Eddelfr f. ‘adlige Frau’ 2: Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), 3: HA-Bo – änns is d Wschsche (zum ON Wust) Äddlfroao r’n Ringk wächekom’m ... Teucherto.J. 83 (JE2-GrMa).
Lautf.: Eddelfrue HA-Bo; [ddlfro] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa).
Emden ON – in Neckreimen: in Em’n is nist te hemm’n 3: HA-Bo; in Emm, da rien se op en Stemm 3: HA-Alv.  Hoffhund.
gn Vb. allg. (abweichende Verbreitung oder Häufigkeit wird bei den jeweiligen Bed. extra aufgeführt). – 1a. ‘sich zu Fuß fortbewegen’ – jocht mal uten Weg JE2-Hü; Un wie se nu so alle dreie jehn, fangt de Neering’n widder von de Schpukjeschichte ... an. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze); goat up de Teien (Zehen) ZE-Mü; hai get doch tau diuknackich (gebückt) SA-Dä; ... un können nich mehr jrade jahen. Gesch-Un 44; Verbdg.: dat larnt jehn ‘es wird gelingen’ ZE-Roß; Rda.: w me geit un schteit ‘so, wie man gerade ist’ Wb-Nharz 55; He geit as d’ Flg in d’ Bottermelk. ‘Er hat einen schwerfälligen Gang.’ Wb-Altm* 72; Sprw.: dei langsam geit, kummt k Wb-We 37. – 1b. ‘sich (zu einem bestimmten Zweck, mit einer bestimmten Absicht) an einen bestimmten Ort, irgendwohin begeben’ – na Hs gn SA-Mol; ... un gung no de Kirchhofsecke ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); amol war de Mutter ins Holz jejehn BA-Ha; jg m bain Flschor DE-Ca; danzen gn HA-Oh; Uff ’n Schwoof jehen ‘zum Tanz gehen’ Vk-Anhaltc 11 (BA-Ha); Ens woll Nanu moal jagt’n goah’n ... Matthies 1903,9; Rda.: ower’n Jordan gaan ‘verschwinden’ Wb-Holzl 94; t de Welt gn ‘sterben’ HA-Oh; ins Wasser jn ‘sich ertränken’ Wb-Ak 77; der jeit vor de Hunne ‘er stirbt’ JE2-Schm. – 1c. ‘regelmäßig besuchen’, auch ‘in einem bestimmten Bereich beruflich tä- tig werden’ – n’n mren gn Wb-Nharz 55; uf Arwt jn Wb-Ak 77; er “jeht bei de Ochsen” ‘er wird Ochsenknecht’ Serimunt 1932 Nr. 65; ik wett noch ganz genau, wie ick datt erste Joahr nah Schaule junk HA-Eim; die Dierns gingen früher alle Ahnde spinnen JE2-Bu. – 2. bes. in Verbdg. mit Vb. wie liggen, sitten, stn eine Bewegung auf einen anderen Zustand hin bezeichnend, 2: vereinz. Altm. – gao sitt’n! ‘setz dich hin!’ Wb-Altm 62; In’n Anfang dänn ging d’ Spök still an d’ Dör staohn ... Pohlmann 1905 ff.,125 (OST-GrRo). – 3a. ‘einen Ort verlassen, weggehen’ – wiste schont jehen? DE-Ho; denne kann’k ja wer gn HA-Oh; Rda.: einen gn lten ‘einen Darmwind entweichen lassen’ a.a.O.; d gans wil ek gn lten ‘die Gans soll zur Zucht gehen’ Wb-Nharz 55. – 3b. ‘ein Dienstverhältnis beenden, aufgeben’ – uten Deinst gohn GA-Beh. – 4. ‘sich lösen, abfallen’ – Rda.: aus en Leim jn Wb-Ak 77. – 5. ‘sich an etw. zu schaffen machen’, bes. um unerlaubt etw. zu entwenden – an wat nich jehn ZE-Roß. – 6. ‘in einer bestimmten Weise gekleidet sein’ – nietmodisch soll se gahn wie ne Eddelfrue