dwrdorch Adv. ‘quer hindurch’ 2: OST-Sta, 3: vereinz. w elbostf. – In Holte strömerten wie glieks twerdörch ... Hbl-Ohre 1929 Nr. 10/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf.: twerdörch Hbl-Ohre 1929 Nr. 10/Wöhlbier (HA-Eim); kwerdorch HA-Oh; kwër – Wb-Nharz 112; quërdrch OST-Sta.
n 1. Zahladj. verbr., stets betont. – a. in der Zahlenfolge ‘eins’, vgl. 1nsDe Tormuhr harre all eine slahn, ... Rauch 1929,71; ainen Meter in’ne Dickde Wb-Holzl 75; Rda.: Dat geit n, tw, dr ‘... schnell, rasch’ Wb-Altm 46; Abzählreim: ene, dene, deck un du bist weg HA-Va; Eene, deene, Duhmmstrick! Siebn Kattn schlaon sick ... Lieder-Ma Nr. 562 (WO-Be). – b. das Einzelne, auch Besondere betonend – adj.: D han blß n Mchen. Wb-Ak 52; t n Schtje han sechtsn Jr’m JE2-Scho; Rda.: von hunnert Morjen en Klt von sehr weitläufiger Verwandtschaft gesagt, WO-Gu; dor sedsd alles uff ne Grde DE-Ca; der Mann, der die Vaterschaft bestreitet, weil er nur einmal mit der Mutter des Kindes verkehrt hat, sagt: Upp n Hau fällt kn Bm. Wb-Altm* 73; Sprw.: Wenn väöl Hön’r in n Nest legg’n, helpt ’t sick bald. ‘Wenn man aus mehreren Erwerbsmöglichkeiten Einkünfte bezieht, wird man reich.’ Wb-Altm 263; subst.: dat grn is alles in eins ‘... ist verheddert’ Wb-Nharz 49; d sidst je d s in ne ‘allein, in Gedanken versunken’ CA-Ak; Rda.: sin ein un alles ‘seine ganze Freude’ Sprw-Börde; wedder eins noch keins ‘gar nichts’ a.a.O.; hat eenen weg von einem geistig beschränkten Menschen gesagt, Vk-Anhaltc 102; ’t is mi allns ns ‘... egal’ Wb-Altm 46. – c. eine Zusammengehörigkeit oder Übereinstimmung (zweier Größen) betonend – et is eine Nesse ‘es ist überall nass’ Sprw-Börde; se sünt wär eins ‘einig’ Id-Eilsa 59; Rda.: dat is ein afmken Wb-Nharz 49; tr Junke is tich n un tassellewe Kallwer w ter le Wb-Be. – d. in Verbdg. mit der Präp. in (und dem Adv. weg) die ununterbrochene Fortdauer einer Handlung, eines Geschehens oder Vorgangs bezeichnend – et gurscht in ene wech ‘es regnet fortwährend stark’ WE-Lan; ... se ruppten in einen wegg ... Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); na, du blaffst ja hüte wedder in eins wech HA-Bee; in eins hen ‘ohne Unterbrechung’ Sprw-Börde. – 2. Indefinitpron. verstr. – a. ‘jemand, irgendeine(r)’, auch generalisierend ‘unsereiner, man’ – da kümmt ainder Wb-Holzl 57; einen in die Fresse haun HA-Alv; t machst je ’n jants koppschai Wb-Be; d hunt wil einen bten Wb-Nharz 50; einder wett gar nich, wo en anfangen sall mit Arbeiten WE-Dee; Rda.: n schlk awwer ner lank hin! Ausruf des Erstaunens, CA-Ak; D bist mich awwer ner ‘... ein ganz Besonderer’ Wb-Ak 52; Wenn eener dumm wart, warte ’s zuerscht in’ Koppe. Vk-Anhaltc 103; de will ainen wat forrtellen ‘... etw. weismachen’ Wb-Holzl 57; d warrt’n nich klauk t HA-Oh; dat konne ne et harze afschtten ‘das konnte einen sehr betrüben’ Wb-Nharz 7; sau kann’n sick in’n Menschen toischen HA-Eil; Sprw.: Wat einder daun kann, ward twei nich su’r. ‘Das Verteilen von Arbeit auf mehrere Personen verspricht Schonung’ Sprw-Harzvorld 399; wat ein sülwest daun kann, dat werd nich sau erket Wb-We 34; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Wenn’n schimmelt Brot itt, find’t’n Geld. Schwerin 1859,43; Rätsel:Hinner uns Hus un Nowers Hus
plögt ener,
plögt on Koller un Schor,
plögt doch ’n grod For
(Furche).Moll (Maulwurf). Hausfr-
Altm 1929,79 (SA-Sal).
