lsken Adv. dass. wie  lse 1., 2: Wb-Altm 127, 3: verstr. elbostf. – liseken forr sick henn schri’en (weinen) HA-Eil.
Lautf.: lsk’n Wb-Altm 127; lseken, lieseken verstr. elbostf.
ltsen Vb. ‘jmdn. zu etw. überreden, verlocken’, bes. ‘zum Mitkommen veranlassen’ 2: ZE-Roß, 3: HA-Eil, 4: Wb-Ak 108, Wb-Be – mik ole Frue opp de Strate tau lootzen, hast du denn kainen Regatt (Respekt) meer forr dine Mutter HA-Eil.
Zus.: mit-.
Luffe f. 1a. ‘locker gebackenes längliches Weißbrot’ 3: HA-Oh, WE-Dar. – 1b. Brötchenart aus Weizenmehl,  Semmel, 3: vereinz. elbostf. – 1c. Bezeichnung von versch. Gebäck, z.B. aus Schwarzmehl (Id-Queb 9), Fastnachtsgebäck (Wb-Nharz 120), 3: vereinz. elbostf. – 2. ‘ Bäcker’, scherzh., 3: HA-Oh. – 3. ‘Kohl, der keinen festen Kopf gebildet hat’,  Schalk, 3: Wb-Holzl 136, HA-Eil.
Mlstwe f. ‘Stube in der Mühle’,  Feise, 2: JE2-Be Ve, 3: Wb-Holzl 140 (HA-Eil), OSCH-Crot, WA-See, QUE-Hau He Scha.
Lautf.: Meelstuwe Wb-Holzl 140 (HA-Eil), Mehl- OSCH-Crot; -stube WA-See, QUE-Scha; -stuh JE2-Be Ve; [mltuv] QUE-Hau He.
1Mn m. 1. ‘Mond’ verstr. – de Mane is all upejn Mda-nwJe1a 46; de Ment hat’n Hoff HA-Oh; De Moan van’n Hewen schient hell’sch klaor. Pohlmann 1905,44; Verbdg.: taunmens mnt (zunehmenden Mond) hebben Wb-Nharz 122; mei hebben vullen Mn (Vollmond) BLA-Brau; oll Maon ‘abnehmender Mond’ Wb-Altm* 63; affnemels Mond dass., Wb-Holzl 142; nen Ment ‘Neumond’ HA-Oh; Rda.: kannst in’n Ment kken ‘du kannst vergeblich hoffen’ HA-Oh; sieht’n Mond forn Kauhkese an ‘er ist betrunken’ Sprw-Börde; weit hingern Mn her ‘geistig beschränkt’ Spr-Anhalt 165; dne Uhr geiht n’n Ment ‘deine Uhr geht völlig verkehrt’ HA-Oh; De Maon schient äm dörch de Been. ‘Er ist krummbeinig.’ Bewohner-Altm 1,350; De Maon is ämm nch nich oll noch (genug). von einem Menschen, der Erledigungen gern aufschiebt, Wb-Altm 134; Wetterregel: Der Mnd hat an Hoff, ‘s jiwwet ble an’ner Wetter. Wb-Ak 115. – Volksgl.: Verbr. ist die Vorstellung, dass ein Mann im M. sitzt, nicht ganz so häufig glaubt man an eine dort lebende Frau (verbr. Altm., sonst verstr.). ADVk Kt. 15. Der Mann im M. trägt u.a. ein Reisigbündel (verbr.), ein Arbeitsgerät (Einzelbelege Altm. HA), Kohl (ZE), einen Sack (ZE-Ke) oder eine Garbe (KÖ-Li). a.a.O. Kt. 16, Vk-Anhaltb 51. Er wurde zur Strafe dorthin verbannt, weil er Reisigbündel bzw. Holz stahl (verstr.) bzw. an einem Sonntag Arbeiten verrichtete. Vk-Anhaltb 51 (verstr. ZE, anhalt.). Bei vielen Tätigkeiten achtete man auf die versch. Mondphasen. Zunehmender M. wirkte sich günstig auf Dinge aus, die sich vermehren, abnehmender auf solche, die sich verringern sollten. Vk-Anhalta 327. Der Hochzeitstermin wurde in die Zeit des zunehmenden M. gelegt (Hochzeit-Altm 14), um das gemeinsame Vermögen anwachsen zu lassen (SA-Ru, Vk-Anhalta 327). Dagegen sollte eine Heirat bei abnehmendem M. vermieden werden (HA-Eil), da alle Vorsätze und Unternehmungen missraten würden (Hochzeit-Altm 14). Flechten und Warzen wurden durch Besprechen bei abnehmendem M. geheilt. Vk-Anhalta 299. Für Tätigkeiten wie das Schneiden von Wünschelruten, das Brechen von Pfropfreisern (ZE-Rie) oder das Sammeln von Zauberkräutern (ZE-Na) war die Zeit des Vollmondes am geeignetsten. Heilkräuter sollten dagegen bei zunehmendem, Giftkräuter bei Neumond geerntet werden (ZE-Na). Die Aussaat während des Neumondes führte zu einer schlechten Ernte. Die bei Neumond geborenen Kinder können hexen, die bei Vollmond geborenen werden mondsüchtig. Die erste Mondsichel durfte man nicht durch das Fenster sehen, sonst hatte man in den nächsten vier Wochen Unglück. Vk-Anhalta 327. – 2. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 2: SA-Kun.
