Knuppkgel f. ‘kleine Spielkugel aus Ton’,  Marmel, 3: verstr. sw elbostf., 4: BE-Me.
Lautf., Gram.: knupkugel Wb-Nharz 103 (BLA-Bö Ha, QUE-West); knuppkugeln Pl. BLA-Ta Wie; Knupkueln Pl. WE-Strö; [gnubgl] BE-Me.
krsch Adj. ‘wählerisch’, bes. ‘wählerisch im Essen’,  kme (Kt.), 2: Wb-Altm 98, 3: Wb-Holzl 125 (HA-Oh), OSCH-NWe, Mda-Weg 102, Wb-We 73, WE-Weh, verstr. QUE BA, 4: Mda-Sti 157, BE-Me Sa – Zicken sind kersch Spr-Asch 44.
Lautf.: köörsch, krsch Wb-Holzl 125 (HA-Oh), Wb-We 73, WE-Weh, Id-Queb 5; käörsch Wb-Altm 98; ke(e)rsch OSCH-NWe, verstr. QUE BA, Mda-Sti 157; [gr] BE-Me Sa; kersch Mda-Weg 102, QUE-Di. Zus.: in-.
Krauchloch n. 1. dass. wie  Krauche, 4: BE-Me. – 2. ‘neugierige Frau, die den Nachbarn Besuche abstattet, um Neuigkeiten zu erfahren’ 2: ZE-Hu.
Lautf.: Krauchloch ZE-Hu; [graulo] BE-Me.
kribbeln Vb. 1. ‘krabbeln, kriechen’, bes. ‘wimmeln, sich lebhaft durcheinander bewegen’, von einer Vielzahl von kleinen Tieren, 2: Wb-Altm 116, STE-Wa, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 96, Wb-Ak 98 – Rda.: dat kribbelt un wiwwelt Wb-Altm 116. – 2. ‘von Juckreiz befallen sein, Juckreiz verspüren’, bes. in der Nase, auch ‘ein prickelndes Gefühl auf der Haut verspüren’, bes. bei Kälte, verstr. – das griwweld in de Nse BE-Me.  bten 2grlen jken 2ketteln kkeln krabbeln kraulen krmeln krmen krimmeln krinseln 1krseln 2nseln 1nsen prickeln tn trecken; Subst.: Nsejken Nsekrinseln. – 3. ‘böse, verärgert, trotzig sein, schmollen’,  tückschen, 2: Wb-Altm 116, STE-Ho Wa, 3: Id-Queb 6.
Lautf.: kribbeln, [kribln] SA-Le, verstr. brdb. elbostf., vereinz. omd.; kriwweln, [kriwln] SA-Ah Ku Sa, WO-Ro, ZE-Roß, vereinz. n/mittleres elbostf., verstr. s elbostf., vereinz. omd.; kriwwel’l, [kriw] JE1-Ca, ZE-Roß, Wb-Ak 98; kriwwan, [kriwan] vereinz. nwaltm.; [kriwn] SA-Dä; griwweln, [griw] vereinz. anhalt.; jriwweln BE-Grö; krippeln SA-Darn, vereinz. ö Altm.; krebbeln, krewweln vereinz. elbostf.; kräbbeln GA-Mie; kräwweln, [krvln] Id-Eilsa 74, BA-Ha. – Etym.: zu mnd. krvelen, krveln ‘kribbeln, jucken, schaudern’, vgl. HWb-Mnd 2,669, mhd. kribeln ‘kribbeln, kitzeln’, vgl. HWb-Mhd 1,1724.
Kuppe f. 1. ‘rundlicher oberer Teil, Spitze’ – a. eines Berges, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 167. – b. eines Fingers, 2: verstr. JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 100, Wb-Be – sik de Kuppe afsnn HA-Oh. – c. eines Baumes, 3: Wb-Nharz 111, 4: BE-Dro. – 2. ‘hochragendes Federbüschel am Kopf von Vögeln’,  Noll(e), 2: JE1-Ge La Walt, ZE-Bra Stre, 3: BA-Re, CA-GrRo KlRo, 4: CA-Lö, BE-Me, verstr. KÖ, DE-Grie Ho. – 3. ‘über den Rand eines Korbes Hinausragendes’ 4: Wb-Ak 100.
