brüllen Vb. 1. ‘laut schreien’, von Menschen, auch von Rindern oder Hirschen, 2: SA-Ben, Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi), JE2-Scho, verstr. ZE, 3: HA-Oh, verstr. s elbostf., 4: verstr. anhalt. – dor gann awwor bril’l DE-Ca; De Harsch brillt Vk-Harz 3,54; ... un von’ne an’nere Seite daa brillt’n de Kiehe ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: Er brällt wie an Lewe ‘er schreit sehr laut’ Vk-Anhalta 62; brüllt as’n Os dass., SA-Ben; hei brülle w wenn’e an’n Spisse (Spieß) stke dass., HA-Oh. – 2. ‘laut und heftig weinen’,  wnen, verstr. – hre op mit brüllen HA-Oh. – 3. ‘vor Schmerzen stöhnen und weinen’,  stnen, 2: JE2-GrWud, JE1-Pre. – 4. ‘laut lachen’,  jchen, 4: KÖ-Ed.
Lautf., Gram.: brüll(e)n vereinz. ö nwaltm., verstr. w/mittlere Altm., vereinz. ö Altm., JE2-Neu Nkli, vereinz. w JE1, JE1-Wo, verstr. n/w elbostf.; brüan SA-Hen; [brün] SA-Ch; brill(e)n, [bri] verstr. s/ö elbostf. (außer sö, dort vereinz.), BA-Ha, verstr. BE, KÖ-Ed, DE-Ca; brillt 3. Sg. Präs. Vk-Harz 3,54; brillten 3. Pl. Prät. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Heese 21919,30; [priln] Wb-Be; bröll(e)n SA-Brie, verstr. ö Altm. n/mittleres JE2 n/mittleres mbrdb., WO-El; brell(e)n, brel’l verstr. s mbrdb. CA; brellte 3. Sg. Prät. Wäschke61915,95; prellen KÖ-Kö; brällen, bräl’l vereinz. sw JE1, Mda-Ro, KÖ-Fre Thu; brällt 3. Sg. Präs. Vk-Anhalta 62.
Bundholt n. ‘abgebrochene oder vom Baum gefallene dürre Zweige, Reisig’,  2Knack, werden zu einem Bündel zusammengebunden, 2: verstr. sw JE1 w ZE, 3: JE1-Pre, WE-Asp, CA-KlRo, 4: vereinz. s CA – Neckreim: In ken is nischt to mken w Bundhols un Stken. Wb-Ak 42.
Lautf.: Bundholt JE1-Pre, vereinz. sw JE1, ZE-Nu, WE-Asp, CA-Me; -holz, -hols vereinz. sw JE1, verstr. w ZE, CA-KlRo, vereinz. s CA.
Burße m. 1a. ‘halbwüchsiger Junge’, auch ‘unverheirateter junger Mann’ 2: Wb-Altm 29, JE2-Bö, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – in Sunndach vorsammelt’n sich de Mäkens bi ne Freundin un de Borschen inne Kneipe JE1-Pre; ... denn kamn oo de junken Bursche derzu, setzten un läten sich nämn de Mächens oo ane Äre (Erde) ... Wäschke 41920,14. – Brauch: Man unterscheidet junge (halbwüchsige) und olde (erwachsene) B. Wb-Altm 29 und 257, Wb-Nharz 35. Durch  bengeln werden die jungen B. im Alter von 18 Jahren (auch 17–20) in die Gemeinschaft der männl. ledigen Erwachsenen aufgenommen, die als wichtiger Träger des dörflichen Brauchtums gelten. verstr. – 1b. auch Dim. Schimpfwort für eine männl. Person (z.T. ohne Bezug auf das Alter), 2: Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. omd. – wrte Purschchn, tich fass ich m noch Wb-Be. – 2. ‘ Kleinknecht’, auch ‘Diener’ 3: vereinz. elbostf., 4: KÖ-GrPa.
Lautf., Gram.: Burße, Bursse verstr. w elbostf. (außer sw); Bu(r)ss Wb-Altm 29; Burssen Pl. vereinz. n elbostf.; Bursche JE2-Bö, HA-Bel Oh, verstr. sw elbostf., DE-Ho; Bursche Pl. Wäschke 41920,14; Pursche, [pure] Wb-Be, KÖ-GrPa; Borschen Akk. Sg. Heimatkalender-Ze 1964,97 (ZE-Ze); Borsche Spr-Asch 9; Borschen Pl. JE1-Pre, Heese 21919,30; porsche Mda-Sti 8; Porschen Pl. Vk-Harz 8,30; Dim.: [purn] Wb-Be; perschchen Mda-Sti 41; barschken Wb-Nharz 21.