Lautf.: Ma(a)n, [mn] verstr. elbostf.; Maon, [mn] verstr. Altm., Nd-Börde § 37, BLA-Be; mn JE2-Scho, Mn Spr-Anhalt 165; maone Mda-Ro; [man] Mda-nwJe1a 46 (JE2-HSe), verstr. JE1 (meist in Verbdg.); [man] ZE-Göd; Mnt HA-Oh (veralt.), mnt Wb-Nharz 122; Moand JE2-Nka, Moahnt SA-Kun; [mant] ZE-Kö; [mant] Mda-Ze (verstr. ZE); Mond Spr-Altm 79, Wb-Holzl 142, Sprw-Börde, Wedde 1938,65, Richter o.J. 21, DE-Schie, Mnd Wb-Ak 115, Mont HA-Bee, [mnt] verbr. JE1, verstr. ZE, Brugge 1944,78 (WO-He, vereinz. nö WA), Mda-Ma 66 (verstr. nö CA), Mda-Sti 24, Wb-Be; Ment HA-Oh, ment Mda-Weg 107; Mound BE-La; muont OSCH-Di. – Gram.: f. belegt Wb-Altm* 63, ZE-Göd.
Märzenstoff m. ‘Staub auf Wegen und Feldern im März’ 3: vereinz. elbostf. – Bauernregel: Märzenstoof is goldeswert ‘ein trockener März lässt auf eine gute Ernte hoffen’ Wb-Holzl 139 (HA-Eil); en Lot vull Märzenstoof is en Doaler wert dass., WE-Re.
Lautf.: Märzenstoof Wb-Holzl 139 (HA-Eil), WE-Re; Marzenstoff Chr-Em 427; -stoof Wb-Holzl 139 (HA-Em); marzenschtf Wb-Nharz 123; Märzenstaub WE-Dee; Marzschtof Sprw-Börde.
Mlhingst m. Gebäck aus Hefeteig, wird mit wenig Fett in der Bratpfanne gebacken, 3: Wb-Holzl 140 (HA-Eil).
Lautf.: Meelhengest.
mrst sekundärer Superlat. von  mr. 1. Indefinitpron., unbest. Zahlwort Bezeichnung der größten Anzahl, Menge, Intensität von etw., vgl. meist 1., 2: Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü), JE2-Scho, Mda-nwJe1a 36 (JE2-HSe, verbr. nw JE1), verstr. ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 30 – de merste Schult hat dat Mken HA-Oh; kumm w willn mal schellan(mit flachen Steinen auf eine Wasserfläche werfen), wecka Schtn uns am mastn’n wuppst JE2-Scho; forr’t meerste ‘am meisten’ Wb-Holzl 140; oppen mährschten dass., Firmenich o.J. 159 (WA-Ost). – 2. Adv. ‘fast, beinahe’, vgl. meist 3.hai is meerst fertich 3: Wb-Holzl 140 (HA-Eil).
Lautf., Gram.: meerst Wb-Holzl 140, mehrst Id-Eilsa 78; mehrsten sw. Nom. Pl. Hbl-Ohre 1935 Nr. 5/Becker (HA-Bee); [mrt] Mda-nwJe1a 36 (JE2-HSe, verbr. nw JE1); [mrt] sw. Nom. Sg. Mda-Ze (verstr. ZE); meerscht’n sw. Nom. Pl. Lautdenkmal 1937 (JE2-Gü); merste sw. f. Akk. Sg. HA-Oh; [mrt] sw. Nom. Sg. ZE-Roß; oppen mährschten Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); maerschte sw. Nom. Sg. Mda-Sti 30; merschte sw. Nom. Sg. Mda-Ro; [am mast] JE2-Scho.
micken Vb. ‘leicht treten’, vom Pferd,  trden, 3: Wb-Holzl 141 (HA-Eil).
mischeln Vb. dass. wie  mischen, 3: Wb-Holzl 142 (HA-Eil Eim), 4: DE-Ca – mischele m de Grd’n DE-Ca.
Lautf.: mischeln Wb-Holzl 142 (HA-Eil Eim); [mi] DE-Ca.