Heilebr m. TiN ‘Storch’,  Stork, 1: SA-Gla We, 2: vereinz. s Altm., 3: verbr. elbostf. (außer Nharz. CA). – Kinderreim:Heilebrt du Langbein,
wennr wutt de wegflein,
wenn de Rogge ripet,
wenn de Müse pipet,
wenn de Plaug tau Felle geit,
wenn de Möle stille steit
. Wb-We 49;
Heilebert bester,
brink mik ne lüttje Swester,
Heilebert guter,
brink mik n’ lüttjen Bruder!
HA-Oh.
– Volksgl.: Wenn de Heilebart sau musselich (schmutzig) utsieht, wart et schlechtes Wäder. OSCH-NWe. Ein sehr weißer Storch kündigt einen heißen Sommer an. Feuer bricht in dem Hause aus, auf dem die Störche in einem Jahr nicht brüten (HA-Sü). Der Storch bringt dem Haus Glück, auf dem er nistet (WO-Ir). Wo ein Storchennest ausgenommen wird, droht Blitzschlag (HA-NHa). Abergl-Ma 239.
Lautf.: Heilebar HA-NHa, Wb-We 49; -bart verbr. elbostf. (außer Nharz. CA); -bert HA-Oh; -boart GA-Bo Kli Nie, WO-Me, JE1-Me, HA-Ro, OSCH-De, WE-Re, QUE-Hau; -brt GA-Hö; Helebard SA-Gla We; [hlbrt] QUE-Di; Hallebart GA-Et Sie; Nbf.: Heidelbart GA-Wef; Heide- GA-Rä.
Henkel m. 1. dass. wie  Henk 1., 1: SA-Ch Die El, 2: vereinz. Altm., 3: WO-HWa Mei, HA-NHa, Klaus 1936,40, 4: verstr. anhalt. – 2. dass. wie  Henk 2., 2: STE-Sa, WO-Zie, 3: WO-Mei, 4: verstr. anhalt.
Lautf., Gram.: [hekl] SA-Ch, vereinz. Altm., WO-HWa Mei, HA-NHa; Henkels Pl. Klaus 1936,40; [heko] SA-Die El GrGe; [hegl] verstr. anhalt.
1Holm (Genus?) ‘hochragendes Federbüschel am Kopf von Vögeln’,  Noll(e), 3: HA-NHa No.
Lautf.: Holm HA-NHa; Hulm HA-No.
Holtpantnen Pl. dass. wie  Holtklotzen, 2: GA-Vi, JE2-HBe Mö, vereinz. w JE1, verstr. ZE, 3: HA-NHa WE-Is, vereinz. ö elbostf., 4: BA-Gü Ha, CA-Lö, verstr. BE – Reim:Ach watt iss tai Welt sau ait’l,
Alles dräht ‘n Woahnsinn-Schait’l,
Waohnsinn-Schait’l un Krinolien,
Terett’ne Strümpe un Holtpantien
. Lieder-Ma Nr. 940 (WO-
Ol).
Lautf.: Holtpantien Lieder-Ma Nr. 940 (WO-Ol); HolzpantinenGA-Vi, JE2-HBe Mö, vereinz. w JE1, verstr. ZE, WE-Is, vereinz. ö elbostf., BA-Gü Ha, CA-Lö; [holtspant] HA-NHa, Wb-Be; [holsband] verstr. BE.
Holttn m. ‘Zaun aus Holz’,  Tn, 1: SA-Bre, 2: SA-Pre, OST-NiGö, ZE-Gri Steu, 3: HA-NHa Um, WE-Alt Da Heu, CA-Pö We, 4: DE-Lin.
Lautf., Gram.: Holttn; außerdem: -tiene Pl. ZE-Gri; Holztn CA-Pö We; -zaun ZE-Steu, DE-Lin.
Huckepacke f. ‘Rücken’, vorw. in der Verbdg.: up de Huckepacke nmen, vgl. Hackepucke, 2: Id-Altm, Mda-Ar 34, WO-Col Zi, 3: WO-HWa, HA-NHa, Nd-Börde § 41, Mda-We 98, Wb-Nharz 82.
