kloppen Vb. 1a. ‘klopfen, schlagen, hämmern’ 2: Wb-Altm 106, Spr-Altm 79, ZE-Roß, 3: vereinz. HA OSCH, Wb-We 67, Wb-Nharz 100, QUE-Di, 4: vereinz. omd. – an Nl inne Wand klopp’m Wb-Ak 91; hei het al umme dreije klopt Wecken durch Klopfen, Wb-Nharz 100; Rda.: hei is med den Dummbüdel ekloppet ‘er ist dumm, nicht bei Verstand’ Wb-We 67; Upp’n Busch klopp’n ‘jmdm. Informationen entlocken’ Wb-Altm 106. – 1b. ‘die Sense dengeln, durch Hämmern schärfen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. mittleres SA, vereinz. OST, verbr. mittlere/s Altm. JE2 mbrdb., 3: verbr. elbostf., 4: BLA-Sti, QUE-Frie, vereinz. BA, verbr. ö CA BE, KÖ-Bie Cör, vereinz. DE – haste nau schon de Sese jekloppt? ZE-Steu. – Brauch: In der Feierabendzeit sa- ßen die Mäher auf der Straße vor den Haustüren und klopften ihre Sensen. Die Sense wurde auf einen Amboss gelegt und die Schneide langsam weiterrückend mit einem Hammer solange geklopft, bis sie haarscharf war. HA-Ack.  denneken hmern 1hren. – 1c. ‘durch wiederholte Schläge Bast von einem Weidenzweig zur Fertigung einer Flöte lösen’, dabei wurden Bastlösereime gesungen oder gesprochen, 1: Matthies 1912,7 (SA-Fa), 2: vereinz. Altm. (außer GA), verstr. mbrdb., 3: vereinz. nw elbostf., verstr. sö elbostf., 4: verstr. nthür., vereinz. anhalt. – Bastlösereim:Klopp, klopp Stoak’n
will’n Fleit moak’n.
All Wied’n goahn aff,
un du geihst ouk aff.
Matthies 1912,7 (SA-Fa).
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d. ‘Getreide dreschen’,  dörschen, 4: BE-Neu. – 1e. ‘Steine mit dem Hammer zerkleinern’, bes. solche, die zur Instandhaltung der Chausseen dienten, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 100. – 2. refl. ‘sich  balgen, prügeln’ 1: SA-Bee, 2: Wb-Altm* 78, SA-Pre, GA-Ga Ro, STE-Ta, JE2-Me Schar, vereinz. mbrdb., 3: vereinz. n elbostf. w JE1, Wb-We 67, WE-Be, Wb-Nharz 100, 4: vereinz. w anhalt. – se hebben sek hellesch eklopt Wb-Nharz 100. – 3. ‘kaufen’ 3: Id-Queb 4.
Lautf., Gram.: klopp(e)n; außerdem: klopp’m, kloppm SA-Brie, GA-Lo, JE2-GrWud, JE1-Wo, QUE-Di, CA-Atz, Wb-Ak 91, KÖ-Kör, DE-Ra; [klop] GA-Sche, JE2-Scho, JE1-Re, Wb-Be, DE-Els; klopp Imp. Sg. Matthies 1912,7f. (SA-Fa NFe, STE-Hü), OST-Sa, STE-Ho Schä, BE-Nie; kloppe Imp. Sg. GA-Fe, WO-An, verstr. mbrdb., vereinz. nw elbostf., verstr. sw elbostf., vereinz. omd.; gekloppt Part. Prät. JE2-Schar; [klpm] Siedler-Je § 252, HA-Uep; klobb(e)n SA-Mel, STE-Han Sto, WO-Ri; klobm, [klob] SA-Dä Rist, CA-Ak; [glob] verbr. BE, Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); klopfen OST-Möl Ucht, STE-Schä, WO-Ro, JE2-Alt Ge, vereinz. JE1, ZE-Ra, CA-Schw; klopfe Imp. Sg. BA-Neu Sip, KÖ-Ma; [glub] veralt. Mda-Fuhne 16 (DE-Ca). Zus.: zu 1a.: in-.
knweln Vb. 1a. dass. wie  knweken, 1: SA-Ah Brie, 2: verstr. Altm. JE2, verbr. JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. s CA, BE-Neu. – 1b. ‘kleine Stücke abschneiden’, von Brot oder Wurst, 4: CA-Ak. – 2. ‘knabbern, abkauen’ 4: Mda-Sti 95. – 3. ‘mit dem Messer schnitzen’,  snippeln, 2: OST-Dü. – 4. ‘sich am Schorf einer Wunde  kratzen’ 3: BE-Gü.
