falsch Adj. 1. ‘nachgemacht, unecht, imitiert’, auch ‘gefälscht’ 1: SA-Dä, 2: ZE-Roß, 3: vereinz. w elbostf. – falsche Tne HA-Oh; dat is doch liuda fsk Ged (Geld) SA-Dä. – 2. ‘nicht richtig, verkehrt’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE1-Scha, ZE-KlLei, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – n’ falschen Strump antrecken HA-Oh; ... um den Jungen opt falsche Spoor te bringen ... Rauch 1929,183; dat haste falsch anefangen CA-Fö; ... daß der doch hier iwwerhoopt irjndwie falsch sin mußte. Krause 1964,26; Rda.: in de falsche Kehle kricht ‘sich verschluckt haben’ STE-Grie. – 3. ‘unehrlich, unaufrichtig, hinterlistig’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – falsch nguggen BE-Nie; dai is tau fsk SA-Dä; dat is en falscher Kärl CA-Fö; Rda.: falsch wie ne Katze Vk-Harz 3,45; Falsch wie an Kathol’scher Spr-Anhalt 176; S iss so falsch ass Galgenholt. Wb-Altm 206; falscher Hund Wb-We 149; säh dich vorr dän vor, det is villeicht ’n falscher Fuffsjer ZE-Roß. – 4. ‘ärgerlich, zornig, aufgebracht, böse’,  1fuchtig, 1: SA-Dä, Essen-nwAltm 91 (SA-Han), 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, JE1-Gra Ka, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – op däne bin ik falsch HA-Bee; H is falsch upp mi. Wb-Altm 48; Nu wurre die awwer ehrscht recht falsch. Heese 21919,39.
Lautf.: falsch; außerdem: [fsk] vereinz. n nwaltm.
Flse f. 1. ‘dünne Haut’ 1: verstr. nwaltm., 2: Wb-Altm 53, verstr. SA, sonst vereinz. Altm. – Rda.: He hat ’n Fles’ upp’t Og ‘Er leidet an grauem Star’ Wb-Altm 53. – 2a. häufig auch im Pl. ‘Haut, die das Bauchfett des Schweins umschließt’, wird abgezogen und zu einem Beutel zusammengenäht, der als Umhüllung für die  Flsenworst dient, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., vereinz. n mbrdb., verstr. w/mittleres mbrdb., 3: verbr. n/ö elbostf., verstr. OSCH, WE-Is, 4: verstr. s CA – fan d Fl’m wan de Flsen affetreckt JE2-Scho; De Mutter inderwiele neiht De Fleisen dichte tau. Gorges 1938,85.  Blsht Fettfliese Fettht Flsendarm Flsenht Flsenpelle Flmenht 1Ht 1Lse Lsendärme Lsenht Lsenpelle Swneflsen. – 2b. dass. wie  Flsenworst, 1: SA-Mel, 2: vereinz. s Altm. JE2, JE1-Scho, verstr. w/mittleres JE1, vereinz. w ZE, 3: verstr. n/ö elbostf., OSCH-Emm Ham, 4: Wb-Ak 59, BE-Nie. – 2c. vorw. im Pl. ‘Bauch- und Nierenfett des Schweins’,  Flme, 1: SA-Schm, vereinz. s nwaltm., 2: vereinz. Altm. JE2, JE1-Ist Lei, vereinz. n/w ZE, 3: vereinz. n/ö elbostf., OSCH-Ott, 4: CA-Do Lö. – 3. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n Altm., verstr. mittlere Altm. – 4. ‘aus Segeltuch gefertigter Sack, in dem die Schiffer ihre persönlichen Sachen transportieren’, Schifferspr. – de Flse stopp’m 4: Wb-Ak 59.
Lautf., Gram.: Flese, [flz] verstr. s Altm., JE2-Wa Zo, JE1-Ca, WO-Gli, CA-Bie; Fle(e)s, [fls] vereinz. ö/s nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; Fles(e)n, [flz()n] Pl. vereinz. ö/s nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. w JE1, CA-El; Fleise, [flaez] WO-Me, verstr. n elbostf., vereinz. WA; Fleis, [flais] verstr. nwaltm.; Fleis(e)n Pl. verstr. nwaltm. n elbostf. WA, OSCH-Ho Ott; Fläis, [fläis] Sg., Fläisen, [fläizn] Pl. verbr. nwaltm.; Fliese, [flz] WO-Ke, verstr. w/mittleres mbrdb., JE1-Wa, HA-Alv Som, OSCH-Ham, vereinz. s WA, verstr. sö elbostf., vereinz. s CA; Flies SA-Die Vie, OST-Ren; Flies(e)n, [flz()n] Pl. vereinz. nwaltm., verstr. Altm., vereinz. n/mittleres JE2 n mbrdb., verstr. w/mittleres mbrdb., vereinz. w JE1, verstr. n elbostf. OSCH WA sö elbostf., vereinz. s CA, BE-Nie; Flse Sg., Flsen Pl. HA-Oh. – Etym.: im brdb. Gebiet ndl. Siedlerwort zu mndl. vlies ‘Häutchen, dünne Haut (im menschlichen Körper)’, das bes. im Südndl. beheimatet ist, es besteht ein etym. Bezug zu mnd. vls u.a. ‘Schaffell, Haarbüschel’,  Fls, aus der Altm. wurde das Wort in das Gebiet s der Ohre schon früh übernommen, so dass das -- zu -ei- diphthongiert werden konnte, die Formen mit -- im ö Elbostf. und w Anhalt. deuten auf eine junge Entlehnung aus dem Gebiet ö der Elbe, vgl. Spr-Elbe/Saale 157 ff., Teuchert 21972,325 ff.
