Helgoländer m. ‘Kopfbedeckung der Frauen bei der Ernte’ 3: JE1-Pre, HA-Oh, Vk-Harz 8,73 – sien Mäken hatt in Heljoländer uppesett JE1-Pre.
Heuplacken m. dass. wie  Heuhocke(n), 3: JE1-Pre.
Lautf.: Heiplacken.
Heurp(en) n., m. 1. ‘Seil, mit dem die Heufuhre auf dem Wagen festgezurrt wird’ 1: SA-Dä, 2: JE2-Za, 3: vereinz. HA, OSCH-Ba, WA-Un, WE-Dar – dat Haö- rp is tau leos (locker) SA-Dä. – 2. dass. wie  Heuhocke(n), 3: JE1-Pre.
Lautf.: Heureep JE2-Za; [haörp] SA-Dä; Hoiraip vereinz. HA, OSCH-Ba, WA-Un, WE-Dar; Heireep’n JE1-Pre. – Gram.: n. belegt SA-Dä; m. belegt HA-Ost, OSCH-Ba.
Holtklotz m. 1. ‘großer Holzklotz, auf dem Holz gespalten wird’,  Hackeklotz, 2: vereinz. Altm., JE1-Pa Zi, ZE-Steu, 3: JE1-Pre, HA-Bar, QUE-Su, 4: Wb-Be, KÖ-KlPa. – 2. ‘Holzklotz, der zu Brennholz zerkleinert wird’,  Klotz, 2: vereinz. w Altm., WO-Ro, JE1-Pa, ZE-Steu, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Neu, CA-Zu, DE-Lin. –3. vorw. in der Verbdg.: verwussener Holtklotz ‘verwachsener Holzklotz, der schwer zu spalten ist’,  Knorren, 2: JE2-GrWu, 3: WO-NiDo, WA-KlGe, QUE-GrSchie.
Lautf.: Holtklotz vereinz. Altm., JE1-Pa Zi, verstr. elbostf.; -klott GA-Est; Holzklotz OST-GrRo, QUE-GrSchie, BA-Neu, CA-Zu; -klotsch ZE-Steu, CA-Pö, KÖ-KlPa, DE-Lin, [holtsklot] Wb-Be; Holßklotsch JE1-Pre.
Holtspn m. dass. wie  Holtsplitter 1., 2: JE2-Schl, 3: JE1-Pre, OSCH-Har, 4: BA-Ha.
Lautf.: Holtspoan JE2-Schl; -spaun OSCH-Har; Holzspan BA-Ha; Holßspohn JE1-Pre.
ingrwen Vb. ‘(den unteren Teil von) etw. in eine Vertiefung im Boden bringen und mit Erde bedecken’ 3: JE1-Pre, Lindaub o.J. 26.
Lautf., Gram.: Part. Prät.: innegrabet Lindaub o.J. 26; innejroam JE1-Pre.
Inkpekorf m. ‘(zum Einkauf benutzter) Handkorb’ 3: JE1-Pre.
Lautf.: Inkeepekorf.
insammeln Vb. ‘etw. von einzelnen Personen aushändigen lassen und zusammentragen’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wäschke71913,13 – Vor de Musiker wurre Koken innesammelt, domit se sich ook stark’n kunnt’n. JE1-Pre.
Lautf., Gram.: insammeln HA-Oh, Lindaua o.J. 60; -sammelte 3. Sg. Prät. Wäschke 71913,13; innesammelt Part. Prät. JE1-Pre; Nbff.: insammen Wb-Holzl 110, Wb-Nharz 85; -samm’n WE-Il.
senht m. PflN ‘Echter Sturmhut’ 2: Vk-Anhalta 286 (ZE-Na), 3: JE1-Pre – Volksgl.: Als Gegengift gegen I. soll man eine Fledermaus essen, die von den Wurzeln dieser Pflanze gefressen hat. Vk-Anhalta 286 (ZE-Na).