– b. das Einzelne, Besondere betonend, bes. in der Verbdg. mit ander (mit semantischer Nähe zu 1b.) – das aine Gind is glain ... BE-Sa; D ne Ostern hat’s m tichtich jeschneiet. Wb-Ak 52; ümmer einder nahn andern! HA-Bee; Un der eene, der mit de Vaodermördersch bis ebber de Ohren ... Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Sprw.: ’n sn Deod is annan sn Breot SA-Dä; den einen sien Uhl is den andern sin Nachtigall HA-Va; sau geit et in der Welt, d’ ene hat den Büdel, de andre dat Geld Wb-We 23; De een is doch vör’n ännern. ‘Begabung und Geschicklichkeit sind bei den Menschen verschieden ausgeprägt.’ Bewohner-Altm 1,330. – c. in verkürzten Sätzen für das subst. Objekt stehend – einen nemen ‘Alkohol trinken’ HA-Oh; ’n lßen ‘einen Darmwind entweichen lassen’ Wb-Ak 52; sek eins singen Wb-Nharz 49; du krichst ene anne Bramme Androhung von Prügel, JE1-Go; Was hat’e denn for ne jeheirt? Wb-Ak 52. – 3. unbest. Art. verbr. – a. in normaler Sprechhaltung stets unbetont – a Barrich KÖ-Pi; en Glas Behr SA-Jeg; ‘n Hp’n Ld’ Wb-Altm 84; d ld a Abbel DE-Ca; de junge Frau hat ane beese Krankheet DE-Vo; “Was denn vor an Vorein?” Wäschke 61915,121; d Hirsch het wa än Jewaih JE2-Scho; Rda.: en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; d st t w en schmlet Handk ‘er sieht dünn aus’ JE2-Scho; hei liggt (lügt) sau harte wie en Pert leppt QUE-West; hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare Einfälle’ WE-Be; Dat könnt ene sure Kreike (Pflaumensorte) weren ‘das könnte für jmdn. ungünstig werden’ Wb-We 74; Sprw.: op en Heger kumt en Feger ‘auf einen sparsamen Hauswirt folgt oft ein Verschwender’ Wb-We 48; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; Bauernregel: Lichtmessen hell und klar, jibt an jutet Flachsjahr Spr-Asch 49; Rätsel: wann is de Voß en Voß? – wenn er allein ist, scherzh. Ausnutzung der lautlichen Übereinstimmung mit dem Zahladj., OST-Ker. – b. betont, in gefühlsbetonter Rede verstärkend – Das is an Wetter! Wb-Ak 50; ein Jeld hat das jekost ‘viel Geld ...’ a.a.O. 51. – c. vor Zahlwörtern und Mengenangaben die Gültigkeit einer Aussage einschränkend ‘etwa, ungefähr’ – ein veir Wochen her Wb-We 34; Vorr’n drittig Johren, ... Lindaua o.J. 63; an Sticker dreie Wb-Ak 16; wi willn noch n acht Daog töw’n (warten) Wb-Altm 258.