Lautf.: Kuppe, kuppe, [kup] Mda-nwJe1b 67 (verstr. nw JE1), vereinz. elbostf., Mda-Sti 167, Wb-Be, BE-Dro, KÖ-KlWü; Kubbe BA-Re, CA-Lö, KÖ-Fe GrWü Me, DE-Grie; Kuwwe, [kuw] verstr. ZE, CA-GrRo KlRo, Wb-Ak 100, BE-Me, vereinz. KÖ, DE-Ho, [kuv] Mda-sJe1 30 (vereinz. s JE1); Koppe JE1-La; Kobbe JE1-Walt; Kowwe, [kov] verstr. s JE1, MdasJe1b 30 (ZE-Göd), ZE-Bra. Zus.: zu 1.: Henk-.
Latte f. 1. ‘vierkantige Holzstange’ 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – a. ‘Stange des Lattenzauns’ 3: HA-Oh, BLA-Rü – ne Latte anngeln an’t Stakitt HA-Oh. – b. ‘Stange, auf der die Hühner im Hühnerstall sitzen’,  Sittestange, 2: STE-Arne, 3: WO-He, 4: BE-Me Sa. – c. ‘auf die Dachsparren aufgenageltes Querholz’, dient zur Befestigung der Ziegel, 3: BLA-Brau. – 2. ‘langer, hagerer Mensch’,  Lltsch, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 103 – ne lange Latte HA-Oh. – 3. ‘Schulden, hohe Rechnung’, bes. von Zechschulden, 4: Wb-Ak 103, Wb-Be – , hawwich t anne Latte jemacht Wb-Be.
Lautf., Gram.: Latte; außerdem: [ladn] Pl. BE-Me Sa. – Etym.: (3.) mit Bezug auf  Karfholt. Zus.: zu 1b.: Hner-.
Lock n. 1. ‘Öffnung, offene Stelle’ verbr. – a. als (Bestand-)Teil von Gegenständen – Rätsel: Lock bi Lock un hält doch? – die Kette, Chr-Em 438; Lock op Lock un Haare rum un immer lustig drob – Trompetenbläser, HA-Um; Rda.: de Sunne schnt ut alle Löcker HA-Oh; er pfeift uff’n letzten Loche ‘ihm geht es gesundheitlich sehr schlecht’ Vk-Anhalta 285; hei fleutjet ut’n letzten Locke dass., HA-Oh; Sprw.: Opp jedes Lock past en Plock. Wb-Holzl 34. – b. durch Beschädigung oder äußere Einwirkung entstanden – an Loch in Strump Wb-Ak 107; hai hat en Lock in Kopp Wb-Holzl 136; Sprw.: de Flicken mott gröter sin wi dat Lock auch übertr. als Regel für die Erstattung von Schulden oder für die Vergeltung von Gefälligkeiten, HA-Oh. – 2. Körperöffnung – a. ‘After’ – Rda.: en Lock in’n Hindersten quäl’l ‘in lästiger Weise bitten’ 3: OSCH-Crot. – b. ‘Scheide der Frau’,  MseWat is denn an det Mächen dran? – Loch bleiwet Loch. 2: ZE-Roß. – 3a. ‘Vertiefung im Gelände, Senke, Grube’ 2: JE2-Scho, Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie), 3: Wb-Nharz 119, 4: BE-La – Tue mine Jungenstied sach man bloß noch dät Lock, wo der Borne west is. Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie). – 3b. ‘abgedeckte Grube zur Lagerung von Feldfrüchten’ 4: Wb-Ak 107. – 3c. ‘Öffnung, Ausgang’ 2: Wb-Altm* 62, 3: Wb-Nharz 119 – Rda.: tau einen lokke mot de fos rt ‘irgendwie wird eine Sache schon zu Ende geführt’ Wb-Nharz 119; ‘n Lock finn’ ‘eine Lösungsmöglichkeit finden’ Wb-Altm* 62. – 3d. ‘kleiner Teich, Tümpel’, auch in FlN,  Dk, 4: verstr. anhalt. – 3e. ‘Fahrwasser, das tiefer als das übrige ist’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 410 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 410 (CA-Ak); auch in Strom-FlN, vgl. Elbschifferspr. 420. – 4a. ‘altes, baufälliges Haus’,  Bde, 4: BE-Me. – 4b. ‘kleine, dunkle, ungemütliche Wohnung’, auch ‘kleines, ungemütliches (Wohn-) Zimmer, 2: Wb-Altm 127, Wb-Altm* 62, ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 119 – Ick gao in mn Lock. Wb-Altm* 62. – 4c. ‘Gefängnis’ 3: Wb-Nharz 119, 4: Wb-Ak 107 – Du kimmest ins Loch. Wb-Ak 107. – 4d. ‘Freistätte beim Haschespiel’,  1Ml, 2: GA-Kö.