HA-Bo. – 7. ‘mit jmdm. ein Liebesverhältnis haben’ – mit eene jehn ZE-Roß; hast du denn diene Öldern schon e seggt, dat du mit mick geihst? HA-Bo. – 8. ‘trächtig sein’, von Tieren, 3: vereinz. w elbostf. – de Kau geit noch feier Wochen ‘in vier Wochen wird die Kuh kalben’ HA-Oh. – 9a. ‘sich durch etw. hindurch bewegen’ – Rda.: dorch de lappen gn ‘sich entgehen lassen’ Mda-Weg 105; De Kunne von Greitchens Dod war wie’n Loopfüer dorch’t lütge Dörp e gahn; ... Rauch 1929,66; dat mott’k mik mal dorch’n Kopp gn lten HA-Oh. – 9b. ‘in Bewegung sein, sich bewegen’ – de Wint geit wer de Hwersteppel a.a.O.; in’n Wind jn ld’n ‘das Steuer so drehen, dass das Segel mehr Wind fasst’, Schifferspr., Elbschifferspr. 356 (JE2-Mi). – 9c. ‘in Betrieb sein, funktionieren’ – Rda.: geiht et denn, oder knipt de Hose? (auch Bezug zu 10a. möglich) Sprw-Börde; Rätsel (auch mit Bezug zu 1a.): wat geit un geit un kümmp nich wer? – die Uhr, STE-Wa. – 9d. ‘aufgehen, treiben’, vom Hefeteig,  upgnmn Dch jait all JE2-Scho; der Deich is scheen ejehn CA-Gli. – 10a. ‘(in bestimmter Weise) vonstatten gehen, ablaufen’, auch ‘gelingen’ – dat geit swer HA-Oh; ..., düttmal hat’t noch gut ’egahn ... Lindauc o.J. 17; t wier doch janz hibsch jejehn ZE-Hu; ... kann doch nischt schief jehn. Krause 1964,18; Rda.: Et gait wi an’n Bimmfa’mt etreckt. ‘Es geht sehr gut, ohne Probleme.’ Wb-Holzl 36; dat jeht wie’s Brezelbacken dass., Vk-Anhalta 69; Sprw.: Wat nich will gahn, Lat schtahn! Vk-Harz 3,60. – 10b. ‘sich in bestimmter Weise entwickeln’, bes. von Geschäften – Wie jeht denn eier Laden? ZE-Roß. – 11. unpers. ‘ergehen’ – Mäi is dät ok so gohn. Hausfr-Altm 1927,41 (STE-Ber); Die jehts wo wie’n Harr Kanter seine? Wäschke 61915,103. – 12a. ‘sich machen lassen, möglich sein’ – Dat geiht doch nich, Vaoder ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Rda.: ’t geiht woll, äöwert’ geiht nich. ‘Es ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch nicht durchführbar.’ Bewohner-Altm 1,334. – 12b. ‘einigermaßen akzeptabel, erträglich sein’ – ’s Himne jt noch ‘das Hemd kann noch getragen werden’ Wb-Ak 77. – 13. ‘sich erstrecken, reichen’ – de rok geit bis op de kn Wb-Nharz 55. – 14. ‘in etw. passen, Platz, Raum finden’ – dr Korb jt nich mr in dn Sack Wb-Ak 77; Sprw.: gedüllich Schaop gaon fae (viele) in ’n Schtall SA-Dä. – 15. ‘eine bestimmte Richtung haben, in einer bestimmten Richtung verlaufen’ – d geit kein Wch HA-Oh; Von da jeht de Schossee linksch raus nah Tornau ... Heese 21919,33. – 16. ‘sich einem bestimmten Zeitpunkt nä- hern’ – et geit op achte Wb-Nharz 55; Dat is nu Nacht, geiht stark op Oelwe ... Klaus 1936,28. – 17. ‘sich in einem bestimmten Zustand befinden’ – w (wie) geit et? Wb-Nharz 55. – 18. ‘den Vorrang haben’ – Rda.: Geit doch nicks äöw’r de Rännlichkeit! seggt jenn’ Fru, un kert all Sündag