Herr m. 1. ‘Dienstherr, feudaler Guts- oder bäuerlicher Hofbesitzer’, von den Untergebenen auch als Anrede verwendet, verstr. – Hüte bruke de Heere nich tweemal te raupen, … Rauch 1929,13; … de Herre harre dat vorb’en (verboten) Tiedge 1954,39; Harre, ter Napper (Nachbar) rft Wb-Be; Rda.: Herre bist du, aber gillen (gelten) daue eck sagt die Frau zum Mann, WE-Dee; Ick bin Herr, sä de Mann, dao sat ‘r unnern Disch. Bewohner-Altm 1,339; de Uur, dee is mien Here nich Wb-Holzl 104; gestrenge Hrens regiert nich lange ‘der Winter ist bald vorrüber’ Wb-We 50 (vgl. 4.); Sprw.: As de Herr, so de KnechtSchwerin 1859,55; wie der Harre, so’t Gescharre JE1-Dan; Nie (neue) Heeren – nie Leeren.Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo); Met grod Herr’n ist nich god Käspern (Kirschen) äten, de langen ümmer nao de gröttsten. Bewohner-Altm 1,342;Wat de Harre dait, dat iss wohledaon,
Wat de Knecht dait, dat gaiht ook noch an,
Aow’r de Junge, daer mutt Schlaeje hebbn
. Lieder-Ma Nr.
769 (WO-Ol).
– Brauch: Gewöhnlich übernahm der Ehemann mit der Hochzeit das Erbe und wurde ab diesem Zeitpunkt de junge Herre genannt, seine Gattin de junge Fr. Hochzeit-Altm 45 und 52. Auf den Dörfern nannte selbst die Ehefrau ihren Mann de Hre. Wb-We 50. – 2. als Anrede in Verbdg. mit Namen oder Standesbezeichnungen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Harr Pastoor Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); har Bartels, har kanter Wb-Nharz 70; Harr Napper (Nachbar) Wb-Be. – 3. ‘Gott’ – Rda.: Dat Og von’n Herrn is de best’ Meß upp’n Acker. 2: Spr-Altm 75. – 4. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen – a. in der Verbdg.: de kolden Herrn 2: JE2-Sy, JE1-HLo, 3: WO-El, 4: BE-Am. – b. in der Verbdg.: de (dr) (ge)strengen Herrn 2: verstr. Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-Dor, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. BE.
Lautf., Gram.: Herr vereinz. Altm.; Herre, [hr] Hochzeit-Altm 45, verstr. w elbostf., verbr. w JE1; Herrn Pl. vereinz. nwaltm., verstr. Altm. JE2 JE1, ZE-Dor, verstr. elbostf., KÖ-Kö; Herrns Pl. vereinz. Altm.; Härrn Pl. GA-Ziep, WE-Oster, BA-Re; Hähn Pl. SA-Han; He(e)re, hre Mda-Ma 62 (JE1-Prö), vereinz. elbostf.; Heer(e)n Pl. Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo), HA-Ost, WA-Am; [her] Id-Eilsa 67, Here HA-Oh (veralt.); hiere OSCH-Di (veralt.); Harre, [har] Mda-nwJe1a 36 (JE1-Rie), verstr. s JE1 ZE, vereinz. ö elbostf. anhalt.; Harr, har(nur bei Anrede in Verbdg. mit Namen oder Standesbezeichnung) Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), Wb-Nharz 70, [har] Wb-Be; Harrn, [harn] Pl. BLA-Ti, vereinz. ö elbostf., CA-Ak Sa, verstr. BE. Zuss.: zu 1.: Hoff-, Hs-, Mt-; zu 4.: sherren.
hilde Adj. ‘eilig, schnell’,  rasch, 1: verstr. nwaltm., 2: verbr. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 151 – hei hett et hille Id-Quea 158; hille sn Wb-Nharz 78; Mk hille! HA-Oh; hef di hil Mda-Ar 27; … ne hille Sache … Rauch 1929,133; Rda.: … bie dee beiden Meekens junk datt: ümmer hille watt kannste! Hbl-Ohre 1928 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); he hatt so hill as so ‘n oll Fürschlott OST-GrBeu; Sprw.: je hiller je düller ‘je eiliger man es hat, umso mehr Störungen treten ein’ SA-NFe.
Lautf.: hille, [hil]STE-Ta, CALV-Uth Zo, WO-Col, verstr. elbostf., Mda-Sti 151; [hil] verstr. nwaltm., verbr. Altm.; hülle OST-Hö; ille BLA-Bö.
