Nwersche f. ‘Frau, die in jmds. unmittelbarer Nähe wohnt’, auch ‘Frau des Nachbarn’ 2: Wb-Altm 145, Kredel 1929,31, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – de Nahwersche kümmt in de Schummerijje mal op’n Ogenblick rum un will ne Snute vull vortell’n HA-Bee.
Lautf.: Na(h)wersche verstr. elbostf.; Naabersche OSCH-Grö; Naowersch Wb-Altm 145; Nbersch Kredel 1929,31; Nappersche, [napre] ZE-Roß, Wb-Be; napprsche Vk-Ask 135.
Nwerschop f. 1. ‘Gesamtheit der in unmittelbarer Nähe wohnenden Menschen’ 2: Wb-Altm 145, Bewohner-Altm 2,20, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 119, Wb-Be, Richter o.J. 29 – De janze Napperschaft is mitjejangen, we bejr’m wurre. Wb-Ak 119; Sprw.: Nahwerschaft geiht vör Vadderschaft. Bewohner-Altm 2,20. – 2. ‘Verhältnis zwischen den Nachbarn’ 3: vereinz. n elbostf. – ick hole veel op gu’ Nawerschopp HA-Bee. – 3. ‘unmittelbare räumliche Nähe’ 2: Wb-Altm 145, JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – n is Richtfest uppe Nachbaschaft JE2-Scho.
Lautf.: Nawerschop(p) vereinz. elbostf.; Nahwerschaft Bewohner-Altm 2,20, Lindaua o.J. 108; Naber- CA-Fö; Naow’rschopp Wb-Altm 145; Napperschaft, [napraft] Spr-Asch 31, vereinz. anhalt.; [naba-] JE2-Scho.
ngenterlei Adj. indekl. ‘neunerlei, von neunfach verschiedener Art’ 3: vereinz. n elbostf., Wb-Nharz 134, 4: Vk-Anhalta328, Brauch-Anhalt 215 – Volksgl.: Da die Neun, das Produkt aus drei mal drei, Zauberkraft besitzt, spielen insbesondere neunerlei versch. Bestandteile für die Entfaltung magischer Kräfte eine große Rolle. Vk-Anhalta 328. N. Kraut (aus 9 Kräutern bestehend) wird als Salat am Gründonnerstag gegessen. HA-Bee. Schutz vor Behexung bietet der Rauch aus diesen Kräutern jungen Gänsen und kleinen Kindern. Eine ähnliche Wirkung entfaltet der Rauch aus n. Holz oder n. Lappen. Vk-Anhalta 328.
Lautf.: nejjenterlei vereinz. n elbostf.; neunter- Wb-Nharz 134; neuner- Vk-Anhalta 328, Brauch-Anhalt 215.
neien Vb. ‘durch Stiche mit Nadel und Faden verbinden, befestigen’ verbr. – Nk mich doch m anne Scharze! Wb-Ak 120; de Snieder neiht op’n Dische HA-Bee; Rda.: mete hete Noatel nät ‘sehr eilig, flüchtig genäht’ JE2-Par; Faddersche g wech, ik will nein Ausruf, wenn der Faden zu lang ist, HA-Oh.
Lautf.: neien, naien, [naen] SA-Sa, GA-Le, CALV-Zo, verstr. elbostf.; nein, nain, [naen] Wb-Altm 145, vereinz. s Altm., JE2-Schö, verstr. elbostf.; neijen WE-Schie, Wb-Nharz 133, BLA-Brau; naijen STE-Schö; neigen WE-Kö, BLA-Ha Wie; [nn] verbr. nwaltm.; nien Mda-Ohre 339 (GA-Rä), WE-Gö; nin, [nin] SA-Ch Rist, GA-Ku, STE-Bö, Wb-We* 228; najen, [njn] WO-Col Zie, BLA-So; [nj] BLA-Be; naan, nn Mda-Ost 46 (OST-Gla), QUE-Di; nähen, [nn] verstr. n Altm., JE2-Gü Par, verstr. w JE1, JE1-Grü, ZE-Göd; nähn, [nn] verstr. w/mittlere Altm. JE1 ZE; nähjen, [njn] Mda-Ost 46 (OST-Me), OST-Dü, Dialekt-Ma 7 (vereinz. sw JE1); [njn] Mda-Ze (ZE-Roß); näien WA-Un; [n(i)n] OST-Kru, näin, [nin] verstr. ö STE JE2; nen, [nn] verstr. anhalt.; [njn] Dialekt-Ma 7 (CA-We). Zus.: in-.
Neikasten m. ‘Kasten mit Fächern zur Aufbewahrung von Nähutensilien’ 3: HA-Bee Oh, 4: Wb-Be.
Lautf.: Neikasten HA-Oh; -kast’n HA-Bee; [nkastn] Wb-Be.
Nett n. 1. ‘geflochtenes oder geknüpftes maschiges Gebilde’ – a. versch. Art, für versch. Zwecke, verstr. – b. zum Fischfang,  Schfhmen, 2: SA-Sta, CALV-Uth, verstr. JE2, 3: Lindaua o.J. 108, HA-No – dät jrte Nett ‘großes, ca. 200 m langes Netz’ JE2-Scho. – c. zum Einkaufen, 2: Elbschifferspr. 404 (JE2-Mi). – 2. ‘Spinnennetz’ 2: JE2-Scho, 3: Hbl-Ohre 1928 Nr.1/Wöhlbier (HA-Eim) – … twischen de Blaumen hett Krützspinnen öhre Netze makt Hbl-Ohre 1928 Nr.1/Wöhlbier (HA-Eim). – 3. ‘Nachgeburt des Viehs’, bes. von Rindern und Pferden,  Hmen, 2: Brauch-Rie 749, ZE-Bra, 3: GA-Nie, HA-Bee Bre, 4: verstr. anhalt. – es Neds jd wech ‘das Tier verliert die Nachgeburt’ BE-Dro.