Lautf., Gram.: 1. Zahladj., in der Zahlenfolge: een, n verbr. nwaltm., Wb-Altm 46, SA-Kun, vereinz. n GA, verbr. ö Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1, ZE-Bur, WA-So, Wb-Ak 52; eene, ne vereinz. sö Altm., HA-Sa, verstr. mittleres/s JE2, JE1-Wo, vereinz. w JE1, HA-Bre NHa, OSCH-KlQue, QUE-Frie, CA-Mi; ejn SA-Jee; än SA-Ne; eän GA-Mie; aein GA-Pe; äin OST-Klä, verstr. mittlere Altm.; ein, eyn, ain SA-Bre Dam, verbr. w Altm., verstr. w OST, vereinz. w STE, JE2-Za, verstr. w elbostf., QUE-Su; eine, aine WO-Me, verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., vereinz. nthür.; ane, ne WE-Lü, Vk-Ask 161, BA-Schie; enne ZE-Dor, enn SA-Die, STE-Grä; in Abzählreimen, abweichend vom sonstigen Gebrauch: eene, ne Wb-Altm** 48, vereinz. ö/s Altm. elbostf., BE-Me, KÖ-Pro; een GA-Rä; Eneke Dim. Lieder-Ma Nr. 571 (vereinz. n elbostf.); Eeneken Dim. a.a.O. 589 (BA-GrAls); Eenichen Dim. a.a.O. 589 (DE-Je); enne vereinz. n/mittleres elbostf., Lieder-Ma Nr. 584 (DE); 2. Zahladj., Indefinitpron., Artikel (in betonter Stellung): st. (attr. und allein stehend): Nom. Sg. m., n.: een, n vereinz. nwaltm., Wb-Altm 46 und 263, Spr-Altm 75, SA-Rie, vereinz. OST n/mittleres JE2, verstr. mbrdb., WO-Gu, CA-Salz, verstr. anhalt.; ein, eyn, ain SA-Rie, verstr. elbostf., Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); n Vk-Ask 137 (QUE-Scha); Dat./Akk. Sg. m.: enen, eenen Wb-Altm 46, vereinz. ö/s Altm., Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), JE1-Mo, vereinz. anhalt.; een’n, n’n, ’n, [], [e] SA-Dä, Wb-Altm 46 (nur Zahladj.), Bewohner-Altm 1,334, vereinz. anhalt.; een, n SA-Ty, SA-Stap, OST-Ho Möl, JE2-Schö, JE1-Gö, ZE-Roß, KÖ-Grö; äin STE-Ho; einen, ainen verstr. elbostf.; ei’n HA-Alv, WA-GrGe, CA-Fö, BA-Ha; ohne Flexionsendung (z.B. in der Verbdg.: in e.): ene, ne WE-Lan, Wb-Nharz 7 und 49, CA-Ak; een, n Wb-Altm 16 und 46, Wb-Alm* 7, Spr-Altm 82; Dat. Sg. n. wie Dat./Akk. m.; Akk. Sg. n. wie Nom. Sg. m., n.; Nom./Akk. Sg. f. und als Stellvertreter eines Subst.: eene, ne vereinz. s Altm., verstr. mbrdb., JE1-Me, Vk-Harz 8,49, vereinz. sö elbostf., verstr. anhalt.; een vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; eine, aine verstr. elbostf., Mda-Sti 30, Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); ein SA-Bre, verstr. w Altm.; ahne, ne Vk-Ask 374, Spr-Asch 17, BA-Neu Sip; Dat. Sg. f. wie Nom./Akk. Sg. f.; außerdem: unflektiert: n JE2-Scho; sw.: Nom. Sg. alle Genera: ene, ne Wb-We 23, verstr. anhalt.; een Bewohner-Altm 1,330, Pohlmann 1905,33; eine, [ain] vereinz. elbostf., BE-Sa; Dat. (Akk.) Sg. f.: e(e)ne JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), vereinz. anhalt.; eine Wedde 1938,20; 3. Artikel in unbetonter Stellung: en(n) m./n. vereinz. w Altm., OST-Ker Le, vereinz. ö JE2, verstr. elbostf.; enne f. JE1-Kä, ZE-Dor, vereinz. elbostf., BA-Sip, Krause 1964,60; [] m./n. SA-Ko; än, [n] m./n. SA-Ab HDo, JE2-Scho; an(n), [an] m./n. SA-Bon Dä, Spr-Asch 