Etterpickel m. ‘Pustel im Gesicht, Eiterpickel’,  1Pickel, 2: vereinz. nbrdb., JE2-Ma, JE1-Wall, vereinz. ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Ha, CA-Ra, BE-Il.
Lautf.: Etterpickel JE1-Wall; [aidrbigl] BE-Il; sonst: Eiterpickel.
flen Vb. verbr. 1. ‘nicht (in ausreichendem Maße) vorhanden sein, mangeln’, auch ‘nicht mehr da, verschwunden sein’ – nain Dsel f’l BE-Gier; et flt wat dranne HA-Oh; Da nu jo in dei Tiet dat Kleingeld bi mick ok öfters fehlen dehe, ... Rauch 1929,36. – 2. ‘an Gesundheit, Wohlbefinden mangeln’– wat flt dek? Wb-We 151; Mi deiht nist nich fehlen ... Pohlmann 1905,24. – 3. ‘noch erforderlich sein’ – Bei’n letzten Schuß fehlte nuh en Vartelzoll von de Mitte ... Richter o.J. 95; Et fehlt nich mehr veel an Middernacht, ... Wedde 1938,24; Rda.: det fehlt je woll noche Ausruf der Entrüstung, ZE-Roß; Dar feelt man blot noch een lumpig Persoon, see de Kutscher; stigen Se man in, Herr Baroon! Berufe-Altm 252. – 4. ‘zu einem best. Zeitpunkt/an einer best. Stelle nicht anwesend sein’ – in Schau (Schule) drft n nich fain SA-Dä; de Braud is schonn d, dor Braidchen fld noche BE-Il.
Lautf., Gram.: fehl(e)n, [fl()n] vereinz. ö nwaltm., verstr. nbrdb., vereinz. mbrdb., verbr. elbostf., verstr. omd.; fehl’, [f] GA-Le, Dialekt-Ma 12 (vereinz. sö JE1, ZE-Göd), HA-Hi; fähl(e)n, [fl()n] verbr. nbrdb., JE2-GrWu, verstr. JE1 HA sw elbostf., sonst vereinz. elbostf., verstr. anhalt.; fähl’, [f] OST-Har, STE-Döl, verstr. s Altm., JE2-Vie, Dialekt-Ma 12/MdanwJe1a 35 (JE2-HSe, verstr. n/w JE1), ZE-Roß, WO-HWa, BE-Gü He, verstr. anhalt.; fehlen OSCH-Grö; fäell JE2-KlWu Par; fl’n Mda-Sti 27; föhlen JE1-Stei; föahlen SA-Sa; föehlen SA-Scha; feihl(e)n Wb-Altm 50, vereinz. sö JE2 n JE1, JE1-Dan; feil’l, [fai] JE2-Gü, Dialekt-Ma 12/Mda-nwJe1a 35 (JE2-HSe, verbr. JE1 – z.T. veralt. neben [f]); faian, [faen], [faion] verbr. nwaltm.; fäilen SA-KlGe; [fäin], [fäion] vereinz. ö/s nwaltm.
fippern Vb. dass. wie  1fipsen 1., 4: Wb-Ak 57, BE-Il.
Lautf.: fippern Wb-Ak 57; [fibrn] BE-Il.
flitzen Vb. 1. ‘sich schnell bewegen’, bes. ‘schnell laufen’ 2: Wb-Altm 54, JE2-Scho, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – dor gann awwor flidsen BE-Il; um de Ecke flitzen HA-Oh; de Swaleken könnt awer flitzen HA-Bee. – 2. dass. wie  flittkern, 1: SA-Die, 2: vereinz. nbrdb.
Lautf.: flitz(e)n, [flits()n]; außerdem: [flidsn] BE-Gü He, verstr. anhalt.; flitsch(e)n vereinz. nbrdb.
