Hundetunge f. 1. PflN ‘ Wegerich’ 3: WA-Ste, BA-Bad. – 2. PflN ‘Echte Hundszunge’ 3: Mda-nwJe1b 70 (JE1-Bie Ger Wol), Vk-Harz 3,50. – 3. PflN ‘Guter Heinrich’ 3: Wb-Nharz 83 (BLA-Hü). – 4. PflN ‘Ackerkrummhals’ 4: Vk-Anhalta 73 (DE-Go). – 5. ‘schmales Ackerstück’ 3: Wb-Holzl 108.
Lautf.: Hunnetunge, [huntu].
Kaiserblme f. PflN ‘Kornblume’,  Krnblme, 3: HA-Uep Wed, OSCH-Ott, WA-Eg, QUE-Que, Vk-Anhalta 74 (BA-Bad), 4: a.a.O. 74.
Lautf.: Kaiserblaume HA-Wed, OSCH-Ott, QUE-Que, -blume WA-Eg, Vk-Anhalta 74; [kaäzrblaom] HA-Uep.
Klatschkken m. fladenartiges Gebäck, 3: BA-Bad.
Lautf.: Klatschkauken.
Kornvater m. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: Vk-Anhaltb 47 (ZE-Dee Reu), 3: a.a.O. 47 (BA-Bad Ra Re).
Lke f. ‘Zaun, Hecke’,  Tn, 3: BA-Bad, 4: verstr. sw BE, Mda-Fuhne 189 (verstr. w KÖ) – de Hinnor (Hühner) jn schonn weddor durch de Laiche BE-Gier.
Lautf.: Leike BA-Bad; [lai] verstr. sw BE; [l] Mda-Fuhne 189 (verstr. w KÖ); [lj] a.a.O. 189 (BE-Plö, verstr. w KÖ). – Etym.: wohl zu  2Lk gehörig, vgl. Mda-Fuhne 189, Wb-Thür 4,202.
mit 1. Präp. verbr. – a. zur Bezeichnung der Gemeinsamkeit, des Zusammenseins, Zusammenwirkens – met em (ihm) OST-Katt; met se (ihr) ZE-Roß; Hai harre mit sne Fr … ain ainzich Kind … Tiedge 1954,39; … dee mit öhre Hunne deen Wegg ropper ekomen waren … Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim). – b. zur Bezeichnung der Art und Weise, der Begleitumstände – met der hast ‘hastig’ Wb-Nharz 126; mit Jedult geiht alles vel besser HA-Oh. – c. zur Bezeichnung des Mittels oder Materials – mit dat lange Metz SA-We; hei kummet mit’n Zuch HA-Oh; Ich fre mits Rd n Dessau …. Wb-Ak 114; Rda.: dat jütt met Molln ‘es regnet heftig’ STE-Schi; Sprw.: mit Jeld kann’n Dwel danzen lten HA-Oh. – d. zur Bezeichnung der Zugehörigkeit, des Inhalts – … draug n Tellder mit Kauken rop … Klaus 1936,7; sönn richtig Schneedriem met Fusselschnee OST-Los; d Dwel (Fischart) bitt an Hkng met ne Plme JE2-Scho. – e. zur Bezeichnung einer Zeitangabe – mid der Tiet ‘inzwischen’ Wb-Holzl 141; mit’r Wle ‘allmählich’ HA-Oh; met enmoal ‘plötzlich’ ZE-Mü. – f. zur Bezeichnung einer allg. Beziehung zum Objekt – frintlich, bse sn met einen Wb-Nharz 126; mid mich gannsde das nich machen DE-Ca; darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo; det is schlimm mett de Pissmiern (Ameisen) ZE-Brä; dat is lauter bedrjer met dne Wb-Nharz 126; et worre immer schlechtr met de Hand Ldk-Anhalt 2,50 (BA-Bad). – 2. Adv. verstr. – a. zur Bezeichnung einer (vorübergehenden) Beteiligung, Zugehörigkeit – nich d allne, d andern k medde Wb-Nharz 125; Se brauchte heite nich mit. Wb-Ak 114; Rda.: Datt iss mi goar nich mit ‘Das ist mir nicht recht’ Wb-Altm 138. – b. ‘damit, womit’ – entlich km’r midde rt ‘endlich verriet er es’ HA-Oh; einen medde frn lten ‘jmdn. mit etw. zufrieden lassen’ Wb-Nharz 125.
Lautf., Gram.: mit SA-Dä We, Wb-Altm 138, verstr. s Altm., verbr. elbostf., verstr. anhalt.; mid Wb-Holzl 141, [mid] Mda-Fuhne 50 (verbr. w/n anhalt.), DE-Ca; met(t) SA-Dan, verstr. n/ö Altm. JE2, verbr. JE1 ZE, Wb-Nharz 126, Mda-Harz 16 (BLA-Hü), vereinz. QUE BA; med Wb-We 87, [med] Mda-Fuhne 50 (verbr. ö/s anhalt.); mät, mt(t), [mt] Wb-Altm 137, Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), ZE-Kö, Mda-Ro, Mda-Sti 5; mid(d)e Adv. verstr. w elbostf.; medde Adv. Wb-Nharz 125. – Etym.: im Mnd. noch strikte Trennung von mit Präp. und mde, medde Adv., vgl. HWb-Mnd 2,929 und 2,998; Stammvokal -e- der Präp. im brdb. Gebiet ist ndl., im anhalt. ndl. und md., im s elbostf. md. beeinflusst, vgl. Teuchert 21972,391ff. Zus.: zu 2.: hr-.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.