Keitschenbusch m. dass. wie  Keilekenbusch, 3: HA-Oh, QUE-Di, BE-He.
Lautf.: Keitschenbusch HA-Oh; Katchn-, Katschkn- QUE-Di; [gdšgnbuš] BE-He.
Krn m., f. 1. ‘(hartschaliger) Samen einer Frucht, der feste innere Teil einer Frucht’, vgl. 1Krn 1b., 2: verstr. JE1 ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – op’n Kern bten HA-Oh; de Gorn aus de Flau’m machen BE-Me; Sprw.: blinn Haun find mitunna eok an Kaian SA-Dä. – a. dass. wie  Krnhs, 3: BE-He, 4: BE-GrWi – schnaig en Gorn raus BE-GrWi. – b. ‘Stein der Pflaume’ 4: vereinz. BE. – c. ‘Samenkorn der Zuckerrü- be’ 3: Id-Queb 2. – 2. ‘Mark des Holunders’,  Peddik, 1: SA-Gie Hen, 3: BLA-Ha So Ti, 4: verbr. nthür.
Lautf., Gram.: Krn WA-Neu; Kä(h)rn, [krn] vereinz. s elbostf. nthür.; [grn] vereinz. BE; Kern HA-Oh; Keren m. (früher n.) Wb-Holzl 118; kieren OSCH-Di; [käin] SA-Gie; [kain] SA-Dä; Kain SA-Hen; [karn] f. Mda-Ze (ZE-Reu Stre); krn Mda-Sti 29; [karn] Mda-Ma 78 (JE1-Dan Lei Prö, ZE-Dor), Mda-Ze (ZE-Gro Roß); [garn] Mda-Fuhne 14 (DE-Ca); Karne f. Wb-Ak 85, [kárne] f. Wb-Be; Kre f. QUE-Di; k re f. Wb-Nharz 95, Käre, [kr] f. BA-Schie, Mda-Ma 78 (CA-Gli); [kar] f. Mda-Ma 78 (JE1-Dan, ZE-Dor), Mda-sJe1 30 (verbr. s JE1); [kor] f. Mda-Ma 78 (JE1-Plö Pre Ran, CA-El); Pl.: krn Id-Queb 2; [krn] Mda-Ma 78 (CA-Gli); [korn] Mda-Ma 78 (JE1-Plö Pre Ran, CA-El); [karn] Mda-sJe1 30 (verbr. s JE1); karner ZE-Roß. – Etym.: mnd. kern(e), krn(e) m. und f., vgl. HWb-Mnd 2,548. Zuss.: zu 1.: Kers-, Nott-.
kischen Vb. ‘zischen’, bes. vom Geräusch des auf eine heiße Platte kommenden Wassers,  zissen, 2: verbr. ZE, 3: JE1-Ca, BLA-Ha, BE-He, 4: BE-Scha, DE-Ho Kle Lin – säh ma na, ob de Plätte all jut is, ob se all kischt ZE-Roß.
Lautf.: kisch(e)n, [ki()n] verbr. ZE, JE1-Ca, DE-Ho Kle Lin; [gin] BE-Scha; [jin] BE-He; jieschen BLA-Ha.
kittig Adj. ‘feucht, lehmig’, vom Erdboden, 3: Wb-Nharz 97, BE-He, 4: vereinz. nw BE – d is anne giddiche Schdelle BE-Gier.
Lautf.: kittich Wb-Nharz 97; [gidi] vereinz. nw BE.
klatschen Vb. 1. ‘ein klatschendes Geräusch verursachen, mit klatschendem Geräusch schlagen’, auch ‘mit der Peitsche knallen’ 2: Id-Altm, Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie), Mda-nwJe1 43 (JE1-Gra Scha), ZE-Roß, 3: HA-Oh, Lindaub o.J. 5, Wb-Nharz 98, 4: vereinz. omd. – in de henne klatschen Wb-Nharz 98; einen den rsch klatschen a.a.O. 98; ’n ne klatschen Wb-Ak 90; de rn klatscht jjen de fenster Wb-Nharz 98. – 2a. ‘schwatzen, Nichtiges reden’,  nlen, verstr. – 2b. ‘durch Gerede jmdn. in Misskredit bringen, petzen’, von Kindern, 4: BLA-All. – 3. ‘heftig regnen’,  pladdern, 3: BE-He, 4: BA-Ha, BE-Nie. – 4. ‘mit kleinen Tonkugeln spielen’,  snappen, 3: JE1-HWa.
Lautf.: klatschen, [klatn]; außerdem: [klatn] Wb-Be; [glad- n] verstr. BE, DE-Ca; kltschen Mda-Sti 118; [kletn] MdanwJe1 43 (JE1-Gra); [kletsn] a.a.O. 43 (JE1-Scha).
Klint m. 1. ‘Anhöhe, kleiner Hügel’,  Barg, 3: OSCH-De, Wb-We 67, Id-Queb 4 – hei wont opp’n klinte. Id-Queb 4. – 2. in FlN, 3: GA-Ga, verstr. s elbostf. – Kattenklint Wb-Nharz 294; Der Klint BE-He; daneben als FlN wüster Ortschaften und in Urkunden belegt – dat hus up dem Klinthe zu Wernigerode 1388, UB Wernigerode 165.
Etym.: K. steht im Zush. mit dän./schwed. klint in den Bed. ‘steiles Meeresufer, Abhang, Hügel’, zur Bed. und Verbr. vgl. auch Bischoff, K.: Klint im Deutschen. In: Festschrift für G. Cordes. Bd. 2: Sprachwissenschaft. Neumünster 1976,20ff.
2Klipp m. ‘kleines spitzes Stück Holz’, im Kinderspiel, 2: JE2-Fi Scho, 3: BE-Gü He – Ein Spieler schlägt den K. mit einem Stock von einem Strich aus weg. Ein zweiter Spieler versucht, den K. zur Markierung zurückzuwerfen. Trifft er nicht, treibt der erste Spieler den K. mit drei Schlägen auf die Spitze vorwärts, dann werden die Schritte gezählt. BE-He.
Lautf.: Klipp JE2-Fi; [glib] BE-He Gü; [klp] JE2-Scho.
klipsen Vb. ‘mit kleinen Tonkugeln spielen’,  snappen, 3: BE-He.
Lautf.: [glibsn].
Klipskgel f. dass. wie  Klippkgel, 3: BE-He.
Lautf.: [glibsgl], [-gl].
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.