danzen Vb. 1. ‘tanzen’ verbr. – ... dat kann jo non nich mal danzen. Rauch 1929,68; An de Mächens odder sojar ans Tanzen hadden mir zwee beede noch jar nich jedacht ... Heese 21919,10; ... und denn junk et Danzen vorr seek met Blaseballich, Klampfe un Driangel ... Vk-Harz 8,30; Rda.: na de Piepe danzen ‘jmdm. zu Willen sein’ Sprw-Börde; Ihre (ehe er) fartich is, ward an Esel junk un larnt noch tanzen. Vk-Anhaltc 103; Sprw.: Danzen ahn Musik, dat is aber grad, as wenn’n drög Brot ett. Bewohner-Altm 2,135; wer grot Lust to danzen hätt, den is bald wat fiddelt STE-Bad; wenn oll Frauens danzen unt hell Wulken rägen, dänn hät’t Spöll ken Uphörn OST-Dü; Köppken hat drunken, Fötken will danzen. Spr-Altm 78; Pissen gait forr Danzen. Wb-Holzl 34; for Jelt kann’n Dwel danzen sein HA-Oh; fr jelt kammen br danzen sein Wb-Nharz 37; Wenn de Katt nich to Hus is, danzen Ratten un Mus’ up’n Disch. Bewohner-Altm 1,342; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; Reim zur Verspottung der Unfähigkeit zum Tanzen:Wenn miene Ollsch nich danzen kann,
denn hett se ’n loahm’n Been;
denn treckt se lange Stäwel an,
denn is dett nich to sehn.
Matthies 1912,29 (STE-Na).
– 2. in der Verbdg.: Stne (up dat Wter) danzen lten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: JE1-Gra, 3: OSCH-Weg, WA-West.
Lautf.: danzen, [dans()n] verbr. nwaltm. nbrdb., vereinz. mbrdb., verbr. elbostf.; dans(e)n verstr. SA, OST-Schr; [danzn] SA-Dä; tanzen verbr. anhalt.; [dentsn] ZE-Göd; [densn], [denzn] Mda-Ze (vereinz. ZE).
Darm m. 1. ‘schlauchförmiges Verdauungsorgan bei Menschen und Tieren’, der D. von Schweinen und Rindern wird als Wursthülle verwendet, verstr. – dat Blockschrapels (abgekratzte Fleischreste) stoppt hei in einen Darm WO-Dru; Rda.: ’s jeht’n dinne durch de Darme von einem in Not geratenen Menschen, Vk-Anhaltc 105; hier hat sich woll eener in’n Drm jeschnittn Bemerkung, wenn jmd. einen Darmwind gelassen hat, ZE-Roß; Kinderreim:arm, darm,
wter warm,
schwneken schlachten,
warschtjen mken,
dat sal gn kks.
Wb-Nharz 37.
– 2. Pl. ‘Gedärm, Eingeweide des Schlachtviehs’,  Kaldne, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., JE1-Gra, 3: JE1-Pre.
Lautf., Gram.: Sg.: Darm; außerdem: [tarm] Wb-Be; Darrem OSCH-Di, Wb-We* 205, Wb-Ak 44; Drm Wb-Altm* 51; [drm] ZE-Roß; [dm] Mda-Ar 24; Dërm Wb-Altm 258; [dm] SA-Rist, Volksspr-Altm 93; f.: Darme, darme Wb-We 26, Wb-Nharz 37; Pl.: Därme HA-Oh; Därm, [drm] SA-Ah, vereinz. Altm.; Dä(ä)m, [dm] SA-Rist Roh; [dr] CALV-Je; Darme JE1-Gra Pre, Wb-Ak 44, Vk-Anhaltc 105; Darm(e)n Wb-Holzl 74, HA-Bee; Darreme Wb-Ak 44.
Dsendschnken n. PflN ‘Gänseblümchen’, die gefüllte Gartenform,  Gseblme, 1: SA-Han Le, 2: vereinz. SA, JE2-Wa, vereinz. s JE2, JE1-Gra Ka, 3: vereinz. ö elbostf., 4: BA-Ha, verstr. anhalt.
