dlstrten Vb. ‘herunterfallen, hinunterstürzen’ – Dat Haun war in’e Räuben dalestörrt. 3: Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim).
d(r) I. Adv. verbr. – 1. räumlich – a. ‘an dieser Stelle, dort’ – ’t wass väöl Minschheit dao Wb-Altm 137; Doa sitt’n groten swatten Koater. Bewohner-Altm 2,159; d fld anne Hornsge BE-GrWi; Äppel un Walnötte, Eierplumen un Beerenbratjen, Honnigkauken un Zuckerkannig – ick fund da immer wat te präpeln (essen)! Lindauc o.J. 43; De jreeßte Anßiehunk waar imm’r daa, wo de Fähre vorjefiehrt wurr’n ... Heimatkalender-Ze 1962,91 (ZE-Ze); Rda.: da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung’ ZE-Roß; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No; Reim:Hinner uns Hus, dao geiht to Kehr,
as wenn Hochtiet un Kinndöp wär.
SA-NFe;
in Verbdg. mit Lokaladverbien: d jänt ‘dort drüben’ STE-Schi; ... ne Nachtigall, da boben in’n Beerboom! Rauch 1929,55; Da draußen sinn nuh de Jungens in de Ferien oh mah jewäst ... Heese 21919,7; in Verbdg. mit einem Relativ- oder Demonstrativpron.: d d nischt hebn, dat sint grde de schlimsten Wb-Nharz 36; düsse d sünt et e’ west HA-Oh. – b. ‘hier’ – de Fder is all d HA-Oh; Un Max was ümmer noa ’n nich doa. Matthies 1903,42; De andern waren mit’n Kutschwa’n da, ... Wedde 1938,32; in Ausrufen oder Aufforderungen, z.T. verbunden mit einer Geste des Anbietens oder Überreichens, dann häufig mit Kurzvokal: da hastet Id-Eilsa 97; da, nimm hen! HA-Oh; ta, da lie’t et HA-Bee; da, et rnt Wb-Nharz 36; D, knippere m, ich kre’s Pakt nich uf! Wb-Ak 93; Rda.: t hastn Kitt Ausruf der Verärgerung, Wb-Be. – c. in Verbdg. mit sn ‘anwesend, vorhanden, zur Stelle sein’ – et is naug da, et langt hen CA-Fö; denn sinn se alle d gewest ZE-KlLei; “Na”, jriente dor Harr Amtsrichter, “wänn die Harrschaften da sinn, kann ick je de Sitzung areffnen.” Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); ... weil nich ville Gras doa woar ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Von düsser Kaste waren ... noch twei utgewussene Exemplare da. Klaus 1936,7; Sprw.: Wenn Öäl up de Lamp’ is, is wä’rr keen Dächt (Docht) dao. Bewohner-Altm 1,348. – 2. zeitlich – a. ‘zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick’ – Ertüffeln hem’se jo do kaum all ekennt JE2-Gü; Middewoche nh Pingesten d worrn Eier un Kuke un alles denn so desammegeholt. ZE-KlLei; umme sesse d kimmete noch nich Wb-Nharz 36; Awer vorr fufzig, sechzig Jahern, da war de Fastelabend jo doch noch en betchen anderscht nah oelder Mode feuert. Vk-Harz 8,30; Verbdg.: Hei jung noch hier un da (ab und zu) in’n Buernhoff tau sine olen Schulfrünne ... Lindauc o.J. 19; als fester Bestandteil in Sagwörtern: Aller Anfang is swar, seggt de Dew, da slep’r ’n Möhlensteen weg. dass., Spr-Altm 88; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ’n Pup Sprw-Harzvorld 399; hier herrscht Ordnung, sä de Fru, da lag de Kamm op de Botter QUE-Nei. – b. ‘plötzlich’ – Da – op en Male sejjt et: “Stop”! Gorges 1938,76. – c. ‘dann, darauf(hin)’ – h het mik antickt un d heff ik an Schreck krgng JE2-Scho; Da lachtnse denn alle, o Finzel, – awwer Vetter Wewer arjerte sich heemlinge. Wäschke 61920,153; de Schape harren awer kaum ’n paar Snuten enohmen, da waren all dee Hunne rann unn harren se an de Hinderbeine. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/ Wöhlbier (HA-Eim). – 3. modal ‘in solchem Fall, in dieser Hinsicht, unter diesen Umständen’ – “Dar häst du recht”, sä’ Hinnerk, ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Da hadden mor je denn oh jelei n Richtijen derwischt. Heese 21919,11; Da kann de Minsche wedder spüren, Wudrop de Müse spekelieren ... Gorges 1938,61; Da brauch mor sich jarnich anzuschtrengn. Krause 1964,23; d bin ek j noch ristiger Wb-Nharz 36; Rda.: da kann et eime angest un bange wern CA-Fö; da kamm’er je de Kränke kreienAusruf des Unmuts, Spr-Anhalt 169; Sprw.: köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; Volksgl.: mich krawweltet so in de linke Hand, da werick woll noch Jeld krien ZE-Roß. – 4a. satzeinleitend, ohne eigentliche Bedeutung, wie ‘es’ – Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; Da wurrn denn n Amnt inne Pfarrküche de Amntbusuche ummer kortscher ... Wäschke 61915,4; Rda.: dao hat all wedder ener n Löppel weggelegt ‘da ist wieder jmd. gestorben’ JE1-HWa. – 4b. verstärkend – Dä hat unsch da eine int Hus rinesett ... Klaus 1936,26; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 5. als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung, oft abgeschwächt zu (de)r - an ( dran): de Pahl is awwe, da mott ’ne Anschrah an! HA-Bee; de Minsche woll’er ok nich ran Wb-Holzl 73; ... ann deen groten Garen ... da grenzen twei grote Burhöwwe an. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); b ( drb): da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee; fr ( drfr): ek kan der nischt fr Wb-Nharz 37; hinder ( drhinder): ek will er woll hinner komen Wb-We 35; in ( drin): Brahpannen, wer se kriejen kann, Da sall de Bäcker t’ Fleisch in braan. Gorges 1938,40; mit ( drmit): da is kein Spßen midde HA-Oh; Reim:De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Brauch-wAltm 73;
n ( drn): Rda.: ... da steiht dick de Lecker na ‘darauf hast du Appetit’ Chr-Em 430; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; t ( drt): ile Brot und da nist tau WE-Velt; Rda.: d hat hei keine Oren tau ‘das will er nicht hören’ Wb-We 96; up ( drup): dao sall use Fritze oppe danzen goan. GA-Eick; t ( drt): un dat kann’n dat nich anseihn, wat da mal ute makt wern sall! Rauch 1929,91; von ( drvon): ik heww’er (habe da) doch nist fonn Wb-Holzl 73; Rda.: Datt iss’n Hochtd dao de Katt hinnern Fürhrd nicks van wt ‘eine kleine Hochzeit’ Wb-Altm** 46. – II. Konj. vereinz. – 1. kausal ‘weil’ – d sei fon Tlen schprken: ek sal sei säin, dat ... Wb-Nharz 36. – 2. zeitlich ‘als’ – d ek d sau schtunt, sach ek ... a.a.O. 36.
Lautf.: betont: dar, dr Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), vereinz. elbostf.; daor Wb-Altm 32; unbetont oder als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung (I.5.): der verstr. elbostf.; dor, [dor] Winter-Altm 74, CA-Ak; ’er oder ’r verstr. elbostf.; betont: da(a), [d] vereinz. ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dao, doa, [d], [d] verbr. ö/s nwaltm. nbrdb., ZE-KlLei Roß, vereinz. elbostf., verstr. s CA BE, DE-Ca; [t] Wb-Be; do, [d] SA-Die, vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. nthür., CA-Löd; doa, [da], [da] verstr. mbrdb.; [dao] verstr. n/w nwaltm.; in Ausrufen oder Aufforderungen (I.1b.): da, [da] vereinz. elbostf., CA-Ak; ta, [ta] verstr. w elbostf.; [t] Wb-Be. – Etym.: es wurden hier versch. Wörter zusammengefasst, die sich lautlich und semantisch überschneiden: mnd. sind dr und dre bereits vielfach nicht geschieden und haben sowohl räumliche (‘da, dort, dorthin’) als auch zeitliche (‘als, damals als’) Bed. Daneben steht zeitliches mnd. d mit den Bed. ‘da, damals, damals als, wenn’, vgl. HWb-Mnd 1,396 f. und 1,435.
