allwoll Adv. ‘wenigstens, zumindest’ 3: Wb-Holzl 54 (HA-Eil), Wb-Nharz 10 – dat mechte j alwol sn, wenn hei man rbeie a.a.O. 10.
Alwersranken Pl. PflN Ackerunkraut, 3: Wb-Holzl 54 (HA-Eil).
Amouren Pl. ‘Angewohnheiten, Gepflogenheiten’ 3: HA-Bee, Wb-Holzl 54 (HA-Eil) – wat dee forr Amören het? a.a.O. 54 (HA-Eil).
Lautf.: Amören Wb-Holzl 54 (HA-Eil); Amörijen HA-Bee. – Etym.: wohl zu frz. amour ‘geliebter Gegenstand, Steckenpferd, Liebhaberei’, vgl. HWb-Frz 40.
angren Vb. ‘die  Lre 3. zum Pflügen breiter Furchen einstellen’ 3: HA-Eil.
Lautf.: anjieren.
anlren Vb. 1. ‘in eine bestimmte Tätigkeit einweisen, einarbeiten’, bes. ‘Tieren etw. beibringen’ 3: vereinz. HA, Wb-Nharz 14 – Otto hat sien’n Hund annelehrt HA-Bee; ne kau nlren ‘einer Kuh das Ziehen beibringen’ Wb-Nharz 14. – 2. ‘die  Lre 3. zum Pflügen breiter Furchen einstellen’ 3: HA-Eil.
Lautf., Gram.: anle(e)ren, -lren; außerdem: annelehrt Part. Prät. HA-Bee; nlren Wb-Nharz 14.
Anmenge f., auch n. ‘Beimengung für das Viehfutter’,  Upmengsel, 2: OST-Ren, JE1-Scha, vereinz. s ZE, 3: HA-Eil, verstr. s elbostf., 4: BA-Gü, verbr. anhalt. – “I, das kenn’nmer nu doch nich jebrauchen, das jän mer de Schweine un de Kiehe inne Anmenge.“ Wäschke 41920,72; ... un wiese ’s Anmenge machen will, pladdertse sich’s heeße Wasser ewwere Beene. Heimatkalender-Be 1936,154.
Lautf.: Anmenge, [anme] OST-Ren, JE1-Scha, vereinz. ZE, HA-Eil, vereinz. s elbostf., BA-Gü, vereinz. w anhalt., verstr. DE; Aan-, Ahn- WE-La, BA-Ba, vereinz. anhalt.; Aon-, n-, [nme] CA-Ca, Wb-Ak 21, BE-Bo Ra; Amenge KÖ-Kö; Oa-, -, [me] Wb-Ak 21, verstr. w BE, KÖ-Cör We, DE-Ca; Anmänge DE-Ra; n- KÖ-Wei. – Gram.: n. belegt BA-Gü, vereinz. w BE, KÖ-Cör.
anwrdeln Vb. 1a. ‘Strohbündel durch Zusammendrehen von Weidenbändern beim Decken des Strohdachs befestigen’, veralt., 3: Wb-Holzl 54 (HA-Um). – 1b. ‘Wagenteile, ein Geschirr zusammenbinden’ 3: a.a.O. 55 (HA-Eil, WA-KlWa). – 2a. ‘schmücken’, bes. ‘Gardinen anbringen’ 3: a.a.O. 54 (HA-Um). – 2b. refl. ‘sich anziehen’ 4: Wb-Be.
Lautf.: [nfrdln] Wb-Be; anfralen Wb-Holzl 54 (HA-Um); -froilen a.a.O. 55 (HA-Eil, WA-KlWa).
Appel m. 1. ‘Frucht des Apfelbaums’ allg. – d ln an bor Ebbel’l DE-Ca; w ... krjen Äppeln af ‘wir ernten Äpfel’ JE2-Scho; Eppel un Bern (Birnen) t ik jern HA-Oh; tr Appel is jantz hotzelich (verschrumpelt) Wb-Be; de goldene Appel ‘letzter Apfel, der nach der Ernte am Baum verbleibt’ Wb-Holzl 56 (HA-Eil); Rda.: det is’n Appel! ‘das ist selbstverständlich’ ZE-Roß; Das hauet dn awwer inne Eppel. ‘Ihm ist schwerer Schaden, ein großer Verlust entstanden.’ Wb-Ak 24; daen maoket mr kn appl vrn ai vor ‘er lässt sich nicht täuschen’ Vk-Ask 152; in den sren Appel bten ‘etw. Schwieriges oder Unangenehmes beginnen’ BLA-Brau; Sprw.: der beste Appel word ok ful ‘auch dem umsichtigen Menschen kann ein Fehler unterlaufen’ Sprw-Börde; wenn de Appel ripe is, sau fällt hei ‘man soll eine Sache heranreifen lassen’ Wb-We 9; Reim:de Appl fällt nich wiet van’n Stamm;
sou ast Scho-ap is, is ouk’t Lamm
OST-Schön;
Wiegenlied:Heichen Putteichen hat Eppel jekocht,
stn inne Rre un quackern noch.
Wb-Ak 24.
– Brauch, Volksgl.: Zu Weihnachten oder Neujahr wurden die Bäume angefasst, um eine reiche Obsternte zu bekommen:Bömeken wk up,
Neujahr is km,
saßt gaut Appel un Bäärn dragen!
Brauch-wAltm 12 (SA-Ta).
Schält ein Mädchen einen Apfel, so soll die Schale ein einziges langes Band bilden. Diese wirft es sich über den Kopf und liest aus ihr den Anfangsbuchstaben des künftigen Geliebten heraus. Brauch-Anhalt 6. Geht man beim Empfang des Abendmahls um den Altar, muss man in einen Apfel beißen, dann bekommt man keine Zahnschmerzen. Dies gilt vor allem beim ersten Abendmahl bei der Konfirmation. Die Äpfel müssen aus dem Pfarrgarten gestohlen sein. Abergl-Altm 16 (vereinz. OST). – 2. in der Verbdg.: wilder Apfel PflN ‘wilder Apfel’, auch die Frucht,  Holtappel (n.Z.), 4: BE-Dro, DE-Ho. – 3. ‘Samenträger der Kiefer’,  Knappel, 3: OSCH-Weg, QUE-West. – 4. Pl. ‘rundliche Kotstücke des Pferdes’ 3: Vk-Ask 185. – 5. in der Verbdg.: Appel, Bure, Cruskopp ... Ballspiel der Kinder, ausf. vgl. Abe-Babe, 3: HA-Bee.
Lautf., Gram.: App(e)l, [ap()l] (anhalt.: [ab()l]); außerdem: ppel, [pl] Mda-Sti 9, BA-Ha; [apa], [apo] vereinz. n nwaltm.; Abb(e)l, [ab()l] verstr. Altm.; Abba, [aba], [ab], [ab], [abo] verstr. nwaltm.; [abä] SA-Ch; Pl.: Äpp(e)l, Äbbel, E-, [äp()l], [eb]; außerdem: Appel Brauch-wAltm 12 (SA-Ta); eppele Wb-Nharz 17; auf -n: vereinz. nwaltm., JE2-Scho.
Armslger m. ‘Sensenstiel mit galgenförmigem Griff’ 3: Wb-Holzl 56 (HA-Eil).
Lautf.: Armsläjer.
rslockstoff m. ‘etw. Geringes, Unbedeutendes’ 3: Wb-Holzl 56 (HA-Eil Wa).
Lautf.: Aarschlockstoof.