Jerusalem ON im heutigen Staat Israel, Hauptstadt der Juden in der Bibel – Rda.: se wärd woll de Itschen (Frösche) nach Jerusalem pitschen ‘sie ist in einem Alter, in dem sie auf eine Heirat kaum noch hoffen kann’ 3: Spr-Asch 37; Neckvers: Almslä (Alvensleben) süht von wieten ut wie Jerusalem un wenn en rinkümmt is et Bethlem (Bethlehem) 3: HA-Bo; Hillslewe (Hillersleben) is außen Jerusalem un innen Bethlehem 3: HA-Wed.
Kammrad n. ‘Zahnrad’ 3: Wb-Holzl 115, HA-Bo, Wb-We 61.
Ktermge f. ‘dünner Kaffee’,  Plurre, 3: HA-Bo.
Lautf.: Katermieje.
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.
Knoppe(n) f., m. 1a. ‘Knospe’, bes. an (Obst-)Bäumen, vgl. Knospe, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 110, Kredel 1929,72, JE2-Scho, Dialekt-Ma 4 (verstr. JE1), verstr. ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 94 – De Eppel han schne njesetzt, ‘s sin ville Knum’m drn. a.a.O. 94; wänn d Rs inne Knoppe is, mütt s plückt wn JE2-Scho. – 1b. Pl. ‘Samen des Hederichs’ 2: Wb-Altm 110. – 2. ‘Knoten’ 3: Id-Eilsa 73. – 3. ‘verhärtete Schwellung der Haut’, auch ‘frischer Grindknoten’, bei Schafen, 3: Nd-Börde § 40 (WO-Schn), Wb-Holzl 123, Wb-Nharz 103. – 4a. Brötchenart, bes. aus Weizenmehl,  Semmel, 2: OST-See, 3: JE1-Ca, HA-Bo Eil, vereinz. s elbostf. – 4b. ‘Abschnitt einer mehrteiligen Semmel’ 2: SA-HTr Kal, 3: Nd-Börde § 40 (WO-Schn), JE1-Ca, Wb-Holzl 123, HA-Bo Eil No. – 5. ‘Bund spinnfertigen Flachses’, vgl. Knocke(n), Knüttebund 1., 3: Beiträge-Nd 65 (WO-HWa). – 6. in der Verbdg.: vor Knoppe leggen ‘vor Erschöpfung, Ermattung liegen’ 3: CA-Ca, 4: Wb-Ak 94.
Lautf., Gram.: Knoppen m. Wb-Altm 110; Knoppn Pl. Kredel 1929,72; [knop] f. JE2-Scho, Dialekt-Ma 4 (verstr. JE1); Knobben m. OST-See, vereinz. s elbostf.; Knobb’n m. SA-HTr, HA-Bee; Knobben Pl. Heimatgesch-Bad 30; [knobm] m. SA-Kal; Knob(b)e f. HA-Bo, vereinz. s elbostf.; Knobber Pl. HA-No; Know(w)e, [know] f. verstr. ZE elbostf.; Knowen Pl. HA-Eil; [kno] m. Nd-Börde § 40 (WO-Schn); [kno] m. SA-Dä, Knom’m m. Wb-Holzl 123; [knup] m. Id-Eilsa 73; Knuppe, [knup] f. HA-Oh, Dialekt-Ma 4 (vereinz. ö CA); Knuwwe f. Wb-Ak 94; [knu] m. Beiträge-Nd 65 (WO-HWa); knwe f. Wb-Nharz 103 (WE-Ha). – Etym.: mnd. knuppe, knoppe 1. ‘Knoten, Verknüpfung, Bündel’, 2. ‘Knospe, Blütenknospe, Blattkeim’, 3. ‘Fruchtknoten vom Flachs’, vgl. HWb-Mnd 2,602. Zuss.: zu 3.: Lg-; zu 4a.: Kömmel-.
kurrig Adj. 1a. ‘mürrisch, verdrießlich, unfreundlich’,  brummig, auch ‘reizbar, leicht zornig aufbrausend’,  kribbelig, 2: Wb-Altm 121, CALV-Uth Zo, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 167 – man nich glieks sau kurrig HA-Bo. – 1b. ‘gereizt, bissig’, vom Hund, 3: HA-Bee Ost, Wb-Nharz 111 – de Hund is kurrij HA-Bee. – 2. ‘sonderbar, merkwürdig, eigenartig’ 2: STE-Wa, 3: WE-Oster. – 3. ‘gesund, munter, rege’,  krille, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: HA-Bee, Wb-We 78, WE-He – blf man recht kurrich SA-Dä. – 4. ‘übermütig’ 2: OST-Kru, WO-Col, 3: WO-Mei. – 5. ‘possierlich, niedlich’ 3: Wb-We 78.