Hinderbn n. ‘hinteres Bein von Tieren’ 1: SA-Dä, 2: GA-Da, 3: verstr. elbostf. – … de Schape harren awer kaum ‘n paar Snuten enohmen, da waren all dee Hunne rann unn harren se an de Hinderbeine. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: op’n hinderbeinen schtn ‘in Bereitschaft sein, sofort zu Diensten stehen’ Wb-Nharz 79; op de Hinderbeine stellen ‘sich widersetzen, nicht nachgeben’ Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: Hinderbein, hinder- Lindaub o.J. 33, HA-Oh, Mda-Weg 98, Wb-Nharz 79; Hinderbeine Pl. Rauch 1929,172, Sprw-Börde, Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); [hinrbin] GA-Da; Hinnerbaan QUE-Di; [hinbn] SA-Dä.
hinderdorchrpen Vb. ‘nachrufen, hinterherrufen’ – underwegens reip ett noch hinder dee andern dörrch 3: HA-Eim.
hch Adj., Adv. verstr. 1. ‘von beträchtlicher Höhe, Ausdehnung in vertikaler Richtung’ – De Mauer is sre hk. Wb-Ak 70; dor Bm is hg, das Haus is noch hgor DE-Ca; Hüüt un morn is Faßlm, sau hauch sallt de Flass wassen. scherzh. Wunsch für eine gute Ernte, der von den Burschen beim Heischegang zur Fastnacht ausgebracht wird, wobei sie mit der Hand eine übertriebene Höhe anzeigen, Brauch-wAltm 26 (SA-Dä Jeeb); Rda.: de Himmel ward hooch ‘die Wolken steigen’ Wb-Holzl 105. –2a. ‘in beträchtlicher Entfernung vom Erdboden’ – ümmer högger ropp Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); Sprw.: Wer nich hoch stigt, kann nich deip dal fallen. WO-Gu. – 2b. ‘in relativ großer Höhe’ – Rda.: et hat nich hoch eläen ‘es wurde gestohlen’ WA-Schw; de nse hch drn ‘stolz, überheblich dahergehen’ Wb-Nharz 80. – 3. ‘eine bestimmte Höhe (Tiefe) aufweisend’ – Da liet datt Getreide sau twei Hänne hoch. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); Mit de Wiele steg dat Water ümmer noch höjjer … Wedde 1938,74; h genug ‘ausreichende Wassertiefe’ Elbschifferspr. 395 (STE-Bit, CA-Ak). – 4. ‘auf, empor, hinauf, herauf’, meist in Verbzuss. – d Blauwippschtrt (Bachstelze) flt hch un dl JE2-Scho; hoch! ‘steh auf!’ ZE-Roß; hoch! op! Ruf beim gemeinsamen Heben, Wb-We 52. – 5. ‘zeitlich weit fortgeschritten’ – wu hoch is et? ‘wie spät ist es?’ HA-Erx; et is höjjeste Tt! HA-Oh. – 6. ‘eine große Summe beinhaltend’ – he Pacht HA-Oh. – 7. nur Kompar. ‘übernatürlich’ – ne höggere Macht WO-Dru. – 8. ‘ärgerlich, zornig’,  fuchtigdor is hg BE-Al. – 9. ‘lebhaft, turbulent’ – hch hrgn Wb-Nharz 80.
Lautf.: hch, [h] verstr. ö nwaltm. ö Altm., JE2-Scho, verstr. JE1 ZE elbostf., Mda-Sti 151, BA-Sil; [hch] QUE-Di; hk verstr. anhalt.; hg BLA-Brau, CA-Su, BE-Al, Mda-Fuhne 20 (DE-Ca); [h] Elbschifferspr. 395 (STE-Bit, CA-Ak); [hou] CALV-Uth Zo; hech Mda-Weg 98; hauch SA-Rist, BrauchwAltm 26 (SA-Dä), verbr. w Altm.; huoch OSCH-Di; [he] Mda-Ro; [heo] verstr. nwaltm. – Gram.: Kompar.: höjer STE-Wi; höjjer Wb-Holzl 105, HA-Oh, Id-Eilsa 68, Wedde 1938,74; höger Wb-Altm 83, Bewohner-Altm 1,348; högger Wb-Altm 83, Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), WO-Dru; [hr] ZE-Roß, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1); [hjr] ZE-Roß, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1 nö CA); [hjr] verstr. ZE; hejer Wb-Nharz 80, BLA-Brau; hecher Wb-Nharz 80, Mda-Sti 151; [hr] BA-Ha; [hegr] QUE-Di; [hgr] Mda-Fuhne 20 (DE-Ca); hker Wb-Ak 70; hejr Mda-Ro; Superl.: de höjjeste Wb-Holzl 105, HA-Bee Oh; hejeste Wb-Nharz 80; [hst] Mda-Ze (ZE-Roß); [an hstn] ZE-Roß; an hechste BLA-Brau, hechste Mda-Sti 151; [hst] verstr. ZE. Zuss.: zu 1.: hs-, manns-; zu 2.: himmel-.
