Garstenachel f. ‘Granne der Gerstenähre’,  Achel, 2: SA-GrAp, GA-Hem, vereinz. ö Altm., JE2-GrMa, vereinz. mbrdb., 3: JE1-Gü, CA-Egg, 4: CA-Ra, BE-Il.
Lautf., Gram.: Gastnacheln Pl. SA-GrAp; [jardna] Pl. BE-Il; Jarschtenhacheln Pl. CA-Ra; Gerstenachel, J- vereinz. ö Altm., JE2-GrMa, JE1-Gü Prö; Jerschten- JE2-Dr, ZE-Dü; Jästen- GA-Hem, STE-Li; -hachel Mda-Ost 47 (OST-Me); Järschtenhacheln Pl. CA-Egg.
Grepütte f. dass. wie  Gre 4b., 2: JE1-Kö, 3: JE1-Gü.
Lautf.: Jorepütte JE1-Kö; -pitte JE1-Gü.
Gübs ON, in der Rda.: in Gübs uppen Eiermarcht ‘in der Umgebung von Gübs’ 3: JE1-Gü.
Gurre f. 1a. ‘altes, schlechtes Tier’, bes. ‘altes, schlechtes Pferd’,  Gaul, 2: vereinz. mittleres/s JE1 w/mittleres ZE, 3: vereinz. n elbostf., JE1-Gü Plö, WA-Schw, verstr. sö elbostf., 4: Mda-Sti 52, verstr. w anhalt. – ne ohle Jurre CA-Mi. – 1b. ‘grobknochiges, großes, starkes Pferd’ 3: verstr. sw elbostf. – 2. dass. wie  Gurdel 1., 3: verstr. HA OSCH, WA-GrGe Sche, WE-Strö, vereinz. sö elbostf., 4: vereinz. s BA w BE.
Lautf., Gram.: Gurre, J-, [jur] Wb-Holzl 99 (WO-Dru), Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), verstr. HA OSCH, WA-GrGe Sche, vereinz. s elbostf. s BA, verstr. w anhalt.; Kurre, kurre vereinz. HA (2.), verstr. OSCH (2.), Mda-Sti 52; Gorre, J-, [jor] vereinz. mittleres/s JE1 w/mittleres ZE sw elbostf., verstr. sö elbostf., vereinz. BE; Girre JE1-Gü; Nbff.: m.: Jorrn WA-Schw; Jörn JE1-Plö. – Etym.: zu mnd. gorre, gurre, mhd. gurre 1. ‘Mähre, schlechte Stute, schlechtes Pferd’, 2. ‘schlechtes Mädchen, Dirne, Hure’, vgl. HWb-Mnd 2,13, HWb-Mhd 1,1124 f.; bei (2.) auch Bezug zu  kurren u.a. ‘knurren’ möglich.
Hackup m. ‘ Quark’ 2: JE2-Schar Schö, JE1-Dan, 3: JE1-Gü.
Lautf.: Hackup JE2-Schö; außerdem: -op.
Hoffpumpe f. dass. wie  Hoffborn 2., 2: GA-Wet, vereinz. ö Altm., verstr. JE2, JE1-Pa, ZE-Brä, 3: GA-Ge, JE1-Gü.
Lautf.: Hof(f)pumpeGA-Ge, JE2-Vie, JE1-Pa; -pump OST-Ho Kru, GA-Wet; Nbff.: -plumpe verstr. JE2, JE1-Gü, ZE-Brä; -plump vereinz. ö Altm.
Hohenwarthe ON, in dem Neckvers: Do wolln wie uns nich dran kehrn, seggen in Hohenwore, wenn se in Lostau (durch Hochwasser) versupen. 3: JE1-Gü.
Hüfte f. ‘seitliche Körperpartie unterhalb der Taille’, z.T. auch ‘hintere seitliche Körperpartie bei Rindern, Pferden u.a.’, vgl. 1Sde, Wkige, 1: SA-Han, 2: vereinz. nbrdb., JE2-Ve, verbr. JE1, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – uf der hüfe sitzen ‘kauernd sitzen’ Mda-Sti 153; ich hawwes inne Hifde ‘ich habe Schmerzen in der Hüftgegend’ CA-Ak; et Prt het sich de Huffe afferennt Mda-sJe1 2 (JE1-Gü).