Morgen är Hemm’ ümm. Wb-Altm 172; Sprw.: Nahwerschaft geiht vör Vadderschaft. Bewohner-Altm 2,20. – 19. ‘sich nach jmdm., etw. richten’ – dn geit et nich HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: gahn, gaan, j-, [gn], [jn] vereinz. w mbrdb., verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), CA-Lö; gaen, gen, j- WA-Ste, WE-Oster, BLA-Brau; gahen, j- JE1-Walt, HA-Ro, vereinz. mittleres elbostf., WE-Velt, vereinz. n CA; g(a)ohn, goahn, j-, [gn], [jn], [--] verbr. nwaltm. nbrdb., verstr. JE1, ZE-Gri, verstr. elbostf., QUE-Frie; [gn] SA-Ah Rist; gaohen CALV-Uth, STE-Sto; [gon] verstr. n nwaltm.; goa(h)n, j-, [jan], [jan] verbr. n/mittleres mbrdb., vereinz. n/mittleres ZE; gehen, j- JE1-Schor Wö, vereinz. ZE, QUE-We, BE-KlMü, vereinz. omd.; gehn, j- JE1-Pa Wö, verbr. ZE, WE-Schau, verstr. sö elbostf., verbr. omd.; jaen Mda-Sti 26; [jn] veralt. Mda-Fuhne 75 (vereinz. s KÖ); 3. Sg. Präs.: gei(h)t, -ai-, j- [gait], [jait] vereinz. nwaltm., verstr. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1 elbostf. (außer sö, dort vereinz.); [gäit], [jäit] OST-Bi, vereinz. mittlere Altm.; [get] verstr. n nwaltm.; gaht, gaat, j- ZE-Li, vereinz. w elbostf., QUE-Di; g(a)oht, j- vereinz. w SA, WO-El; goat, [jat] vereinz. ZE; [jast] 2. Sg. Präs. Dialekt-Ma 12 (vereinz. sw JE1, ZE-Göd); geht, j-, [jt] verstr. ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. omd.; gäht, j-, [gt], [jt] SA-Fa Jah Jü, vereinz. ö SA, OST-Ar, GA-Fau Ku; [jit] Nd-KlWu 24; Imp. Sg.: ga(h), j- verstr. elbostf.; gao(h), j- vereinz. Altm. elbostf.; gaach, gch vereinz. w elbostf.; gaoch OSCH-Har, QUE-Di; joch JE2-Jer Ni Za, verstr. JE1, QUE-Wa; [j] Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA), BE-Gü; jk, [jk], [jg] ZE-Roß, verbr. omd.; [jg] veralt. vereinz. s KÖ; 1./3. Sg. Prät./1./3. Pl. Prät.: ging, -nk, j-, [gik], [jik]/gingen, j-, [gin], [jin] (nwaltm., Altm.: [gi], [ji]) verstr. nwaltm., verbr. Altm. JE2 JE1, verstr. ZE, verbr. elbostf. omd. (bes. ZE elbostf. omd. neben älteren u-Formen); ging, [gi], [ji]/ verstr. nwaltm.; güng 1./3. Sg. Prät. Wb-Altm 61; gung, -k, j-, [guk], [juk]/gungen, j-, [gun], [jun] Wb-Altm 61, vereinz. n SA, STE-GrMö, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), verstr. ZE, verbr. elbostf., verstr. omd. (bes. ZE elbostf. anhalt. neben jüngeren i-Formen); 3. Pl. Prät.: junken BLA-Be; gangen DE-Lin; junkten Vk-Harz 3,24 (BLA-Be), BLA-Hü; jinkt 3. Sg. Prät. GA-Wern; Part. Prät.: egahn, -gaan, -j- verstr. elbostf.; egen BLA-Brau; g(a)ohn, j- verstr. nwaltm. Altm.; e-, [jn] JE2-Scho, OSCH-Har, QUE-Di; degn WA-HDo; [gaon] SA-Dä; ejoahn, [jan] JE2-GrWu, ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); ejehn CA-Gli Pö; je- verstr. ö ZE, vereinz. n CA, verstr. nthür.; -jangen, [jjan] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.