Johann ohne Genus ’24. Juni’ verstr. – dai Kamö’n (Kamillen) mün’n um Johannich arum plückt w’n SA-Dä; Jhannich mott de Pachte betlt wern HA-Oh; Der Tag gilt als einer der längsten des Jahres: üm Johann blifft ümma schummrich ra msikngjrau JE2-Scho; Rda.: sau lank w de Dch forr Jhannich ‘sehr lang’ HA-Oh; Bauernregel: f Jhannich bitt um Rng, nh kümmt he ungelng SA-Rist. – Brauch: Zu J. wurde nicht gearbeitet (Wb-Altm 264, Volksfeste-Altm 296), z.T. fiel die  Hgelfer auf diesen Tag (Brauch-wAltm 90). Anderenorts wurde bei einem Umzug unter Musikbegleitung die  Johanniskrne durch das Dorf getragen, dies konnte mit einem Heischegang verbunden sein. Volksfeste-Altm 290 (STE-Osth), Brauch-Ma 273f. (STE-Bo, WO-Ol), JE1-Pre, Vk-Anhalta 257 (CA-Zu). Die Krone konnte an der Spitze eines Mastes (Vk-Anhalta 257), einer Tanne (Vk-Harz 8,64) oder der stehen gebliebenen Pfingstmaie (Brauch-Rie 748) befestigt werden. Die Tanne wurde auch mit Esswaren geschmückt (WE-El, BLA-Ta), die Kinder tanzten um die Johanniskrone (BLA-Rü So). Vk-Harz 8,65. Auch Tanzveranstaltungen der Jugend waren üblich. Diese wurden häufig von den Mädchen ausgerichtet (verstr. ZE, verbr. anhalt.)  auch Johannisdanz, Mädchenjohann, Mädchentanz. Nur in der ö Altm. und in JE2 waren  Johannisfer üblich. In Radegast wurde ein Brunnenfest gefeiert, vereinz. wurden von Mitternacht bis spätestens Sonnenaufgang die Brunnen gereinigt (Vk-Anhalta 257). Der Johannistag war Tag des Dienstwechsels für das Gesinde. JE2-Ki, WO-Ba, CA-GrRo, ADVk Nr. 150 (JE1-Gra, BA-Ba). – Volksgl.: Die Nacht des Johannistages eignet sich für Liebesorakel ( auch Johannisnacht). So kann ein Mädchen im Traum den zukünftigen Mann sehen, wenn es zu J. zwischen 11.00 und 12.00 Uhr unter strengstem Stillschweigen neun Arten Blumen sammelt, sie zum Kranz windet und unter ihr Kopfkissen legt. Brauch-Ma 273 (WO-Ol). Den zu J. oder am Vorabend gesammelten Pflanzen wird bes. starke Heilkraft zugeschrieben. Vk-Altm 239, Brauch-wAltm 89f., Vk-Anhalta 257f., Wirth 1928,34. Z.T. ist auch hierfür die Zeit zwischen 11.00 und 12.00 Uhr vorgeschrieben (GA-Wer). Zum Schutz vor Hexen, Unholden und anderem Unheil nagelt man in der Johannisnacht ein Hufeisen auf die Türschwelle, anderenorts bricht man zu J. zwischen 11.00 und 12.00 Uhr Zweige des Faulbaums und hängt sie im Stall auf (DE-Go). Vk-Anhalta 258. Über der Tür befestigt man Eschenzweige, um das Haus zu schützen. Vk-Harz 8,66 (QUE-Ga). Auch die  Johanniskrne (dort ausf.) wird zum Schutz vor versch. Unheil angebracht. Wer zu J. an Blumen riecht, bekommt Blut- oder Nasenkrebs. Brauch-Ma 273 (HA-Sü), Mda-Ohre 360 (GA-Rä). Am Johannistag badet man nicht, weil das Wasser ein Opfer sucht.Vk-Anhalta 257 (ZE-Ze, BA-GrAls, KÖ-Kö, DE-De). Die Flüsse Bode und Holtemme fordern Opfer (Vk-Harz 8,66), ein Tümpel in Neuhaldensleben rief mit menschlicher Stimme nach einem Opfer (Brauch-Ma 273).
Lautf.: [johan] JE2-Scho, Johanni BE-Grö; [johani] SA-Dä Sta, Johannich HA-Oh, Chr-Em 427, WE-Dee; [jhani] SA-Rist; Johannig WE-Oster; [johanij] Nd-Börde § 57; Jhnnije Mda-Sti 127; Jehanne Wb-Ak 77; Jehannig Wb-Altm 264; Jehannich Zauber-Ma 95 (GA-Mie), Wb-Holzl 112, Id-Eilsa 69, QUE-Di. Zus.: Knechte-.