kmelfrtsch Adj. dass. wie  kme 3., 2: JE2-Gü.
kuscheln Vb. 1. ‘sich anschmiegen, anlehnen’, bes. von kleinen Kindern’,  ankuscheln, vereinz. – 2. ‘rasch hin und her bewegen, wedeln’ – … du müßt moal met dät Hemde kuscheln. 2: JE2-Gü.
Lautf.: kuscheln; außerdem: [ku] ZE-Kö. – Etym.: Dim. zu  kuschen, vgl. Kluge 231995,495. Zus.: sonstiges: in-.
Kuschswn n. dass. wie  Kusch-Kusch 1., 2: verstr. n WO, HA-Sa, JE2-Gü HBe HSe, verstr. JE1 ZE, 3: verstr. elbostf. (außer BLA), 4: BA-Ha Schie Sil, verbr. anhalt.
Lautf.: Kuschswi(e)n WO-Be, vereinz. nw elbostf.; -schwi(e) n, Kuschwien, [kuwn] vereinz. n WO, JE2-Gü HBe, verstr. JE1, ZE-Brä Nu, verstr. elbostf. (außer BLA), BA-Ha Schie; Kuschschwein, Kuschwein, [kuwain] vereinz. n WO, JE2-HSe, verstr. JE1 ZE, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf. (außer BLA), BA-Sil, verbr. anhalt.; [gu()wain] verstr. BE; Kus(s)swi(e)n vereinz. n elbostf.; Kusschwien WO-Ir; Kischschwein ZE-We.
Kusselknen Pl. dass., 2: JE2-Gü HSe, JE1-Da De Ih.
Lautf.: Kusselkienen JE2-HSe, JE1-Da Ih; Kusseln- JE2-Gü; Kusel- JE1-De.
lang 1. Adj. räumlich, verbr. – a. ‘von vergleichsweise großer räumlicher Ausdehnung in einer Richtung’, auch ‘groß, hochgewachsen’, Gegensatz zu kurz – de lanke Strate Id-Eilsa 75; lange Hsen jifft tau’r Konfirmation HA-Oh; dät Schwn het äwwa än lang’n Schtät (Schwanz) JE2-Scho; Rda.: an lankes En’ne ‘ein langer Mensch’ Wb-Ak 102; lanke Here un korten Verstand HA-Oh; je länger je liewer, je dicker je stiewer sowohl auf den menschlichen Körper als auch auf das männl. Glied bezogen, Sprw-Börde; d word de Elle  lenker w der Krm is ‘der Aufwand ist größer als der Nutzen’ Wb-Ak 102; in komparativen Rda.: lank wie ne BohnenstangeVk-Harz 3,45; lank wie ‘n Riethaken a.a.O. 45; sau lank w de Dch for Johannich HA-Oh; lang wie Alekendorp (ON Alikendorf) QUE-Nei; dee is sau lang wi Lewerenzen sien Junge Wb-Holzl 36; wenn hei sau lang wörre wie dumm, könn’e ut’r Dakrenne supen WE-Be; Sprw.: wer lank hat, lätt lank hängen ‘wer viel besitzt, kann sich viel leisten’ Chr-Em 429. – b. ‘eine bestimmte räumliche Ausdehnung in einer Richtung aufweisend’, Gegensatz zu breit, oft mit nachgestellter Maßangabe – n Meter lank QUE-Di; Rda.: subst. an Lankes un Brtes vorzl’l ‘ausführlich reden’ Wb-Ak 102. – 2. Adv. – a. ‘entlang’ verbr. – an de Wand lang Wb-Holzl 132; … immer de Dorfschtraße lenk nunger. Wäschke 61920,27; an’ne Ihle (Flußname) lang wort fröher recht sumpig JE2-Gü; Rda.: scht de Want lank, denne brkeste keine Tapeten HA-Oh. – b. ‘der Länge nach’ verstr. – hei is lang heneschlahn CA-Fö; dee Turrnips (Futterrüben) weerd von dee Frunslüe … affeputzt unn denn tweimal lang dörchesnädden Hbl-Ohre 1928 Nr. 29/Wöhlbier (HA-Eim). – 3. Adj. zeitlich ‘eine bestimmte Zeit andauernd’, bes. ‘sich über einen größeren Zeitraum erstreckend’ verbr. – et is all ne lange Tt her HA-Oh; Rda.: dat hat noch lange Wle ‘das hat noch Zeit’ a.a.O.; Sprw.: je läng’r de Dag, je kört’r de Föäm (Fäden) ‘je länger eine anstrengende Arbeit andauert, desto geringer wird die Leistung’ Spr-Altm 76.