Groppendorf ON, in dem Neckvers: Groppendorf muss warten 3: HA-Bo.
h Personalpron. 3. Pers. Sg. m. 1. allg. – h tochte fan n Drp nt änna JE2-Scho; sin’n Treckehund harre hä vört Dörp utespannt JE2-Gü; … singen warte wo nich kennen, hä is je an pischen heesch (heiser). Wäschke 71913,27; bringet’e ‘t denn her? HA-Oh; datt schall h wol laot’n, auch datt schall’r wol laot’n Wb-Altm 167; … rait ml ‘n Rtknecht mit ne vor sik op’n Pre t. Tiedge 1954,39; darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo; d sast äm nich schtt’n JE2-Scho; ik will’ ne mal frn HA-Oh. – 2. Anrede für sozial tiefer stehende und fremde Personen, slt., früher auch höfliche Anrede für ältere Menschen, 3: Wb-Nharz 73. – 3. subst. ‘Ehemann’ 2: ZE-Nu.
Lautf.: he vereinz. ö nwaltm., verbr. Altm., vereinz. JE2 s JE1 ZE, BLA-Sti; verstr. s JE2 JE1, ZE-Kö Mü, vereinz. anhalt. (veralt.); heä JE1-Ge; hei, hai verbr. nwaltm., OST-Des Meß, JE1-Prö, allg. s GA HA OSCH WA WE BLA, QUE-Di, CA-Fe; häi, hei, he-i SA-Stö, verstr. sö OST ö STE, WO-Ri, verstr. w JE2, JE2-Ba Bö; heai SA-Ho; heu STE-Sta; enklitisch meist ‘e oder völlige Assimilation; [r] vereinz. JE1, verstr. s ZE, OSCH-He, WA-Dom, verstr. QUE BA CA anhalt.; enklitisch ‘r, auch vereinz. Altm. – Gram.: Dat., Akk.: em, en Mda-Ze (verstr. ZE); äm Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa) (nur Dat. belegt), JE2-Scho; hem, [m] SA-Ku (nur Dat. belegt); mm, jmm, jümm, jm Wb-Altm 46; öne Tiedge 1954,39 (nur Dat. belegt); ene, ne HA-Oh; [en] Id-Eilsa 81; üöne OSCH-Di (nur Dat. belegt); ne, ne Wb-Nharz 73; ne, ene BLA-Brau; [en], [n] QUE-Di; ne HA-Bo; nur Akk. belegt: ‘n Wb-Altm 46, HA-Oh; Mda-Ze (verstr. ZE); ‘ne, ‘n Id-Eilsa 80; een, öön, öne, ‘ne Wb-Holzl 82 und 144; m,  SA-Dä.
hrvrn Adv. ‘vorhin’ 3: Wb-Holzl 101 (HA-Bo), HA-Bo, Id-Eilsa 67 – harrvorn hewwe ick ne doch erst ut’n Pärstall kommen seihn HA-Bo.
Lautf.: [herfern] Id-Eilsa 67; harrfoorn Wb-Holzl 101 (HA-Bo); -vorn HA-Bo.
hinderdorchkken Vb. ‘hinterhersehen’ – hei steiht ant Fenster un kiekt noch lange hinderdorch 3: HA-Bo.
Hollkre f. 1. ‘Schubkarre mit kastenförmigem Oberbau’,  Kummkre, 2: ZE-KlLei Ned Stre, 3: HA-Bo, verbr. elbostf. (außer n), 4: BA-Ha, verbr. anhalt. – 2. ‘zweirädriger Karren mit kastenförmigem Oberbau, der von einem Mann gezogen wird’ 3: Wb-Nharz 80.