1frsen Vb. verbr. 1. ‘einen Mangel an Wärme empfinden’. – a. mit persönlichem Subjekt – Ä hat schmählich derbei jefroren ... Richter o.J. 16; Rda.: friern dat de Tene klappern Sprw-Börde; er friert wie’n Schnieder JE1-Ma; ich kunne jr nich mr frrn ‘ich konnte es vor Kälte nicht mehr aushalten’ Wb-Be. – b. mit unpersönlichem Subjekt – mik früst SA-Dä; mek hat efrren BLA-Brau; ... dät frur mi doch recht siehr ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Rda.: öhm freiert wie’n Schnieder WA-GrOt.  auch ‘frösteln, vor Kälte schaudern’ (vgl. auch Zentrale  schuddern ‘schaudern’, vor Schrecken, Ekel): bwen bwern bibbern dorchfrsen fröstern 1grseln hubbern 1huddern schubbern schuddern. – 2. ‘kalt geworden sein’, von einem Körperteil, auch mit unpersönlichem Subjekt – mik freiert de Henne HA-Oh. – 3a. ‘unter den Gefrierpunkt sinken’, von der Temperatur, vgl. frösteln, fröstenet well woll balle freisen GA-Ge; et hat mordsch efroren Wb-We 159; In de Nacht da haddes nuh tichtich jefroren ... Heese21919,89. – 3b. ‘durch Einwirkung von Frost erstarren’,  werhössekendor Aggor is jefrorn BE-Il.
Lautf., Gram.: freisen GA-Ge, vereinz. w WE; frasen WE-Ost; freer(e)n, [frrn] vereinz. ö nwaltm., verstr. Altm. w JE1, CA-Sta, Mda-Sti 34; fre-e(r)n verstr.Altm.; frär’n OST-Werb; fräern STE-Döl; freiern vereinz. nwaltm., verstr. elbostf.; freiren verstr. w elbostf., BA-Rie; frahrn, frrn WE-Schau Wa, QUE-Di; fräie(r)n SA-Dä Ty; frier(e)n, friern (anhand der Laienschreibung meist nicht erkennbar ob [--]- oder [--] vorliegt) SA-Pü Se, vereinz. Altm., verbr. JE2 JE1 ZE, vereinz. w elbostf., verstr. WA sö elbostf., verbr. anhalt.; 3. Sg. Präs.: früßt, [früst] verbr. nwaltm. n/w Altm., vereinz. ö/s Altm., HA-Bee Oh; frißt, [frist] SA-Bre Ip, vereinz. sw elbostf.; friest SA-Win; freert, [frt] GA-KloNeu, verstr. ö Altm.; [frt] verstr. s Altm.; freiert HA-Oh, OSCH-Osch, WA-GrOt; früert HA-Bee; friert, [frrt] (ö Altm., JE2: [frt], [frt], anhalt.: [frrd]) vereinz. ö Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1 n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf. omd.; 1./3. Sg. Prät.: st.; Part. Prät.: st.; außerdem: sw. belegt: [frat] JE2-Scho.
frten Vb. 1. verbr. – a. ‘Futter zu sich nehmen’, von Tieren – de Hnor fressen es Lb jarne BE-Il; Jä, do frett dät Schwin nich in Hannjochen sin’n Stall ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Besser solls awwer sinn, wemmor jelei zweee (Ferkel) nimmet ... weil immer eens s annere nischt jinnt un se denn so um de Wette fressen. Heese 21919,86; Sprw.: Watt’n spaort vör’n Mund, datt fritt Katt un Hund. Wb-Altm 96; Rätsel: vörn schitt’, hin’n fritt – Häcksellade, STE-Go. – Volksgl.: Wedderlinsch (wetterlaunisch, auf bestimmtes Wetter reagierend) sind Hunde, wenn se Gras fressn. Spr-Asch 43. – b. ‘essen’, von Menschen, abw., bes. ‘unmäßig, gierig oder unmanierlich essen’ – ... de freet Sei de Schötteln ritzeratzekahl ... Lindauc o.J. 73; Ratschlag: du kannst nich glw’n, watt du rinslaog’n kannst, wenn du langsaom frittst. Wb-Altm 261; Rda.: fritt wie so’n Schwien Vk-Harz 3,46; hei fritt wi en Smed ‘er isst sehr viel’ WE-Dee; frten w’n Schnendöscher ‘sehr viel essen’ HA-Oh; freten wie’n Scheppeldöscher dass., Sprw-Eils 39; H fritt, datt ämm dat Ml schmt ‘Er isst sehr schnell.’ Wb-Altm** 46; Dat mütt gaohn, as wenn de Bur Plum’n fritt. ‘Das muss schnell gehen.’ Spr-Altm 87; no d frittst hüte un kaust morgen zu einem langsamen Menschen, Wb-We 159; de Kinder frt einen de Hre fon’n Koppe HA-Oh; Wenn das wr is, freß ich en Bsen! Wb-Ak 61; Er hat de Weißheet mit Leffeln jefressen. ‘Er ist überklug, besserwisserisch.’ Vk-Anhaltc 104; Sprw.: wat de Buer nich kennt, dat fritt hei nich WO-Ma; silwest frten mkt fet Wb-Nharz 219; wer vel fritt, de vel schitt HA-Oh; freten, schlapen, supen, langsaom gahn un pupen, dat schleiht an Sprw-Börde. – c. ‘sich durch Fressen/Essen in einen bestimmten Zustand bringen’ – Rda.: sek de nichte un de schanne freten Sprw-Eils 39; Sprw.: Adel hält op Talje, Pöbel fritt sik vull. Chr-Em 430. – 2. in der Verbdg.: nen (ge)frten hebben ‘betrunken sein’,  dn, 2: verstr. nbrdb., 4: BE-Sa – hat en’ efreten JE2-KlWu. – 3a. ‘von Juckreiz befallen sein, Juckreiz verspüren’,  kribbeln (n.Z.), 2: ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 219, 4: Wb-Ak 61 – wo ick mich in’n Finger jeschnitten hawwe, det heelt nu, det fresst mächtich ZE-Roß. – Volksgl.: Meine Hand frißt, ich kre noch Jeld. Wb-Ak 61. – 3b. ‘angreifen und langsam zerstören’ – de Seure fritt 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: fret(e)n Matthies 1903,6, GA-Wen, JE2-Gü Nka, vereinz. w elbostf., Sprw-Börde, WA-Wo, QUE-Di, Vk-Anhaltb 77 (vereinz. n BA); frät(e)n SA-Ab, verstr. nbrdb., Vk-Anhaltb 82 (ZE-Eich), ZE-Reu, verstr. elbostf.; [frdn], [frd] SA-Rist, GA-Da, JE2-Scho; [fratn], [fratn] verstr. mbrdb.; [fraid] SA-Dä; fressen, [fresn] Mda-sJe1 13 (verstr. s JE1, ZE-Göd, nur 1b.), vereinz. s ZE, Spr-Asch 43, BA-Ha Sip, verbr. anhalt.; frässen Vk-Anhaltb 77 (BA-Ba); fraszen Mda-Sti 12; 3. Sg. Präs.: fritt, [frit] vereinz. nwaltm., verbr. Altm., JE2-Fe, verbr. elbostf.; frett, [fret] vereinz. n JE2, verstr. mbrdb., JE1-Wol; frätt Bewohner-Altm 1,352; frißt verstr. anhalt.; fresst ZE-Kö Roß; Imp. Sg.: fritt, [frit] Matthies 1912,5 (OST-Erx), verstr. elbostf.; [fret] Dialekt-Ma 8 (verbr. mittleres/s JE1).
Futterkorb m. ‘großer, viereckiger (auch halbrunder) Korb mit Schultergurten, der auf dem Rücken getragen wird’,  Kpe, zum Transport von Lebensmitteln, 4: BE-Il.
Lautf.: [fudrgrb].
ftzen Vb. dass., auch ‘die Fäden beim Nähen verwirren’,  verheddern, 2: verstr. ZE, 3: verstr. sö elbostf., 4: BLA-Sti, verstr. BE, DE-Ca – d had awwor jefdsd BE-Il.
Lautf.: fu(u)tzen, fu(u)zen; außerdem: [fdsn] verstr. BE, DE-Ca.
Gänseflittich m. ‘Gänseflügel’, wird häufig als Flederwisch verwendet, 4: BE-Il.
Lautf.: [jenzflidi].
Garstenachel f. ‘Granne der Gerstenähre’,  Achel, 2: SA-GrAp, GA-Hem, vereinz. ö Altm., JE2-GrMa, vereinz. mbrdb., 3: JE1-Gü, CA-Egg, 4: CA-Ra, BE-Il.
Lautf., Gram.: Gastnacheln Pl. SA-GrAp; [jardna] Pl. BE-Il; Jarschtenhacheln Pl. CA-Ra; Gerstenachel, J- vereinz. ö Altm., JE2-GrMa, JE1-Gü Prö; Jerschten- JE2-Dr, ZE-Dü; Jästen- GA-Hem, STE-Li; -hachel Mda-Ost 47 (OST-Me); Järschtenhacheln Pl. CA-Egg.