49, Mda-Ro, verbr. anhalt.; an(n)e f. verstr. sö elbostf. omd.; a m./n. verbr. anhalt.; sonst vorw. enklitisch: ’n m./n., nwaltm., n nbrdb. auch f. (nicht eindeutig von der Kurzform für  1man zu trennen); ne, ’ne f.; ’n Pl.; 4. als Stellvertreter eines Subst. bzw. für ein logisch zu ergänzendes Subst.: m.: eener, ner verstr. Altm., JE2 JE1, ZE-Roß, vereinz. anhalt.; eender JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); einer vereinz. HA OSCH, WE-Rho; einder, ainder verstr. elbostf., Mda-Sti 30; aaner QUE-Di; ander Mda-Weg 85; Akk. Sg. vgl. st. Akk. Sg. m.; n.: eens, ns Wb-Altm 46, Sprw-Börde, vereinz. anhalt.; eins, ainsz vereinz. elbostf., Mda-Sti 30; f.: wie st. f. Nom. Sg.; unflektiert (vor allem verallgemeinernd ‘man’): een, n vereinz. Altm.; ein vereinz. elbostf.
nfach I. Adj. – 1a. ‘unkompliziert, nicht schwierig’, auch ‘(ohne Mühe) durchführbar, lösbar’ 2: ZE-Roß, Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi), 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke 61915,76, Krause 1964,25 – Es war jarnich so eemfach, ... a.a.O. 25; Jetzt is jo de Sache veele einfacher ... Gesch-Un 45; subst.: op’n einfachsten kimmeste dtau ... Wb-Nharz 50. – 1b. ‘einleuchtend, leicht einsehbar’ 3: vereinz. elbostf. – dat is doch ganz einfach! Wb-Nharz 50. – 2. ‘schlicht, bescheiden’ 3: vereinz. elbostf. – einfache L HA-Oh; einfach gn ‘schlicht gekleidet ...’ Wb-Nharz 50. – II. Pt., zur Verstärkung einer Aussage, 2: Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – det is doch keen Toppkuchen, det is eenfach nischt wie Mrks ZE-Roß; Wie könnt doch nich deen groten Appelboom sau einfach affsagen. Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf., Gram.: e(e)nfach, [nfa] Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi), Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), ZE-Roß, vereinz. anhalt.; eem- Krause 1964,25; ee- Wäschke31909,92; aan- QUE-Di, BE-Dro; ein- vereinz. n/w elbostf.; -facher Kompar. Gesch-Un 45.
Erne f. 2: vereinz. OST, verstr. ö/s GA (n der Ohre) n STE CALV, HA-Sa, verbr. sö Altm. mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. 1. ‘Ernte(zeit)’, vgl. Aust, bezogen vor allem auf die Getreideernte – in de Ährn JE2-Gü; eirn sick datt vorrsüht, is dee Eern all rann HA-Eim; jedsd jn mer inne orn BE-He; de Ärnde is nau balle vorbei ZE-Mü; ... un reden von diß un von jenns, in’n Summer ewwer de Ärnte ... Heese 21919,100; ... van der vasten wente to der erne, dat men dat koren sniden scholde. 1316, Schöppenchr-Ma 186. – Brauch: Die Verwendung von Maschinen bei der E. hat zwar die Arbeit sehr erleichert, drängte aber zugleich das vielfältige Brauchtum zurück, das bereits in der 1. Hälfte des 20. Jhs. nur noch in Resten greifbar war. In versch. Orten legte der Gemeindevorsteher nach vorheriger Prüfung des Getreides den Termin der E. fest. Brauch-wAltm 91 (SA-Roh), Vk-Anhalta 275 (ZE). Am Abend vor dem Erntebeginn richtete der Bauer ein gemeinsames Festessen aus. Brauch-wAltm 91 (SA-Dam