Lautf.: Lock, [lok]; außerdem: Loch, [lox] Elbschifferspr. 410 (STE-Tan, WO-Ro, JE2-Mi), ZE-Roß, QUE-GrSchie, Mda-Ro, verbr. omd. Zuss.: zu 1a.: Holt-, Kesselloch, Knp-, Kuck-, Leuchtloch, Licht-, Nagellöcker; zu 1b.: Krp-; zu 3a.: Jauchen-, Kalk-, Knips-, Krauchloch, Krp-, Lm-, Mess-, Modder-, Mudde-; zu 3c.: Hecken-, Keller-, Lp-, Lüften-, Luft-, Mund-, Mse-, Nse- , wen-; zu 3d.: Modder-; zu 4. (allg.): Jammer-, Modder-; zu 4b.: Hunde-, Kuck-; zu 4c.: Hunde-; sonstiges: Krauchloch, Mr-, Natt-.
Lper m. 1a. ‘(schnell) laufender Mensch’ verstr. – dat is an fiksan Loipa SA-Dä; Sprw.: Fon’n Löper werd nist eholen. Wb-Holzl 33. – 1b. ‘Laufbursche’ 4: Wb-Be. – 1c. ‘Kind, das gerade laufen gelernt hat’ 3: vereinz. elbostf. – 1d. ‘Mensch, der oft seine Arbeitsstätte wechselt’ 3: HA-Oh, BLA-Brau. – 1e. ‘Mädchen, das gern ausgeht’ – t is son Leper 3: HA-Oh. – 2. ‘junges, fleischiges Schwein’, von der Entwöhnung bis zu einem Alter von einem halben Jahr,  Polk, 1: verstr. nwaltm., 2: vereinz. n Altm., verstr. s Altm. JE1, verbr. ZE, verstr. n elbostf., verbr. mittleres/s elbostf., 4: BA-Ha, verbr. anhalt. – mor hann a Lfor in Schdall DE-Ca; Man vergönnet auch dem schefer 6 Kühe und 1 pferdt uf der herrschaft futter zu halten, deßgleichen eine fermutter mit 14 leufern. Amt Warmsdorf 1537, Landreg-Anhalt 2,24. – 3. TiN Fischart, 2: verstr. Altm. – 4. ‘kleiner Entwässerungsgraben, der durch (Äcker und) Wiesen führt’,  Grippe, auch ‘Bach’,  Bk(e), 2: verstr. Altm. – 5. ‘schmaler Teppich’ 4: verstr. anhalt. – dor Lfor is awwor schonn abjeldschd DE-Ca. – 6. ‘hölzerner Torwegständer, an dem der Torwegflügel hängt’,  Drpler, 3: vereinz. elbostf., 4: BE-Me. – 7. ‘große, bügellose Säge’,  Schrtsge, 4: DE-Grie Wö. – 8. ‘in den Blöcken ( Block) eingezogene Leine’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 206 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 206 (CA-Ak). – 9. ‘Stein, mit dem der Maler die Farbe reibt’ 2: Wb-Altm 128. – 10. ‘umlaufender Stein der Mühle’ 3: HA-Bee.