Gänseschnurz m. TiN ‘Junikäfer’ 4: BE-Nie.
Lautf.: [jenznurds].
Hnenkamm m. 1. ‘roter, gezackter, fleischiger Auswuchs auf dem Kopf des Hahns’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 69. – 2. ‘hochragendes Federbüschel am Kopf von Vö- geln’,  Noll(e), 4: BE-Nie. – 3. PflN ‘Ziegenbart’ (Pilzart) 2: Vk-Anhalta 74 (verbr. ZE), 3: Wb-Nharz 69. – 4. PflN ‘Waldplatterbse’ 3: Vk-Harz 3,51. – 5. PflN ‘Kukkucksnelke’ 4: Vk-Anhalta 74 (DE-De).
Lautf.: Hnenkamm; außerdem: Hahnekamm BE-Nie.
Holderstrk m. PflN 1. dass. wie  Holder 1., 4: BE-Grö Nie, Mda-Fuhne* § 358 (KÖ-Za, vereinz. DE). – 2. dass. wie  Holder 2., 4: BE-Nie Ra Scha – schnaig ain Hollunnorschdrauch ab BE-Scha. – 3. dass. wie  Holder 3., 1: SA-Scha, 2: JE1-Dö.
Lautf.: Holderstrauch JE1-Dö, BE-Grö; Hollerstruk SA-Scha; [holrdrau] Mda-Fuhne* § 358 (KÖ-Za, vereinz. DE); [hor-] BE-Nie Ra Scha; [holur-] BE-Nie; [holunr-] BE-Scha.
Hnerbucht f. dass. wie  Hnerstall, 1: SA-Dä, 2: JE1-Mö, 3: CA-Löd, 4: BE-Nie – ik maok dai Huinabucht sch’n (jeden) Aomd rin SA-Dä.
Lautf.: [huinbut] SA-Dä; Heunderbuchte CA-Löd; Hinderbucht JE1-Mö; [hnrbud] BE-Nie.
Hnerslag m. dass. wie  Hnerstall, auch ‘Hühnerkäfig’ 2: JE2-Fie Scho, JE1-Dan Mö Wö, ZE-Dor Dü, 3: WE-Da, vereinz. sö elbostf., 4: BE-Nie.
Lautf.: Hnerschlag CA-Fö; Heuner- WA-GrGe; Häunerschlach WA-KlGe; Häunderschlag WA-Un; Heinerschloag CA-Egg; Haunerschlag WE-Da; Hinner- ZE-Dü; Hinder- JE1-Dan Mö; [hünala] JE2-Scho; Hünderschlag JE2-Fie; Hner- JE1-Wö, ZE-Dor, CA-Ba; [hnrlg] BE-Nie.
Horde f. ‘größere Anzahl, Schar’, von Kindern oder Tieren,  Korps, 2: JE2-Scho, 3: QUE-Hau, 4: BE-Nie.
Huckel m. 1. ‘Unebenheit im Weg, auf der Wiese’, auch ‘kleine Anhöhe, kleiner Hügel’,  Barg, 3: WO-Ma, vereinz. sw elbostf., BE-Gü He, 4: Mda-Sti 151, CA-Ak, verbr. BE, DE-Ca. – 2. ‘Maulwurfshügel’,  Mollbarg, 3: BA-Ho. – 3. ‘kleine (krankhafte) Erhö- hung am Körper’ 4: BE-Nie, DE-Ca – was hasd d de uff’n rm forr a Huggel? DE-Ca.
Lautf.: Huckel, [hukl]; außerdem: [hugl] verbr. BE, DE-Ca; Hückel WE-La; hickel Mda-Sti 151; hikkelken Dim. Wb-Nharz 78. Zuss.: zu 2.: Maulwurfs-, Moltworms-.
Hupper m.(?) dass. wie  Huppe 1., 3: WO-Eich, JE1-Bie, Mda-sJe1 28 (JE1-Ra), QUE-Scha, 4: Vk-Anhaltb 79 (BE-Nie) – Bastlösereim:Huppert, Huppert, laß dich raten,
Gehe nicht in Müller’s Garten,
Kommt die Kuh, frißt dich im Nu,
Kommt das Kalb, frißt dich halb,
Kommt das Schwein, frißt dich rein,
Huppert, Huppert, eins, zwei, drei,
Und nun mußt du fertig sein
. Vk-Anhaltb 79 (BE-Nie).
Lautf.: Huppert, [huprt]; außerdem: Hubbert JE1-Bie.