Hochtt f. ‘die Eheschließung und das damit verbundene Fest’ allg. – Hochtd frn HA-Oh; Taun Schützenfeste waren ‘t all Brut unn Bröddijamm, unn in Harrweßt maken se Hochtiet. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/ Wöhlbier (HA-Eim); dat Daigbrao (Tiegelbraten) gift up Hochtd tau Fruüschtick SA-Dä; Rda.: Et was ‘ne schöne Hochtied, Äten un Drinken ‘enaug, blot – to veel Lüe. WE-Oster; Bi ne lüttje Hochtiet hett et: Pott in de Gru’e (Grude) un denn na True. Wb-Holzl 32; Datt iss’n Hochtd dao de Katt hinnern Fürherd nicks van wt ‘eine kleine Hochzeit’ Wb-Altm** 46; Reim:Kalin, Kalin hat Hochtied doan,
hat meei nich nögt
(eingeladen), hat deei nich nögt,
hat all Hun und Katten nögt.
Kumm, Hermann, will’n beie doahen goahn,
will’n in Kalin öhr’n Keller krup’n
un uns dick un dun sup’n!
Hochzeitsbrauch-Altm 353 (GA-
Miest).
– Brauch, Volksgl.: 1. Termin: H. wurden außerhalb von Bestell- und Erntezeiten gefeiert, in der Regel im Frühjahr oder Herbst, in der Altm. wohl bes. um Pfingsten und Martini (Bauernhochz-Altm 363), in Anhalt bes. gern von August bis November (Vk-Anhalta 161), slt. im Winter (Vk-Anhaltb 38). Große Hochzeiten fanden Mitte des 19. Jh. meist im Spätherbst bis vier Wochen vor Weihnachten statt. Brauch-Anhalt 97ff. (ZE). In der Altm. wurden H. meist auf den Freitag gelegt. Den Dienstag wählte man bei großen H. oder der Wiederheirat einer Witwe. Vk-Altm 251, Bauernhochz-Altm 363. Kleinere H. und Witwenhochzeiten fanden auch sonntags statt. Der Donnerstag wurde gemieden. Hochzeit-Altm 14f. Im Harz war der übliche Tag früher der Dienstag, in jüngerer Zeit der Sonnabend; Mittwoch und Freitag wurden gemieden. Vk-Harz 6/7,55. Im n elbostf. (Hochzeit-Mab72) und in Anhalt (Vk-Anhalta 160) galten Dienstag, Donnerstag und Sonntag als geeignet. In Anhalt galten Montag, Mittwoch und Freitag als ungeeignet, später wurde dort bes. Sonnabend und Sonntag geheiratet. Vk-Anhalta 160. Allg. galten H. bei zunehmendem Mond als günstig, das Vermögen des Paares würde sich dadurch vermehren, auch Vollmond war geeignet, abnehmender Mond auf jeden Fall zu meiden. Das Datum durfte keine Sieben enthalten oder durch Sieben teilbar sein. Abergl-Altm 21. H. am siebenten Tag eines Monats brachten kein Glück. Vk-Anhalta 160 (KÖ-Ed). Auch der 13. galt als Unglückstag. Vk-Anhaltb 37 (ZE-Cos). Am Himmelfahrtstag geschlossene Ehen würden durch baldigen Tod gelöst. Vk-Anhalta161, Vk-Anhaltb 37 (BA-Ba). Dass. galt für den Totensonntag. Vk-Anhaltb 37 (ZE-Thie, BE-Be Neu). Im Februar (BE-Neu), in der Karwoche (vereinz. ZE, BA-Ba, BE-Be, DE-Zie), im Mai (ZE-Sta, BA-Ra) und an den Hundstagen (DE-Ka) sollte nicht geheiratet werden. Vk-Anhaltb 37. – 2. Ort, Dauer, Gäste: Während in der Altm. H. im 19. Jh. noch bis zu acht Tagen dauerten (Hochzeitsbrauch-Altm 349), ist für die Zeit nach der Jh.wende allg. eine Dauer von zwei Tagen belegt. Gefeiert wurde dort, wo das Paar später den Wohnsitz nahm, also in der Regel im Haus des Bräutigams. Die Feier fand auf dem Hof oder in der Scheunendiele statt, später zunehmend im Gasthof. Vk-Altm 251, Bauernhochz-Altm 363. Üblich war es auch, Hochzeitsmahl und Tanz verteilt auf versch. Zimmer im Hochzeitshaus zu halten. Vk-Anhaltb 43. Gäste waren außer Verwandten und Freunden auch Pfarrer und Kantor mit Familie sowie viele Bewohner des Dorfes, meist zwischen 200 und 300 Personen. Vk-Altm 251, Bauernhochz-Altm 363. – 3. Einholung der Braut: Am Vormittag des Hochzeitstages wurden Braut und Aussteuer meist in einem aufwändigen Zug unter Zurschaustellung von Braut und Besitz in das Hochzeitshaus geholt. Wohnte die Braut in einem anderen Dorf, so fand die Einholung bereits am Vortag statt, (Altm.), z.T. fand sie auch generell am Tag vor der H. (Hochzeit-Maa 251) bzw. einige Tage vor der H. (vereinz. ZE) statt, bes. bei