Lautf.: Dusendschöneken QUE-Scha; Dusändschöngen SA-Le; Dusendscheunken SA-Rie; -schenchen JE1-Ca; Tusendschönchen SA-GrGe; Dausend- SA-Han, JE2-Wa, vereinz. s JE2, JE1-Gra, WO-Da; -schöneken WA-Dom; [dauzndnn] BE-Gü, verstr. anhalt.; Dausendscheenichen, [-nin] BA-Ha, DE-Or; [-nn] BE-Dro; Tausenschönchen SA-Win, JE1-Ka, WA-KlWa See; [tauzntnin] Wb-Be.
Dwelskke f. FlN, wohl vorw. für Schluchten und Felshänge, aus denen Nebel aufsteigt, auch für verrufene Örtlichkeiten, ausf. vgl. FlN-Ma/Anhalt 59 f., Burghardt 1967,233, 2: FlN-Ma/Anhalt 59 (JE1-Gra), 3: verstr. elbostf.
Errwisch m. 1. dass. wie  Errlicht, 2: JE1-Gra, 3: vereinz. s elbostf. (außer n CA), 4: Wb-Be. – 2. ‘sehr lebhaftes, unruhiges Kind’ 3: Id-Quea 151, 4: Wb-Be – hei is en erwisch Id-Quea 151.
Lautf.: Errwisch, er- vereinz. s elbostf. (außer n CA); Arr- QUE-Di; Irr- JE1-Gra, Wb-We* 210; [orwi] Wb-Be.
falsch Adj. 1. ‘nachgemacht, unecht, imitiert’, auch ‘gefälscht’ 1: SA-Dä, 2: ZE-Roß, 3: vereinz. w elbostf. – falsche Tne HA-Oh; dat is doch liuda fsk Ged (Geld) SA-Dä. – 2. ‘nicht richtig, verkehrt’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE1-Scha, ZE-KlLei, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – n’ falschen Strump antrecken HA-Oh; ... um den Jungen opt falsche Spoor te bringen ... Rauch 1929,183; dat haste falsch anefangen CA-Fö; ... daß der doch hier iwwerhoopt irjndwie falsch sin mußte. Krause 1964,26; Rda.: in de falsche Kehle kricht ‘sich verschluckt haben’ STE-Grie. – 3. ‘unehrlich, unaufrichtig, hinterlistig’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – falsch nguggen BE-Nie; dai is tau fsk SA-Dä; dat is en falscher Kärl CA-Fö; Rda.: falsch wie ne Katze Vk-Harz 3,45; Falsch wie an Kathol’scher Spr-Anhalt 176; S iss so falsch ass Galgenholt. Wb-Altm 206; falscher Hund Wb-We 149; säh dich vorr dän vor, det is villeicht ’n falscher Fuffsjer ZE-Roß. – 4. ‘ärgerlich, zornig, aufgebracht, böse’,  1fuchtig, 1: SA-Dä, Essen-nwAltm 91 (SA-Han), 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, JE1-Gra Ka, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – op däne bin ik falsch HA-Bee; H is falsch upp mi. Wb-Altm 48; Nu wurre die awwer ehrscht recht falsch. Heese 21919,39.
Lautf.: falsch; außerdem: [fsk] vereinz. n nwaltm.
Flsenworst f. ‘Mettwurst, bei der die Füllmenge in einen Beutel gestopft ist, der aus der dünnen Haut des Bauchfetts des Schweins genäht wird’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm. n JE2, JE2-HSe, JE1-Gra, verstr. w/s JE1, ZE-Dee Ned, vereinz. w ZE, 3: verstr. n/ö elbostf., OSCH-Ho, 4: vereinz. s CA – dai Flaisanwöst mün’n east anschnai’n wan SA-Dä.  Blshtbdel Blshtende Blshtpümpel Bdel Bdelworst Fettbeutel Fettfliese Fetthautwurst Fettht Flschbdelworst Flse Flsenbündel Flsenende Flsenslacke Flsenslackworst Flmenbdel Flmenbdelworst Flomenhautwurst Flmenht Flmenhtsbdel Flmenpümpel Flmenworst Hamster 1Lse Lsenworst Mettworst Mickellse Pümpel Smrbdel Smrht Smrht(s)bdel Smrht(s)ende Smrhtslacke Smrht(s)stümpel Stümpel Worstbdel Worstepümpel.
