Ferlock n. 1. ‘Loch im Ofen für das Hineinstecken des Feuerungsmaterials’ – ... kukte un Riekchen ins Feierloch, weilse ummer een Schtickchen nas andere ufläte. 4: Wäschke 61915,9. – 2. ‘offene Feuerstelle’ 1: SA-Die, 3: HA-Oh, OSCH-Grö. – 3. ‘offene Stelle im Eis, in die Eisfläche gebrochenes Loch’, zur Entnahme von Löschwasser,  Wke, 3: CA-Fö, BE-KlMü.
Lautf.: Ferlock, [frlok] SA-Die, HA-Oh; Fier- OSCH-Grö, CA-Fö; -loch BE-KlMü; Feier- Wäschke 61915,9.
Gänseschiepchen n. ‘Gänseküken’,  Gössel, 3: BE-KlMü.
Grumpel f. ‘kleines, brockenförmiges oder klumpiges Teilchen’, bes. als Bodensatz in Flüssigkeiten oder als Rückstand von ausgelassener Butter, 2: ZE-Kö, 3: Vk-Anhaltb 10 (BE-KlMü), 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: [jrumpl] Wb-Be; Pl.: Grumpeln Vk-Anhaltb 10 (BE-KlMü); [jrump] ZE-Kö.
Hacksch m. 1. ‘Eber’ – a. ‘Zuchteber’,  Kempe(n), 2: ZE-Ned, 3: CA-Fö, BE-KlMü, 4: verbr. anhalt. – b. ‘kastrierter Eber’ 4: KÖ-Pro. – c. in der Verbdg.: halwor Hacksch ‘Eber mit eingewachsenen Hoden’,  rkempe, 4: Mda-Fuhne* § 338 (KÖ-Cös Scho). – 2. ‘männl. Hamster’ 3: QUE-GrSchie, BE-Gü He, 4: verbr. BE – d sidsd an Hagsch in Bau BE-Gü. – 3. ‘ Engerling’ 3: vereinz. ö elbostf. – 4. übertr. auf Menschen – a. ‘kräftiger Mensch’, auch iron. ‘kleiner, schwächlicher Mensch’ 3: Wb-Nharz 67. – b. ‘ungeschickter, plumper Mensch’,  Klotz, 2: Wb-Altm 73. – c. ‘unsauberer Mensch’,  Farken, 3: Vk-Ask 237. – d. ‘grober, flegelhafter, unflätiger Mensch’,  Lümmel, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 64, Wb-Be. – e. in der Verbdg.: n jrlichen Hacksch ‘nörgeliger, unzufriedener Mensch’,  segrimm, 2: JE1-Go.
Lautf.: Hacksch, [hak]; außerdem: [hag] verstr. BE, Mda-Fuhne* § 338 (KÖ-Cös Scho). Zus.: zu 3.: Kartoffel-.
Handstock m. ‘Spazierstock’,  Dagstock, 2: OST-Rä, JE1-Flö, 3: JE1-Ran, WA-We, verbr. ö CA, BE-KlMü.
Himmel m. 1. ‘das Himmelsgewölbe’ verstr. – an’n Himmel stt de Stern HA-Oh; Wie se wedder nah Huse jungen …, betreckte sich d’r Himmel, un wie se hinder Silldorp in de Jrund kamen, da word et janz schwart. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); der janze Himmel schteht vull(voller Gewitterwolken) Vk-Anhalta 68; Rda.: von’n Himmel hch de Rippen lank ‘Prügel, Schläge’ HA-Oh; et hat ejoten, wat von Himmel run will ‘es hat heftig geregnet’ OSCH-GrQue; süht’n Himmel vöän Dudelsack an ‘er ist betrunken’,  dn, STE-Ho; hai schall dan Himm fean Diudelsack ansain ‘er soll Prügel bekommen’ SA-Dä; Sprw.: et is noch kein Bem in’n Himmel ewussen HA-Oh; … regenwater vnd alle water, dat dy hemmell gifft … 1433, SchB-Zerbst Nr. 170. – 2. ‘der Erde gegenübergestelltes Jenseits als Aufenthalt Gottes, der Engel, der Seligen’, auch übertr. ‘Schicksal, Vorhersehung’ verstr. – Rda.: Himmel un Äre in Bewejung setten ‘alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um ein Ziel zu erreichen’ Sprw-Börde; in’n Himmel kemen ‘sterben’ HA-Oh; in Ausrufen: Himmel n!; ums Himmels wil’l!; ach d lwer Himmel! Wb-Ak 69; Himmel, rsch un Wolleken CA-Ak. – Volksgl. (Kinderglaube): Kinder kommen aus dem Himmel. Vk-Anhalta 138 (ZE-Nee, BA-Gü, BE-KlMü, KÖ-Ge Wü, DE-Mo). – 3. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 3: HA-Ost. – 4. in der Verbdg.: Himmel un Hölle Spiel der Kinder, bei dem man in bestimmter Weise über eine auf den Boden gezeichnete Figur hüpfen muss,  Humpeln, 3: HA-Bü. – 5. in der Verbdg. Himmo un r (Himmel und Erde) ein Gericht, das aus Kartoffeln und Birnen ohne Fleisch, nur mit ein wenig Speck gekocht wird, 1: SA-Die.