Dag m. 1. ‘Zeitraum von 24 Stunden’, auch ‘Zeitraum zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang’ allg. – Gndag Grußformel, Wb-Altm 68; en Dach dass., Sprw-Börde; Dachok dass., Wb-Holzl 73; fr de ‘vor Tagesanbruch’ Wb-Nharz 36; vor Dach un Dau dass., Sprw-Börde; op’n dch ‘gegen 10 oder 11 Uhr’ Wb-Nharz 36; on hellerlichten Da ‘mitten am Tag’ Id-Eilsa 56; in’n Dage ‘im Verlauf des Tages’ Wb-We 25; b Dage ‘vor Eintritt der Nacht’ a.a.O. 25; fonn Dage ‘heute’ Wb-Holzl 73; rster Dge ‘demnächst’ Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); eenes Dores JE1-Pre; (all) mein T ‘mein Lebtag’ Wb-Ak 168; dai Daoch nai’m niu all warra af SA-Dä; d anna Du het erengt (geregnet) JE2-Scho; Bei T mußte das machen, ’n ’md sste doch nischt. Wb-Ak 168; Dag för Dag mußten wei früher naoh Feld ... Ehlies 1960b 297; det Veh war den Dach öwwer uppe Weih JE2-Gü; ... es waor den Dach vorher an orntliches Jewidder jewest. Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sta); ... se liet schon en paar Dae in’ Bedde un hat hellsche Weihdae (Schmerzen). Wedde 1938,72; ... un da vorrzehlte Parta denne, was den Tack ... passiert war. Heese 21919,88; De olle Fährebahne (Pferdebahn) met alle ihre 4 Waarens, die konne det an dän Dach nich schaff’n. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: morgen is k en Dag Wb-We 25; es iss na nich alle D md ‘es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen’ DE-Ca; forgn w de dch ‘schnell verwelken’ Wb-Nharz 36; in’n Dag rin spreken ‘ohne Überlegung sprechen’ Wb-We 25; lewet in’n Dag ‘ist sorglos’ Sprw-Börde; sek en gden dch mken Wb-Nharz 36; hei wolle sek vo’n Dage daun ‘er war so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen wollte’ BA-Re; hei kann nich ut einen Dag in andern kommen ‘er ist arm, unvermögend’ Sprw-Börde; op sne ollen D HA-Oh; sn Daoch sünd tet (gezählt) ‘er lebt nicht mehr lange’ SA-Dä; nu wart’t Dach in de Nachtmütze! Ausruf der Empörung, HA-Oh; Ick häw nist met äm to schaffen as go’n Dag un go’n Weg. ‘Wir grüßen uns nur und haben sonst keinen weiteren Umgang miteinander.’ Bewohner-Altm 1,326; dat is’n Underscht w Dach un Nacht ‘das ist ein großer Unterschied’ HA-Oh; Sprw.: Je länger de Dag, je körter de Faom (Faden). ‘Je länger der Arbeitstag, um so geringer die Leistung.’ Bewohner-Altm 1,326; jed Dag hat sn Plg Wb-We 25; man sall’n Dag nich vorn Aom’md loben WO-Gu; et ist kein Dag in Jahre: hei kümmt ‘jeder Tag kommt zu seiner festgelegten Zeit’ HA-No; Bauernregel: Slat bi Dage achte, wässt dat Gras mit Machte. ‘Wenn die Tage länger werden, wächst das Gras wieder’ GA-Ge; Rätsel: Wat brennt Dach un Nacht und geiht doch nich ut? – Brennettel SA-Gü. – Volksgl.: Bis ins 20. Jh. hinein haben sich Reste der Tagewählerei erhalten, d.h. bestimmte Wochentage werden entweder als Glücks- oder als Unglückstage angesehen, an denen man best. Unternehmungen ausführen bzw. meiden sollte, vgl. die Hinweise bei den einzelnen Artikeln zu den Wochentagen. – 2. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen. – a. in der Verbdg.: d dr kolden Dge 2: vereinz. mittleres JE2, ZE-Ro, 3: HA-Wa. – b. in der Verbdg.: d dr dullen Dge 1: SA-Hen, 2: vereinz. Altm., JE2-Mü. – 3. in der Verbdg.: de still Dog ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften, 2: STE-Klä. – 4. in der Verbdg.: dicken Dag ‘das nichtkirchliche Erntefest’,  Ernekranz, 2: STE-GrMö Schi. – 5. in der Verbdg.: de hilligen Dge ‘Festtage’ 3: Wb-Nharz 79, 4: Mda-Sti 149. – 6. in der Verbdg.: Tag un Nacht PflN ‘Acker-Wachtelweizen’ 2: Wb-Altm 220.