Lautf., Gram.: lang, [la]; außerdem: lank, [lak] vereinz. nwaltm., verbr. n JE2 mbrdb. elbostf. omd.; lng Mda-Sti 9 und 53; [le], [lek] (2.) verbr. ZE anhalt.; Kompar.: länger Sprw-Börde; läng’r Spr-Altm 76; lenger HA-Oh; [ler] ZE-Kö (3.); länker ZE-Roß, QUE-Di; lenker HA-Oh, Wb-Nharz 114, Mda-Sti 9, Wb-Ak 102; [lekr] (1.) ZE-Kö; [legr] BE-Me. Zuss.: zu 1a.: mter-; zu 2b.: länge-; zu 3.: nse-.
Langwgen m. ‘Langbaum, Längsbalken, der Vorder- und Hintergestell des Erntewagens miteinander verbindet’ 1: SA-Dä Zie, 2: SA-Ma, OST-Bi, JE2-Gü Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be.
Lautf.: Langwagen WE-Kö, BLA-Tr; lankwgen Wb-Nharz 114; [lagwaog] SA-Dä; [lakv] SA-Ma Zie, OST-Bi; [-wn] Wb-Be; [-vn] JE2-Gü, vereinz. elbostf.; Lankwah Id-Eilsa 75.
Ledderwgen m. ‘Leiterwagen’ 1: SA-Die Roh, 2: JE2-Gü, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, Mda-Fuhne 22 (DE-Ca), Heese 21919,26 – Die zwei leiterartigen Seitenteile ( 2Ledder 2.) bestehen aus je zwei Längsstangen ( Ledderbm 1b.), die durch mehrere senkrechte Sprossen miteinander verbunden sind. Gebogene Holz- oder Eisenstangen ( Lße), die vom oberen Leiterbaum zur (Hinter-)Achse führen, und/oder  Rungen geben der Wagenleiter seitlich Halt, ausf. vgl. Wgen. Auch ein  Kastenwgen kann zu einem L. umgerüstet werden, indem man einen  Langbm 1. hinzufügt und die Seitenbretter durch Leitern ersetzt. Der L. eignet sich bes. als Erntewagen zum Transport von Getreide und Stroh.
Lautf.: Ledderwane JE2-Gü; [letrwn] Wb-Be; Letterwa’en Heese 21919,26; Letrwn QUE-Di; [letrvn] QUE-Hau; [ledrwn] Mda-Fuhne 22 (DE-Ca); Lärrerwogn SA-Roh; [lerrw] SA-Die; Lai’erwa’en Wb-Holzl 133; Leierwn HA-Oh; leirwgen HA-Bee, Wb-Nharz 116; Leirwahn Id-Eilsa 75.
lren Vb. 1. ‘unterrichten, unterweisen’, vgl. larnen 2., verstr. – hä lehrte mei schriben ZE-Mü; … wei sprä- ket sau, wie wei schriewet un wie uns de Kanter dat elehrt hat. Wedde 1938,59; tich will ichs schonn noch lrn Drohung, Wb-Be; Sprw.: ‘n eln Hunt is slecht bellen te lern HA-Oh. – 2. ‘Kenntnisse, Fertigkeiten erwerben’, auch ‘einen Beruf erlernen’, vgl. larnen 1., 1/2/3: verbr. nd., 4: CA-Brei – d müst schrm lan, süss bliffste dmlich JE2-Scho; dad hew ig in de Schaule nich jelrd BE-He; der Junge lehrte Schuster un de Dirn wor ok nich mehr to Hus JE2-Gü; Lehren wolle nischt, un arbaien wolle ok nich … Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); Sprw.: Un wenn’n sau olt werd wie ne Kauh, man lehrt immer noch tau. Chr-Em 430. – 3. in Verbdg. mit einem Inf. ‘beginnen, anfangen’ – dat fleisch lert rken 3: Mda-Weg 105. – 4. ‘an der  Lre 3. die Furchenbreite des Pflugs einstellen’ 3: BE-Gü, 4: verbr. anhalt. – d mussd en Flch rewwer lorn BE-Gü.
Lautf., Gram.: lehr(e)n, lr(e)n, [lrn] Wb-Altm 126, OST-Pol, JE2-Gü, Siedler-Je Kt. VIII (sö JE1), verstr. ZE elbostf., Mda-Sti 21; lern, [lern] HA-Oh,Id-Eilsa 76, Mda-Weg 105; [ln] SA-Dä, verstr. s Altm., WO-HWa; [ln] verbr. nwaltm. w Altm., vereinz. ö Altm.; [lrn] vereinz. anhalt.; lieren Bewohner-Altm 1,325, OSCH-Di; [lrn] ZE-Kö, vereinz. CA; [lr], [län] Siedler-JeKt. VIII (JE2, nw JE1); [ln] verstr. OST STE, GA-Jer Schw; [ln] STE-Buch, JE2-Scho; [lrn] verbr. anhalt.; Part. Prät.: -- verstr. nwaltm. w Altm., vereinz. ö Altm., JE2-HBe Mö Neu, verbr. mbrdb. elbostf.; -i- verbr. ö Altm. n/mittleres JE2, vereinz. s JE2 ö JE1, JE1-Plö, ZE-Gö, WE-Rho, QUE-Que, CA-GrRo.