Lautf.: Holkaare WE-El; -koare WE-Re; Hollkarre, Hol- JE1-Me, ZE-Ned, Id-Eilsa 68, OSCH-Da Dee, BA-Ho Re, verstr. CA BE KÖ, vereinz. DE; [holgar] verbr. BE; Hollekarre ZE-KlLei, vereinz. ö DE; Hohlkaare, -kare verstr. sw elbostf.; -karre ZE-Stre, HA-Bo, verstr. elbostf. (außer n), BA-Ha, CA-Ak; [hlgar] BE-Scha; Hoelkare WE-Rok; Houlkaare WE-Sta; [holkar] OSCH-Schl; Huhlkarre OSCH-Di; Nbff.: Hohkarre BA-Ra; Holtkoare WE-Re; -karre OSCH-KlQue, QUE-GrSchie.
hpen Vb. ‘warten’,  twen, auch ‘hoffen’ 2: Mda-Ze (verstr. ZE), 3: vereinz. n elbostf., OSCH-Di, Wb-We* 215, Wb-Nharz 80, 4: Wb-Be – nu gah, Rieke, damit se nich opp dick te hopen bruken HA-Bo; d brkeste nich op to hepen HA-Oh; Rda.: Da hope drop – dat stait ok in Wolfenbüttel opp en Altar. Wb-Holzl 32 (HA-Eil).
Lautf.: hopen, hpen Beiträge-Nd 75 (WO-HWa), vereinz. HA; hepen HA-Oh; huopen OSCH-Di; hoffen Beiträge-Nd 75 (WO-HWa), Wb-We* 215, Wb-Nharz 80; [hofn] Mda-Ze (verstr. ZE), Wb-Be.
j Pt. verbr. 1a. zustimmende Antwort – Kimmeste mit n ewwer Ellewe? – Ja! Wb-Ak 74; Is dei Hofstidde grot? – O ja, sau wie unse, dat’r bequem veir Päre veirspännig op umme wenn’n könn’n. Rauch 1925,36; hei secht nich j datau HA-Oh; j, j, et is w d sechst Wb-Nharz 88. – 1b. ärgerlich zustimmende Antwort – kommst de denn nu met? – jodoche! ZE-Roß; “Jaddoche,” – sase Fritze arjerlich – … Wäschke 61920,5. – 1c. Antwort auf eine negativ gestellte Frage – Haste mei’n Vter nich jesn? – J. Wb-Ak 79. – 2. iron. in verneinenden, abweisenden Antworten – Ja! Hunneschite! Wb-We 57; Ja, morgen wenn de Bökke lammet! Wb-We 57; ja wol, dat wil ek daun Wb-Nharz 88. – 3. nachgestellt bei Fragen mit erwarteter Zustimmung – hei sieht meck hellsch knackschälig (kränklich, blass) ut, ja? BA-Op; wollmer na Dessau fahrn, je? ZE-Roß; Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op. – 4. bekräftigend mit Bezug auf etw. Bekanntes – Dat is jo nu all lange her. Gorges 1938,34; dat wärt ja widder jut Spr-Asch 18; Ich hre je schn. Wb-Ak 76; das gansde je dn DE-Ca. – 5. emotionale Äußerungen verstärkend – a. Überraschung, Erstaunen – Das schmeckt je jallebitter. Wb-Ak 76; dat is ja Hagel Spr-Asch 18; du geist jo so hump’lig Wb-Altm 86; sau! dat is jo recht hipsch! Sprw-Börde; nee, awwer sauwat ok, ja ja BA-Op. – b. Empörung – dat is jo tum katolsch wärn STE-Schi; dat is jo balle gar nich mehr taun uthooln OSCH-Grö; dat geiht jo ok alles nich HA-Bo. – c. Bedauern, Enttäuschung – dat is j schlim Wb-Nharz 90. – 6. verstärkend in Aufforderungen – Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; man j nich! HA-Oh; dat due man ja Spr-Asch 18. – 7. eine Äu- ßerung einleitend und eine kurze Besinnung oder Verzögerung andeutend – Tja, min leiwe Hermann! Klaus 1936,3; ja, dat is saune sache Wb-Nharz 88; jao, dat is jo nu all lang her OST-Schön.
Lautf.: Neben regional variierende Belege (ja, j, j, j) treten mitunter semantisch und positionell bedingte Differenzierungen (z.B. je in unbetonter Stellung).