Buschholt n. dass. wie  Busch 3., 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. w Altm. (außer s Rand), OST-Ga, STE-Wa, JE2-Gü.
Lautf.: Buschholt, [buholt]; außerdem: -hoot, [-ht] verstr. nwaltm.; Busk- SA-Scha Schm.
Bütte f. 1. ‘größeres rundes hölzernes Gefäß’, bes. ‘Fass mit zwei Henkeln’, zu versch. Zwecken gebraucht,  Tubbe(n), 1: SA-Se, 2: Wb-Altm 21, WO-Col, 3: verstr. elbostf. – 2. ‘kleines Holzfässchen für Kienruß’ 2: Wb-Altm 257, 3: vereinz. w elbostf. – 3. ‘hölzernes Gefäß (Fass, Wanne), in dem Wäsche eingeweicht oder gewaschen wird’,  Tubbe(n), 2: JE2-Par Schön, 3: HA-Bo, vereinz. nö QUE, BE-He. – 4. ‘hölzernes Schöpfgefäß mit senkrecht nach oben stehendem Griff’,  Stunz(en), 2: OST-Böm GrHo, JE2-HGö, JE1-Grä, 3: WA-West. – 5. ‘großer, viereckiger Korb mit Schultergurten, der auf dem Rücken getragen wird’, besitzt zwei kurze runde Bügel als Bodenstütze,  Kpe (n.Z.), 3/4: Vk-Unterharza 114. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: JE2-Gü.
Lautf., Gram.: Bütte SA-Se, WO-Col, JE2-Par, vereinz. nö QUE, BE-He; Bütt OST-Böm GrHo, JE2-Gü; Büdde vereinz. w/mittleres elbostf.; Butte vereinz. elbostf., Vk-Unterharza 114; Butt Wb-Altm 257; Budde Wb-Holzl 71; Pütte JE1-Grä; Pütt(e)n m. JE2-HGö Schön; [bidn] m. BE-He; Bödd’n (wohl m.) Wb-Altm 21. – Etym.: es wurden hier versch. mnd. Formen zusammengefasst, die alle auf mlat. butina ‘Gefäß, Bottich’ zurückgehen: bütte ‘Weinfass, Bütte, Wanne, Fässchen’ (HWb-Mnd 1,383), büdde, büddene (a.a.O. 1,364) sowie bde, bdene ‘Bottich, hölzerne Wanne’ (a.a.O. 1,303 und 305), vgl. Kluge 242002,164.
Butze f. 1a. ‘kleiner, abgetrennter Raum, Verschlag, Abteilung’ 3: WO-Ir. – 1b. ‘Winkel, schräger Raum unter der Treppe’ 1: SA-Dä, 3: Wb-We 25, BLA-Brau. – 1c. ‘Bettwinkel, Schlafstelle’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3/4: Vk-Anhalta 14 (BA). – 2a. ‘kleines, dunkles Zimmer’ 3: vereinz. w elbostf. – 2b. ‘Kajüte der Bootsleute im vorderen Teil des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 160 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 160 (CA-Ak), Wb-Ak 43. – 2c. ‘Stube in der Mühle’,  Feise, 1: SA-Han Jü, 2: STE-Buch, JE2-Gü, 3: JE1-Ca Pre. – 3a. ‘aus Brettern errichtete Hütte’, auch ‘kleines, ärmliches Haus’ 2: OST-Sta, STE-Steg, 3: vereinz. elbostf. – 3b. ‘altes, baufälliges Haus’, 1Bde, 1: SA-Han, 2: verstr. s Altm., JE2-Sy, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf. – olle Butze GA-Rä; de Butze fallt balle in HA-Oh.
Lautf.: Butze, [buts]; außerdem: [buds] Elbschifferspr. 160 (alle angegebenen Orte), BE-He; Butz, [buts] vereinz. nwaltm. n/mittlere Altm.