lsen Vb. 1. ‘Geschriebenes geistig erfassen’ verbr. – en bauk lsen Wb-Nharz 117; Lis m dn Brf! Wb-Ak 102; … stand in de olle Urkunde, de ik noch’e lest hewwe JE2-Gü. – 2. ‘aufheben, sammeln’ verbr. – ekkern lsen Wb-Nharz 117; Spruch: magst du mei nich lesen, mag ick bei die nich wäsen wird bei der Flachsernte gesagt, wenn Halme liegen bleiben, SA-Rie. – a. ‘Kartoffeln ernten’,  rden, 2: verbr. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – Ich je bei eich mit Kartoffel’l lsen. Wb-Ak 102. – b. ‘Nachlese halten’, auf dem Getreidefeld, 4: Wb-Ak 102.
Lautf.: les(e)n, [lz()n] verbr. Altm., JE2-Gü, verstr. n elbostf., Wb-We 81; läs(e)n, ls(e)n, [lz()n] vereinz. nwaltm., verbr. Altm., Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. s elbostf., Wb-Ak 102, Wb-Be; [lzn] verstr. ö nwaltm.; [lzn] verstr. nwaltm.; [läizn] verstr. w nwaltm.; [laizn] SA-Dä; läasen ZE-Mü; [lazn] Mda-Ze (verstr. ZE); ls’n Mda-Sti 28; [lzn] SA-Ev; leschen Wb-Nharz 117 (WE-De, BLA-Ben); lischen BLA-Ben; löschen WE-Zi. – Gram.: 2./3. Sg. Präs.: list (mit Kürze) SA-Dä, Wb-Altm 126, verstr. elbostf., Mda-Sti 5; Imp. Sg.: lis (mit Kürze) SA-Dä, verstr. elbostf., Mda-Sti 28, Wb-Ak 102; 1. Sg./ Pl. Prät.: Stammvokal abweichend von Standardspr. laus/lausen Wb-Nharz 117; ls Sg. Wb-Altm 126; Part. Prät.: sw. Bildung l s’t (daneben ls’n) Wb-Altm 126; elest JE2-Gü, verstr. elbostf. Zuss.: zu 1.: n-, wer-; zu 2.: n-.
1lwen Vb. 1. ‘am Leben, lebendig sein’ verbr. – dor lwede nich lange DE-Ca; doamals lehude olle Jochen Kröer noch JE2-Gü; ik heff noch lunde Fische in mn Kastn JE2-Scho; Rda.: sauwat lewet nich un krawwelt dochAusruf der Verwunderung, Wb-Holzl 134. – 2. ‘sein Leben in bestimmter Weise verbringen’ verbr. – et lwet sek hr gt Wb-Nharz 115; Rda.: mosst leben un leben laten ‘auch anderen ein Leben nach eigenen Vorstellungen zugestehn’ Sprw-Börde; lben w got in frankreich ‘im Überfluss, Wohlstand leben’ Wb-Nharz 115; lewet wie so’n Graf dass., Vk-Harz 3,46; Sei lewen as’n Katt’ un Hund. ‘Sie vertragen sich nicht.’ Spr-Altm 82. – 3. ‘wohnen’ vereinz. – w lm all (schon) ümmä upm Däpm (Dorf) GA-Schw. – 4. ‘wimmeln, voll sein von sich bewegenden Tieren’ – de dk lwet fon fischen 3: Wb-Nharz 115.
Lautf., Gram.: lewen Spr-Altm 82, verstr. elbostf.; [lv()n] verstr. nö Altm., Mda-Ze (ZE-Roß), [lwd] 3. Sg. Prät. DE-Ca; leben, lben Matthies 1912,30 (STE-Que), Sprw-Börde, Wb-Nharz 115; lehbm QUE-Di, leb’m Wb-We* 223; [lbm] STE-Bö; lewet 3. Sg. Präs. Mda-Weg 105; [lebm] Id-Eilsa 75, [lebm] QUE-Di; [lawn] Mda-Ze (verstr. ZE); [lon] STE-Buch Sa Steg; [lun] STE-Wa; lehude 3. Sg. Prät. JE2-Gü; [lund] Part. Präs. JE2-Scho; leem’n Rauch 1929,9; le’m Wb-Holzl 134; lähm, [lm] vereinz. nwaltm., verbr. mittlere/s Altm., WO-HWa, verstr. anhalt.; [l] vereinz. WO, Wb-Be; [läim] verstr. nwaltm.; lb’n Mda-Sti 46; lieben OSCH-Di.