auswärtiger Braut am Tag nach der H. (Hochzeit-Maa 251). Der Einzug der Braut war auch am Abend des Hochzeitstages möglich. Vk-Anhalta 168. In der Altm. wurde die Braut häufig auf einem Stuhl in der Mitte eines geschmückten Wagens sitzend heimgeführt, bei ihr Brautjungfern mit Tannen und Lichtern sowie dem mit Buchsbaum geschmückten Spinnrad. Dahinter fuhren Wagen mit Brautbett, Flachs und Leinen sowie mit Eltern und Gästen. Vk-Altm 253. Anderenorts folgte die Braut still dem Wagen in einem gewissen Abstand, begleitet von einigen Frauen. In einem Korb trug sie Leichentuch und Totenhemd. Hochzeit-Maa 251. Bei der Durchfahrt durch Dörfer wurde den Zuschauenden Geld, Obst und Backwerk zugeworfen. Vk-Altm 253, Brauch-Anhalt 97ff. Sperrten Frauen und Kinder mit einer Leine den Weg, musste man sich mit Geld, Gebäck oder Nüssen auslösen. Vk-Altm 253, Hochzeitsbrauch-Altm 351. Bei der Ankunft an der Feldmarksgrenze hielt der Zug, bis die Eltern des Bräutigams über die Ankunft benachrichtigt waren. Hochzeitsbrauch-Altm 351. Bei der Ankunft am Hof fing der Bräutigam die vom Wagen springende Braut auf und trug sie zum Herd (Vk-Altm 254) oder führte sie in die Brautkammer (Hochzeit-Altm 25), wo beide eine mit Viehfutter versehene Suppe aßen, damit das Vieh gedeihe. Kam die Braut mit einem Wagen, musste dieser im Tor über Reisig, Mistgabel und Beil fahren. Vk-Anhalta 169 (KÖ-Wü). Nach ihrer Ankunft musste sie Reis kochen (BE-Il), in vollem Schmuck das Feuer im Herd entzünden (ZE-Kö), Wasser holen und kochen (KÖ-Tre). Vk-Anhalta 168. – 4. Kirchgang und Trauung: Die Trauung fand meist am frühen Nachmittag statt. Der Weg zur Kirche war mit Sand und Blumen gestreut, das Dorf geschmückt. Dagegen wurde häufig Häcksel gestreut, wenn die Braut nicht mehr jungfräulich war. Hochzeit-Altm 27, Vk-Anhalta 163 (BA-Fro Ra). Man konnte dem Paar einen baldigen Tod erwirken, indem man Friedhofserde auf den Weg streute. Abergl-Altm 23f. Der Zug zur Kirche wies versch. Formen auf, meist folgte hinter Kapelle und Brautjungfern die Braut, geleitet von zwei Brautführern, vor dem Bräutigam mit zwei Bräutigamsführern, dem dann der übrige Zug folgte (Vk-Altm 254f.), oder hinter der Braut gingen alle Frauen und Mädchen, hinter dem Bräutigam die Männer und Burschen (Hochzeit-Mab 89f.). Auf dem Rückweg war die Reihenfolge umgekehrt. Es bedeutete Glück, wenn es einmal leicht in den Kranz regnete. Vk-Altm 251. Wenn’t hell Wäder is, dänn kümmt de Dod mang. Abergl-Altm 20. raej’n bringet saej’n. Hochzeit-Mab 73 (HA-Alv). Anderenorts bedeuteten jedoch Regen oder Gewitter auf dem Kirchweg Unglück, Zank und Streit in der Ehe, Schnee oder Sonnenschein dagegen Glück. Vk-Anhalta 161, Brauch-Anhalt 97f. Begegnete dem Brautpaar auf dem Weg zur Kirche zuerst eine männl. Person, bedeutete dies Glück, eine weibl. Unglück. Brauch-Anhalt 97f., Vk-Anhalta 164. Auf dem Weg zur Kirche durften sich die Brautleute nicht umsehen, sie hielten sonst schon nach anderen Ausschau. Abergl-Altm 22, Vk-Anhalta 164. In der Altm. trug das Paar oder nur der Bräutigam zur Trauung Getreidekörner in den Schuhen, um die Fruchtbarkeit des übernommenen Bodens zu erhöhen. Die Braut trug Haar von allen Vieharten im Schuh, damit das Vieh gedeihe. Altm., Vk-Anhalta 163 (ZE-Na). Um nie in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, trug die Braut eine Münze im Haar versteckt (Hochzeitsbrauch-Altm 351), legte der Bräutigam der Braut ein Geldstück in den Schuh (Vk-Anhalta 163) oder trug selbst eine Münze im Stiefel (KÖ-Wu). Späterem Mangel wollte man vorbeugen, indem man der Braut Salz ins Kleid (KÖ-Wu) oder dem Bräutigam Brot und Salz in die Rocktasche steckte (ZE-Roß). Vk-Anhalta 162f. Um später genügend Flachs zu haben, wurde der Braut Leinsamen in den Kranz gestreut. Brauch-Rie 