Lautf., Gram.: knieweln STE-Wa, vereinz. WO, JE2-Go Ki Schö, JE1-Bü Lo Plö, BLA-Rü, CA-Bie KlRo We; kniwelt 3. Sg. Präs. STE-Bir; knwel’l, [knw] CA-Atz Löd Sta, Wb-Ak 93; kniefeln, [knfln] verbr. JE1 ZE, vereinz. WA, verstr. CA; kniefelt 3. Sg. Präs. CA-Sa; kniebeln, knbeln STE-KlSchwa, vereinz. WO, JE2-HBe Kar, JE1-Lei Nie Wa, OSCH-Di, WA-Schw, Wb-We* 220, CA-Egg Löd Pö, BE-Gü; kniepeln JE1-Dan; gnieweln OST-Gies Id Krum, HA-Ost, WE-Strö; gniwo Imp. Sg. SA-Ah; jnieweln GA-Le; gniefel STE-HWu; egniewelt Part. Prät. WE-Re; gniebeln OST-Gies Id Krum; jniepeln STE-Bin; kniw(w)eln JE2-Nkli, Mda-Sti 95; [kniw] vereinz. w JE1, verstr. QUE, CA-Ca Löb, BE-He Neu; knibbeln OSCH-Osch; gniw(w)eln SA-Kun, QUE-Scha; gniwwl’n SA-HTr; gniwwelt 3. Sg. Präs. WE-Dar; gniffeln OSCH-Ad Gü; gnibbeln SA-Brie, GA-Wan Wer, JE2-Wa; knüweln JE2-GrWu; knüffeln OST-Dü.
Kodder m. ‘Doppelkinn’,  Dubbelkinn(e), 1: verstr. nwaltm., 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Holzl 117 (HA-Eil, WA-KlWa), verstr. s elbostf., 4: BA-Neu Sip, Wb-Be, BE-Neu.
Lautf.: Kodder, [kodr] Wb-Holzl 117 (HA-Eil), CA-Wer, Wb-Be; [kod] SA-Ev Sa; Korrer SA-Lie Sa Ty Wa, OST-KlBeu; Koarrer SA-Ah; [kor] vereinz. ö nwaltm. nw/mittlere Altm.; [kor] SA-Dä; Koller SA-Win, GA-KloNeu; Kedder Wb-Holzl 117 (WA-KlWa), vereinz. s elbostf., BA-Neu Sip, BE-Neu; [kddr] QUE-Ga; Kaod’r Wb-Altm 97; Ködder QUE-Nei, BE-He; Käöd’r Wb-Altm 97.
Lm m. 1. ‘Leim, Klebstoff’ 2: Wb-Altm 127, verstr. ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – Rda.: aus’n Leim jehn ‘sich in seine Einzelteile auflösen’, auch ‘dick, unförmig werden’ CA-Ca; de is oppen Lim e kropen ‘er ist von jmdn. getäuscht, betrogen worden’ BA-GrAls; Leim an de Finger hann ‘stehlen’ BE-Neu. – 2. ‘Lohn’, für Arbeiter in einer Tischlerei, 3: Spr-Asch 18.
Lautf.: Lm; außerdem: Leim, [laim] ZE-Roß, Spr-Asch 18, CA-Ca, verstr. anhalt.
1Lorks m.(?) 1. dass. wie  1Lork(e) 1., 3: OSCH-Osch, WA-Un. – 2. dass. wie  1Lork(e) 2a., 3: verstr. OSCH WA n CA, 4: BE-Neu.
Lautf.: Lorks, Lorx; außerdem: Lurks vereinz. OSCH.
ml Adj. 1a. ‘weich, mürbe’ 3: vereinz. elbostf. – de Kese is all ml HA-Oh; Rda.: hei hat ne ganz ml esln ‘er hat ihn sehr heftig geschlagen’ BLA-Brau. – 1b. ‘überreif, weich, von innen faulend’, bes. von Birnen,  mulsch (Kt.), 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. nthür., CA-Löb, verstr. w BE – de Bere is moal QUE-Di. – 2. ‘ morsch, brüchig’, von Holz, das zu faulen beginnt, 3: HA-Wa, 4: BE-Neu – moolet Holt HA-Wa. – 3. ‘feucht, sumpfig’, von Wiesen- und Weideland, 3: WA-Am, WE-Heu – de Wiesche is mool WE-Heu.
Lautf.: mool, [ml]; außerdem: mole BA-Fro; [ml] OSCH-Di Schl, WE-Wa, [mel] Id-Eilsa 79; moal WE-La, QUE-Di; moul WE-Gö; muhl, muul GA-Wal, WE-Rok, CA-Löb, BE-GrMü.