Dag m. 1. ‘Zeitraum von 24 Stunden’, auch ‘Zeitraum zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang’ allg. – Gndag Grußformel, Wb-Altm 68; en Dach dass., Sprw-Börde; Dachok dass., Wb-Holzl 73; fr de ‘vor Tagesanbruch’ Wb-Nharz 36; vor Dach un Dau dass., Sprw-Börde; op’n dch ‘gegen 10 oder 11 Uhr’ Wb-Nharz 36; on hellerlichten Da ‘mitten am Tag’ Id-Eilsa 56; in’n Dage ‘im Verlauf des Tages’ Wb-We 25; b Dage ‘vor Eintritt der Nacht’ a.a.O. 25; fonn Dage ‘heute’ Wb-Holzl 73; rster Dge ‘demnächst’ Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); eenes Dores JE1-Pre; (all) mein T ‘mein Lebtag’ Wb-Ak 168; dai Daoch nai’m niu all warra af SA-Dä; d anna Du het erengt (geregnet) JE2-Scho; Bei T mußte das machen, ’n ’md sste doch nischt. Wb-Ak 168; Dag för Dag mußten wei früher naoh Feld ... Ehlies 1960b 297; det Veh war den Dach öwwer uppe Weih JE2-Gü; ... es waor den Dach vorher an orntliches Jewidder jewest. Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sta); ... se liet schon en paar Dae in’ Bedde un hat hellsche Weihdae (Schmerzen). Wedde 1938,72; ... un da vorrzehlte Parta denne, was den Tack ... passiert war. Heese 21919,88; De olle Fährebahne (Pferdebahn) met alle ihre 4 Waarens, die konne det an dän Dach nich schaff’n. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: morgen is k en Dag Wb-We 25; es iss na nich alle D md ‘es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen’ DE-Ca; forgn w de dch ‘schnell verwelken’ Wb-Nharz 36; in’n Dag rin spreken ‘ohne Überlegung sprechen’ Wb-We 25; lewet in’n Dag ‘ist sorglos’ Sprw-Börde; sek en gden dch mken Wb-Nharz 36; hei wolle sek vo’n Dage daun ‘er war so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen wollte’ BA-Re; hei kann nich ut einen Dag in andern kommen ‘er ist arm, unvermögend’ Sprw-Börde; op sne ollen D HA-Oh; sn Daoch sünd tet (gezählt) ‘er lebt nicht mehr lange’ SA-Dä; nu wart’t Dach in de Nachtmütze! Ausruf der Empörung, HA-Oh; Ick häw nist met äm to schaffen as go’n Dag un go’n Weg. ‘Wir grüßen uns nur und haben sonst keinen weiteren Umgang miteinander.’ Bewohner-Altm 1,326; dat is’n Underscht w Dach un Nacht ‘das ist ein großer Unterschied’ HA-Oh; Sprw.: Je länger de Dag, je körter de Faom (Faden). ‘Je länger der Arbeitstag, um so geringer die Leistung.’ Bewohner-Altm 1,326; jed Dag hat sn Plg Wb-We 25; man sall’n Dag nich vorn Aom’md loben WO-Gu; et ist kein Dag in Jahre: hei kümmt ‘jeder Tag kommt zu seiner festgelegten Zeit’ HA-No; Bauernregel: Slat bi Dage achte, wässt dat Gras mit Machte. ‘Wenn die Tage länger werden, wächst das Gras wieder’ GA-Ge; Rätsel: Wat brennt Dach un Nacht und geiht doch nich ut? – Brennettel SA-Gü. – Volksgl.: Bis ins 20. Jh. hinein haben sich Reste der Tagewählerei erhalten, d.h. bestimmte Wochentage werden entweder als Glücks- oder als Unglückstage angesehen, an denen man best. Unternehmungen ausführen bzw. meiden sollte, vgl. die Hinweise bei den einzelnen Artikeln zu den Wochentagen. – 2. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen. – a. in der Verbdg.: d dr kolden Dge 2: vereinz. mittleres JE2, ZE-Ro, 3: HA-Wa. – b. in der Verbdg.: d dr dullen Dge 1: SA-Hen, 2: vereinz. Altm., JE2-Mü. – 3. in der Verbdg.: de still Dog ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften, 2: STE-Klä. – 4. in der Verbdg.: dicken Dag ‘das nichtkirchliche Erntefest’,  Ernekranz, 2: STE-GrMö Schi. – 5. in der Verbdg.: de hilligen Dge ‘Festtage’ 3: Wb-Nharz 79, 4: Mda-Sti 149. – 6. in der Verbdg.: Tag un Nacht PflN ‘Acker-Wachtelweizen’ 2: Wb-Altm 220.
