denken Vb. verbr. 1. ‘mit dem Verstand arbeiten, überlegen’ – De Mutter denkt mit sluen Kopp ... Gorges 1938,25; Täuw (warte), du Veihschinner, dick hewwe ick wat te denken in e’gewen. Rauch 1929,99; Sprw.: Wäi Minschen denken un Gott lenkt. Bewohner-Altm 1,350. – 2a. ‘eine bestimmte Gesinnung haben’ – Sprw.: as ick denk und dau, trau ick annern tau SA-Hen. – 2b. ‘eine bestimmte Meinung haben’ – So denkn de Meestn. Krause 1964,43; Rda.: sn Deil denken ‘eine Meinung, die man über etw. hat, nicht aussprechen’ Wb-We 27. – 3. ‘annehmen, glauben, vermuten’ – wr harren sauwat denken soln! Mda-Weg 106; wat der sich so denkt (einbildet), der Affe ZE-Roß; Du moßt nich denken, dat ek alle dat glöwe ... Wedde 1938,43; Rda.: ek denke, mek hat de Affe luset Ausruf der Verwunderung, Wb-We 2; wenn sich jmd. mit ich dachte entschuldigen will, wird erwidert Dachte (Dochte) sin kne Lichte Wb-Ak 44; Sprw.: Denken un Meinen bedrüggt (betrügt) mannigeinen WE-Oster; Denk’n drüggt (trügt), seggt de Foss. Wb-Altm 258; et kummet oftmls anders w’n denket HA-Oh. – 4. ‘bedenken, seine Gedanken auf etw. richten’ – Eck hewwe ok nich dran edacht! (bedacht, etw. zu tun) Klaus 1936,47; Un daderbei dachtese dran wie scheene ’s doch injericht is, dassemer so flink na Halle kommen kunne. Heimatkalender-Be 1936,154. – 5. ‘sich erinnern, gedenken’ – Mien Leew denk eck aan dit Kunzart, ... Firmenich 1854,140 (BA-Ba); ... da mot ick wedder an eine Sache denken ... Gesch-Un 42. – 6. vorw. refl. ‘sich vorstellen’ – “Denkt eich doch mann, uffn Frauendorschen (FlN) ist nich jeheier, da schpukt’s.” Heimatkalender-Ze 1961,89 (ZE-Ze); Rda.: denke ml n Ausdruck der Verwunderung, Wb-Nharz 40; dat denkst’e dik sau HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: denken, [dekn]; außerdem: [tekn] Wb-Be; [dk] Mda-Ar 43; im Prät. und Part. Prät. wie in der Standardspr. Wechsel -nk- > -ch-; tchte 1. Sg. Prät. Mda-Sti 36; im nwaltm. und nbrdb. e-Apokopegebiet 1. Sg. Präs. denk; 1./3. Sg. Prät. dacht.
Drgrden m. 1. ‘Tiergarten, Wildpark’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 39. – 2. FlN, wohl urspr. auch Benennung für eingehegte Weiden, 1: SA-Wa, 2: verstr. Altm., 3: Burghardt 1967,234 (vereinz. WA), BA-Ba.
Lautf.: Dergren HA-Oh; deirgre(n) Wb-Nharz 39.
Donnerwurz f.(?) PflN ‘Kanadisches Berufkraut’ 3: Vk-Anhalta 75 (BA-Ba).
Ddelsackppe f. dass. wie  Ddelsack 1c., 3: BA-Ba.
Lautf.: Tudelsackpiepe.
Dürrkraut n. PflN ‘Kanadisches Berufkraut’ 3: Vk-Anhalta 75 (BA-Ba).
Fl(en)krt n. PflN 1. auch in der Verbdg.: Gelbes Flöhkraut ‘Strauß-Felberich’ 4: vereinz. DE. – 2. ‘Floh-Knöterich’ 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. w anhalt. – 3. ‘Kanadisches Berufkraut’ 3: Vk-Anhalta 75 (BA-Ba). – 4. ‘Melde’ 3: Wb-Holzl 87.
Lautf.: flkrt Wb-Nharz 211; Flöhkraut Vk-Anhalta 75 und 76 (BA-Ba, DE-Go); flkrt Wb-Nharz 211 (BLA-Neu); Fleu- HA-Oh; Flöenkrut Id-Eilsa 61; [flnkrt] QUE-Hau; Fleenkraut, Flen-, [flngraud] vereinz. w anhalt., DE-Ho Or; Fleu(e)nkrut, Floi(e)n- vereinz. w elbostf. (außer sw).
Frter m. 1. ‘gefräßiger Mensch’, abw., 3: vereinz. w elbostf. – Sprw.: en Freter ward nich eborn, de ward e’togen HA-No. – 2. ‘Tier, das frisst’, in Verbdg. mit charakterisierenden Attr., 3: Sprw-Börde, 4: Wb-Ak 61 – guer Freter Sprw-Börde. – 3a. ‘junges, gerade entwöhntes (weibl.) Rind’ 2: GA-Da, 3: QUE-Hau, Vk-Anhaltb 7 (BA-Ba), 4: CA-Ak. – 3b. ‘junges, fleischiges Schwein’, von der Entwöhnung bis zu einem Alter von einem halben Jahr,  Polk, 2: GA-Trü, JE2-Kar, 3: OSCH-Wu.
Lautf.: Freter, Frter HA-No Oh, Sprw-Börde; Fräter, frëter JE2-Kam, vereinz. w elbostf.; Fresser, [fresr] GA-Da Trü, Vk-Anhaltb 7 (BA-Ba), Wb-Ak 61, CA-Ak; [fresr] QUE-Hau.
Gelbe Minze f. PflN ‘Kanadisches Berufkraut’ 3: Vk-Anhalta 75 (BA-Ba).
giften Vb. ‘fein regnen’,  musseln, 3: BA-Ba.
Lautf.: jiften.
Gotteskinder Pl. NeckN für die Bewohner von 1. Gatersleben, 3: QUE-Wed. – 2. Radisleben, 3: BA-Ba.
Lautf.: Gotteskinder, J-.