Lautf.: [hukpak] WO-Col HWa Zi, HA-NHa; [-bak] Nd-Börde § 41, hukkebakke Mda-We 98, Wb-Nharz 82; Hukback Id-Altm; [hkbak] Mda-Ar 34. – Gram.: m. belegt Mda-Ar 34.
inbündseln Vb. 1. refl. dass., 2: Wb-Altm 29, 3: HA-Oh. – 2. ‘einem Säugling Windeln anlegen’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: HA-NHa, Wb-Nharz 85.
Lautf.: [inbüntsln]CALV-Uth, HA-NHa; [-bünsln], inbünzeln vereinz. s Altm.; [-bünz()ln] SA-Zie, verstr. n/mittlere Altm.; [-bünzn, -bünzon] verstr. nwaltm.; inbunzeln HA-Oh, Wb-Nharz 85.
Kasten m., n. 1a. ‘viereckiger, meist hölzerner Behälter’, dient zur Aufbewahrung von Gegenständen, verstr. – Rda.: Kasten sejjen ‘nein sagen’, auch ‘beim Schießen versagen’ BLA-Brau; einen immer op’n kasten ln ‘jmdn. unentwegt zur Eile antreiben’ Wb-Nharz 93. – 1b. ‘kastenförmige Truhe’ 3: Wb-Holzl 116. – 1c. ‘Schublade’,  Schfkasten, 1: SA-Ah Pü, 2: vereinz. s Altm., 3: HA-NHa, 4: BE-GrWi, DE-Or. – 1d. ‘Aushängekasten’ – Brauch: Im K. wurde das Aufgebot für die standesamtliche Trauung 10 Tage lang öffentlich bekannt gegeben. Freunde des Brautpaares schmückten den K. mit Blumen oder frischem Grün. 3: Gorges 1938,40, 4: Serimunt 1929 Nr. 53. – 1e. ‘Bienenkasten’ 2: JE2-Scho – d B’n sünd in B’nkaf ra in Kast’n JE2-Scho. – 2. ‘weibl. Brust, Busen’, derb, 4: Wb-Be.
Lautf.: Kast(e)n; außerdem: [kast] JE2-Scho; kaste(n) OSCH-Di; [gasdn] BE-GrWi, DE-Or; kestnVk-Ask 127. – Gram.: n.: Id-Eilsa 70, OSCH-Di. Zuss.: zu 1.: Hamster-, Herodes-, Hucke-, Immen-, s-, Karnikkel-, Ketten-, Klimper-, Klotz-, Knpe-, Klen-, Kommden-, Kuck-, Kken-, Kutsch-, Licht-, Ler-, Mseken-, Mist-, Ntel-, Nei-.
Kn m. 1. ‘Harz der Nadelhölzer’ 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa). – 2. ‘harzreiches, gut brennendes Holz’, klein gehackt zum Feueranzünden verwendet,  Klwe(n), 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., 3: HA-NHa, 4: Wb-Ak 87, Alt-Cöthen 63, DE-Ma – Kn brennt jt. Wb-Ak 87; Kn tom anbt’n (anzünden) STE-Na; 1 Th. 12 Gr. fur zwey Leuchter da mann Kien in brent Rechnung von 1602, LHA Magdeburg Rep D Wanzleben IV Nr. 1a. – 3. in versch. Rda. – a. upp’n Kn sn ‘wachsam sein’ 3: Wb-Holzl 118, HA-Bee, daneben auch: uffen Kn sin ‘die Gelegenheit zum Handeln wahrnehmen’ 4: Wb-Ak 88. – b. tas is ter rne Kn, Frau Mstern! zur Bekräftigung, dass es sich bei einem Gegenstand um etw. Minderwertiges handelt, 4: Wb-Be. – c. mach keen Kien! ‘mach keine Umstände!’ 2: ZE-Roß.
Lautf.: Keen, Kn SA-Ku Zie, verbr. nbrdb.; Kain SA-GrGe Han; [käin] verbr. nwaltm.; Kien, [kn] OST-Zie, GA-Bo See, WO-Me, JE2-Mö, verstr. mbrdb., vereinz. n elbostf., CA-Fö, Wb-Ak 87, Wb-Be; Ken JE1-Grü HLo; Kühn DE-Ma. – Etym.: Die Etym. der Rda. unter (3a.) ist strittig. In Duden 11,381f. wird ein Zush. zu (2.) angenommen, möglich ist auch Anlehnung an jidd. kiwen ‘aufmerksam, beflissen, geschäftig’ oder an engl. keen ‘scharf’, vgl. Pfeifer 1989,831. Bei (3b.) ist ein Zush. zu (2.) möglich, vgl. aber auch Wb-ObersächsErzg 2,35.