Lautf., Gram.: Sg.: Dag, Dach, [da] verbr. nwaltm. brdb. mittleres/ö elbostf., Klaus 1936,57, Wb-We 25, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa), Mda-Fuhne 34 (DE-Ca); Daj OSCH-Schw; Tag (6.) Wb-Altm 220; Tach, [ta] ZE-Kö, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); Tak, Tack Heimatkalender-Be 1936,154, Richter o.J. 91, Krause 1964,15; Daach, dch verbr. w elbostf.; Tch, tch Mda-Sti 16, Wb-Ak 168; Tahk, Tk Wb-Ak 168, Vk-Anhaltc 150 (DE-De); [dg] verstr. mittleres/ö anhalt.; Daog, Daoch, [d] vereinz. HA, Vk-Ask 147, QUE-Di; [t], [tk] Wb-Be; Dat.: Dage verstr. n/ö elbostf., vereinz. sw elbostf.; Daoge Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Dae, de Wb-Nharz 36, BA-Re; D, d vereinz. w elbostf.; T Wb-Ak 168, Wäschke 61920,13; Pl.: Dage WO-Sa, Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), vereinz. w elbostf., verstr. mittleres/ö elbostf.; tge Mda-Sti 149; Daje STE-Ost; Dare, [d] ZE-Se, BE-KlSchie, Mda-Fuhne 104 (BE-Pei Plö, vereinz. s KÖ w/mittleres DE, ältere Generation, in mittlerer und jüngerer Generation verbr. BE KÖ w DE); Da(o)ge, [dg], [dg] vereinz. s Altm., Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); [d], [d] verstr. s Altm., vereinz. nö elbostf., Mda-Fuhne 104 (verbr. mittleres/ö DE); Daog, Daoch, [d], Doog, Dooch verbr. ö/s nwaltm. w Altm., STE-Klä Wa; [dao] verbr. n nwaltm.; Da’e, [d] JE2-Schl, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. w JE1), vereinz. w elbostf. (außer s GA); Ta’e KÖ-Bre; Daa, [d] verbr. OST n STE, STE-Buch, vereinz. n JE2, verstr. mittleres/s JE2, Mda-nwJe1a 40 (verbr. n JE1), verbr. w elbostf. (außer s GA), verstr. w WA QUE, Mda-Fuhne 104 (verbr. BE KÖ w DE, vor allem ältere Generation, z.T. mittlere Generation); T Wb-Ak 168, Wäschke61915,4; Daoe WO-Mahl Ucht; Dao, [do], [do] STE-Bad, verstr. ö STE, JE2-Scho; [du] JE2-Scho; Daw’n Akk. Bewohner-Altm 1,326.
Dgelner m. ‘im  Dgeln stehender Landarbeiter, Tagelöhner’ 1: SA-Dä Rist, 2: vereinz. s JE2, verstr. mittleres/s JE1, vereinz. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: Wb-Be – de Dahlöhner worn in Sommer bei de Bure in Arbeit un in’n Winter jingen se nah de Forscht ... JE2-Gü.
Lautf., Gram.: Dagelöhner, Dgelner vereinz. w elbostf.; Dagelöhners Pl. Lindaua o.J. 9; -löönder, Dgelnder Wb-Holzl 73, HA-Ost; -lender HA-Oh; -lner Pl. Mda-Harz 13 (OSCH-Har); dgelnder Wb-Nharz 36; Dgelndersch, dge- Pl. a.a.O. 36, Mda-Harz 15 (BLA-Be); Djelnder WE-Zi; [telndr] Wb-Be; [dln] SA-Rist; D’elener Wb-We* 204; Ta-eleener ZE-Lu; Dalöhner Pl. JE2-Gü; Dachlner, [dalnr] vereinz. elbostf.; Daglöhnder, Dachlnder Heimatkalender-Ma 1930,84 (JE2-Vie), WE-Dar Strö; [dalnnr, -lr] Mda-nwJe1a 43 (JE1-Ger), Mda-sJe1 10/Dialekt-Ma 7 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor Göd); [-loin] SA-Dä; Dchlner WE-Wa, Wb-We* 204; dlenr Id-Eilsa 56; dchlnder Wb-Nharz 36.
dmls Adv. wie Standardspr., 2: vereinz. nbrdb., JE2-Gü, Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. omd. – Awer damals, so vor dreißij Jahren, da wußte noch kein Mensch wat von Radio. Gesch-Un 45.