Lautf.: kurrig, -ich, -ij.
leddig Adj. 1. ‘leer, ohne Inhalt, frei von etw.’, vgl. lr, 1/2/3: allg. nd., 4: verstr. nthür. nw anhalt. – de Schöttele is leddich WA-Un; … s Wasserholz ewwere Schullern un an jedn Riemnhaken an leddijen Wasseremmer … Wäschke 41910,45; de Weg in de Midde mußte leddig bliewen HA-Bo; dat Hus steit leddig Wb-Altm 125; leddich gn ‘ohne Last gehen’ Wb-Nharz 116; leddich mken ‘vollständig entladen’, vom Kahn, Elbschifferspr. 371 (STE-Bit); ‘n akker leddich fren ‘das Getreide vom Acker fahren’ Wb-Nharz 116; Rda.: hei lächt sin’ fiuan Am bi sin lärring’ Dam ‘er legt seinen faulen Arm zu seinem leeren Darm’, Verspottung fauler Menschen, Volksspr-Altm 93; … se sünd doch nich mit leddigen Hännen uten Huse gahn Rauch 1929,9; Sprw.: fl Henne mket leddije Schötteln HA-Oh; man kann ek’n Born leddich schucken (pumpen) HA-Oh; en half Ei is besser as en leddigen Dopp Chr-Em 429 – eyn ledich servester fad (Zerbster Fass) 1503, SchB-Seehausena 118. – 2. in der Verbdg.: leddig gn ‘untätig sein’ 3: vereinz. elbostf. – d wollen’t jelt met leddich gn fordeinen Wb-Nharz 116. – 3a. ‘frei, ungebunden’ 3: Id-Eilsa 75, 4: Mda-Sti 171. – 3b. ‘unverheiratet’ verstr. – Rda.: dai is ja noch leos un larrich SA-Dä.
Lautf.: leddig, -ich, -ij verstr. nwaltm. Altm., verbr. JE2 JE1, verstr. ZE, verbr. elbostf., verstr. nw anhalt.; läddig, -ich SA-Scha, verstr. Altm., JE2-Vie, ZE-Kö, HA-Uep Wa, WA-Am, [ldig] Mda-Sti 10 und 171; lättich WO-Bu; laddig, -ich SA-Dö HDo, GA-Wer Wiep; löddig STE-Sche; lerrig, -ich verbr. nwaltm. Altm., verstr. JE2, ZE-Nu Reu Stre, CA-Ak; lärrig, -ich verbr. nwaltm. Altm., JE2-GrMa Me Wa, HA-Wed; lrring’Volksspr-Altm 93; lerrdig GA-Sa; lerch JE2-Scho; lärch JE2-Fe Ku; larrig, -ichvereinz. nwaltm., SA-Kö Vie, OST-Me, verstr. n GA; larch JE2-Scha; lachig OST-Fle; loerrig GA-Tri; lellich verstr. sö ZE; lessich [-z-] Wb-Ak 106, Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 31 (sö CA); ledig, -ichCALV-Uth, JE2-Mü Pap Za, verstr. elbostf. (z.T. nur 3.); lädig JE1-Zi; lrrig STE-Schi; letig WE-Rok; ledich QUE-Di (3.); leädig WO-Bl; leärrig, -ich SA-Stei, STE-Scho Sta; läarrig SA-Stör, STE-Scher; läerig GA-Mie; lerrich, -ig SA-Kun, STE-Neu Ri; larig WO-Bu; lesig CA-Su.
Mai m. Monatsname, verbr. – dat hat passiat an twftn Mai achtainhunnadtwunföfdich (12. Mai 1852) SA-Dä; Bauernregel/Wetterregel: In’n Mai verdrögt (vertrocknet) nist. Bewohner-Altm 1,349; kolln Ma bringkt Strou un Hou (Heu); is de Ma koll un natt, füllt h dn Ba Sch (Scheune) un Fatt SA-Rist; Regnet es am ersten Mai, so regnet es Butter (gibt es reichlich Grünfutter für die Kühe). Vk-Anhalta 227; vom Stand der Saat am ersten Mai konnten Aussagen über den Ausgang der Ernte abgeleitet werden, Ackerbau-Anhalt 294; ‘n rscht’n Mai muß sich anne Kr (Krähe) in Rocken (Roggen) vorstechen ken’n. Wb-Ak 109. Erst am ersten Mai sollen versch. Nutzpflanzen gesät werden: Gerste, damit sie nicht unfruchtbar wird (ZE-Stra), Hirse, damit sie nicht von den Vögeln angefressen wird (DE-Ho) und Bohnen, um eine gutes Ernteergebnis zu erzielen (BE-Ra). Ackerbau-Anhalt 294, Vk-Anhalta 227. Der erste Mai galt vielfach als Austriebstag der Viehherden. Vk-Anhalta226. Von diesem Zeitpunkt an durften auch die Harzwiesen nicht mehr betreten werden. Vk-Harz 8,49. – Brauch: Man schickte am ersten Tag dieses Monats seine Mitmenschen in den Mai, indem man sie veralberte oder mit undurchführbaren Aufträgen neckte. Vk-Harz 8,49. – Volksgl.: Knechte und Mägde suchten am Morgen des ersten Maitags Futter auf fremden Grundstücken, um das Vieh vor Verzauberung zu schützen. SA-Pre (um 1860). Die Kinder liefen im Mairegen umher, um ihr Wachstum zu beschleunigen, vgl. Mairgen. Vk-Anhalta 228. Der Mai galt als Unglücksmonat. Deshalb sollte nicht geheiratet werden, da sonst die Ehe zerbräche (ZE-Sta) oder einer der Ehepartner stürbe (HA-Bo). Volksgl-Ma 60, Vk-Anhaltb 37.