Kpe f. 1. ‘geflochtener Behälter’ – a. ‘großer, viereckiger (auch halbrunder) Korb mit Schultergurten, der auf dem Rücken getragen wird’, darüber hinaus kann er auch ein oder zwei Henkel sowie vier Füße besitzen, 1: allg. nwaltm., 2: allg. brdb., 3: allg. n/ö elbostf., verbr. s elbostf., 4: Mda-Sti 158, BA-Ha, verbr. s CA BE, Wäschke 61920,2 – feif Keepen Zwetschen WE-Rho; inne Kpe hln se Tüffeln, Holt un wat s jefft JE2-Scho; Se hadde anne Kiepe ufn Ricken … Wäschke 61920,2; Rda.: t der kpe hukken ‘übertriebenen Aufwand betreiben’, auch ‘übermütig sein’ Wb-Nharz 97; ick bringe ne ganze Kiepe vull Niees (eine Menge Neuigkeiten) CA-Fö; hei verlrt dat Brt t der Kipe von jmdm., der einen Verlust erleidet, Wb-We 65; du hast dik nich bloß en’ Korf, nee, ne ganze Kiepe ehalt zu einem abgewiesenem Freier, CA-Fö; Vers: Wer keine Kiepe hat in’t Hus, Is arm, wie sönne Kirchenmus! Gorges 1938,18; 1 kiepen stockfische = 1 gr. Amt Coswig1566, Landreg-Anhalt 3,24. – K. wurden vorw. zum Transport von Obst, Gemüse, Lebensmitteln und Wäsche genutzt. Verbr. fanden sie auch bei den Schiffern, die darin ihre notwendigsten Sachen verstauten, wenn sie nach der Winterpause wieder an Bord gingen. Elbschifferspr. 403. – Volksgl.: War ein Kiepenverkäufer im Ort, so regnet es am gleichen oder am folgenden Tag. Abergl-Ma 248 (HA-NHa). Wer den Gurt beim Tragen der K. herabhängen lässt, entzieht einer Kuh die Milch. a.a.O. 246 (WO-Ol). Tritt eine Frau mit einer K. an das Bett eines neugeborenen Kindes, so nimmt es die Brust der Mutter nicht mehr an. Abergl-Altm 9, Bewohner-Altm 2,140.  Drgekpe Drgekorf Harzkpe Hucke Huckekpe Huckekorb Korf Mausekorb Sprkpe. – b. ‘korbartige Spantasche mit Henkel, in der das Essen mit auf das Feld genommen wird’,  Twelkpe, 3: verbr. s/sw elbostf., 4: BLA-Sti. – c. ‘kleiner Henkelkorb, in den die geernteten Kartoffeln gelegt werden’,  Kartuffelkorf, 4: verbr. BE KÖ, DE-Ca, Mda-Fuhne 158 (DE-Mei Scheu) – anne Gbe full Gardoffel’l DE-Ca. – d. ‘Bienenkorb’,  Immenkpe, nur im Rätsel:Twischen uns un Noawers Hus,
stät ‘n Kiep met Kläckermus.
2: SA-Meh.
– 2a. ‘Strohhut’, von den Frauen zum Schutz gegen die Sonne getragen, 3: Id-Queb 3. – 2b. ‘Haube’, scherzh., 3: Wb-Nharz 97. – 3. ‘Färberkessel’ 3: Id-Queb 3.
Lautf., Gram.: Kipe, Kiepe, [kp]; außerdem: Kiep, Kp allg. nbrdb.; Kiebe KÖ-Cör Grö; [gb] verbr. BE KÖ, Mda-Fuhne 158 (DE-Mei Scheu); Käipe WE-Rho, [kp] Mda-Gö/Is 131; Keepen Pl. WE-Rho. Zuss.: zu 1.: Häckerlings-, Kaff-, Kersen-; zu 1a.: Harz-, Hukke-; zu 1b.: Kwer-, Meier-; zu 1c.: Jren-, Lse-; zu 1d.: Immen-; sonstiges: Nl-.