Lautf.: Löper, [lpr]; außerdem: [lpr] GA-Da; [lp] verstr. sö nwaltm. Altm.; Löber BE-KlMü; [lb] SA-Rist; Lp’r Wb-Altm 128; Löoper STE-Ka; Leper HA-Oh; Löuper STE-Ka; lüöper OSCH-Di; Le(e)per vereinz. ZE, OSCH-We, Wb-We* 224, verstr. BLA, verbr. sö elbostf.; [lbr] BE-He; [lpr] QUE-Di; Leuper OST-Me; [loip] SA-Dä; [loip] verstr. nw nwaltm.; Leuber OST-Gla; Läufer vereinz. Altm. JE1 ZE s elbostf. s CA; [loifr] vereinz. BE; [laufr] BE-Scha; Leifer, Laifer verstr. nthür.; [laifr] BE-Fr; [lfr] BE-Dro Me Sa; Lö(ö) fer ZE-Bur, CA-Ba Do; [lf] STE-Steg; Lefer, [lfr] JE1-Schor, verstr. ZE, CA-Ca, verbr. anhalt.; [lfr] verbr. anhalt. Zus.: zu 1.: Land-.
1Mantel m., f. 1. allg. ‘langärmliges Kleidungsstück, das bei Nässe oder Kälte über der übrigen Kleidung getragen wird’ verstr. – böste dn Mantl’l af JE2-Scho; de Frue hat ne nie Mantel HA-Bo; Rda.: dä dreht’n Mantel na en Winne ‘er redet anderen nach dem Mund’ BA-Op; dor drcht en Mandel nch dswai Saiden dass., BE-Me; dat Haun hängete sick en Mäntelken um ‘das Huhn lässt die Flügel hängen’, Anzeichen für Tuberkulose, Wb-Holzl 139. – M. für Männer, aber bes. für Frauen gab es in sehr versch. Ausführungen. Häufig zu finden waren weite Frauenmäntel (STE, HA, Nharz.), die z.T. mit einem (WO, JE1, HA, OSCH-Nie) oder mehreren (STE, HA), oft mit Fransen versehenen Kragen bzw. mit Schulterstücken aus Samt (OST) besetzt waren. Bevorzugte Materialien waren Kattun (verstr.), Wolle (HA) und Tuchstoff (Nharz.). Die Wintermäntel waren wattiert (verstr.) oder mit dickem Fries gefüttert (HA). Neben dunklen bzw. schwarzen M. (verbr.) wurden von den Frauen auch helle (Nharz.), bunte (OST, HA), schwarzweiß gestreifte oder rotschwarz geringelte M. (Nharz.) getragen. Tracht-ProvSachs 186ff., Vk-Harz 6/7,15 und 22. – 2. ‘Mantel in Form eines Umhangs, in dem Mütter ihr Kind trugen’,  Kindermantel, 2: Mda-nwJe1b 72 (JE2-HSe), verstr. JE1, 3: verbr. elbostf., 4: Wb-Ak 110, Wäschke 31919,5 – Na, die jungen denn mitte Kinnermutter, die Karln in’n Mantel truk, bein’n Richter, um Karln toofen zu laßen. Wäschke 31919,5.
Lautf.: Mantel, [mantl]; außerdem: [mant] JE2-Scho; Mahnt(e)l vereinz. SA OST; Mantele verstr. WE; Mandel, [mandl] vereinz. nbrdb., BE-Me; Mndl vereinz. OST; Moandel vereinz. SA; Mannel vereinz. OST STE. – Gram.: m. verstr.; f. (bes. 2.) verstr. w JE1 elbostf. Zuss.: zu 1.: Kattn-; zu 2.: Kinder-.