Middelbrd f. ‘zweiter Plankengang (von unten) eines größeren Holzschiffes’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 125 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 125 (CA-Ak).
Lautf.: [midbrd].
Middelkn m. ‘mittlerer Teil des Schiffskörpers’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 162 (JE2-Pa), 4: a.a.O. 162 (CA-Ak).
Lautf.: [midkn, -kn].
Middelsgel n. ‘Segel von mittlerer Größe’, zuletzt meist 8, früher 16 Blatt groß, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 214 (STE-Tan, JE2-Pa).
Lautf.: [midzjl].
Mudderand m. dass. wie  Mudde 1b., 2: Elbschifferspr. 319 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa).
Lautf.: [mdrand].
Mlpe m. 1. ‘neugieriger Mensch, der gaffend (als unerwünschter Zuschauer) herumsteht’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – Rda.: Maulaffen feil hebben ‘gaffend (als unerwünschter Zuschauer) herumstehen’ Wb-We 87; tr schparrt Maulaffn dass., Wb-Be. – 2. ‘am unteren Ende der Segelstange angebrachte haken- ähnliche Befestigungsvorrichtung’, an ihr wurde das freie Ende der in den  Stangenblock eingezogenen Leine befestigt, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 211 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 211 (CA-Ak). – 3. PflN ‘Löwenmaul’ 2: OST-Möl.
Lautf., Gram.: [mlp] Beiträge-Nd 75 (WO-HWa); [-p()] Elbschifferspr. 211 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa); Mulaop, [mlp] vereinz. Altm.; Mulaopen Pl. Bewohner-Altm 1,351; Mlaffe, ml- HA-Oh, Wb-Nharz 129; maul-, [maulaf] Spr-Maa 428 (WO-Ol), Elbschifferspr. 211 (CA-Ak), Wb-Be; Maulaffen Pl. Wb-We 87.
Mlbandring m. ‘in das  Mlband eingespleißter Ring, durch den die Ziehleine läuft’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 157 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 157 (CA-Ak).
Lautf.: [mlbandri] Elbschifferspr. 157 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa); [maul-] a.a.O. 157 (CA-Ak).
Ngellöcker Pl. ‘Löcher von ca. 80–120 mm Durchmesser in der obersten Planke an Vorder- und Rückseite des hölzernen Kahns’, dienen zum Durchstecken von Nägeln, an denen Taue oder Ankerketten befestigt werden können, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 131 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa).
Lautf.: [nllökr].
Nse f. 1. Geruchsorgan von Menschen und Tieren, verbr. – de Nse drüppet HA-Oh; mne Nse bloit (blutet) JE2-Scho; Ppele nich inne Nse! Wb-Ak 119; Dabi wische se sick mit öhre Schörte de Ogen un ok de Näse af. Rauch 1929,145; Rda.: Ümmer de Näs’ naogaohn. ‘immer geradeaus gehen’ Bewohner-Altm 1,352; et bit ne in de Nese ‘das Gesuchte befindet sich direkt vor ihm’ Sprw-Börde; hät sich de Näs bägoten ‘ist betrunken’,  dn, STE-Schi; de Näse wischen ‘jmdn. schlagen, prügeln’ BA-GrAls; et wr ne nich nr nse ‘es war ihm nicht recht’ Mda-Weg 108; … sparre se alle Mul un Näse op … ‘staunten alle sehr’ Wedde 1938,40; dafonn hew’k de Nse full ‘ich bin dieser Sache überdrüssig’ HA-Oh; op der Näse ln ‘krank sein’ Wb-We 92f.; dauwder kwischen ml un nse von der bei Kälte tropfenden Nase, Wb-Nharz 134; dick hat woll lange nich de Näse blaut (geblutet) Drohung, BA-GrAls; Du sast äöwer de Näs’ kieken as’n Hund. scherzhafte Androhung einer Strafe, Bewohner-Altm 1,340; stick de Nse in’t Bauk Aufforderung zum Lernen, HA-Oh; sine Nese zwischen alles stecken ‘sich überall einmischen’ Sprw-Börde; Dor lat dien Näs von! ‘Mische dich dort nicht ein.’ Bewohner-Altm 2,123; Lat die nich dein Näs twischen de Dör klemm’n. dass., Spr-Altm 40; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119; tokke dek an diner Näse, sau hast de k Fleisch dass., Wb-We 92; op de Nese rumdanzen ‘jmdn. respektlos behandeln’ Sprw-Börde; einen ne lanke Nse mken ‘jmdn. verspotten’ HA-Oh; an de Nese rumtrecken ‘jmdn. foppen, täuschen’ Sprw-Börde; Seck op de Näse schieten laten ‘sich alles bieten lassen’ Sprw-Harzvorld 382; under de Näse riben ‘jmdm. etw. nachdrücklich zu verstehen geben’ Wb-We 92; Dät will’n wei äm nich up de Näs binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352; de Dör vor de Nese tauschlagen ‘jmdn. zurückweisen’ Sprw-Börde; kriegt män irst’n Näs’ un dänn n Brill Zurechtweisung naseweiser Jugendlicher, OST-Möl; du bist woll nich richtig in de Neese kneppen ‘du bist sonderbar, wunderlich’ HA-Eil; einen wat t der nse trekken ‘bewirken, dass jmd. etw. nicht bekommt’ Wb-Nharz 134; Sprw.: De sn Ns’ affsnitt, schännt sn Angesicht. ‘Wer die Fehler seiner Familie aufdeckt, kritisiert auch sich selbst.’ Wb-Altm 143; Wat de Minsch nich kann, dao laot hei sien Näs’ van. Bewohner-Altm 1,352. – Volksgl.: de Nese jücket mik, et jifft wat Ns (Neues) HA-Oh. – 2. ‘Bug, vorderer Teil des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 155 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 155 (CA-Ak), Wb-Ak 119 – der Wind is uppe Nse ‘der Wind weht dem Kahn direkt entgegen’ Elbschifferspr. 436 (JE2-Pa). – 3. ‘Frucht des Ahorns’, kleben sich die Kinder auf die Nase, 4: Wb-Ak 119.
Lautf.: Näse, [nz] verstr. s Altm., Elbschifferspr. 155 (JE2-Pa), JE2-Fi Scho, Siedler-Je § 79 (s JE2 n/mittleres JE1), JE1-Go, vereinz. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf.; Nä(ä) s, [ns] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm., Siedler-Je § 134a (n/mittleres JE2); Nese, [nz] verstr. n elbostf., QUE-Di; [ns] SA-Ku, STE-Buch; Näese Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); [näaze] Mda-Ro, [naz] verstr. ZE; [näz] Siedler-Je § 79 (s JE1); Nease ZE-Nu; [näis] vereinz. n nwaltm., SA-Sta; [nais] SA-Dä; ns-chen Dim. Mda-Sti 27; Naose, [nze] Elbschifferspr. 155 (STE-Bit, WO-Ro, STE-Bit), ZE-Roß, verstr. anhalt.; [ns] OST-Ko. Zuss.: zu 1.: Hakelnase, Haknase, Hweks-, Himmelfrts-, Kopper-, Krebsnase, Kulpnase.
Ntschke(n) m., f. dass. wie  Nthken, 2: Elbschifferspr. 256 (JE2-Pa), JE1-Flö, ZE-Mö Nu, 4: Elbschifferspr. 256 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: m.: Notschaken JE1-Flö, ZE-Mö; [ndkn] Elbschifferspr. 256 (JE2-Pa); Notschoake ZE-Nu; f.: [nd-k] Elbschifferspr. 256 (CA-Ak).
oberwärts Adv. ‘elbaufwärts, in Richtung der Oberelbe’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 323 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 323 (CA-Ak), Wb-Ak 124 – Seine Fraue is von werwarts. Wb-Ak 124.
Lautf.: werwarts, [wrwards].