Lautf.: Nett, [net] Wb-Altm 146, SA-Sta, CALV-Uth, verstr. JE2, vereinz. elbostf.; Netz, [nets] verstr.; [neds] Elbschifferspr. 404 (JE2-Mi), vereinz. BE; nez Wb-Nharz 134; näts Mda-Ro. Zus.: zu 1.: Hr-.
nicht allg. 1. Adv. eine Verneinung ausdrückend – nich veel WE-Sa; hemm wie nich OST-Los; lat mick nich in Stich HA-Bee; dat heff ik mn Laifdach noch nich sain SA-Dä; Das schadt doch niche! Wäschke 71913,4; ek hewwe’t ne forbn, d nich hen te gn Wb-Nharz 134; mit doppelter Verneinung: kn Brt nich Wb-Altm 146; dor had g Haus nich DE-Ca; Wenn denn och Krischan kane Nummer nich hat Spr-Asch 36. – 2. Pt. – a. zur Bekräftigung bei vergewissernden Entscheidungsfragen – is dne Mudder nich te Hs? HA-Oh; soste nich hen kommen? Wb-Nharz 134; ich hawwe Hungor, hennich (nicht wahr) d jiwwesd mich anne Bumme (bestrichene Brotscheibe)? Mda-Fuhne 152 (DE-Ca). – b. zur Bekräftigung oder Verstärkung in Ausrufen – watte nich sechst Wb-Nharz 134.
Lautf.: nicht SA-Ra, Wb-We* 228; nich, [ni] verbr.; niche, [ni] (bes. in Endstellung) Mda-sJe1 7 (verstr. s JE1), ZE-Roß, verstr. mittleres/s elbostf., vereinz. anhalt.; nch(e) Wb-Nharz 134 (WE-Elb); Verbdg.: [heni] Mda-Fuhne 152 (verstr. w/mittleres anhalt., bes. ältere Generation); hinnich, [hini] vereinz. mittleres anhalt.
Ndngel m. ‘eingerissene Haut am Rand des Fingernagels’ 2: OST-Ko, STE-Bö Je, JE2-Scho, 3: HA-Bee, OSCH-Grö, Spr-Asch 33, 4: vereinz. anhalt. – du hest j son’n Ndnul anne Hand JE2-Scho.
Lautf.: [ndnl] Mda-Fuhne 38 (DE-Ca); [-nul] JE2-Scho; [-nl] OST-Ko; Nietnagel, Nit- HA-Bee, OSCH-Grö, Spr-Asch 33; [ntnl] STE-Bö; [-nvl] STE-Je; Nietna’el Serimunt 1930 Nr. 82; [ntnl] Wb-Be; Nt’nnl Wb-Ak 121.
Nikolaus 1. männl. RN – Bastlösereim:Niclos, Niclos,
Mache mir mein Pfeifchen los!
4: Vk-Anhaltb 76 (KÖ-Kö).
– 2. m. ‘(vermummte) Gestalt, die in der Vorweihnachtszeit (bes. am 6. Dezember) oder am Weihnachtsabend umhergeht und die Kinder beschenkt’, in Anlehnung an den heiligen N. von Myra,  Wnachtsmann, verstr. (außer nwaltm., n/w Altm., dort vereinz.). – Brauch: Der N. geht in der Nacht zum 6. Dezember um (ADVk Kt. 57 – verstr. sö elbostf. anhalt.) und füllt die in den Fenstern oder Hausfluren stehenden Schuhe oder Pantoffeln der artigen Kinder mit kleinen Geschenken (Nüsse, Äpfel, Lebkuchen). Vk-Anhalta 196. Direkt erscheint er den Kindern als verkleidete Gestalt in der Vorweihnachtszeit (ADVk Kt. 57 – vereinz. brdb.) oder zu Weihnachten (vereinz. Altm., ADVk Kt. 37 (Einzelbeleg ZE), verstr. w elbostf.). – 3a. m., n. ‘widerspenstiger, streitsüchtiger Mensch’, bes. von Frauen,  Stänker, auch ‘ungezogenes, garstiges Kind’, Schimpfwort,  Lümmel, 2: OST-Sa, 3: Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), HA-Bee Oh, CA-Fö. – 3b. ‘unordentliche, liederliche Frau’,  Slampe, 2: Wb-Altm 146. – 3c. ‘hochmütiges Mädchen’,  Lickrs, 4: Wb-Be.
Lautf.: Nikolaus; außerdem: [niklaos] CALV-Uth Zo; nikkelwes Wb-Nharz 135 (BLA-Tr); [niklaos] vereinz. ö Altm.; Niklas Bewohner-Altm 2,236; Niclos Vk-Anhaltb 76 (KÖ-Kö); Nick(e)l (3.) Wb-Altm 146, OST-Sa, Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), HA-Bee Oh, CA-Fö; [niklt] (3.) Wb-Be.