1Ms f. 1. TiN ‘Maus’ verbr. – d lfd ne Maus DE-Ca; dai Ms gnauan (knabbern) an dat Breot SA-Dä; Uffen Bon’n hammer ville Meise. Wb-Ak 112; Rda.: de Müs pissen ‘es regnet fein’ OST-Sta; dat is Muus wi Maus ‘das ist einerlei’ Wb-Holzl 144; ‘t is Ms as Mn (Muhme) dass., Wb-Altm 139; hei st t w en pott vull mse ‘er sieht mürrisch, unzufrieden aus’ Id-Queb 12; H kickt ass ‘n Ms t ‘n Dunk Hd (Haufen Werg). ‘Er trägt eine zu große Kopfbedeckung.’ Wb-Altm 142; sitten w de ms in der falle ‘keinen Ausweg mehr wissen’ Wb-Nharz 130; dat hilpt for de Müse, sää de Bure, dunn stok’e sine Schüne an HA-No; Sprw.: Mse hecken Mse BA-Re; De Mus lett dat Nasch’n nich. Spr-Altm 82; mid Speck fängd man Ms GA-Da; lüttge Müse hett ook Swänze HA-No; de Miese, de morjens danzen, kriegt’n Abend de Katze WA-West; is de Katte nich te Hs, danzet de Mse op’n Dische HA-Oh; wenn de Müse dicke sind, smeckt et Mehl bitter OSCH-Eils; Wenn de Muus satt is schmeckt det Mehl bidder. Firmenich 1854,132 (STE-Ste); Kinderreim:t’ laip enne Muus
Umme Kauhheers Huus,
Den Tripp, den Trapp,
Den Berg hinab.
Lieder-Ma Nr. 100 (WE-Ro).
Volksgl.: M., bes. in Scheunen, werden durch die Ausräucherung der Räume mit der Asche eines verbrannten, übel riechenden Krebses bekämpft (BA-Rie). Als Mittel gegen M. gelten außerdem: am Johannistag gesuchtes Bilsenkraut, Johanniskrone, Echte Hundszunge, Zweige vom Vogelkirschbaum oder Knoblauch (BA-Bad). Vk-Anhalta 34. In den Zwölften wird von Dingern statt von M. geredet, um eine Mäuseplage zu verhindern. Gebräuche-Altm 83. Um Mäusefraß zu vermeiden, beginnt man mit dem Mähen an einem Sonnabend und fährt auch das erste Fuder an diesem Wochentag ein (KÖ-Ar). M. gehören zum Gefolge der Geister und besitzen deshalb Zauberkräfte. Von M. angefressenes Brot schützt vor Zahnschmerzen (ZE-Na). Wer eine M. laufen sieht, hat Unglück. Masssenweisem Auftreten von M. folgen teure Zeiten (CA-Zu). Vk-Anhalta 34. – 2. ‘Handballen unterhalb des Daumens’ 2: Wb-Altm 142, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mich dd de Maus s w DE-Ca. – 3. ‘zähe Sehne im Muskelfleisch’,  Hrwass, 2: JE2-Cab, 3: HA-All. – 4a. Dim. ‘Kniescheibe des Pferdes’ 3: Wb-Holzl 144 (HA-Um). – 4b. Dim. ‘Geschwulst am Kniegelenk des Pferdes’ 3: JE1-Ca. – 5. ‘kleines  Kind’, Kosewort, 2: Bewohner-Altm 2,146. – 6. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 2: WO-Me, HA-Som. – 7. Pl., auch in der Verbdg.: witte Mse ‘Geld’,  Zaster, 2: WO-Wo, vereinz. JE1, 3: verstr. n/ö elbostf., 4: BE-Neu.
Lautf.: Mu(u)s, Ms verbr. nd., Mda-Sti 34, BA-Ha; Museken Dim. (4a.) Wb-Holzl 144 (HA-Um); mes BLA-Brau; [ms] SA-Die; [müis] SA-Dä; [mius] verstr. nwaltm.; Miseken Dim. (4b.) JE1-Ca; Maus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Müse vereinz. s Altm., JE2-Scho, verstr. n/w elbostf., Id-Queb12; Ms, [ms] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Miese, mse HA-AHa Hu, verstr. s/ö elbostf.; Muse, [mz] GA-Bo Le, CALV-Uth, verstr. ZE, Mda-Sti 34; Mäuse (7.) WO-Wo, vereinz. JE1 n/ö elbostf.; Meise verstr. anhalt. – Etym.: (7.) wohl aus Gaunerspr., Nbf. zu  2Ms, vgl. Wb-Rotw [3481]. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Heu-, Hs-, Kerken-, Krabbel-, Miezmaus.