Se). Der Beginn der E. wurde feierlich begangen, indem man sich zu einem Gottesdienst versammelte, in dem der Geistliche Segensworte sprach. verstr. Altm., Vk-Anhalta 277. Anschließend bestiegen die Mäher und Binder(innen), die mit Sträußen und bunten Bändern geschmückt waren, die ebenfalls verzierten Erntewagen und fuhren singend zum Feld. verstr. Altm. Jeder Mäher erhielt von dem Mädchen, das hinter ihm das Getreide auflas, einen Blumenstrauß (Vk-Altm 239) oder ein rotseidenes Band, das er während der E. am Strohhut trug (Vk-Anhalta 276). In Teilen Anhalts gingen dagegen die Schnitter schweigend auf das Feld. a.a.O. 276. Vor dem Beginn der Mäharbeiten hielt dort der erste Schnitter eine kurze Ansprache, deren Form häufig vorgegeben war, erbat Gottes Segen und machte ein Kreuz über der am Abend zuvor gedengelten Sense (zum Aufbau  Seiße). Vk-Harz 8,78 (QUE-Wa), Vk-Anhalta 275 und 277. Es durfte erst dann mit dem Mähen begonnen werden, wenn dieser den ersten Schnitt getan hatte. verstr. Altm., Vk-Harz 8,78. Hinter den Schnittern gingen die Frauen her, die das gemähte Getreide zusammenrafften und ablegten bzw. aufnahmen, um es zu Garben zu binden, die wiederum in bestimmter Anzahl zusammengestellt wurden. verstr. Die Mahlzeiten spielten bei dieser körperlich anstrengenden Arbeit eine große Rolle. Zu diesem Zweck wurden vom Schlachten Schinken und besonders hochwertige Würste aufgehoben, Hammel geschlachtet, Kuchen gebacken usw. Kost-Ma 75, Vk-Anhalta 276. Als Getränke kamen kalter Malzkaffee, (Braun-)Bier und auch Schnaps mit auf das Feld. verstr. Gegen 9 Uhr gab es ein zweites Frühstück mit vorw. Brot, Wurst und Käse. Ein warmes Mittagessen wurde auf das Feld gebracht, nur slt. nahm man die Mahlzeit im Haus ein. Zu den gereichten Gerichten gehörten u.a. Hammelbraten, gebratene Schinken dazu Kartoffel- oder Hirsebrei (Vk-Anhalta 276 – ZE), Hühnersuppe mit Klößen, Fleisch und Kartoffeln oder auch Milchreis (Bewohner-Altm 2,266). Nach dem Mittagessen wurde eine Ruhepause eingelegt und dann bis zum späten Abend weitergearbeitet, unterbrochen nur von der Vesper, bei der zwischen 16 und 17 Uhr Brot, Wurst oder auch Pflaumenmus verzehrt wurden. verstr. Das Abendbrot, das es erst nach der Rückkehr vom Feld gab, bestand aus Biersuppe, Rührei, Tiegelwurst. Vk-Anhalta 276. Besuchte der Bauer oder eine andere Person zum ersten Male das Feld, wurde er gebunden, wofür er sich bes. durch Zahlung von Geld lösen musste (vgl. binden 2.). verstr. Altm., Vk-Harz 8,78. Nach der Ernte herrschte überall Freude, die schwere Arbeit überstanden zu haben, kurz nach dem Schneiden der letzten Halme wurde der  Ernekranz 1. bzw. die  Ernekrne 1. gebunden, der/die nach der Ankunft des letzten Fuders im Gehöft dem Herrn überreicht wurde. verstr. Zum Erntefest  Ernekranz. – Volksgl.: Der günstigste Tag für den Beginn der E. ist der Sonnabend (Abergl-Ma 246 – WO-Ol, Vk-Anhalta 277), daneben auch der Dienstag oder Donnerstag (a.a.O. 277). Um Geister fern zu halten, wurden die Kirchenglocken geläutet. Vk-Anhalta 277. Die erste Garbe musste von einem jungen Mädchen gebunden werden, weil sonst kein Glück auf der Familie ruhte. Vk-Harz 8,78. Einen Rest des Getreides ließ man als Zuflucht für den Erntegeist stehen. verstr. In den zuletzt gemähten Halmen sitzen angeblich Gestalten, nach denen auch die zuletzt gebundene Garbe benannt ist: u.a.  