Lautf.: Hüfte, [hüft] vereinz. s JE2, verstr. n JE1, HA-Oh Som, WA-See, WE-La Wa Zi; Hüft vereinz. Altm., JE2-Wa; Hifte, hifte, [hift] verstr. sw JE1 ZE, OSCH-Crot, Wb-Nharz 78, verstr. nö CA, Mda-Sti 153, BA-Ha, Wb-Be, KÖ-Preu; [hifd] verstr. w anhalt., DE-Or Ro; Hufte WE-He; huft WE-Dar, Mda-Sti 153; Hüffe verstr. s HA, OSCH-De Har, WE-Strö, hüfe Mda-Sti 153, [hüf] Mda-nwJe1a 35 (JE1-HWa Lo Nie); Hüwwe WA-KlWa; Hüff SA-Han Rie; Hiffe, [hif] verstr. w JE1, OSCH-He, QUE-Di Scha, Mda-Ma 61 (CA-Pö We), Wb-Be; Huffe, [huf] vereinz. s JE2, verstr. JE1 ZE, CA-Gli; [huw] Mda-Ze (ZE-Gro); Höp OST-Sto; [hp], [hp] Mda-Ar 48; Häöp Wb-Altm* 55; HoäftSA-Vi. – Etym.: zur Annahme ndl. Herkunft von Hp, Häöp vgl. Teuchert 21972,319ff.
Kartuffelforke f. dass. wie  Kartuffelgaffel, 2: vereinz. s nbrdb., verstr. n mbrdb., 3: verstr. n elbostf., JE1-Gü, CA-El.
Lautf.: Kartuffelforke JE2-Nkli, verstr. n elbostf., JE1-Gü, CA-El; Kartüffel- STE-Bit, JE2-Mü; Kartoffel- WO-Be We, verstr. n mbrdb.
Katte f. 1. TiN ‘Hauskatze’ allg. – zahlreich in komparativen Rda., meist mit Bezug auf den Menschen: d is natt w ne Katte (völlig durchnässt) JE2-Scho; falsch wie ane Katze Vk-Anhalta 62; sliken (drum rummer gn) w de Katte um den heiten Brei Wb-We 63; De mockt’n Gesicht, as wenn’t de Katt dunnern hürt. ‘Er blickt erschrocken oder verstört.’ Bewohner-Altm 1,342; H geit daovon ass de Katt von’ Duwenslag. ‘Er entfernt sich stillschweigend, ohne sich um seine Verantwortung zu kümmern.’ Wb-Altm 96; Hei weet so väöl daovan as de Katt van’n Sönndäg. ‘Er hat keine Ahnung von einer Sache.’ Bewohner-Altm 1,343; sich wie Hund un Katze vordrn CA-Ak; mit umschpringen, wie de Katte mit de Mus ‘etw. schnell und ohne Aufsehen erledigen’ Sprw-Börde; von Schmeichlern: … w d Kaddn, d vrn liggng un hin’n kradsen GA-Da; weitere Rda.: wenn d’ Katt ‘n Ei leggt ‘niemals’ Wb-Altm* 72; dagegen zum Vertrösten von kleinen Kindern: r de Katze an Ei lt. ‘bald’ Wb-Ak 86; Man kann ok de Katt’ in Sack köpen. Spr-Altm 82; Katte un Ms spelen ‘jmdn. hinhalten’ Wb-We 63; der katte de schelle nhengen ‘eine unangenehme oder gefährliche Aufgabe allein übernehmen’ Wb-Nharz 93; nich wetten, w de katte in’n heu lt ‘über eine Sache nicht unterrichtet sein’ a.a.O. 93; du kennst k wr keinen Vogel as ne Katte Antwort auf eine törichte Äußerung, Wb-We 63; daovan weet de Katt hinnern Fürheerd nist von einer unbedeutenden Festlichkeit oder zu deren Herabminderung, Bewohner-Altm 1,339; dai hat ümma greot Weoad (Worte) un kann kain Katt fan Fahaiad (Feuerherd) treckng von einem Prahler, SA-Dä; dei geit vr de Katten ‘er muss sterben’ Wb-We 63; dat is vör d Katt ‘das ist vergeblich, wertlos’ STE-Wi; dat drcht de Katte op’n Swanz weg ‘das ist unbedeutend, minimal’ HA-Oh; dat fritt weder Katte noch Hund dass., Wb-We 63; da fengen zehn Katten keine Mus drin von einem durchlöcherten Sack, Sprw-Börde; t man, dat krit doch bles de Katten scherzh. Aufforderung zum Essen, HA-Oh; hat aber jmd. zu viel gegessen: n drcht de Katte de M (Magen) nich wech HA-Oh; Et scha’et nich, de Katte sall’t aflicken. zum Trösten eines Kindes, das sich geringfügig verletzt hat, Sprw-Harzvorld 399; in ders. Verwendung: heile heile kätzken, werde wedder gaut! Id-Quea 158; de Katten prusten, et jift ander Wäder zu jmdm., der niest, Sprw-Börde; Sprw.: de Katte lett dat Musen nich HA-No; Wat van’t Katt is, lihrt musen. Bewohner-Altm 1,343; ‘t is ne schlechte Katt, de blot vor een Lock must STE-Wi; de Katte lert erst musen, wenn se jungen deitCALV-Zo; Laot de Katt män lopen, de Kaoter kriegt se doch. Bewohner-Altm 1,343; wenn de katte nich te hs is, denn schplen de mse op disch un benken Wb-Nharz 93; nachts sind alle Katten grau WE-Oster; Watt’n spaort vör’n Mund, datt fritt Katt un Hund. Wb-Altm 96; d fogels, d sau freu singen, frit de katte jren Wb-Nharz 93; Schnellsprechübung: Katte kuckt in Fettpott. “Kuck”, seggt de Katte. Vk-Harz 3,100 (WE-Oster); Kiek, seh de Katte, kiekt von’n Bodd’n in’n Fettpott. Lieder-Ma Nr. 183 (WO-Ol); Kinderreim:Ains, zwai, drai!
