Flechse f. 1. ‘getrocknetes Fleisch aus der Abdeckerei’, wird als Hundefutter verwendet, 2: Mda-nwJe1a 50 (JE2-HSe, verstr. n JE1), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be. – 2. ‘zum Kochen verwendeter Rindermagen’ 3: BE-Gü, 4: BE-Gier Wa.
Lautf., Gram.: [fleks] Mda-nwJe1a 50, Wb-Be; Fleksen Pl. HA-Oh, CA-Fö; [flegs] BE-Gü Wa; [-n] Pl. BE-Gier.
Fpe f. 1. ‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih), 3: Mda-sJe1 28 (JE1-Pe) – maok mik doch enns an Faup SA-Dä; ... will’r sick Tackens awsnied’n. Dao will’r sick Fleuten van maoken un Fopen. Pohlmann 1905,60; Bastlösereim:Foop, Foop Bastjoahn,
loat de Foop afjoahn,
loat se nich verderw’n
loat’n Foop ut wär’n.
STE-Wa.
Die versch. Arten der Pfeifen werden von den Kindern aus einem Weidenzweig oder einem hohlen Pflanzenstängel, bes. im Frühling, wenn die Pflanzen voll im Saft stehen, gefertigt. Dazu trennt man ein astloses Stück von einem Weidenzweig ab und klopft es anschließend so lange, bis sich die Rinde löst und abgedreht werden kann. Das Aufsagen von Bastlösereimen (vgl. u.a. kloppen, Ppe, Sebastian) soll ein Platzen der Rinde verhindern. Bei einer einfachen kleinen Pfeife, die nur einen brummenden Ton von sich gibt (deshalb u.a. die Benennung Brummer, auch die F. gehört dazu), wird die Rindenhülse an einem Ende abgeschabt und breit zusammengedrückt, so dass man ein Mundstück erhält, das auch für die Schalmei Verwendung findet. Ein anderer Typ besitzt vorn ein (eingesetztes) Mundstück, eine Kerbe am vorderen oberen Teil und einen hinteren Verschluss (aus dem Holz des abgetrennten Zweiges), der entweder fest oder beweglich ist, was dann eine Veränderung der Tonhöhe ermöglicht. Durch das Einsetzen einer Erbse o.ä. in die Kerbe entsteht eine Trillerpfeife.  Aufzählung unabhängig von den versch. Arten: Bass Bastfleute Blubberfleute Botterfleute Brammer Brummbass Brumme 1Brummel Brummelfpe Brummer Ddelbass DdelsackDdelsackppe Dwrfleute Dwrppe Fpe Fleutdse Fleute Fleutje(n)ppe Flottenppe Fuppe Füppke Heppe Hopper Huppe Huppeh Huppeppe Huppeppe Hupper Huppo 1Huppup Kloppeppe Kloppfleutje Knarre Kuckucksfleute Lappje Ppe Pper Parpe Ppe Plockfleutje Plock(s)ppe Ploppppe 2Ppe Purpe Purpel 1Quke Quarke Quarre Ringelfpe Schalmei Stempelfleute Trar Traratt Waldhrn Wdenfleute Wdenfpe Wdenppe. – 2. ‘Gummisauger der Kleinkinder’,  Nuckel, 4: BLA-All, BE-Gier KlSchie.
Lautf., Gram.: Fope, [fp] SA-Win, OST-Zeh, verstr. s Altm. n/mittleres JE2, Mda-sJe1 28 (JE1-Pe); Foop, -b, [fp] vereinz. ö nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; Fop(e)n Pl. vereinz. Altm.; [fb] BE-Gier KlSchie; Pfope STE-Gro; Pfoop GA-Ga, STE-Wei; Faup, [faup] verbr. nwaltm.; [feop] SA-Jü; Fopje Dim. WO-Ke Sa; [fp] Mda-nwJe1b 68 (JE1-Ih); Fappe BLA-All.
Furchengewende n. ‘der Rand eines Ackerstücks, auf dem beim Pflügen gewendet wird und der zuletzt quer zu den übrigen Furchen gepflügt wird’,  Anwend(e), 3: vereinz. sö elbostf., 4: verstr. s CA, BE-Gier, vereinz. w/s DE – es Frjewenge muss noch jefld worn DE-Ca.
Lautf.: Fuhrjewenne BE-Gier KlMü, vereinz. CA; -jewenge, [frjwe] CA-KlRo, vereinz. s CA w/s DE. – Etym.: bei den versch. Benennungen für die Pflugwendestelle mit Fr-/Vr-, Fr-/Vr-, Fr-/Vr-, Fr- ist eine klare Entscheidung darüber, ob ein Bezug zu ‘Furche’ oder ‘vor’ gegeben ist, nicht immer möglich. Unter Berücksichtigung lautlicher Gegebenheiten sind die anderen Komposita unter Vr- eingeordnet worden, vgl. ausf. Vrgewende.