Lautf.: da(a)ma(a)ls Bewohner-Altm 2,104, Heimatkalender-Ze 1962,89 (ZE-Ze), vereinz. elbostf., Krause 1964,40; daoma(o)ls Francke 1904,10, vereinz. JE2, Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); dmls Mda-Sti 24.
d(r) I. Adv. verbr. – 1. räumlich – a. ‘an dieser Stelle, dort’ – ’t wass väöl Minschheit dao Wb-Altm 137; Doa sitt’n groten swatten Koater. Bewohner-Altm 2,159; d fld anne Hornsge BE-GrWi; Äppel un Walnötte, Eierplumen un Beerenbratjen, Honnigkauken un Zuckerkannig – ick fund da immer wat te präpeln (essen)! Lindauc o.J. 43; De jreeßte Anßiehunk waar imm’r daa, wo de Fähre vorjefiehrt wurr’n ... Heimatkalender-Ze 1962,91 (ZE-Ze); Rda.: da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung’ ZE-Roß; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No; Reim:Hinner uns Hus, dao geiht to Kehr,
as wenn Hochtiet un Kinndöp wär.
SA-NFe;
in Verbdg. mit Lokaladverbien: d jänt ‘dort drüben’ STE-Schi; ... ne Nachtigall, da boben in’n Beerboom! Rauch 1929,55; Da draußen sinn nuh de Jungens in de Ferien oh mah jewäst ... Heese 21919,7; in Verbdg. mit einem Relativ- oder Demonstrativpron.: d d nischt hebn, dat sint grde de schlimsten Wb-Nharz 36; düsse d sünt et e’ west HA-Oh. – b. ‘hier’ – de Fder is all d HA-Oh; Un Max was ümmer noa ’n nich doa. Matthies 1903,42; De andern waren mit’n Kutschwa’n da, ... Wedde 1938,32; in Ausrufen oder Aufforderungen, z.T. verbunden mit einer Geste des Anbietens oder Überreichens, dann häufig mit Kurzvokal: da hastet Id-Eilsa 97; da, nimm hen! HA-Oh; ta, da lie’t et HA-Bee; da, et rnt Wb-Nharz 36; D, knippere m, ich kre’s Pakt nich uf! Wb-Ak 93; Rda.: t hastn Kitt Ausruf der Verärgerung, Wb-Be. – c. in Verbdg. mit sn ‘anwesend, vorhanden, zur Stelle sein’ – et is naug da, et langt hen CA-Fö; denn sinn se alle d gewest ZE-KlLei; “Na”, jriente dor Harr Amtsrichter, “wänn die Harrschaften da sinn, kann ick je de Sitzung areffnen.” Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); ... weil nich ville Gras doa woar ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Von düsser Kaste waren ... noch twei utgewussene Exemplare da. Klaus 1936,7; Sprw.: Wenn Öäl up de Lamp’ is, is wä’rr keen Dächt (Docht) dao. Bewohner-Altm 1,348. – 2. zeitlich – a. ‘zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick’ – Ertüffeln hem’se jo do kaum all ekennt JE2-Gü; Middewoche nh Pingesten d worrn Eier un Kuke un alles denn so desammegeholt. ZE-KlLei; umme sesse d kimmete noch nich Wb-Nharz 36; Awer vorr fufzig, sechzig Jahern, da war de Fastelabend jo doch noch en betchen anderscht nah oelder Mode feuert. Vk-Harz 8,30; Verbdg.: Hei jung noch hier un da (ab und zu) in’n Buernhoff tau sine olen Schulfrünne ... Lindauc o.J. 19; als fester Bestandteil in Sagwörtern: Aller Anfang is swar, seggt de Dew, da slep’r ’n Möhlensteen weg. dass., Spr-Altm 88; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ’n Pup Sprw-Harzvorld 399; hier herrscht Ordnung, sä de Fru, da lag de Kamm op de Botter QUE-Nei. – b. ‘plötzlich’ – Da – op en Male sejjt et: “Stop”! Gorges 1938,76. – c. ‘dann, darauf(hin)’ – h het mik antickt un d heff ik an Schreck krgng JE2-Scho; Da lachtnse denn alle, o Finzel, – awwer Vetter Wewer arjerte sich heemlinge. Wäschke 61920,153; de Schape harren awer kaum ’n paar Snuten enohmen, da waren all dee Hunne rann unn harren se an de Hinderbeine. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/ Wöhlbier (HA-Eim). – 3. modal ‘in solchem Fall, in dieser Hinsicht, unter diesen Umständen’ – “Dar häst du recht”, sä’ Hinnerk, ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Da hadden mor je denn oh jelei n Richtijen derwischt. Heese 21919,11; Da kann de Minsche wedder spüren, Wudrop de Müse spekelieren ... Gorges 1938,61; Da brauch mor sich jarnich anzuschtrengn. Krause 1964,23; d bin ek j noch ristiger Wb-Nharz 36; Rda.: da kann et eime angest un bange wern CA-Fö; da kamm’er je de Kränke kreienAusruf des Unmuts, Spr-Anhalt 169; Sprw.: köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; Volksgl.: mich krawweltet so in de linke Hand, da werick woll noch Jeld krien ZE-Roß. – 4a. satzeinleitend, ohne eigentliche Bedeutung, wie ‘es’ – Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; Da wurrn denn n Amnt inne Pfarrküche de Amntbusuche ummer kortscher ... Wäschke 61915,4; Rda.: dao hat all wedder ener n Löppel weggelegt ‘da ist wieder jmd. gestorben’ JE1-HWa. – 4b. verstärkend – Dä hat unsch da eine int Hus rinesett ... Klaus 1936,26; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 5. als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung, oft abgeschwächt zu (de)r - an ( dran): de Pahl is awwe, da mott ’ne Anschrah an! HA-Bee; de Minsche woll’er ok nich ran Wb-Holzl 73; ... ann deen groten Garen ... da grenzen twei grote Burhöwwe an. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); b ( drb): da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee; fr ( drfr): ek kan der nischt fr Wb-Nharz 37; hinder ( drhinder): ek will er woll hinner komen Wb-We 35; in ( drin): Brahpannen, wer se kriejen kann, Da sall de Bäcker t’ Fleisch in braan. Gorges 1938,40; mit ( drmit): da is kein Spßen midde HA-Oh; Reim:De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Brauch-wAltm 73;
n ( drn): Rda.: ... da steiht dick de Lecker na ‘darauf hast du Appetit’ Chr-Em 430; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; t ( drt): ile Brot und da nist tau WE-Velt; Rda.: d hat hei keine Oren tau ‘das will er nicht hören’ Wb-We 96; up ( drup): dao sall use Fritze oppe danzen goan. GA-Eick; t ( drt): un dat kann’n dat nich anseihn, wat da mal ute makt wern sall! Rauch 1929,91; von ( drvon): ik heww’er (habe da) doch nist fonn Wb-Holzl 73; Rda.: Datt iss’n Hochtd dao de Katt hinnern Fürhrd nicks van wt ‘eine kleine Hochzeit’ Wb-Altm** 46. – II. Konj. vereinz. – 1. kausal ‘weil’ – d sei fon Tlen schprken: ek sal sei säin, dat ... Wb-Nharz 36. – 2. zeitlich ‘als’ – d ek d sau schtunt, sach ek ... a.a.O. 36.
Lautf.: betont: dar, dr Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), vereinz. elbostf.; daor Wb-Altm 32; unbetont oder als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung (I.5.): der verstr. elbostf.; dor, [dor] Winter-Altm 74, CA-Ak; ’er oder ’r verstr. elbostf.; betont: da(a), [d] vereinz. ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dao, doa, [d], [d] verbr. ö/s nwaltm. nbrdb., ZE-KlLei Roß, vereinz. elbostf., verstr. s CA BE, DE-Ca; [t] Wb-Be; do, [d] SA-Die, vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. nthür., CA-Löd; doa, [da], [da] verstr. mbrdb.; [dao] verstr. n/w nwaltm.; in Ausrufen oder Aufforderungen (I.1b.): da, [da] vereinz. elbostf., CA-Ak; ta, [ta] verstr. w elbostf.; [t] Wb-Be. – Etym.: es wurden hier versch. Wörter zusammengefasst, die sich lautlich und semantisch überschneiden: mnd. sind dr und dre bereits vielfach nicht geschieden und haben sowohl räumliche (‘da, dort, dorthin’) als auch zeitliche (‘als, damals als’) Bed. Daneben steht zeitliches mnd. d mit den Bed. ‘da, damals, damals als, wenn’, vgl. HWb-Mnd 1,396 f. und 1,435.