Lautf.: Himm(e)l, [him()l]; außerdem: [himo], [him] verstr. nwaltm.
kl Adj. 1. ‘kahl’ verbr. – kaole Strunk SA-Die; koal sind de Böhm OST-Lo; kaolet Feld ‘leeres Feld’ SA-Die; hat en kaoln Kopp GA-Ro; d Jänsekkng sünd noch s kl unnan Bk JE2-Scho. – 2. ‘ klein’, vgl. Kle, 2: vereinz. n WO w JE1 ZE, 3: verbr. ö elbostf., 4: vereinz. s CA, verbr. BE, DE-Lau – der kaole Junge CA-Eick; ‘n kaoles Mächen CA-Salz; der kle Gustav BE-KlMü; kahle Enten ‘junge Enten’ WA-So; kahles Ei WA-So; an kaohles Perd BE-GrMü; der kaole Bom ‘der kleine Baum’; dat kaole Hus CA-Eick. – 3. ‘armselig’ 1: SA-Ty.
Lautf.: kahl, kl verstr. elbostf., Mda-Sti 16; sonst: kl; außerdem: [gl] verbr. BE; [kal] Mda-Ze (verstr. ZE), [kal] MdasJe1 18 (JE1-Pe Ra).
kippen Vb. 1. ‘sich neigen, in eine Schräglage kommen’, auch ‘umfallen’ verstr. – Paß uf, de Letter kippt! Wb-Ak 88. – 2. ‘den Inhalt durch eine Schräglage ausschütten’ 3: OSCH-Di, 4: CA-Ak, Mda-Sti 159. – 3a. ‘schnell trinken’, auch ‘ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen, sich betrinken’ 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Kippe nich s, trink lanksm! Wb-Ak 88; Rda.: Etliche Rund’n heb’n se all hinder de Binde kippt … Heimatgesch-Bad 50. – 3b. in der Rda.: einen drop kippen ‘einen Handel mit einem Trunk beschließen’,  Wnkp, 3: BE-KlMü. – 4. ‘ein Kind abtreiben’ 2: Wb-Altm 231, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 118, Wb-We 65 – ek hebbe all tweimal ekippet Wb-We 65.
Lautf.: kippen; außerdem: kipp’m Wb-Ak 88, [kip] JE2-Scho, [kípm] ZE-Roß, Wb-Be. Zuss.: zu 1.: wer-; zu 2., 3.: in-.
Knarre f. 1a. ‘ Klapper, mit der das Kleinkind spielt’ 3: Id-Eilsa 73, OSCH-Weg, BA-Ba, BE-KlMü. – 1b. ‘Holzinstrument, mit dem durch Drehbewegungen knarrende Geräusche hervorgebracht werden’ 4: Wb-Be. – 1c. ‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’,  Fpe, 3: OSCH-Weg. – 2. ‘Gewehr’ 3: Wb-Nharz 101, 4: Wb-Be. – 3. ‘nörgelige, unzufriedene Frau’,  segrimm, 4: Wb-Be, Wäschke 71913,60 – Irscht de Pfarre, Denn de Knarre! a.a.O. 60.
Zus.: zu 1a.: Kinder-.
Kohlschmetterling m. dass., 2: JE2-Fi, ZE-Stre, 3: CA-Eick (veralt.) Fe, BE-KlMü.