dorch I. Präp. verbr. – 1. räumlich – a. zur Bezeichnung einer Bewegung mitten durch etw. hindurch – Hein kiekt dörcht Dack STE-Go; ... bullerten dei Tüffeln dörch ’n Tüffeltrechter in ’n Keller ... Ehlies 1960b 298; dat Mek (Milch) wt drgng Saidauk (Seihtuch) saiet SA-Dä; glieks de Lehmstücken langdoal hinnen dörchn Goarn noa Hus JE2-Fi; Rda.: Dörch de Lappen gahn ‘sich entgehen lassen, verlieren’ Sprw-Harzvorld 399; mit’n Kop dorch de Wand gahen ‘eigensinnig, starrköpfig sein’ Sprw-Börde; De Maon schient äm dörch de Been. ‘Er ist krummbeinig.’ Bewohner-Altm 1,350. – b. zur Bezeichnung einer Bewegung kreuz und quer über die gesamte Ausdehnung hin – .... un durthin junks durchs janze Dorf ... Wäschke61915,65; De olle Ackermann Gauert gung dorch dat Feld. Rauch 1929,59; ... un dorch den ganzen Saal jung en Blackern un Krieschen un Prusten un Hänneklappen ... Lindauc o.J. 40; un da machtes Kalleb immer kattewitt durchn Schnee in de Feldmarke rin DE-Lau. – 2. kausal zur Bezeichnung der Ursache, des Grundes, auch modal zur Bezeichnung des Mittels – Erst dörch recht Den’(Dienen) werd de Minsch vöstännig ... Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); Dee (Schafställe) sünd dorch Buchten, Horrten un Stietze forr Bö- cke, Muddern und Lämmer affedeilt. Held 1963,101; Sprw.: Dorch Schaden ward’n klauk, awer nie rieker. WO-Gu. – 3. in der Verbdg.: dorch de Bank ‘durchweg, alle’. – II. Adv. verstr. – 1. räumlich ‘hindurch’ – ek kan nich dorch Wb-Nharz 43; hei is drunder dorch Wb-We 29; du most woll ümmer dorch den deipsten Drecke dorch? HA-Bee; Rda.: hei is dicke dorch ‘er hat sein Ziel vollständig erreicht’ Id-Quea 148. – 2a. räumlich ‘durchgekommen’ – Unse Schiffer sin durch ... Wb-Ak 49. – 2b. zeitlich ‘vorbei’ – ’s ist achte durrich a.a.O. 49. – 3. zeitlich ‘über einen bestimmten Zeitraum hinweg’, einer Zeitangabe nachgestellt – ... un Hinnerk möhlte de Nachd dörch ... Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); datt ganze Freuhjahr dörrch ... HA-Eim. – 4a. in der Verbdg.: dorch und dorch ‘völlig, gänzlich, bis ins Innerste’ – hei is dorch un dorch nt Wb-Nharz 43; Dä ole Amtsrat opp der Borg War minschenkunnig, dorch un dorch ... Klaus 1936,54; Rda.: et geit mik dorch un dorch ‘es erschüttert mich sehr’ HA-Oh. – 4b. auch adj. ‘durchgezogen, reif’ –de Kese is dorch HA-Oh; dorchenen Kese Wb-Holzl 76 (HA-Ost). – 4c. ‘völlig durchnässt’,  pitschenattick war dorch HA-Bee. – 4d. ‘durchgescheuert, abgenutzt’, auch ‘entzwei, in Teile zerlegt’ – de schtrump is dorch Wb-Nharz 43; Ich kre’s Brt nich durrich. Wb-Ak 49. – 4e. ‘fertig’ – Rda.: ek ben medne dorch ‘ich will nichts mehr von ihm wissen’ Wb-We 29.
Lautf.: dorch, [dor] verbr. ZE elbostf., Krause 1964,12, DE-Ho; dor(r)ech HA-Oh, OSCH-Di; [tori] Wb-Be; drch Vk-Ask 374; [dr] Siedler-Je § 118 (s JE2 JE1); dörch (wohl Langvokal), [dr], [dr], [d] verbr. nwaltm. nbrdb.; dörch vereinz. HA OSCH; [dr()] Siedler-Je § 76b und 118 (n/mittleres JE2); derch SA-Rist, Matthies 1903,24; dearch Matthies 1912,26 (STE-Hü); [dr] Siedler-Je § 76b (JE1); durch verstr. anhalt.; durrich, durrech Wb-Ak 49; [dr] Mda-Fuhne 65 (verbr. anhalt.).
dorch(ge)klmt Adj. ‘völlig durchgefroren’ – ... wie waren orntlich dörrcheklomt ... 3: Heimat-Ohre 1921/ Wöhlbier (HA-Eim).
dtslgen Vb. ‘totschlagen, erschlagen’ 1: Matthies 1912,6 (SA-Fa), 2: vereinz. nbrdb., Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. omd. – ... dee Hamster werrd doteslan ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: Schlak mich tot! Ich weeßes nich mehr. ‘Es hilft alles nichts ...’ Krause 1964,82; Um nu de Tied dod te slahn, ... ‘Um die Zeit herumzubekommen ...’ Rauch 1929,81.
