Drüdd(en)swengel m. 1. ‘Querholz am Fuhrwerk zur Befestigung der Ortscheite für drei Pferde’ 4: BE-Me Sa. – 2. ‘Ortscheit für ein drittes Pferd’ 3: Wb-Nharz 46.
Lautf.: drinschwengel Wb-Nharz 46; [dridwel] BE-Me Sa.
Ddelsack m. 1a. wie Standardspr., 1: SA-Dä Ku, 2: vereinz. Altm., JE1-Mö, 3: vereinz. elbostf., 4: Spr-Anhalt 167 – Rda.: kiekt wie’n Dudelsack ‘schaut finster, unfreundlich’ JE1-Mö; Häi süht’n Himmel för’n Dudelsack an. ‘Er ist betrunken.’,  dn, Bewohner-Altm 1,329; er macht sich aus der Welt keinen Dudelsack ‘er ist sorglos’ Spr-Anhalt 167. – 1b. ‘Ziehharmonika’,  Treckebdel, 1: SA-Han Ty. – 1c. ‘aus einem Weidenzweig gefertigte Flöte’, gibt einen quäkenden Ton von sich,  Fpe, 2: vereinz. ZE, 4: Wb-Ak 48, Vk-Anhaltb 75 (BE-Me) – Bastlösereim:Kloppe, kloppe Miete,
wie geel is die Piepe,
wie geel is der Dudelsack,
un die Piepe, die muß ab.
a.a.O. 75 (BE-Me).
– 2. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gerste und Hafer’, scherzh.,  Hwertog, 3: CA-Salz.
Lautf.: Dud(e)lsack; außerdem: D’l- Wb-Ak 48; [diudlzak] SA-Dä.
rstlich Adv. ‘erstens’ 2: Matthies 1903,32, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 52, 4: BE-Me.
Lautf.: erstlich Matthies 1903,32; erst- HA-Oh; rscht- Wb-Nharz 52; [rdli] BE-Me.
Etter m. 1. ‘gelbliche Flüssigkeitsabsonderung bei Entzündungen, Eiter’ verbr. – int Jeschwa is Aita JE2-Scho; Mensch, hasde d Aidor drinne BE-Me. – 2. ‘trockener Schleim in den Augenwinkeln’,  Klter, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. w Altm., vereinz. ö Altm., JE1-Mö Stei.  2Jux Matrige Sucht Unrt.
Lautf.: Formen mit Kurzvokal vielfach veralt.: Etter, [etr] (nwaltm., n/mittlere Altm.: [et], s Altm., JE2: [et]) verstr. nwaltm. brdb. nw elbostf., WO-Gu, verstr. OSCH, WE-Rho, CA-Bie, Wb-Ak 53; Edder (nwaltm., n/mittlere Altm.: [ed]) verstr. nwaltm. n/w Altm., vereinz. sö Altm. w elbostf. (außer sw); Errer OST-Fle; Ätter vereinz. Altm., JE2-Kam KlWul, ZE-Gö, WO-Je, HA-Hu; Ädder SA-Wa, vereinz. Altm.; Eiter (nwaltm., n/mittlere Altm.: [ait, aet], s Altm., JE2: [ait, aet], anhalt.: [aidr]) verstr. nd., verbr. omd.; Eider (nwaltm., n/mittlere Altm.: [aid], s Altm.: [aid]) SA-HDo HLa, vereinz. Altm.; Ater WE-Lü, vereinz. QUE, BA-Ho; Iter ZE-Dü; Itert ZE-Ro; Ider STE-Da, ZE-Kö, QUE-St; I-er SA-Thür. – Gram.: m.; außerdem: n. belegt SA-Dä, CA-Me.
1facken Vb. 1. ‘ Facke spielen’ 4: DE-Ca Je. – 2. ‘mit fünf Steinen (oder Knochen) spielen, die in die Luft geworfen und dann wieder aufgefangen werden müssen’, veralt., 3: Mda-Weg 123, 4: BE-Me. – 3. ‘schlagen, ohrfeigen’,  verhauen, 3: BE-Gü, 4: KÖ-Kö, DE-Lau.
Lautf.: facken; außerdem: [fagn] vereinz. anhalt.