Lautf., Gram.: Sg.: Dag, Dach, [da] verbr. nwaltm. brdb. mittleres/ö elbostf., Klaus 1936,57, Wb-We 25, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa), Mda-Fuhne 34 (DE-Ca); Daj OSCH-Schw; Tag (6.) Wb-Altm 220; Tach, [ta] ZE-Kö, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); Tak, Tack Heimatkalender-Be 1936,154, Richter o.J. 91, Krause 1964,15; Daach, dch verbr. w elbostf.; Tch, tch Mda-Sti 16, Wb-Ak 168; Tahk, Tk Wb-Ak 168, Vk-Anhaltc 150 (DE-De); [dg] verstr. mittleres/ö anhalt.; Daog, Daoch, [d] vereinz. HA, Vk-Ask 147, QUE-Di; [t], [tk] Wb-Be; Dat.: Dage verstr. n/ö elbostf., vereinz. sw elbostf.; Daoge Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Dae, de Wb-Nharz 36, BA-Re; D, d vereinz. w elbostf.; T Wb-Ak 168, Wäschke 61920,13; Pl.: Dage WO-Sa, Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), vereinz. w elbostf., verstr. mittleres/ö elbostf.; tge Mda-Sti 149; Daje STE-Ost; Dare, [d] ZE-Se, BE-KlSchie, Mda-Fuhne 104 (BE-Pei Plö, vereinz. s KÖ w/mittleres DE, ältere Generation, in mittlerer und jüngerer Generation verbr. BE KÖ w DE); Da(o)ge, [dg], [dg] vereinz. s Altm., Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); [d], [d] verstr. s Altm., vereinz. nö elbostf., Mda-Fuhne 104 (verbr. mittleres/ö DE); Daog, Daoch, [d], Doog, Dooch verbr. ö/s nwaltm. w Altm., STE-Klä Wa; [dao] verbr. n nwaltm.; Da’e, [d] JE2-Schl, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. w JE1), vereinz. w elbostf. (außer s GA); Ta’e KÖ-Bre; Daa, [d] verbr. OST n STE, STE-Buch, vereinz. n JE2, verstr. mittleres/s JE2, Mda-nwJe1a 40 (verbr. n JE1), verbr. w elbostf. (außer s GA), verstr. w WA QUE, Mda-Fuhne 104 (verbr. BE KÖ w DE, vor allem ältere Generation, z.T. mittlere Generation); T Wb-Ak 168, Wäschke61915,4; Daoe WO-Mahl Ucht; Dao, [do], [do] STE-Bad, verstr. ö STE, JE2-Scho; [du] JE2-Scho; Daw’n Akk. Bewohner-Altm 1,326.
Danz m. verstr. 1. ‘rhythmische Bewegung nach Musik’, auch ‘Musikstück, zu dem getanzt werden kann’ – ... Polka, ... weil das der leichteste Tanz sinn tut. Heese 21919,12; Do wurrn drei Dänze dräht. JE1-Pre. – Die häufigsten Tänze waren zu Beginn des 20. Jh. Walzer, Polka, Rheinländer und Galopp. HA-Oh, Vk-Anhaltb 62. – 2. ‘Tanzveranstaltung’ – Freilich, hiete is ok noch jeden Senndach Danz in Holte ... Gesch-Un 45; Rda.: d sal k medde n danz ‘er soll auch vorgeladen werden’ Wb-Nharz 37; Sprw.: Vorsch Essen is kn Tans! ‘Unmittelbar vor einer Mahlzeit trinkt man nichts.’ Wb-Ak 169.
