön Spä; negn Wb-Nharz 12; ahngegahn BLA-Sti; angegangen BA-Neu; njejangen Wb-Ak 19; attr. st. n. Nom. Sg.: anjegahnes BLA-Ha; njejangenes BE-We; attr. sw. n. Nom. Sg.: angegangene BA-Gü.
anglpen Vb. 1a. ‘angaffen, mit starrem, verwundertem Blick auf etw./jmdn. schauen’ 2: STE-Wa, 3: vereinz. sw elbostf., Sprw-Börde. – 1b. ‘jmdn. ärgerlich, zornig anschauen’ 1: SA-Dä. – 1c. ‘jmdn. frech, listig anschauen’ 2: Wb-Altm 65, 3: HA-Bee, Spr-Asch 25 – ... awer wie hat Mollnhauer unsen Lehre anjejlupt a.a.O. 25. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Spr-Maa 436 (WO-HWa).
Lautf., Gram.: anglupen, -glp’n Wb-Altm 65, STE-Wa, HA-Bee, BLA-Brau; -jlup’m Sprw-Börde; -jejlupt Part. Prät. Spr-Asch 25; nglpen Wb-Nharz 13; -glp’m Wb-We* 199; [anglp], [-b-] SA-Dä; annegluppt Part. Prät. Spr-Maa 436 (WO-HWa).
anklden Vb. 1. (refl.) ‘(sich) anziehen, ankleiden’ 3: vereinz. elbostf. – 2. ‘den Weihnachtsbaum schmücken’ 3: HA-Bee, 4: Wb-Ak 20. – 3. in der Verbdg.: den Mast anklden ‘das zum Segeln benötigte Leinenzeug am Mast anbringen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 379 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa).
Lautf.: [ankld] Elbschifferspr. 379 (STE-Tan); [-kljn] a.a.O. 379 (WO-Ro); anklen, -klen HA-Oh, Id-Eilsa 48; -kleen, -kln vereinz. elbostf.; n- Wb-Nharz 13; nkl’n Wb-Ak 20; [ankleijn] Elbschifferspr. 379 (STE-Bit); [-kln] a.a.O. 379 (JE2-Pa).
ankrden Vb. 1a. ‘die Zeche mit Kreide aufschreiben’ 3: Wb-We 7, Id-Quea 141. – 1b. ‘zuviel auf die Rechnung schreiben’ 2: Wb-Altm 5. – 1c. ‘Schulden notieren, anschreiben’ 3: HA-Bee Oh – wenn einder nich glieks betal’n kann, lette ankrie’n HA-Bee. – 2. ‘sich jmds. Fehlverhalten merken, um es ihm später zu vergelten’ 2: Wb-Altm 5, 3: HA-Oh.
Lautf.: ankriden, -krden HA-Oh, Wb-We 7, -krid’n Wb-Altm 5; nkriden Id-Quea 141; ankrie’n HA-Bee.
anlren Vb. 1. ‘in eine bestimmte Tätigkeit einweisen, einarbeiten’, bes. ‘Tieren etw. beibringen’ 3: vereinz. HA, Wb-Nharz 14 – Otto hat sien’n Hund annelehrt HA-Bee; ne kau nlren ‘einer Kuh das Ziehen beibringen’ Wb-Nharz 14. – 2. ‘die  Lre 3. zum Pflügen breiter Furchen einstellen’ 3: HA-Eil.
Lautf., Gram.: anle(e)ren, -lren; außerdem: annelehrt Part. Prät. HA-Bee; nlren Wb-Nharz 14.