Foss 3a., Hne 2., Kter 2., Olde 4., Wulf verstr., vgl. bes. ADVk Kt. 91 und 92. Diese Garbe ist bes. groß und dick (ADVk Kt. 91 – vereinz. ö Altm. s elbostf.), wer sie bindet, muss einen Trunk ausgeben (a.a.O. Kt. 91 – Einzelbelege SA ZE) oder wird ein Kind zur Welt bringen (a.a.O. Kt. 93 – vereinz. mittlere Altm.). Halme daraus werden zum Binden des Erntekranzes verwendet. vereinz. elbostf. Beim Einfahren des ersten, bes. geschmückten Erntewagens wurden Knechte, Pferd und Wagen mit Wasser begossen. Vk-Harz 8,79, Vk-Anhalta 280. Um das Getreide vor Schädlingsbefall zu schützen, musste das Tor geschlossen werden, sobald das Gespann auf dem Hof eingetroffen war. WO-San. Aus diesem Grund sollte das erste Bund, das in die Scheune kam, dort liegen bleiben, wohin es gefallen war oder man zog einige Halme heraus, die gebunden und anschließend in jede Ecke getragen wurden. Vk-Anhalta 280 (DE-GrKü). Anderenorts stapelte man die ersten drei Bunde kreuzweise übereinander. a.a.O. 280. – 2. ‘Gesamtheit des Ertrags von angebauten pflanzlichen Produkten’ – die Ärn diss Joar iss gut CA-Lö.
Lautf.: Erne JE2-Go Pap; Ä(h)rne vereinz. s JE1, verstr. ZE, vereinz. anhalt.; Earne ZE-Nu; äarne, [arn] Mda-Ze (vereinz. ZE), Mda-Ro; Äarn, [arn] ZE-Göd, Vk-Unterharza 36; Äerne Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); [arn] Mda-Ze (ZE-Stre); E(h)ren WO-Be, vereinz. HA mittleres elbostf., WE-Heu, BLA-Ben, QUE-Ga; Ehern HA-All; E(h)rn vereinz. s GA (n der Ohre), WO-Wo, verstr. s WO, sonst vereinz. ö elbostf., verbr. nw elbostf. OSCH, verstr. WE, BLA-Hei; ern, ern HA-Oh, Id-Eilsa 60; Erent WE-Schau; Ähren, ëren JE1-Mo, WO-Li, WA-KlWa, Wb-Nharz 51, CA-Atz Kü, BA-Ha; [rn] Brugge 1944,66 (GA-Miest, vereinz. nö HA); Ä(h)rn, [rn] (OST, nö GA: [n], s Altm.: [n], anhalt.: [rn]) OST-De Gies, vereinz. ö/s GA (n der Ohre) CALV, HA-Sa, verbr. sö Altm., vereinz. s JE2, verbr. w/mittleres/s JE1, ZE-Dor, verstr. n/sö elbostf. WA, vereinz. OSCH sw elbostf. nthür., verbr. anhalt. (außer ö Rand); Iern, ern OSCH-Di Schl, vereinz. nw WE; Ernte (anhalt.: [ernd]) vereinz. JE1, ZE-Eich, WA-KlGe, CA-Ca, BE-Gü, BA-Sil, verstr. w/mittleres anhalt., DE-Ra; E(h)rnt, Eernt Mda-Ost 46 (OST-Me), Firmenich 1854,124 (OST-Hav), OSCH-Ad, vereinz. nw WE, QUE-Que; Eernde BLA-Brau; Ärnte JE1-Schor, vereinz. BLA, Heese 21919,100; Ä(h)rnt, [rnt] vereinz. ö GA (n der Ohre), verstr. STE, JE1-Walt, WE-Da, BA-Ha, vereinz. KÖ, DE-Ra; Ärnde vereinz. ZE DE; Arnte, [arnt] (anhalt.: [arnd]) JE1-Schor, verstr. ZE, vereinz. n CA, BA-Ha, verbr. BE, verstr. KÖ DE; rnte, rnt Mda-Sti 28.