744. Die Braut trug in der Tasche Dill und Salz zum Schutz vor Unheil. Vk-Altm 254f. Bei der Trauung musste sich das Paar so dicht aneinanderdrängen, dass niemand hindurchsehen konnte, damit kein Unheil zwischen sie käme. SA-Wist, Abergl-Altm 22, Volksgl-Ma 76 (CA-Egg Glö), Vk-Anhalta 164 (ZE-Na, BA-Fro, KÖ-Wö). Scheidung und Tod drohten, wenn vor dem Altar ein Partner den Arm des anderen losließ, ebenso, wenn beim Ringwechsel ein Ring zur Erde fiel. Abergl-Altm 22. Auf wessen Seite die Altarkerze zuerst niederbrannte, der würde zuerst sterben. Vk-Anhalta 164 (ZE-Stre). Flackernde Altarkerzen verhießen eine stürmische, ruhige eine friedliche Ehe. Abergl-Altm 22. Verlor der Bräutigam den Strauß, würde er bald sterben. Vk-Anhalta164 (BA-Sip). Verlor die Braut einen Zweig oder eine Blüte des Myrtenzweiges, so brächte dies Unglück. Volksgl-Ma 77 (HA-Bo). Fiel der Braut das Taschentuch aus der Hand, würde bald ein Todesfall in der Familie eintreten. Vk-Anhalta 164 (ZE-Stre). Böswillige konnten der Ehe Kinderlosigkeit verursachen, indem sie beim Segen ein neues Schloss zuschlossen. Vk-Anhalta 164 (DE-Go). Dasselbe träte ein, wenn man in der Tasche ein Erbschloss dreimal auf und zuschlösse. Abergl-Altm 23f. Bei der Trauung suchten die Brautleute, die Vorherrschaft in der Ehe zu erringen: Jeder war bemüht, zuerst den Fuß über die Schwelle der Kirchentür zu setzen. Volksgl-Ma 76 (HA-Bo, WA-Ble, CA-Glö), Vk-Anhalta 164. Die Braut setzte vor dem Altar ihren linken Fuß vor den Bräutigam (Vk-Anhalta 164), trat dem Bräutigam bei der Trauung (Hochzeitsbrauch-Altm 351) bzw. beim Ringwechsel (Vk-Anhalta 164) unmerklich auf den Fuß, versuchte beim Segen auf dem Rockschoß des Bräutigams zu knien oder zerbrach beim Jawort einen Holzsplitter (Abergl-Altm 23). Beim Handreichen vor dem Alter galt es, die Hand bzw. den Daumen oben zu halten. SA-Wist, Volksgl-Ma 76, Vk-Anhalta 164. Auf dem Heimweg wurde das Paar von Frauen und Kindern aufgehalten und musste sich mit Geld auslö- sen. Vk-Anhaltb 40. Dies wurde als Glück bringend (ZE-Reu, BE-GrWi) und die Ehe festigend angesehen (BE-Plö); geschah es nicht, würde das Paar kein Glück haben oder wurde verachtet (BA-Bad). Vk-Anhaltc 16. Im nwaltm. Gebiet wurde bereits beim Rückweg ein  Brtlpveranstaltet. Hochzeit-Altm 35. Vor dem Eintritt in das Hochzeitshaus verzehrte das Paar Brot und Salz bzw. Brot, Salz und Wasser (Vk-Anhaltb 42), auch Brot, Pellkartoffeln und Salz, wobei die junge Frau das Brot selbst anschneiden und den Kanten aufbewahren musste (Vk-Harz 6/7,56). Vor dem Haus wurde ein astreiches Stück Holz zersägt. Vk-Harz 6/7,56, Vk-Anhaltb 44 (ZE-Cos, BE-Neu). Im s GA wurde das Paar mit einem Willkommenstrunk empfangen, die Braut musste den Rest hinter sich schütten. Hochzeit-Mab 93. – 5. Hochzeitsmahl und Tanz: Das Hochzeitsmahl dauerte mehrere Stunden, dabei wurden versch. Reden gehalten. Bis 1914 musste die Braut Erbsen, Bohnen, Hirse usw. auslesen, während die anderen aßen (DE-GrKü), der Bräutigam musste die Knochen abknabbern (BA-Ha, KÖ-Bie). Vk-Anhaltb 43f. Während des Essens wurde der Braut ein Schuh entwendet und versteigert, der dann vom Bräutigam eingelöst werden musste. Vk-Anhalta 167. Im Harz geschah dies erst um Mitternacht. Vk-Harz 6/7,56. Nach dem Mahl folgte der Brauttanz. Die Braut tanzte mit jedem männl. Hochzeitsgast in der Rangfolge des Verwandtschaftsgrades, dafür zahlten die Tänzer der Kapelle ein besonderes Trinkgeld. Erst danach durfte sie mit dem Bräutigam tanzen. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde in den meisten Gebieten der Altm. der  Brtlp durchgeführt. Um Mitternacht wurde der Schleier abgetanzt, d.h. nach einem Tanz von Braut und Bräutigam wurden Schleier und Brautstrauß durch Haube und Zipfelmütze ersetzt. In versch. Varianten gingen Schleier und Strauß an das zunächst heiratende Paar über. Seit dem Ende des 19. Jh. wurde der Schleier auch zerrissen und die Stücken von Freundinnen der Braut mit nach Hause genommen. Vk-Harz 6/7,57. Danach konnte sich das Brautpaar zurückziehen. Ihm wurden jedoch häufig von den jungen Leuten Streiche gespielt. Man entwendete Kopfkissen und Unterbett, niemals das Deckbett. Die Bettteile mussten mit Getränken u. a. Gaben ausgelöst werden. Brauch-Anhalt 97ff. (HA-Hi). Nachdem das Brautpaar sich zurückgezogen hatte, zog in der Altm. die Hochzeitsgesellschaft in die Brautkammer, um zu überprüfen, ob beide unter einer Decke lä- gen und der Bräutigam wandwärts läge. Dabei wurde zugleich nach alkoholischen Getränken gesucht, die zu diesem Zweck im Bett versteckt waren ( Brtbettstrmen). Hochzeit-Altm 45. – 6. Zweiter Tag der Hochzeit: Am Morgen holten die jungen Leute die nicht rechtzeitig erschienenen Gäste mit dem Wagen ab, wobei z.T. derbe Späße getrieben wurden. In der Altm. wurden am Vormittag  Wgenfte geholt und das  Brtbett eingeholt. Beim “Kampf um das alte Spinnrad” musste eine Brautjungfer ein mit Buchsbaum geschmücktes altes Spinnrad von einem Nachbargehöft ins Hochzeitshaus tragen. Dabei wurde sie tanzend umringt von den unverheirateten Burschen des Dorfes, die zugleich den Versuch der verheirateten Männer abwehren mussten, in den Kreis einzudringen und das Spinnrad zu zerstören. Vk-Altm 255f., Hochzeit-Altm 46ff. Im Harz versuchten Kinder, die Braut zu  snren, so dass sie sich auslösen musste. Vk-Harz 6/7,58. Der Bräutigam wurde auf eine Leiter gebunden und zum Teich getragen. Dort musste ihn die Braut mit zwölf Flaschen Wein auslösen. Vk-Harz 6/7,58. Am Nachmittag wurden die Geldgeschenke der Gä- ste vom Brautpaar entgegengenommen ( Brthne). Vk-Altm 257f., Hochzeit-Altm 48. Im Harz geschah dies am Abend. Dort wurde das Geld in Zinnbecken mit Dill, Brotkrumen und braunem Dost gelegt. Vk-Harz 6/7,58. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde der  Brtfang durchgeführt. Hochzeit-Altm 51. – 7. Nachfeiern: Am zweiten Tag wurden diejenigen zu Kaffee und Kuchen gebeten, die zwar nicht zur H. geladen waren, aber dennoch ein Geschenk gemacht hatten, am dritten Tag die Freundinnen der Braut. Vk-Anhaltb 45. Das  N-menbr wurde am Tag nach der H. gehalten. Hochzeitsbrauch-Altm 353.  Frt Frte Heirat Köste Tre Trung.
Lautf.: Hochtt, -td verbr. nwaltm. Altm., vereinz. JE2 JE1 ZE, verbr. elbostf. (außer ö); -zt verstr. JE2 JE1 n ZE, vereinz. WA, BLA-Sti, vereinz. QUE BA CA; -zeit verbr. ZE, verstr. anhalt. Zuss.: Hundehochzeit, Ktsten-.
hden Vb. 1a. ‘beaufsichtigen, bewachen, vor Schaden bewahren’,  hshlden, verstr. – in’n Ährntied det Hus höh’n JE2-Gü; Rda.: dat heuete wie sin Ochappel ‘das hütet er besonders sorgsam’ Sprw-Börde. – 1b. ‘Vieh beaufsichtigen, unter Aufsicht weiden lassen’ verstr. – dai Kaua (Kuhhirt) höt dai Kui SA-Dä; Un wie ick denn ‘t nahmiddas meine Gäuse oppe Hawersteppeln häun dei, da hebbe ick mick deen schönen Versch ümmertau oppeseggt. HA-Eim; Rda.: hew’k mit dik all mal Swne ‘hott? Zurückweisung der vertraulichen Anrede mit “Du”, HA-Oh; der Wind hd Schpe ‘der Wind verursacht weiße Schaumkronen’, Schifferspr., Elbschifferspr. 440 (JE2-Pa); Sprw.: Deerns un Flöh’n sind slecht to hö’n. Spr-Altm 15; Swien höd’n kümmt wedder rum. Spr-Altm 82. – Schweine hüten wurde ein Spiel der Jungen genannt, bei dem an Grabenrändern kleine Feuer entzündet wurden. ZE-Roß. – 2. ‘(ab-)weiden’ 2: Wb-Altm 83, 3: Wb-Nharz 78 – de Stopp’l wät hödt Wb-Altm 83. – 3. refl. ‘aufpassen, Acht geben, sich vorsehen’ 2: Wb-Altm 83, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 70, Wb-Be – ick will mi woll höd’n Wb-Altm 83; ich wre mich schne htn un tn was sn Wb-Be; Rda.: sek heun un wahrn Id-Eilsa 67; Hte dich! Drohung, Wb-Ak 70.