drggen Adv. 1. ‘in Richtung auf eine Stelle, einen Ort/Gegenstand’ 2: JE2-Gü, 3: vereinz. elbostf., 4: Krause 1964,59 – ... un det Korn do jän’ne schüppt JE2-Gü. – 2. ‘gegen diese Sache/Angelegenheit’, auch als Abwehr gegen etw., 2: Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Ick bün nich derrgegen. Lindaua o.J. 50; ... un wet’n allerhand Middel dogäin ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi). – 3. dass. wie  drfr 5., 2: Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Krause 1964,17 – Was for ne Wohltat war dadorjejn de vorletzte Etappe ... a.a.O. 17.
Lautf.: derrgegen Lindaua o.J. 50; derjejen, -jjen vereinz. w elbostf., Richter o.J. 89; [trjjn] Wb-Be; dorrjej(e)n Heese 21919,52, Krause 1964,59; drjjen HA-Oh; dajeejen, -jjen vereinz. HA OSCH; dogäin Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); do jän’n(e) JE2-Gü; Erweiterung mit d: daderjejen Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze); -dor(r)jej(e)n Heese 21919,43, Krause 1964,17.
drt Adv. verstr. (außer JE1). 1. ‘zu dieser Sache/diesem Vorgang hinzu’ – dicke Melk met’n Stücke Brot dotu JE2-Gü; ... wille we nich ne Tasse Kaffee dartau drinken? Wedde 1938,47; Zuss.: ... nu kümmt de Klaukheit ok mit dertau ... Rauch 1929,6; Sprw.: man wart sau olt wie ne Kau un lehrt ümmer noch dertau Sprw-Eils 39. – 2. ‘zu dieser Sache/Angelegenheit, hinsichtlich dieser Sache/Angelegenheit’ – datau kann ick nischt seggen Sprw-Börde; daderzu bin ich jarnich abjeneicht ZE-Roß; ... un ick weet män gaornich, wo sei daoto (zu dieser Meinung) kaom’ don. Pohlmann 1905 ff.,121. – 3. ‘außerdem, überdies’ – ... hä hadde tanzen jelarnt, un noch derzu bein Ballettmeester Fricke aus Dessau ... Wäschke 61915,67. – 4. ‘zu diesem Zweck, dafür’ – dtau hewwe ik dat nich e’ mket HA-Oh; ... de Landdagswoahl; Doato was d’ ganz Gemein’ to Stäh ... Matthies 1903,54; Sprw.: Wer’n Hund hang’n will, findt ok’n Strick dato. Spr-Altm 82.
Lautf.: darto SA-NFe; -tau Wedde 1938,47, Vk-Anhaltb 77 (BA-Ba); -tue Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie); daort Wb-Altm 32; dertau verstr. elbostf.; -zu vereinz. anhalt.; [trts] Wb-Be; dortau Lindaua o.J. 107; dor(r)zu Wb-Ak 49, Heese 21919,93; dr-, d’rßu Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Spr-Asch 41, Serimunt 1929 Nr. 46; dato, [dto] vereinz. nbrdb.; -tau Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), verstr. elbostf.; daoto, doa- vereinz. Altm.; [dtau] Lautdenkmal 1937 (WA-KlOsch), QUE-Di; doatu Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); do- JE2-Gü; dzu Mda-Sti 24; Erweiterung mit d: daderzu ZE-Roß, Richter o.J. 5; -dorzu Krause 1964,119.
Dl(en)wand f. ‘halbhohe Wand, die in der Scheune die Tenne von der Banse trennt’,  Bslag, 1: SA-Bre, 2: JE2-Gü, JE1-Ma 3: WA-KlWa.
Lautf.: Dälenwand WA-KlWa; Deälen- JE1-Ma; Dähl- SA-Bre, JE2-Gü.