Katte laip in’n Snai.
Wie se wedder ruut’r koam,
Harr si witte Steww’ln an.
Lieder-Ma Nr. 152 (WO-HWa);
Johann, spenn an!
twei Katten foran
twei Mse foropp
denn geit dat galopp!
HA-Oh;
– Volksgl.: de Katte putzt sick, et gifft Besuch WO-Gu. Kratzt sie an der Tür, steht ein Todesfall bevor (DE-De). Wenn man sie mit ins Bett nimmt, vertreibt sie Krankheiten (KÖ-Dro, DE-Que). Verschluckt man dagegen ein Katzenhaar, wird man schwindsüchtig (BA-Fro). Vor allem die schwarze K. gilt als unheimlich, obwohl ihr auch Glück bringende Eigenschaften zugeschrieben werden. Wer K. leiden kann, bekommt keinen Mann bzw. keine Frau. Vk-Anhalta32. Vergisst ein Mädchen die K. zu füttern, so regnet es ihm in den Kranz; tritt es aber gar eine K., so findet sie nur einen hässlichen Mann. Hochzeit-Altm 10. weiterf. s. Vk-Anhalta 32. – 2a. in der Verbdg.: Katten schmieten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: JE1-Gü. – 2b. in der Verbdg.: Katte miau Haschespiel, bei dem der die K. spielende Junge versuchen muss, einen der auf einem Ackerwagen sitzenden Mitspieler abzuschlagen, nachdem diese ihn mit Aussicht auf Beute (Bratwurst) zu sich lockten, 3: OSCH-Schl. – 3. vorw. im Pl., vorw. Dim. – a. ‘Blüten des Hasel- und Weidenstrauchs’ 1/2/3: allg. nd., 4: verbr. omd. – anne W’n sitt’n in Frja d asten Kätzchen JE2-Scho.  Blschp Bummel Frjrskättjen Lamm Lämmerswanz Maikatte Ndel Palme Palm(en)kätzchen Primmel Rpe Schp Schpswänze Troddel Wdenkatten Wulltappen. – b. ‘Samenträger der Kiefer’,  Knappel, 3: HA-Vö. – 4. ‘am Gürtel getragener Geldbeutel’ 2: Wb-Altm* 59, 3: Wb-Nharz 93. – 5. ‘Verbindung zwischen Leine und drei Flaschenzuggehäusen der Spriettakelage’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 222 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi), 4: a.a.O. 222 (CA-Ak).
Lautf., Gram: Katte, [kat] Elbschifferspr. 222 (STE-Bit, WO-Ro), JE2-Scho, verbr. JE1, Mda-Ze (ZE-Reu), allg. elbostf.; Katt, [kat] SA-Dä Die, allg. nbrdb.; [katn] Pl. verbr. nwaltm. Altm.; Kadden, [kadn] Pl. verstr. Altm.; Katze, [káts] verbr. s JE1 ZE, vereinz. s elbostf. anhalt.; [kads] Elbschifferspr. 222 (JE2-Mi, CA-Ak); ktze Mda-Sti 2; Dim.: kätzken Id-Quea 158; Kättschk’n Wb-Altm 96; ketjen Wb-Nharz 96; Kettje f. WE-La, [kétsn] Wb-Be; nur (3.) vorw. Pl.: Kätz(e)ken vereinz. elbostf.; Kättchen SA-Han Jah, GA-Rö, JE2-Fi, OSCH-Ba Di Eil; Kättschen SA-Die, STE-Na Wa; Kätzchen verbr.; Kätzschern SA-Ah; Kettchen GA-Rö; Ketzchen Wb-Ak 87, [ketsn] JE2-Scho; [gedsn] verbr. BE. Zuss.: zu 1.: Klter-, Klau-, Klei-, Klster-, Mai-, Mau-, Mse-, Msemaukättken, Mze-, Nachtkatze; zu 3a.: Mai-; sonstiges: Mai-, Nasch-.