Lautf., Gram.: dodslagen HA-Bee; dod te slahn Inf. mit zu Rauch 1929,81; slag dot Imp. Sg. HA-Um; doteslan Part. Prät. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); Slaog’ dod Imp. Sg. Pohlmann 1905,58; dod schlon Heimatkalender-Je 1937,79 (JE2-Fi); dotsloan Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); doteschln Part. Prät. BE-GrMü; schloa’ doud Imp. Sg. Matthies 1912,6 und 30 (SA-Fa, STE-Que); detsln HA-Oh; sleit, slait dod 3. Sg. Präs. Bewohner-Altm 1,344, Lieder-Ma Nr. 775 (WO-HWa); schlag, Schlak tot Imp. Sg. vereinz. anhalt.; schlae tot 1. Sg. Präs. Vk-Anhaltb 69 (BA-Sip); tt schln Wb-Ak 171.
Drger m. 1. ‘jmd., der berufsmäßig oder bei best. Gelegenheiten Lasten trägt’, bes. ‘Sargträger’ 2: Siedler-Je § 145 (n JE2), JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 28, Vk-Anhalta 185 – ... se harren twölf Dreegers bie de grote Bahre. Heimat-Ohre 1922/Wöhlbier (HA-Eim). – 2. ‘tragender Bauteil’ 3: vereinz. elbostf. – 3. ‘quer über dem Langbaum am hinteren Wagen befestigter Träger zur Unterstützung des Wagenbodens’ 4: vereinz. anhalt.
Lautf., Gram.: Dräger, Dräjer vereinz. w elbostf.; [drjr] vereinz. anhalt.; Drä’er Wb-Holzl 78, QUE-Di; Drär Id-Eilsa 58; Dreegers Pl. Heimat-Ohre 1922/Wöhlbier (HA-Eim); trjer Mda-Sti 28; [drwä] Siedler-Je § 145 (n JE2); [driwas] Pl. JE2-Scho.
Dreischler m. ‘Pflug mit beweglichem Pflugkörper, Drehpflug’, wird bes. zum Umpflügen des Stoppelackers verwendet, 3: Wb-Holzl 78 (HA-Eim), Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim) – ... dee Steppeln waren all mit’n Dreischäler opperetten ... a.a.O. 1927 Nr. 28/ Wöhlbier (HA-Eim).
drwen Vb. verbr. 1a. ‘Tiere in eine bestimmte Richtung, an einen bestimmten Ort vor sich her scheuchen’ – h drut k de K n de Koppel JE2-Scho; Opp dat grote Steppelnstücke harre dee Schaper siene Schape dreeben. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim). – 1b. ‘jmdn. drängen, zu etw. veranlassen, zwingen’ – Sogar ewwer Land dreif de Not de Kindere ... Wille 1927,XV (BLA-Be); Rda.: Zus.: de Hunger drift et rin Antwort auf die Frage, ob das Essen schmeckt, WE-Dee. – 2. ‘etw. mit einem Werkzeug hereinschlagen’ – Sprw.: man mutt’n Kiel nich tewiet drieben ‘man sollte nichts übertreiben’ Sprw-Börde. – 3a. ‘sich mit etw. beschäftigen, etw. betreiben, machen’ – ... un mor da in de Stowwe treiben konnten, was mor wollten. Heese21919,11; Mensch, was treibeste man so? DE-Que; Mit Annecken wern se woll hüte öhr’n Jök driem’n ... Rauch 1929,14; Rda.: Spaoss mütt dräöw’n wer’n, sä Ulenspgl un kiddelt sin Mudd’r mett d’ Messfork. Wb-Altm* 72. – 3b. ‘etw. in einem kritikwürdigen Übermaß tun’ – Dr hat’s sre arch jetrem’m. Wb-Ak 25; drf et nich te dulle! HA-Oh. – 4. ‘von einer Strömung oder vom Wind fortbewegt werden’ – D treiwet an Sticke Hols ufs Wasser. Wb-Ak 173. – 5. ‘den Harndrang anregen’ – ... Budweiser Bier ... Das treiwet mehr wie Hefe ... Krause 1964,131. – 6. ‘abfällig, schlecht über jmdn. reden’.