Lautf.: höden OST-Neu; höd’n Wb-Altm 83, Spr-Altm 82; hö’en Wb-Holzl 106, höen STE-Wa, JE1-Scha, [h()n] MdanwJe1a 47 (JE2-HSe, verstr. nw JE1); höhen SA-Jeg, OST-Rö; hö(h)n, [hn] vereinz. Altm. JE2; [h] SA-Rist; högen OST-Hi See; höjen OST-Wal, STE-Ost; [hin] JE2-Scho, höin STE-GrMö; heuden vereinz. BLA; häuen, hoien vereinz. elbostf.; hoijn WA-Neu; heu’n, häun verstr. elbostf.; hin Wb-We* 215; heienCALV-Calv; [hui] SA-Dä; haün OSCH-Di; heden JE1-Pre, BA-Bad; [hn] verstr. w JE1; hüden JE1-We; [hnn] Mda-nwJe1a 47 (vereinz. mittleres JE1); hüten CA-Ca; hden BA-Gü, [hdn] Mda-Fuhne* § 52 (DE-Ca); hieten, hten Wb-Nharz 80, vereinz. anhalt. – Gram.: 3. Sg. Präs.: [hd] Elbschifferspr. 440 (JE2-Pa); höd Wb-Altm 83; [höt] SA-Dä, hött Wb-Holzl 107; [hit] JE2-Scho; [hoid] WA-Neu; hoi’t Wb-Holzl 107, häut WE-Elb; heuet Sprw-Börde; hedet JE1-Pre; [hit] vereinz. ZE, hitt Wb-Ak 70; [hid] Mda-Fuhne* § 52 (DE-Ca); Part. Prät.: [ht] SA-Rist, GA-Da; hödt Wb-Altm 83; ehoi’t Wb-Holzl 107, ehäut CA-Fö; ehott Wb-Holzl 106f. (HA-Eil, WA-KlWa), HA-Oh; [jhit] Mda-Ze (verstr. ZE), jehitt Wb-Ak 70; [jhid] Mda-Fuhne* § 52 (DE-Ca); Imp. Sg.: [hd] ZE-Göd; [hit] vereinz. ZE; hte Wb-Ak 70. Zus.: zu 1a.: in-.
hlden Vb. ‘halten’ verstr. – 1a. ‘ergriffen, gefasst haben, nicht loslassen’ – holle ma! ZE-Roß; Des Frd stt nich, das mußte h’l! Wb-Ak 64; Rda.: ick moßte mick deen Buk vorr Lachen holen Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim). – 1b. ‘bewirken, dass etw. in seiner Lage, seiner Stellung bleibt, Halt hat’ – d Rjel höllt d Dre t JE2-Scho; Rda.: de ern stf heln HA-Oh. – 2. ‘anhalten, zum Stehen bringen’ – De Direktor kann de Peere nich holen, … de Linig fallt ne ut de Hand, un hei stört von’n Bocke. Lindaub o.J. 33; wenne sn lpschr kricht, isse nich te hlen Wb-Nharz 119; Rda.: helt Ml! HA-Oh; de klappe hlen Wb-Nharz 98. – 3. ‘zurückhalten, zum Bleiben bewegen’ – Rda.: Laot di holl’n ‘übereile dich nicht’ Wb-Altm 84. – 4a. refl. ‘in genießbarem Zustand bleiben’, bes. von Obst, Gemüse und Konserven – Eßwoaren hoalen sich im Summer nich DE-Que; Datt Maus mott ganz stief sien, süss hölt ett sick nich. Hbl-Ohre 1928 Nr. 27/Wöhlbier (HA-Eim). – 4b. ‘widerstandsfähig, dauerhaft sein, trotz Beanspruchung nicht entzwei gehen’ – De Twrn hölt Wb-Altm 84; de Ngel hölt, de Strick hölt HA-Oh; Rda.: Sonndachsgaoan höt nich ‘Arbeit am Sonntag bringt kein Glück’ SA-Dä; dat hölt wich un drei D HA-Oh; hei jecht (jagt), wat’t Tch heln well HA-Oh; … ek sette mek also in Drapp un lope wat et Tüg holen will Wed-de 1938,66. – 5. ‘bewahren, erhalten’ – där hollt sich nischt, där loscht alles henn ZE-Roß. – 6. ‘auf etw. besonderen Wert legen, besonders achten’ – Dat hämmse recht hailiche holl’n. Abergl-Ma 128 (WO-Ol); De heel hell’sch up Veeh, de ha’ Köh, ha’ ook Per’. Pohlmann 1905,7; dadropp hollen Wb-Holzl 105. – 7. ‘über jmdn., etw. in bestimmter Weise denken, ein bestimmtes Urteil haben’ – dat hele ik for richtich HA-Oh; Veel von einen holen Sprw-Harzvorlf 22; Rda.: op dne hew’k grete Stücke ehelen HA-Oh; tom Besten hollen ‘jmdn. necken’ JE2-Scho. – 8. ‘eine Absprache, Verpflichtung einhalten’ – hei hat sn Wert ehelen HA-Oh; Sprw.: fl lben un wennich hlen, dat sint lenne lde Wb-Nharz 118. – 9. ‘zu seinem Nutzen haben und unterhalten’ – Geuse, nten, Heunder heln HA-Oh. – 10. ‘in bestimmter Weise kleiden und versorgen’ – d hlen dn jungen recht hr Wb-Nharz 77. – 11. ‘veranstalten, durchführen, abhalten’ – frscheiten, muske, bal hlen Wb-Nharz 80; Hochtt heln HA-Oh.