Lautf.: 1. Glied  Flse, 2. Glied: -worst vereinz. ö/s Altm., GA-Ev, HA-NHa, vereinz. WA; -wost, [-vost] verstr. nwaltm. Altm., vereinz. n JE2, verstr. n elbostf., OSCH-Ho; -worscht vereinz. ö Altm., JE2-HBe HSe Sy, JE1-Gra, vereinz. w/s JE1, ZE-HLe Ned Nu, verstr. WA sö elbostf., CA-Su; -wurst vereinz. s Altm. w/s JE1, WA-Schl; -wust STE-Schö; -wurscht STE-Ga, JE1-Da, ZE-Dee Rie Ste, WO-NiDo, WA-West, vereinz. sö elbostf. s CA; außerdem: Fleeswost OST-Bö Thie, GA-Wen Wiep.
gampeln Vb. 1. ‘bes. durch Zappeln und Strampeln mühsam etw. zu erreichen suchen’ 2: Mda-nwJe1b 78 (JE1-Gra), 3: a.a.O. 78 (JE1-Ran). – 2. ‘nach etw. gieren, heftig verlangen’,  gpern, 2: Wb-Altm* 58, 3: Beiträge-Nd 63 (WO-HWa), HA-Bee – n wat jampeln Beiträge-Nd 63 (WO-HWa).
Lautf.: jampeln, [jampln]; außerdem: [jampll] Mda-nwJe1b 78 (JE1-Gra Ran).
gl Adj. 1. 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., MdanwJe1b 69 (JE1-Gra), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 20 und 146. – a. ‘vor Hitze rot leuchtend, glü- hend’, auch von der Gesichtsfarbe – gluhe Asche OSCH-Har; jlouge koln Mda-Sti 20; dat glue Isen OSCH-KlQue; de Ob’n is all ganz glu HA-Bee; Rda.: hat mit ne jluhe Naotel neiet ‘hat unordentlich genäht’ WO-Sa; hei kann wiher nist liggen laten, wi glu Isen ‘er stiehlt sehr viel’ WE-Dee; S st so glu t ass’n Legghn. ‘Sie hat eine gesunde Gesichtsfarbe.’, vgl. auch 2a., Wb-Altm 276. – b. ‘funkelnd, glänzend, leuchtend’ – ... vorn mit twei Re’e glu’e Knöppe. Wedde 1938,9; Rda.: ... glu’e O’en wie’n Rotkehleken! Lindaub o.J. 37. – 2. 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – a. ‘hübsch, ansehnlich’ – dat is an glaü Dean (Mädchen) SA-Dä. – b. ‘lebhaft, munter’ – de Kinder sind noch so glu ‘die Kinder sind noch nicht müde’ Wb-Holzl 95; Rda.: de Strte gl mken ‘die Straße in Aufregung versetzen’ QUE-Di; gluh wie’n Aiker (Eichhörnchen) HA-Eil.
Lautf.: glu(h), j- [gl], [jl] vereinz. Altm., Mda-nwJe1b 69 (JE1-Gra), verstr. ZE elbostf.; glo, [jl] Schwerin 1859,16, SA-Kal; jlou Mda-Sti 20 und 146; glaou Wb-Altm* 18; glau, jlau vereinz. ö/s nwaltm., verstr. Altm.; [lau] vereinz. n/mittleres SA; [glau] SA-El Wü; [glaö] SA-Gie Jü; [laö] SA-Ch; [glaü] SA-Dä; [gläö] vereinz. n nwaltm.; [glui] SA-Hi Hö.
Grnefoss m. dass. wie  Grnefz 2., 2: Mda-nwJe1b 69 (JE2-HSe, JE1-Gra Pa), Mda-sJe1 28 (verstr. s JE1).
Lautf.: [jrnfos].