Falllock n. ‘steil nach unten führender Gang in einem Hamsterbau’ 3: vereinz. elbostf., 4: BE-Me – dee andere Art gaht grade dal in dee Eere, datt sünd den Hamster siene Fallöcker, da lett’e sick drinne dal fallen, wenn hei in Not kümmt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf., Gram.: Fal(l)lock vereinz. elbostf.; -löcker Pl. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); [fallo] BE-Me.
Feldmark f. ‘Feldflur’ 2: Kredel 1927,21, 3: Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim), 4: DE-Lau.
festmken Vb. 1. vereinz. – a. ‘an etw. befestigen, fest anbringen’, auch ‘einen Kahn mit Tauen u.ä. befestigen’ – dat Draot wd mit Kramb’m fastmaokt SA-Dä. – b. ‘festsetzen, gefangen nehmen’. – 2. ‘das Brautpaar mit einer Schnur aufhalten, um eine Geldspende zu erwirken’,  snren, 2: Vk-Anhaltb 41 (ZE-KlLei). – 3. ‘bindend vereinbaren’, auch von der Heirat, 2: Wb-Altm 49, 3: vereinz. elbostf. – ... gaht wie opp datt Gerichte unn lat’t ett da feste maken. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim). – 4. refl. ‘sich (durch Zauber) unverwundbar, kugelfest machen’ 2: Wb-Altm 49.
Lautf., Gram.: fest maoken Vk-Ask 286; [fesdmkn] Elbschifferspr. 366 (STE-Bit, JE2-Pa); festmachen Vk-Anhaltb 41 (ZE-KlLei); festemaken, -mken vereinz. elbostf.; [fesdmkn] Elbschifferspr. 366 (WO-Ro, JE2-Mi); [festmokt] Part. Prät. JE2-Scho; feste machen Wb-Ak 56, [fesdman] Elbschifferspr. 366 (CA-Ak); festejemacht, [-jmad] Part. Prät. BE-Am, Heimathefte-Be 1956,139 (BE-GrWi); fast maok’n Wb-Altm 49; [fasdmkn] Elbschifferspr. 366 (STE-Tan); fastmaokt Part. Prät. OST-Schö; [fastmaokt] Part. Prät. SA-Dä.
festsetten Vb. ‘haften bleiben’ – da harren sick ole Wiewersömmer ( Oltwwersommer 1.) an mick festesett’t. 3: Hbl-Ohre 1928 Nr. 1/Wöhlbier (HA-Eim).
finden Vb. verbr. 1a. ‘(suchend) auf etw. stoßen, etw. entdecken’, auch ‘wiederfinden’ – Dee sochchte unn sochchte unn konne nistst finnen. Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/ Wöhlbier (HA-Eim); Nu wußteje Jule, wu der Bulle zu fingen war ... Wäschke 61915,26; Rda.: ’n Lock finn’ ‘eine Lösungsmöglichkeit finden’ Wb-Altm* 62; hei kann kein Enne finnen CA-Fö; hei hat en Har inne efunnen ‘er hat einen Kritikpunkt an einer Sache gefunden’ Wb-We 156; dat wart sek schn finnen ‘das wird sich schon noch herausstellen’ Wb-Nharz 209; det is n jefunnes Fressen ‘das kommt gelegen’ ZE-Roß; Sprw.: Tau jeden Pott findt sek en Deckel. Vk-Harz 3,58; ’n blinn’ Duw’ finnt ook’n Ärft. Bewohner-Altm 1,329; Wenn’n Hund hauen will, find’n ok balle en Stock. Chr-Em 430. – 1b. in der Verbdg.: wat finden ‘stehlen’,  klauen. – 1c. ‘etw. vorfinden, antreffen’ – ik dacht ik fin’n Nest full Aia, nu want lta Döppe (leere Schalen) JE2-Scho. – 2. ‘in bestimmter Weise einschätzen, beurteilen, empfinden’ – tas finnich awwer kmisch von tn Wb-Be; ... die hadde nuh jarnischt dorrbei fingen kennen ... Heese 21919,88. – 3. ‘in bestimmter Weise erleben, erfahren’ – ... har öwer ook sin’n Spaß doran funnen ... Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö).