Fsthandschen m. ‘Fausthandschuh’ 1/2/3: verstr. nd. (außer ZE), 4: Wb-Be, BE-Gier – ... und namm dei in de rechte Hand, wur hei’n dicken Fusthandschen ower harre, denn’t war grade Winterstiet, ... Rauch 1929,34.
Lautf., Gram.: Fusthandschen, Fst- OST-Kö, JE2-Ba, Rauch 1929,34, BLA-Brau; Pl.: STE-Scha; -hanschen vereinz. Altm., JE1-Wol, vereinz. w elbostf.; Pl.: vereinz. elbostf.; fsthansche Wb-Nharz 221; Fusthandsch SA-Ne; -hansch SA-Dä; Fausthändschken BE-Gier; [fausthentkn] Wb-Be.
Gaukellampe f. ‘Öllampe’,  Funzel, auch dass. wie  Gaukelfunzel, 4: verstr. omd. – mache Brennl uf de Ggelambe BE-Gier; ... schobb de blecherne Kokellampe an de Wand ran, daß der Tisch frei wurre ... Wäschke 41920,50.
Lautf.: Kokellampe, [ggl(l)amb].
gnarren Vb. 1. ‘(leise vor sich hin) weinen’,  wnen, bes. von kleinen Kindern, auch wenn sie in weinerlichem Ton ( jammern) unablässig um etw. bitten, quengeln,  beddeln, 1: SA-Han, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, BE-Gier – wat hat’t ümmertau te gnarren HA-Oh. – 2. dass. wie  gnäckern 1., 1: SA-Dä, 2: STE-Wa. – 3. ‘laut schreien, brüllen’ 3: Wb-Holzl 96.
Lautf.: gnarr(e)n; außerdem: [knarn] Wb-Be; gnar(e)n, gnr(e)n Wb-Altm 123, GA-KloNeu, QUE-Di; [gnrn] SA-Dä; gnahn SA-Han.
Gnatz m. 1a. ‘schorfiger Ausschlag, Grind, Krätze’, vor allem bei Menschen, aber auch bei Tieren, 2: Wb-Altm 66, 3: vereinz. s elbostf., 4: Mda-Sti 146, vereinz. BE – dor had awwor Jnads uffen Gobb BE-Gier. – 1b. ‘Schmutzkruste auf der Haut’ 3: Wb-Nharz 63, QUE-Ga. – 1c. ‘trockener Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 3: CA-Gli. – 1d. ‘Schorf an Früchten oder Knollen’, bes. bei Kartoffeln, 2: Wb-Altm 66, 3: Wb-Nharz 63, Spr-Asch 44. – 2. dass. wie  Gnatter, 3: BLA-Brau. – 3. ‘Unkraut’, spez. auch ‘dicht stehendes Unkraut auf trockenem Boden’ 3: vereinz. elbostf. – 4a. ‘Neid, Niedertracht’ 2: Wb-Altm* 54, 3: Wb-Holzl 96. – 4b. ‘Geiz’ 3: Id-Eilsa 65, Wb-We* 211, 4: Mda-Sti 146. – 4c. ‘üble Laune, Trotz, Eigensinn’ – tas is tich tr rne Jnats pai tn 4: Wb-Be. – 5. ‘zänkischer Mensch’,  Stänker, 3: HA-Oh. – 6. ‘kleines Kind’ 2: ZE-Cob.
Lautf.: Gnatz, -ts, J- (BE: [jnads]); außerdem: Knatz ZE-Cob; jnz Mda-Sti 146; Nbf.: Natz, [nats] Wb-Be, BE-Gü.
Grind m. 1. ‘ Schorf (auf einer Wunde)’ 2: OST-Flee, GA-Est Schw, 3: vereinz. n/mittleres elbostf., 4: KÖ-Cör, vereinz. DE – gradse nich immor en Grind ab DE-Ca. – 2. ‘schorfiger Ausschlag, Krätze’, bei Menschen, bes. auf dem Kopf von Kindern und bei Tieren, bes. bei Schafen, 2: OST-Meß, JE2-KlWu, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – dor had awwor Jrind uffen Gobb BE-Gier; de Schpe hett Grint HA-Oh. – 3. ‘trockener Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 2: SA-Jee.
Lautf.: Grind, -t, J-; außerdem: Grinn Wb-Holzl 97 (WA-KlWa).
Häckerlingslde f. ‘Gerät zum Schneiden von  Häcksel’ 3: HA-Bee Oh, 4: BE-Gier (veralt.).
Lautf: Heckerlinksl HA-Bee Oh; [hegrlisld] BE-Gier.
Haubenlerche f. TiN wie Standardspr.,  Strtzlrke, 2: OST-Gies, 3: OSCH-Ott, BLA-Ti, 4: Wb-Be, BE-Gier – Rda.: dor is full w ne Hau’mlrche ‘er ist betrunken’,  dn, BE-Gier.
Lautf.: Haubenlerche OSCH-Ott; -lerch OST-Gies; [haulr] BE-Gier; [haularie] Wb-Be; Hau’mlereke BLA-Ti.