Lautf.: Mai, Mei; außerdem: [ma] SA-Rist; [mä] Siedler-Je § 107 (JE2 n JE1).
2mlen Vb. 1. ‘durch Zerquetschen oder Zerreiben zerkleinern’ verstr. – an Zentnr Rocken (Roggen) m’l lßen Wb-Ak 109; Gewürz un Pepper is noch te mehlen WO-Drü; du sost da richtig dat Mehlen leern HA-Bo; Sprw.: wer to irst kümmt, molt to irst STE-Bad; ok wes de molen to Swanebeke nicht moghen melen, dat schal me melen to Krottorpe1381, Revers über eine Verpfändung, UB Hochst. Halberstadt 4,2948. – 2. ‘tief eindringen’, von Wagenrädern im Straßenstaub, 3: Id-Eilsa 78.
Lautf.: mal(e)n, ml(e)n; außerdem: moal’n, [mln] Wb-Altm* 63, JE2-Scho, Wb-Be; [maln] Mda-Ze (verstr. ZE); [m] ZE-Roß, m’l Wb-Ak 109; me(h)len verstr. elbostf.; mälen OSCH-Di, mlen Wb-Nharz 125. – Gram.: 3. Sg. Präs.: mlt Wb-We 85; moalt, moahlt, [mlt] vereinz. Altm., JE2-Scho; molt STE-Bad; [maot] SA-Dä; mlt HA-Oh, Mda-Sti 22; m lt Wb-Nharz 125.
1Mantel m., f. 1. allg. ‘langärmliges Kleidungsstück, das bei Nässe oder Kälte über der übrigen Kleidung getragen wird’ verstr. – böste dn Mantl’l af JE2-Scho; de Frue hat ne nie Mantel HA-Bo; Rda.: dä dreht’n Mantel na en Winne ‘er redet anderen nach dem Mund’ BA-Op; dor drcht en Mandel nch dswai Saiden dass., BE-Me; dat Haun hängete sick en Mäntelken um ‘das Huhn lässt die Flügel hängen’, Anzeichen für Tuberkulose, Wb-Holzl 139. – M. für Männer, aber bes. für Frauen gab es in sehr versch. Ausführungen. Häufig zu finden waren weite Frauenmäntel (STE, HA, Nharz.), die z.T. mit einem (WO, JE1, HA, OSCH-Nie) oder mehreren (STE, HA), oft mit Fransen versehenen Kragen bzw. mit Schulterstücken aus Samt (OST) besetzt waren. Bevorzugte Materialien waren Kattun (verstr.), Wolle (HA) und Tuchstoff (Nharz.). Die Wintermäntel waren wattiert (verstr.) oder mit dickem Fries gefüttert (HA). Neben dunklen bzw. schwarzen M. (verbr.) wurden von den Frauen auch helle (Nharz.), bunte (OST, HA), schwarzweiß gestreifte oder rotschwarz geringelte M. (Nharz.) getragen. Tracht-ProvSachs 186ff., Vk-Harz 6/7,15 und 22. – 2. ‘Mantel in Form eines Umhangs, in dem Mütter ihr Kind trugen’,  Kindermantel, 2: Mda-nwJe1b 72 (JE2-HSe), verstr. JE1, 3: verbr. elbostf., 4: Wb-Ak 110, Wäschke 31919,5 – Na, die jungen denn mitte Kinnermutter, die Karln in’n Mantel truk, bein’n Richter, um Karln toofen zu laßen. Wäschke 31919,5.
Lautf.: Mantel, [mantl]; außerdem: [mant] JE2-Scho; Mahnt(e)l vereinz. SA OST; Mantele verstr. WE; Mandel, [mandl] vereinz. nbrdb., BE-Me; Mndl vereinz. OST; Moandel vereinz. SA; Mannel vereinz. OST STE. – Gram.: m. verstr.; f. (bes. 2.) verstr. w JE1 elbostf. Zuss.: zu 1.: Kattn-; zu 2.: Kinder-.