Lautf., Gram.: Inf.: find(e)n vereinz. Altm. elbostf., Krause 1964,93; finnen verstr. elbostf.; finn’n, finn’, [fi] verbr. nwaltm. nbrdb. n/mittleres mbrdb., ZE-Roß, verbr. elbostf., vereinz. BE (bes. jüngere Generation), Mda-Fuhne 109 (KÖ-KlPa – bes. jüngere Generation); fing(e)n, [fin] verstr. ZE, vereinz. s elbostf., verbr. omd. (bes. ältere und mittlere Generation); [fi] Mda-Fuhne 109 (verstr. mittleres/ö anhalt. – bes. jüngere Generation); 3. Sg. Präs.: finnt, find verstr. nd., Krause 1964,121; finget BA-Re, Richter o.J. 59; 1./3. Sg. Prät.: fund, funt Wb-Altm 260, Hausfr-Altm 1925,55 (Kredel), verstr. elbostf.; funn STE-Wa; fungk, funk Mda-Ro, Mda-Sti 53; [fug] DE-Ca; 1./3. Pl. Prät. und Part. Prät.: Stammvokal -u-, Verteilung von -nd-, -nn-, -ng- wie beim Inf.
Flsch n. ‘Muskelgewebe des menschlichen und tierischen Körpers’, auch ‘die essbaren Teile des Tierkörpers’ verbr. – det Flesch is rouh STE-Li; Düssen wart Fleisch te drög ... Rauch 1929,95; ... dee jeelriepen Bohnen mit gerökert Fleisch ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); ... ’t Fleesch voan d’ Swien bekiek’n ... Matthies 1903,38; Verbdg.: schires Flasch ‘Fleisch ohne Knochen’ Spr-Asch 42; ’s dicke Flsch ‘Oberschenkel’ Wb-Ak 59; willes Fleesch ‘wucherndes Fleisch an Wunden’ ZE-Roß; Rda.: In sin eigen Flesch schnied’n. ‘sich selbst schaden’ Spr-Altm 79; ... sein eejn Fleesch un Blut ... ‘seine Kinder’ Krause 1964,32; ... in Fleesch und Blut ewwerjejangen ... ‘zur Selbstverständlichkeit, Gewohnheit geworden’ Heese 21919,46; besser ne Ls in Potte als gar kein Fleisch scherzh., WE-Be; Sprw.: ... Wostpell is keen Fleesch ... Francke 1904,86; Flsk watt, un Väörkost satt. ‘Man ernährt sich richtig, wenn man nur etwas Fleisch, aber viel Beilage isst.’ Wb-Altm 261; Rätsel: Hinn’n Fleesch, vöär Fleesch un’ in’t Mitt’ Isen. – pflügender Bauer, Bewohner-Altm 2,167.
Lautf.: Fle(e)sch, [fl] SA-Ku Zie, vereinz. nö SA, verstr. sw Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1 ZE anhalt.; Flesk Spr-Altm 14, Wb-Altm 53 und 261; Fleisch, -ai-, [flai], [flae] verstr. SA, Mda-Ar 53 und 54 (OST-Ar Schr), GA-Hem, verbr. elbostf., Mda-Sti 30; Fleisk, [flaisk] SA-Da Mar; fleeisch Mda-Ost 47 (OST-Gla); Fläisch, [fläi] verbr. nwaltm., verstr. mittlere Altm. CALV; Flasch, [fl] vereinz. QUE.