Lautf., Gram.: driew(e)n, [drv()n] Wb-Altm 40, verstr. OST n STE, Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie), JE1-Wol, OSCH-Har, Wb-We 31; trwe Imp. Sg. Mda-Sti 49; drieben, drben vereinz. w elbostf., Sprw-Börde; drieb’m, drbm, [drb] Zauber-Ma 88 (GA-Mie), Id-Eilsa 58, Wb-We* 207, QUE-Di; driem’n, drm’n Rauch 1929,14, HA-Oh; drie’m, [dr] verbr. nwaltm. w/s Altm., Elbschifferspr. 274 (STE-Tan, JE2-Mi Pa), verstr. ZE, Wb-Holzl 79, Nd-Börde § 51 (WO-Schn), Mda-Ro, Elbschifferspr. 274 (CA-Ak, dort Nbf.); [dron] STE-Steg; driun, [drun] STE-Wa, vereinz. JE2, Mda-nwJe1a 45 (JE1-Ih Pa); [dron] STE-Buch; [drun] STE-Je; treiben Heese 21919,11; treibeste 2. Sg. Präs. mit Enklise des Personalpron. DE-Que; treiwet 3. Sg. Präs. Krause 1964,131; treimn Wäschke 71913,53; trei’m, [trai] Wb-Ak 173, Wb-Be; [drai] Elbschifferspr. 274 (CA-Ak), Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); 1./3. Sg. Prät.: drw, [drf] Wb-Altm 40, verstr. ZE; [drf] QUE-Di; dreif, draif vereinz. w elbostf.; dre-if Wb-Nharz 46; drebb, [dreb], trebb, trepp vereinz. anhalt.; [drip] Mda-Ze (ZE-Roß); Part. Prät.: drew’n Bewohner-Altm 1,361; dräöw’n Wb-Altm* 72; (e) dreeben Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim), edrben HA-Oh; [jdr] Dialekt-Ma 4 (JE1-Walt, CA-We); [dra] a.a.O. 9 (verstr. mittleres/s JE1); [j-] Mda-Ze (vereinz. ZE); [drn] Mda-nwJe1a 45 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); edrebben Wb-Nharz 46; [dreb] Id-Eilsa 58, QUE-Di; edrem’m, [dre] Wb-Holzl 79, Dialekt-Ma 4 (vereinz. nö CA); [j-] Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); jetrem’m Wb-Ak 173; [jdri] Mda-Ze (ZE-Roß).
drumrum Adv. ‘um etw. herum’ 3: verstr. elbostf., 4: Richter o.J. 109 – Drumme rum um datt Füer staht dee Kinder ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); Zus.: d bin ek wedder drumme rum ekommen ‘da konnte ich etw. Lästigem ausweichen’ Wb-Nharz 47.
Lautf.: drumrum Richter o.J. 109; drummerum verstr. elbostf.; -rumme Wedde 1938,18.
dwr Adv. ‘quer’ verstr. – ... tweer obern Acker gaht ett henn nah’t Osterfüer. Heimat-Ohre 1922/Wöhlbier (HA-Eim); Her gung tweer öwern Breeden Weg ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); Verbdg.: graids un gwor DE-Ca; kweer sni’en ‘sich ein großes Stück Brot gönnen’ Wb-Holzl 131; der Kn jaid kwr ‘der Kahn droht quer zu kommen’, Schifferspr., Elbschifferspr. 303 (JE2-Pa).
Lautf.: dweer HA-Bee; dwër Wb-Altm 45; Dwäär subst. Firmenich 1854,124 (OST-Hav); twe(e)r, twr STE-Scha, Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. w elbostf.; twer, twer HA-Oh, Id-Eilsa 99; twër Wb-Altm 229; twäer Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie); twier OSCH-Di; quer, kweer, qur Matthies 1903,53, Wb-Holzl 131, Wb-We 109, Richter o.J. 71; quer HA-Oh; quär, [kwr] vereinz. ö Altm. JE2, Mda-nwJe1a 48 (verstr. n JE1), ZE-Roß, Wb-Nharz 112, Elbschifferspr. 303 (CA-Ak), Wb-Be; quäre Krause 1964,143; [gwr] DE-Ca; kwr Mda-Sti 28; kwier OSCH-Di.