Falle f. 1. ‘Vorrichtung zum Fang von Tieren’, auch übertr. ‘Hinterhalt’ 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – de Falle opstellen HA-Oh. – 2. ‘Bett’,  Bedde, 2: STE-Ba, JE2-See, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 54, Wb-Be – Marsch, inne Falle! Wb-Ak 54. – 3. dass. wie  Fallbutze, 3: WA-Ble Bo, Spr-Asch 39, 4: BE-Me.
Falllock n. ‘steil nach unten führender Gang in einem Hamsterbau’ 3: vereinz. elbostf., 4: BE-Me – dee andere Art gaht grade dal in dee Eere, datt sünd den Hamster siene Fallöcker, da lett’e sick drinne dal fallen, wenn hei in Not kümmt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf., Gram.: Fal(l)lock vereinz. elbostf.; -löcker Pl. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); [fallo] BE-Me.
Fudderlde f. 1. dass. wie  Fudderkasten, 2: JE2-Gü, Bauernwelt-Ze, 3: HA-Bee Oh, QUE-Hau, 4: BA-Ha, BE-Me. – 2. ‘Gerät zum Schneiden von Häcksel’ 2: Wb-Altm* 71, 3: WO-Ma.
Lautf.: Fudd’rlaod Wb-Altm* 71; Fudderloai JE2-Gü; Furrerloare Bauernwelt-Ze; Futterlade BA-Ha; -lahe WO-Ma; -la, -l HA-Bee Oh; [futrld] QUE-Hau; [fudr-] BE-Me.
fl Adj. 1a. ‘in Verwesung übergegangen, verrottet, verdorben’, auch in FlN, verbr. – en fl Käse Wb-We 160; dä Kartuffeln sünd all ful HA-Bee; ... socht Köppken seß Wochen de fulen Eier ut Mudder öhr Schapp. Lindaub o.J. 26; Sprw.: der beste Appel word ok ful ‘auch einem umsichtigen Menschen kann ein Fehler unterlaufen’ Sprw-Börde; n’ fl Ei fordarwet ’n ganzen Brei HA-Oh. – 1b. ‘ morsch, brüchig, leicht zerfallend’, bes. von Holz, das zu faulen beginnt, verstr. – fulet Holt JE2-Red. – 2. ‘an Wassersucht leidend’, von Tieren, 2: Wb-Altm* 53. – 3. ‘arbeitsscheu, bequem, träge’ verbr. – De Kohdirn de was ook nich ful ... Pohlmann 1905,86; Rda.: hai lecht sick opp de fule Halwe ‘er faulenzt’ Wb-Holzl 93; uf te faule Prnhaut len Wb-Be; sek fle dge mken Wb-Nharz 220; ful wie der Schaper Sprw-Börde; fl w’n sel Wb-Nharz 52; Er ist faul wie der Mist. Spr-Anhalt 169; ful wie Galgenholt sien Sprw-Eils 38; fl w de Sünne HA-Oh; Sprw.: Morjen, morjen, nur nich hiede, seggen alle fulen Liede. WO-Zie; Ful Ossen leg’n sick nich gärn henn, de gröwwelt (graut) vör’t Upstaohn. Bewohner-Altm 1,354; subst.: De Fl dröggt sick dd, de Flitig rönnt sick dd. Wb-Altm 276; eh de Fule zweimal jeiht, trächte dat’n de Buk weih deit BA-Ali; geiht de Sunne na Westen, arbeien de Fulen am besten Sprw-Börde; et Nachts mit de Uhlen, röht (regen) sek alle Fuhlen WE-Dar. – 4. subst. ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: JE2-Wa, JE1-Ka, 3: vereinz. n/mittleres elbostf. n CA, 4: BE-Me Ra.
Lautf.: fu(u)l, fl verstr. ö/s nwaltm., verbr. brdb. elbostf. nthür.; [fo] SA-Ku Pü; [fiu], [fiuo] verbr. nwaltm.; faul ZE-Roß Steu, verbr. anhalt.
Geschlabbere n. ‘ständiges, nichtiges Gerede, Geschwätz’,  Quassel, 3: BA-Re, 4: BE-Me, KÖ-Kö.
Lautf.: Geschlawwere, J-.