Lautf.: Danz, Dans verstr. nd.; Tanz, Tans verstr. anhalt.; tnz Mda-Sti 13; Dim.: Dänseken Wb-Holzl 74; [denzkn] Id-Eilsa 56; [tentsn] Wb-Be; tanzchen Mda-Sti 13.
Darm m. 1. ‘schlauchförmiges Verdauungsorgan bei Menschen und Tieren’, der D. von Schweinen und Rindern wird als Wursthülle verwendet, verstr. – dat Blockschrapels (abgekratzte Fleischreste) stoppt hei in einen Darm WO-Dru; Rda.: ’s jeht’n dinne durch de Darme von einem in Not geratenen Menschen, Vk-Anhaltc 105; hier hat sich woll eener in’n Drm jeschnittn Bemerkung, wenn jmd. einen Darmwind gelassen hat, ZE-Roß; Kinderreim:arm, darm,
wter warm,
schwneken schlachten,
warschtjen mken,
dat sal gn kks.
Wb-Nharz 37.
– 2. Pl. ‘Gedärm, Eingeweide des Schlachtviehs’,  Kaldne, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., JE1-Gra, 3: JE1-Pre.
Lautf., Gram.: Sg.: Darm; außerdem: [tarm] Wb-Be; Darrem OSCH-Di, Wb-We* 205, Wb-Ak 44; Drm Wb-Altm* 51; [drm] ZE-Roß; [dm] Mda-Ar 24; Dërm Wb-Altm 258; [dm] SA-Rist, Volksspr-Altm 93; f.: Darme, darme Wb-We 26, Wb-Nharz 37; Pl.: Därme HA-Oh; Därm, [drm] SA-Ah, vereinz. Altm.; Dä(ä)m, [dm] SA-Rist Roh; [dr] CALV-Je; Darme JE1-Gra Pre, Wb-Ak 44, Vk-Anhaltc 105; Darm(e)n Wb-Holzl 74, HA-Bee; Darreme Wb-Ak 44.
Drehorgel f. wie Standardspr., 3: JE1-Pre, 4: Krause 1964,99.
Lautf.: Drehorjel Krause 1964,99; Dräh- JE1-Pre.
dster Adj. 1. ‘dunkel, finster, ohne Licht’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm. JE2 JE1, verstr. ZE, 3: verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), 4: BA-Ha, verstr. w/mittleres anhalt. – dster wder Wb-Nharz 42; jistorn wret hellisch dstor QUE-Hau; es word schonn langsam dsdor BE-Al; Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; bai Naimoand is bt’n ümma dsta JE2-Scho; ... da roffe laute in’n dustern, schtarnlosen Nachthimmel nuff ... Wäschke 61920,127; ... un störme in dän düstern Flur rin ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); subst.: dai Iu (Eule) röppt in Dstan SA-Dä; wei sitten in’n Dustern CA-Fö; Rda.: So düster ass in’n Sack Wb-Altm 44; subst.: Irren is menschlich, see de Buur to sien Fru, as he in ’n Düstern de Grootdeern küßt harr. Berufe-Altm 251; Sprw.: subst.: in Düstern is jut schnüstern (schmusen, küssen) GA-Bo; In Dustern is god plustern. ‘... kann man unerlaubte Dinge tun.’ Bewohner-Altm 1,329; in distern sind alle Katten grau Sprw-Börde.  dunkel dunker dsterig finster klenrwennacht pechkohlmohrrabenfinster pechrabenschwarz peckswart stickendster stickennacht stick(en)rwendster stockdunkel stockedunker stock(e)dster stock(e)finster stockenacht stockerabenschwarz stockerwendster stock(e)rwennacht zappenduster. – 2. ‘trübe, unrein’, vom Wasser,  glmiget hat e ränt, dat Water is duster 3: OSCH-KlQue. – 3. ‘finster, unfreundlich’, vom Aussehen,  brummig, 1/2/3: verstr. nd. (außer s, dort vereinz.), 4: DE-Or – der seht oaver diester ut JE1-Pre; subst.: nen Düstern maoken STE-Gra.