Lautf.: hlen, holen verstr. elbostf.; hl’n Mda-Sti 4; heln HA-Oh, Mda-Weg 98; [hel] Id-Eilsa 68; hoalen DE-Que; [hln] QUE-Di; [hln] JE2-Scho, Wb-Be, haolnVk-Ask 375; h’l Wb-Ak 64, [h] DE-Els, haoll Mda-Ro; huolen OSCH-Di; hollen Pohlmann 1905,7, JE2-Scho, WO-Dru, Spr-Maa 437 (WO-Ol), Firmenich o.J. 157 (WA-Ost), Wb-Holzl 105 (WA-KlWa); holl’n, holln Wb-Altm 84, Abergl-Ma 228 (WO-Ol), CA-Tra; [hl] Mda-Ar 24; [hln, h, hln] verstr. JE2 JE1; [ho] vereinz. ZE, Dialekt-Ma 8 (vereinz. nö CA); [hol] Nd-Börde § 48, holl SA-Rist. – Gram.: 3. Sg. Präs.: [hlt] JE2-Scho; hölt Wb-Altm 84, Hbl-Ohre 1928 Nr. 27/Wöhlbier (HA-Eim), HA-Oh; [höt] SA-Dä; hollt ZE-Roß, holt Dialekt-Ma 8 (verstr. s JE1); helt OSCH-Har, Wb-Nharz 80, Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA); 3. Sg. Prät.: hlt Dialekt-Ma 11 (verstr. sw JE1, ZE-Dor); heel Matthies 1903,18, Pohlmann 1905,7, hl Dialekt-Ma 9 (verstr. w JE1); heilt Lindauc o.J. 42, HA-Oh, Wb-Nharz 80, [hailt] Id-Eilsa 68; hail Dialekt-Ma 9 (vereinz. nö CA), Mda-Ro; helt Dialekt-Ma 11 (verstr. sö JE1, ZE-Göd), [hilt] Mda-Ze (verstr. ZE); hlt Wb-Ak 64; huln 1. Pl. Prät. Wäschke 31919,81; heil’n 3. Pl. Prät. HA-Bee; Imp. Sg.: hlt Wb-Nharz 80; helt HA-Oh; [holt] Mda-Ze (verstr. ZE); holle ZE-Roß; [hlg] DE-Ca. Zuss.: zu 1a.: hch-, in-; zu 2.: hamm-; zu 4b.: hamm-, hen-, wer; zu 5.: hen-; zu 8.: hamm-, in-; zu 9.: hs-; sonstiges: hen-, hr-.
Holthacker m. 1. ‘Waldarbeiter, Holzfäller’ 3: Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), HA-Oh, Id-Eilsa 68, Wb-Nharz 81, 4: Wb-Ak 71, Richter o.J. 26 – Hei war Arbeitsmann un jung in Sömmer op Dagelohn un in Winter jung hei mit dee Hollthackers mit. Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim). – 2. TiN ‘ Specht’ 4: verstr. anhalt.
Lautf.: Hol(l)thacker; außerdem: Holz-Vk-Anhalta 80, Richter o.J. 26, DE-Vo; Hols- Wb-Ak 71; [holshagr] BE-Ad KlSchie, KÖ-Mö Wo.
infren Vb. ‘durch Heirat des Erben Bewohner und Miteigentümer eines Bauernhofes werden’ 2: Hochzeit-Altm 15, 3: Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim), HA-Oh.
Lautf., Gram.: infrn HA-Oh; Part. Prät.: innefriet Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); innefrit Hochzeit-Altm 15.