Lautf., Gram.: düster (nwaltm., n/mittlere Altm. n JE2: [dst]; s Altm. s JE2: [dst]) verbr. nwaltm. nbrdb. n mbrdb. n/w elbostf.; [dsd] SA-Rist; diest(e)r, [dst()r] verbr. mittleres/s JE1, verstr. ZE, OSCH-He, verstr. sw/ö elbostf. (außer n CA, dort nur Mda-Ro); [dst] SA-Al; [dstr] QUE-Hau; duster, [dstr] (nwaltm.: [dst]; anhalt.: [dsdr]) SA-Bee Zie, GA-Rö, JE2-De, vereinz. sö JE2, JE1-Zie, vereinz. mittleres/ö ZE mittleres/ö HA ö OSCH, verstr. ö elbostf. (außer s WO), BA-Ha, verstr. w/mittleres anhalt., DE-Or; Dustern subst. Dat. Sg. vereinz. Altm. (nur in Sprw.), Spr-Asch 42, Wäschke 61920,127; [tstr] Wb-Be.
ndrächt n. 1. ‘Webkante am Stoff’,  1Egge, 2: JE1-Ge Walt, 3: JE1-Pre, verstr. mittleres/s elbostf., 4: BLA-Sti, CA-Sa Schw. – 2. ‘Endstück einer Speckseite’ 3: Wb-Nharz 51, Spr-Asch 41.
Lautf.: Endrecht; außerdem: -trecht vereinz. mittleres/s elbostf., BLA-Sti; Endrech BA-Ho; -dricht CA-Fö; -tricht CA-Löd; -drich CA-Pö; -trich OSCH-KlQue, CA-Pö; Nbf.: Hentrecht JE1-Walt.
1r Possessivpron. verstr. 1. 3. Sg. f. – ... ehr Mann was Muskant west ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); se sol man op ere Kinder oppassen HA-Oh; Anna sat all lange an öhre Spinnkarre un sung ... Rauch 1929,16; Se drähte sich na ihrn Mann rum ... Wäschke 61915,59; zur Umschreibung des Gen.: Ick bin Schulten r. Wb-Altm* 53; dr re fder Wb-Nharz 51; Dr (deren, eigentlich die ihr) Brser (Bruder) is mit mich aus de Schle jekom’m. Wb-Ak 47. – 2. 3. Pl. – ... de Meekens proben öhre witten Danzkleeder ahn ... Lindaua o.J. 137; Dachlöner, di in Sommer öre Arweet be-i de Bure harrn JE2-Gü; de Siejer hämm ähre Preise kricht JE1-Pre; Rda.: Ut änner Lü’ ähr’n Büdel lew’n. ‘von geborgtem Geld leben’ Bewohner-Altm 1,348.
Lautf., Gram.: m. Nom. Sg., n. Nom./Akk. Sg.: ehr, [r] verstr. nwaltm., verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. mittleres/s JE2 w JE1, verbr. mittleres/ö elbostf., verstr. s elbostf. nthür.; ähr, ër, [r] Wb-Altm* 53, SA-Le, vereinz. GA ö Altm. n JE2 JE1, ZE-Ze; äer vereinz. nwaltm., GA-Wiep; [ar] Dialekt-Ma 4 (verstr. mittleres/s JE1); [ai] SA-Dä; öhr, r, äör (nbrdb. [--]) Wb-Altm* 53 und 63, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm. JE2, JE1-Grä Pa, WO-Dru, verbr. w elbostf. (außer sw, dort vereinz.); er SA-Han, vereinz. w Altm., OST-Ga, GA-Dee, HA-Oh; üher WE-Sta; ihr OST-Schm, GA-Mie, JE2-Neu Ste, JE1-Stei Ze, verstr. ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt. ([r]); Umschreibung d. Gen.: re Wb-We* 229, Wb-Nharz 51; re Wb-We* 229; m. Dat./Akk. Sg.: auf -n; f. Nom./Dat./Akk. Sg. und Nom./Akk. Pl.: ehre, re vereinz. ö/s elbostf.; ehr Abergl-Altm 15, vereinz. SA; ähre, [r] JE2-Scho, JE1-Pre; ö(h)re JE2-Gü, Rauch 1929,16, verstr. HA OSCH; oehr Francke 1904,38; öäre Hbl-Ohre 1926 Nr. 6 (CALV-Zo); ere HA-Oh; ihre, re vereinz. anhalt.; Zusammenrückung aus d re ‘deren’: diere, dre, [dr] f. ZE-Roß, vereinz. anhalt.; diehrn n. Dat. Sg. Wäschke 61920,81.